Dienstag, 29. November 2016

Martin, der SPD-Dorfschulze von Hehlrath

Im 17. bis zum 19. Jahrhundert nannte man den Bürgermeister einer Gemeinde Dorfschulze. Seit dem 21. Jahrhundert ist es sogar möglich, dass er als solcher ein Präsidentenamt im Europaparlament einnimmt. Nicht mehr lange, wie man hört. Martin Schulz, der gelernte Buchhändler hat sich Berlin zurückgemeldet und beinahe jeder Parteigenosse hat sich gefragt, was er dort will?


 Kaum anzunehmen, dass Martin der schönen Stadt Brüssel den Rücken kehren will, weil sein Gehalt zu niedrig ist. Nun ja, seit bekannt wurde, dass Franz Walter Steinmeier unser zukünftiger Bundespräsident werden soll, wird ein warmes Plätzchen auf einem Ministersessel frei. In der SPD macht man trotzdem ein großes Geheimnis draus, was man mit diesem Schulz anstellen und wie der Schlachtplan gegen Merkel und die Verteilung der Pöstchen aussehen soll. Beide Choleriker scheuen bekanntlich keine Konflikte. Daher dürfte das Messerwetzen um Pfründe, Posten und Titel hinter den Kulissen in vollem Gange zu sein.

Denn eines ist klar, wenn ein Europaparlamentarier scharf auf einen weniger gut dotierten Posten ist, macht das misstrauisch. Wieso also sollte Schulz plötzlich kleinere Brötchen backen wollen, wenn er in einer gigantischen Geld-Selbstbedienungsmaschine den Vorsitz hat? Dann also Kanzlerkandidat? Sehr riskant. Riskant schon deshalb, weil der füllige Gabriel bekannt dafür ist, ziemlich sperrig zu sein. Außerdem ist kaum damit zu rechnen, dass Mutti Merkel nicht wiedergewählt wird. Was dann? Etwa Kampfabstimmung zwischen zwei Alphatieren, wenn es soweit ist? Immerhin bestünde für den Dorfschulzen die Gefahr, weder Kanzler noch Außenminister zu werden, wenn‘s schiefgeht.

Man muss die Sache vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Schauen wir in diesem Zusammenhang nach Frankreich und Italien. In beiden Ländern besteht die latente Gefahr, dass sich die dortigen Hardliner durchsetzen, die den Europa-Austritt präferieren. Hat unser Martin etwa Insider-Informationen? Fürchtet er, dass Italien und Frankreich dem britischen Modell Brexit folgt, und lässt Schulz die europäischen Bürger darüber im Unklaren? Ahnt man in Brüssel etwa schon, dass die Europa-Missbildung in sich zusammenfallen wird, wie ein Kartenhaus, weil man vor nicht mehr zu bewältigenden Problemen steht? Ich fürchte, es wird in den heiligen Hallen Europas schon lange Wein gepredigt und Leitungswasser getrunken, weil nicht sein kann was nicht sein darf.

Wäre es so, würde das Heimweh von Martin Schulz Sinn auch machen, ganz nach dem Motto: Die Ratten verlassen rechtzeitig das sinkende Schiff. Auch umgekehrt stimmt's manchmal: Wer das sinkende Schiff verlässt, ist eine Ratte, aber soweit wollte ich dann doch nicht gehen. Aber ein warmes Nest im Parteienschoß hat ja auch was, bevor man unversehens gehen muss und schnell einen neuen Job braucht.

Mittwoch, 23. November 2016

Escort-Service bei der SPD

Wie darf man sich denn das vorstellen? Firmen und Verbände bezahlen Gespräche mit Spitzenpolitikern von der SPD. Wie bitte? Ausgerechnet die Genossen plauschen mit Bossen und Lobbyisten gegen Geld? Eine so genannte Kommunikationsagentur des SPD-Parteimagazins – auf der Reeperbahn würde man sie „Puffmutter“ nennen, vermarktet vertrauliche Gespräche zwischen Unternehmern und Spitzenpolitikern.



