Dienstag, 9. August 2016

Das Wahljahr rückt näher

Ein geflügeltes Wort sagt: Es wird niemals mehr gelogen als vor der Wahl und nach der Jagd… Bald ist es wieder soweit. Schmierenkomödie und Farce stehen in Bälde auf dem Veranstaltungskalender. Schon jetzt legen sich die Parteien ins Zeug und spielen unter Missachtung wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse den Theaterbesuchern ihre neuesten Ammenmärchen vor. Leider in mittelmäßiger Besetzung. 



Ihre Kostüme tragen sie wie eine Monstranz! Blau schillern sie, auch grün, rot und schwarz, und den Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt. Wie geklonte Schafe blöken sie ihre auswendig gelernten Worthülsen ins gelangweilte Publikum und behaupten allen Ernstes, sich qualitativ vom gegnerischen Mimen zu unterscheiden. Ich sehe es kommen, der Wähler wird vermutlich auch in dieser Legislaturperiode in der Wahlurne beerdigt.

Dabei hätten es die Wähler so leicht, wenn sie sich bewusstmachten: Politiker brauchen jeden Wähler, Wähler aber nicht jeden Politiker. Nun unterstelle ich den meisten Politikern nicht gerade überragende geistige Fähigkeiten. Vielmehr scheint es mir in deren Köpfen übersichtlich zuzugehen. Inhaltsleere Beteuerungen haben Hochkonjunktur, weswegen sich sogar Siegmar der Gewichtige zutraut, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Um seinen Siegeswillen nachhaltig zu dokumentieren, lässt er sich – welch ein genialer Schachzug -, in Kindergärten mit kleinen Kindern auf dem Arm fotogen ablichten. Dass er sich im Anschluss nicht mit armen aber kuschligen Katzenbabies im Tierheim zeigt, scheint mir ein leichtsinniger Umgang mit potentiellen Wählerstimmen zu sein.

Wir schaffen das, ruft Angela währenddessen und lässt in stillen Nächten Dutzende Flugzeuge mit Flüchtlinge in Kompaniestärke klammheimlich in Köln Wahn landen, während Siegmar der Pausbäckige dem Wahlvolk den Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler als ultimative Problemlösung verkauft. Nun ja, begüterte wie z. B. Siggi, dem Schwergewichtigen, die hätten kein Problem damit. der Staat stellt ihm einen Chauffeur. Würden solche Leute dennoch keinen Unterhalt zahlen, könnte man vorsorglich dem eingestellten Fahrer den Führerschein gleich mit entziehen. Der Kindergarten im Bundestag feiert fröhliche Urständ.

Urlaubsgebräunt und glattrasiert drängt sich Gabriel nach vorn und versucht mit verbesserungswürdiger Rhetorik den wählenden Massenverkehr in bunt ausgeschilderte Sackgassen umzuleiten. Aber nur einer kennt die schönsten Sackgassen. Gunter, der Gutgenährte. Er wirft all seine Pfunde in den Ring und sich selbst in Pose. Wir informieren unsere Bürger – wir gestalten unsere Politik transparent und offen. Im gleichen Augenblick erfahren wir von gefälschten Lebensläufen, unrechtmäßig erworbenen akademischen Titeln. Ich will gerne einräumen, ein paar Sachen muss der Bürger ja nicht unbedingt wissen.

Die Integration der Refugees wird zur nationalen Aufgabe. Zur Untermauerung dieser großspurigen Ankündigung wurden Kompetenzteams bemüht, obwohl man in Parteizentralen wissen müsste, dass eine solche Bezeichnung der Teams auch der Kompetenz bedarf. Sieht man sich die Mitglieder der selbsternannten Kompetenten an, so kommen Einem erhebliche Zweifel. Mir scheint, da wird die Gabe wichtigtuerischer Selbstdarstellung mit fundiertem Sachverstand verwechselt.

Keine noch so dämliche Talkshow wird ausgelassen, um banale Worthülsen in die Welt zu setzen. Mich wundert inzwischen gar nichts mehr - heutzutage schafft es jeder Profilneurotiker ins Fernsehen, weshalb nicht auch Politiker. Immerhin finden sich ja auch genügend Teilnehmer für Big Brother oder Dschungelcamp. Hemmungsloser Narzissmus ersetzt Bildung, Fachwissen und Berufserfahrung. Macht ja nichts, solange man sein Volk für mindestens ebenso dämlich hält.

Es ist geradezu beängstigend, mit welcher Inbrunst professionelle Phrasendrescher etablierter Parteien Sinnentleertes aneinanderfügen und sich den Nimbus der Allwissenheit und Redlichkeit verleihen. Ich bezweifle, dass fünf Prozent der Entscheider in unserer Regierung überreißt, was es mit der Flüchtlings- und der Eurokrise auf sich hat und welche Konzepte greifen könnten.


Wie die Lemminge setzen sie Milliardensummen der Steuerzahler in den Sand. Es ist immer wieder das gleiche Schauspiel. Auf der politischen Bühne starten Minister als Adler und landen auf der Realebene als Spatz. Nur bei der SPD ist es ein wenig anders, dort fällt die Polit-Elite gleich tot vom Himmel. Möge der ehrlichere Lügner die Wahl gewinnen.