Zuerst werden „Anbahnungsgespräche“ geführt, ähnlich wie im Laufhaus des hannoveranischen Bordells. Die Network Media GmbH – so der unverfängliche Name jener Einrichtung, führt dann die zahlungswilligen Freier – Pardon – die Unternehmer den Politikern zu. Allerdings sind die Tarife happig, wie „FRONTAL 21“ gestern berichtete. So circa 7.000 Euro kostet ein vertrauliches“ Tête à Tête“ mit einem roten Minister, einen Staatssekretär gibt’s billiger. Der nämlich schlägt nur mit 3.000 für ein lauschiges Dinner am offenen Kamin zu Buche.

Wie man hört, soll es sich dabei um Begegnungen von Lobbygruppen gehandelt haben. Ich würde nicht so weit gehen, solche Veranstaltungen mit einem Swingerclub zu vergleichen, bei dem jeder mal mit jedem darf, aber ein Geschmäckle, wie der Schwabe zu sagen pflegt, hat das Ganze schon. Nun ist die Sache aufgeflogen. Sie hat das Potential einer grandiosen Wahlbombe mit Zeitzünder.

An diesen dubiosen Treffen haben laut “FRONTAL 21“ unter anderem Justizminister Heiko Maas, Arbeitsministerin Andrea Nahles, Umweltministerin Barbara Hendricks, Familienministerin Manuela Schwesig, Fraktionschef Thomas Oppermann, Generalsekretärin Katarina Barley und SPD-Chef Sigmar Gabriel teilgenommen. Freilich behaupten die Herrschaften mit jahrelang geübter Unschuldsmimik, man wisse von nichts. Justizminister Maas, der gleich an mehreren solcher Treffen beteiligt war, kann sich jedenfalls an solche "Dates" nicht erinnern und zeigt eine treuherzig-überraschte Miene. Herr Gabriel dagegen leidet unter partieller Totalamnesie, aber das ist der Wähler bereits gewohnt, wenn es um die Einlösung von Wahlversprechen geht.

Nichtsdestoweniger verlautet aus der Bundetagsverwaltung, es seien bei diesen vertraulichen Runden aber keine Gewinne entstanden. Na sowas…! Ich kanns mir nicht verkneifen, aber diese Chose erinnert mich an die berühmten Kamin-Abende vor 7 Jahren, die man eindeutig als illegale Parteienfinanzierungen entlarvt hat. Die Agentur NWMD erklärte jedenfalls heute, die Behauptung des ZDF, dass Treffen mit SPD-Ministern, Staatssekretären und Parteifunktionären gebucht werden könnten, unterstelle eine besondere Exklusivität. Die Zahl der Teilnehmer liege bei bis zu 20 Personen. Ah ja! Also doch Gruppenbelustigung bei Austern und Kerzenschimmer.

Nun ja, wir wollen fair bleiben, von den 3 bis 7 Tausend Euro fließen schließlich 2/3 an die Puffmutter zurück. Irgendwie muss die Partei sich ja finanzieren, auch wenn man diese Art von Einkommen gerne schamhaft verschweigt. In diesem Gewerbe ist das eben so.

Dass Agenturen Gespräche und Auftritte von Spitzenpolitikern gegen Geld vermitteln, ist in Berlin nicht ungewöhnlich. Justizminister Maas hat laut «Frontal 21» zuletzt im Oktober am «Vorwärts-Gespräch» teilgenommen. Sponsor des Treffens zum Thema «Datenschutz in der digitalen Welt» sei die Bank ING-DiBa gewesen. Wenn das Ganze nicht so ernst wäre, könnte man glauben, man stünde als unbeteiligter Zuschauer vor einem Puff. Bleibt zu hoffen, dass Frau Schwesig sich für den Betrag von 7.000 Euro vom Bankmanager der DIBA nicht auch noch hat ans Höschen fassen lassen müssen.


Dienstag, 22. November 2016

EU Brüssel – der Gotteststaat

Ich wills mal so sagen: Den Euro nimmt niemand mehr ernst, am allerwenigsten die Amerikaner. Ich übrigens auch nicht. Warum? Hinter dem Euro steht kein Staat. Denn immer noch gilt in der Wirtschaftswissenschaft: „one State – one Money“ Und die Politelite? Sie schaut dem kollektiven Wahnsinn zu, wie die Regierungen in einem brennenden Haus versuchen, mit Benzin das Feuer zu bekämpfen.