Montag, 8. August 2016

Realitätsverweigerer und Wahrheitslügner

All die Amokläufer, Axtschwinger, Bombenleger und Messerstecher, die uns im renitenten Samariterwahn unserer Kanzlerin geschenkt wurden, werden uns in den Medien als „plötzlich radikalisierte Einzeltäter“, als „psychisch labile Zeitgenossen“ oder „traumatisierte Opfer“ verkauft, weil ja nicht sein darf, was nicht sein kann. Die Zauberformel, mit der man das Sinnlose mit Sinn erfüllt und mit der man den Bürger zu sedieren trachtet, nennt man nicht Kriese, sondern eine Herausforderung mit historischem Ausmaß. Welch ein Befriffswandel, denn er soll den Menschen suggerieren, dass wir die Dinge akzeptieren müssen wie sie sind, weil sie auch etwas Gutes haben und uns letztendlich weiterbringen.



Unsere Kanzlerin ist Gefangene ihrer eigenen Losung. „Wir schaffen das!“ hört sich an, als würde der Kapitän der "Titanic" kurz nach dem Zusammenstoß mit dem Eisberg rufen: "Mein Kurs war richtig! Der Eisberg hat nicht aufgepasst!" – ganz nach dem Zitat des geschätzten Kollegen Herrn Broder. Nun müssen die gleichgeschalteten Medien und deren willfährige Moderatoren das abenteuerliche Zerrbild weichgespülter Termini dem Nachrichtenkonsumenten nur noch wie eine schmackhafte Suppe vorgesetzt werden. Die Wiederholungen neutralisierter Vokabeln, Darstellungen und Bildern werden mit der moralischen Verpflichtung einer ganzen Nation verknüpft, um all diese deutschen Heloten, Lemminge und Idioten davon zu überzeugen, eine Art Reifeprüfung überstehen zu müssen.

Und wenn es dann zu einer "Beziehungstat" mit tödlichem Ausgang kommt, kann ein Teil der Schuld auf das Opfer abgewälzt werden. Es hat eben die Bewährungsprobe nicht bestanden. Wann, so frage ich, hat eine Gruppe radikalisierter Christen zuletzt ein Blutbad in einem Flughafen angerichtet? Wann hat ein fanatischer Katholik ein Einkaufszentrum zum Schlachtfeld erklärt? Und wann, bitte, hat ein Jünger Jesu jemals mit einer Machete eine Kirche gestürmt und den Priester enthauptet?

Es mutet geradezu naiv an, wenn in kindlicher Einfalt immer noch einige die Realität mit dem Hinweis verweigern, dass die überwiegend liebenswerten Refuges im Herzen anständige und fleißige Menschen seien, die es mit unserer Hilfsbereitschaft schaffen, in unsere Gesellschaft integriert zu werden. Welch ein frommer Wunsch.

Ich will nicht abstreiten, dass viele Flüchtlinge guten Willens sind und sich bei uns ein besseres ein sichereres Leben wünschen. Aber jene Samariterseelen, die mit Inbrunst und blauen Augen meinen, sie könnten problemlos Hunderttausenden Menschen eine westliche Kultur überstülpen, damit sie hier „funktionieren“, denen ist nicht zu helfen. Was in der Psychologie und der Soziologie längst ein alter Hut ist, wird von unseren Politikern hartnäckig und – um das Lieblingswort unserer Kanzlerin zu verwenden – „nachhaltig“ negiert.

Menschen, die ihre soziale Entwicklung abgeschlossen haben, werden in den seltensten Fällen eine Kultur annehmen, die ihnen völlig fremd ist oder sie aufgrund ihres Glaubens, ihrer Traditionen, ihrer Sozialisation ablehnen. Dieses Phänomen kann man in jedem Land antreffen, in das beispielsweise Deutsche ausgewandert sind. Sie halten fest an erlernten Konventionen und Gepflogenheiten, pflegen in der Ferne ihre Traditionen, singen deutsche Lieder, essen weiterhin Schnitzel mit Sauerkraut oder feiern gar ein Oktoberfest in Phoenix Arizona. Das ist zwar erheblich harmloser, ändert aber nichts an der Tatsache. Weshalb also sollten tief verankerte Verhaltensmechanismen eines Menschen mit muslimischer Herkunft und einer völlig anderen Entwicklungs- und Lebensgeschichte von den Verhaltenszwängen eines Europäers unterscheiden? Das kann nur jemand glauben, der bar jeder Logik das sieht, was er sehen will.

Die Annahme, Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis könnten oder wollten sich unter den bei uns herrschenden Bedingungen integrieren, darf bezweifelt werden. Das klappt nicht einmal bei einem Bayer, der nach Ostfriesland umsiedelt reibungslos. In der Verhaltenspsychologie weiß man das schon seit 60 Jahren: Kein erwachsener Mensch wirft ohne Not seine eigene Vergangenheit vollständig über Bord, denn sie ist wirklich das Letzte, an das er sich klammern kann und will. Er wird sie konsequenterweise, stringent und unerschütterlich in dem Land fortsetzen, in dem er gelandet ist. Notfalls läuft er Amok.

Selbst oder gerade die jugendlichen Flüchtlinge, die mit einer ganz eigenen Überlebensstrategie aufgewachsen sind, werden sich nicht an deutsche, österreichische oder französische Gastgeber wenden, wenn Sie Hilfe benötigen - das Geld freilich wird gerne genommen. Sie orientieren sich an jenen, die ihnen vertraut sind, die ihre Sprache sprechen, ihre Kultur, ihre Traditionen ganz genau kennen, und das sind ganz sicher nicht die Bürger, in deren Land sie gestrandet sind.