Das muss man den Eurokraten lassen: Für unser Geld ist ihnen nichts zu teuer. Regierungen und nicht zuletzt auch unsere Beamten tun alles, um sich bei ihren „Sponsoren“ - den braven Mitgliedsbeitragszahlern - noch unbeliebter zu machen, als sie ohnehin schon sind. Nur mit insistierendem Nachfragen erfährt man, was Brüssel-hörige Medien verbissen verschweigen, dass Schulz, Ashton, Barroso, Rompuy & Co. in den nächsten vier Jahren „standesgemäß“ für den schlappen Betrag von 12,6 Millionen Euro per Luxus-Privatjet in der Welt herumfliegen werden, während sie ihren „Untertanen“ raten, schön brav zu sparen.

Der Gottesstaat gehört inzwischen zu der gigantischsten Geldvernichtungsmaschine aller Zeiten und alle machen fleißig mit. Auch deutsche Politiker, die man wegen des hohen Störpotentials im eigenen Land nach Brüssel ausgewiesen hat, plündern die Kassen fleißig, und sehen einer vergoldeten Alimentierung in Form von Pensionen mit Feuereifer entgegen. Immerhin, einige Länder scheinen allmählich zur Vernunft zu kommen. So überlegt man in Italien, Polen, Ungarn, Holland und Frankreich, dem heiligen Gral der empörenden Geldverbrennung den Rücken zu kehren.

Selbst wenn wir keine Euro-Krise hätten und genug Geld für Subventionen und Förderprojekte vorhanden wäre, 12,6 Millionen Reisekosten pro Jahr für insgesamt 5 Regenten ist ein Schlag ins Gesicht steuerpflichtiger Bürger, denn sie zahlen die Rechnung. Es herrscht eine Sorglosigkeit in Brüssel, als hätte man einen unerschöpflichen Fressnapf auf Brüssels Kantinentisch mit der Aufforderung gestellt, dass sich jeder den Magen vollschlagen Kann. Eat as much as you can - das Motto des monetären Gottesstaates.

Es ist für mein Empfinden schon schlimm genug, wie sorglos in den Zeiten von Krisen und drohenden Staatspleiten mit Steuergeldern der Bürger umgegangen wird. Aber es kommt noch dramatischer: Es handelt sich um den 22. Bericht in Folge, der solche Misswirtschaft aufdeckt. Und wenn man sich dann die Argumente der zweiten und dritten Liga anhört – dabei handelt es sich um die alimentierten Spitzenpolitiker, die in ihren Heimatländern nicht mehr gebraucht werden, dann stülpt sich der Magen nach links.

Die Geldausgaben hätte man deshalb nicht so genau im Griff, weil alles so unübersichtlich sei. Oftmals läge es daran, dass die Kriterien und Vorschriften zur Geldverteilung nicht verstanden würden. Grund dafür sei die komplizierte Fassung der europäischen Verordnungen. Ich bin fassungslos. Da verschwinden jedes Jahr aufs Neue Unsummen, weil die Beamten ihre eigenen Richtlinien nicht verstehen, und keiner ändert etwas daran?

Jedes Jahr werden in diesem Moloch tausende von Tonnen Papier vollgeschrieben, Abkommen, Regelungen, Beschlüsse und Empfehlungen auf die Länder verteilt, und nie macht sich einer die Arbeit, diese verständlich zu formulieren. Kein Unternehmen könnte so arbeiten, es würde das erste Geschäftsjahr nicht überstehen. Auf die unangemessene Höhe ihrer Aufwandsentschädigungen angesprochen, entschuldigen sie sich oft genug damit, dass sie in der freien Wirtschaft ja mehr verdienen würden. Das ist falsch! Dort wären die Herrschaften in der Regel arbeitslos - und viele von ihnen Hartz IV-Aspiranten.

Und während in Brüssel Milliarden verschleudert werden, weil sich niemand die Mühe macht, einmal genau hinzuschauen und zu kontrollieren, wohin das schöne Geld des Bürgers fließt, gehen bei uns mittelständische Unternehmen Pleite, weil sie von der Förderpolitik der EU ausgeschlossen sind. England hat alles richtig gemacht, sie sind ausgestiegen. Und wenn es stimmt, was man so liest, geht es dem Inselstaat seit dem Brexit besser als je zu vor, auch wenn einige schlaue Journalisten und Politiker alles tun, um das Gegenteil wahr werden zu lassen.


Montag, 21. November 2016

Das alternativlose Merkelsyndrom

Wie war das doch gleich, als man in der zweiten Reihe CDU-Mitglieder nach der anstehenden Wahl zur Kanzlerschaft befragte? Die Kanzlerschaft mit Frau Merkel ist vorstellbar, ohne sie wird alles nur schlechter. Unter den Blinden ist der Einäugige König, so lautet ein altes Sprichwort, was ja nichts anderes heißt, dass verglichen mit etwas Schlechtem das Mittelmäßige gut erscheint. Und genau diesen Zustand vermitteln die Herrschaften auf der Regierungsbank. Mittelmäßigkeit gepaart mit maximaler Allmachtsattitüde.



Die alternativlose Kanzlerin hat beschlossen, sich für die Wahlperiode 2017 bis 2021 der Wahl zu stellen. Und unter den Ministern mit Regierungsverantwortung gibt’s niemanden, der sich aus dem Loch traut? Welch eine traurige Bilanz, die der Wähler ziehen muss, wenn er daran denkt, wem er einst seine Stimme gegeben hat. Und wenn er sich heute in der politischen Landschaft umschaut, was sieht er dann?

Auf diesem Niveau soll es nun weitergehen. Lösungs-, Sach-, und Inhaltsorientiert. Besonderen Wert wird dabei auf die Nachhaltigkeit gelegt, und das mit höchst möglichen Dilettantismus. Nachhaltig – auch so ein abgegriffener und ziemlich dämlicher Terminus, der von jedem x-beliebigen Schwätzer der Politik und der Wirtschaft in den Ring geworfen wird und als "Qualitätsmerkmal" für alles herhalten muss, um irgendetwas seriös und dauerhaft erscheinen zu lassen. Nachdem dieser Begriff in Zusammenhang mit der politischen Arbeit auch aus dem Munde unserer Kanzlerin schwurbelt, können wir davon ausgehen, dass uns das Bisherige dauerhaft erhalten bleibt – nämlich als nachhaltige Platitüden mit marginalem Inhalt.

Schon jetzt werden wir Wähler auf die großen Herausforderungen und anstehenden Aufgaben eingestimmt, die unsere neu zu wählenden Poltigrößen zu bewältigen gedenken. Man will in Zukunft Probleme besser kommunizieren, härter an Lösungen arbeiten, sich den besonderen Schwierigkeiten stellen. Schließlich sei sie noch kein halbtotes Wrack. Mir graut davor, wenn sie ihre Ankündigung wahrmacht.

Dennoch, der Bürger darf hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, sofern er Frau Merkel - die Unentbehrliche, erneut wählt. Dann wird wieder mit ganzer Kraft durchregiert und so mancher wird sein blaues Wunder erleben. Vor allem dann, wenn von den diffusen und unqualifizierten Wahlversprechen so gut wie nichts außer unseren alimentierten Flüchtlingen übrigbleibt.

Ich bin auch das Volk, so unsere Kanzlerin bei Anne Will und spricht im Interview davon, dass sie sich beispielsweise Fragen stellen möchte, wie der Bürger hierzulande leichter Wohneigentum erwerben kann. Wie sie das Flüchtlingsproblem wieder in den Griff bekommen oder der zukünftigen Verarmung der Gesellschaft begegnen will, darauf geht sie nicht ein. Entlarvender konnte dieses Interview nicht sein, zeigt doch diese Einlassung, dass sie in einer völlig anderen, abgehobenen Welt schwebt. Die Mehrheit der Wähler in unserem Lande dürfte froh sein, wenn sie die Miete für die Wohnung am Monatsende aufbringen oder mit ihrer Rente in den letzten 5 Tagen des Monats über die Runden kommen.

Um die neuralgischen Themen wie Sozialsysteme, Renten, Arbeitsperspektiven oder gar Sicherheit und Stabilität wird herumgeeiert, herumgefloskelt und der Wähler mit Allgemeinplätzen bombardiert, wohl wissend, dass weit und breit niemand zu finden ist, der diese Herausforderungen kompetent, weitsichtig und „nachhaltig“ bewältigen könnte. Ehrlich gesagt, mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Mittelmäßigkeit fröhliche Urständ feiert.


Freitag, 11. November 2016

The Trumpmania

Welch ein Auftrieb…! Ob Markus, der Halbseidene, Anne, die niemand will, oder Maybritt, die Superschlaue, ob nun Panorama, Aspekte oder Monitor, die heutigen TV-Inquisitionen heißen Talkshows. Sie sind die Bühnen der überflüssigen Geschwätzigkeit auf dem Markt der Beliebigkeiten. Zwar war in den Talkshows schon längst alles gesagt, aber noch lange nicht von jedem. Doch gab es endlich die einmalige Chance - seit zwei Tagen darf jeder mal, weil die üblichen Kanaillen nicht verfügbar sind.





Die Präsidentschaftswahlen in den USA haben eine wahre Trumpmania ausgelöst. Wie Schmeißfliegen, die bekanntlich auf jedem Scheißhaufen sitzen, hat sich die gesamte Medienlandschaft mit der Wiedergutmachungs-Attitüde auf den unvermuteten Wahlsieger geworfen. Der rechte Wähler - in den USA "white trash" genannt, hat sich überraschenderweise durchgesetzt. Wir in Deutschland sind da schon viel weiter, den "white trash" kennen wir schon seit Jahren. Er sitzt allabendlich in unseren beliebten Talkshows.

Schockstarre allenthalben. Etwa weil alle Demoskopen, Wahrsager und Insider völlig danebengelegen haben? Nein! Schockstarre, weil unseren weitsichtigen Politikern plötzlich klar wurde, mit welchen Attributen sie den zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten belegt hatten und mit welchen Beleidigungen sie öffentlich hausieren gegangen waren. Ich wills mal so sagen, ich mag den Kerl auch nicht, aber meine Meinung wird kaum politische Nachteile auslösen.

Alles hatte sich auf Clinton eingeschossen und man hatte es sich mental schon mal bequem gemacht. Und von einer auf die andere Stunde war alles anders. Jetzt galt es, auf die Sensation schnell zu reagieren. Ganz gleich, ob Nachrichtensender, Polit-Magazine oder Talkveranstaltungen, dem Fernsehvolk musste jetzt haarklein erklärt werden, wie dieses Unglück passieren konnte. Alles, was an Meinungsbildnern herhalten könnte und auch greifbar war, wurde in die Arena der Eitelkeiten getrieben. Psychologen, Kabarettisten, Politik-Experten, Sänger, Soziologen, Fußballer und Insider wurde vor die Kamera gezerrt, um das Phänomen Trump zu filetieren. Selbst der Papst musste herhalten, freilich in Vertretung durch das Maschinengewehr Gottes Andreas Englisch. Aber der darf das.

Auffällig dabei…, die erste Garde unserer Politikelite, die gewöhnlich die Sender als willfährige Hure nutzen, geben sich, von ein paar blöden Ausrutschern einmal abgesehen, auch jetzt noch erstaunlich schmallippig. Kaum einer dieser mediengeilen Phrasendrescher traut sich aus seinem Loch. Einzig Frau Merkel, der inneren Not gehorchend, erging sich in Empfehlungen, wie sich der ungehobelte Bauer aus den USA im Politikgeschehen zu benehmen hat. Auf der Basis Demokratie, Respekt und Freiheit. Dabei übertrumpften sich noch vor wenigen Tagen gegenseitig die Trump-Beleidiger, deren verbalen Ausfälle locker als Schimpfwort-Hitliste ein Bestseller auf dem Buchmarkt hätte werden können.

Nun ja, wenn an Stammtischen in Bayern Mr. Trump als Arschloch bezeichnet wird, dürfte ihn das kaum interessieren. Wenn sich allerdings „gestandene Politiker“ nicht so lange diplomatisch zurückhalten können, bis eine Entscheidung dieser Tragweite gefallen ist, da darf man dann schon mal die Frage stellen: Wenn Siggi der Dicke oder Steinmeier der Faltenfreie Donald Trump als Supergau bezeichnen und ihn als Hassprediger und Rassisten beschimpfen, auf welche Stufe darf man dann unsere peinlichen Politiker stellen?

Mittwoch, 9. November 2016

Trump - des amerikanischen Pudels Kern

Ja, ja, möchte man mit sarkastischem Unterton sagen, die Überzeugungen der Prognostiker, Wahrsager, der Allwissenden und besonders Schlauen sind nicht aufgegangen. Der Wunsch ist der Vater des Gedankens, so sagt man gewöhnlich. Doch wenn Wünsche zu Überzeugungen mutieren und das Undenkbare plötzlich Realität wird, kann das Zurückrudern sehr hohe Wellen schlagen.



Die politischen Ruderschläge erfolgen gerade dermaßen geräuschlos, dass einem Angst und Bange werden kann. Die opportunistische Polit-Elite in Deutschland, mit ihrer blauäugigen „Welcome-Kultur“, mit ihrem Allmachtsgehabe und ihrer weit verbreiteten Attitüde der Besserwisserei, sie wurde nun auf dem falschen Fuß erwischt. Trump, der Rassist, der Prolet, der Supermacho und Geschäftemacher hat die Wahl scheinbar spektakulär gewonnen. Warum? Weil er mit einzigartigem Instinkt erkannt hat, was dem Bürger stinkt.

Seine einfachen, wie unterirdischen Formeln haben gegriffen. „Ich baue eine Mauer an der mexikanischen Grenze.“ „Moslems haben in unserem Land nichts zu suchen.“ „Ich sorge für Arbeit und sichere Löhne.“ „America First“! Wehe, in Deutschland käme jemand auf die Idee, die erste Strophe des Deutschlandliedes zu trällern, weil er stolz auf sein Land sein will. Er liefe Gefahr, verhaftet zu werden. Bereits der leiseste Anflug von deutschem Nationalstolz wird mit einem Aufschrei der Entrüstung verbal niedergeknüppelt.

Ich höre sie schon aufschreien, die gut erzogenen und angepassten Leser. Jene Pseudo-Linken, jene mit ihren indoktrinierten Schuldgefühlen, jene scheinheiligen Überhumanisten, die nur allzu gerne jedem Nationalstolz mit schuldbeladener Miene die Gräueltaten des zweiten Weltkrieges zitieren und ihre Generalschuld wie eine Monstranz vor sich hertragen, wenngleich sie erst 10, 20 oder gar 30 Jahre später geboren wurden, sie wissen oft genug nicht, worüber sie eigentlich reden. Nun werden sie mich als rechten Nazi beschimpfen. Und jenen sage ich: Jeder Mutter ist das eigene Kind das Wichtigste im Leben. Und natürlich sorgt jeder Vater erst einmal seine eigene Familie, bevor er an den Nachbar denkt. Das gleiche erwartet auch das Volk von seinen Regenten, das Wohl der eigenen Bürger vornan zu stellen, denn ich frage mich: An welcher Stelle kommt eigentlich Deutschland? Wir verfügen über eine gesunde Industrie, eine starke Wirtschaft, über eine solide Bildungslandschaft. Und wenn wir uns schon als Vorbild für viele andere Nationen sehen, weshalb traut sich dann niemand zu sagen: Deutschland zuerst?

Trump hat in der Schlammschlacht genau jene Vokabeln hinausgebrüllt, wie wir sie auch von der AFD gehört haben, und die unsere etablierten Parteien mit Entrüstung, ja, mit aggressiver Verdammung, Verhöhnung und Ächtung stigmatisiert haben. Mit der gleichen und logischen Konsequenz haben diese grünen, roten und schwarzen Schreihälse Trump und seine Wahlhelfer bombardiert, in enger Zusammenarbeit mit unseren Medien, versteht sich. Immerhin war sich bis gestern jeder Experte, jeder noch so dümmliche Moderator und jede Zeitungshure sicher, dass es Frau Clinton schon richten wird.

Und jetzt? Jetzt haben sie Trump und die Eliten hierzulande ducken sich ängstlich weg, weil sie eine gefährliche Brandung erwarten, die demnächst unseren Kontinent überrollen könnte. Jetzt kriechen Politiker jeder Couleur mehr kleinlaut als selbstbewusst aus ihren gemütlichen Parteilöchern und finden mit zusammengebissenen Zähnen versöhnliche Formulierungen. Schließlich gilt es zu retten, was zu retten ist. Hoffentlich wissen diese ach so selbstverliebten Politschleimer auch, was sie retten wollen?

Was war des Pudels wahrer Kern in der Aussage der Trump-Wähler? Es war eine Protestwahl. Der gemeine Bürger hatte die Schnauze endgültig voll vom politischen Establishment an der Ostküste. Und wenn die sich selbst beweihräuchernden Mitglieder unseres Bundestages in Berlin mitsamt unseren politischen Berufsduckmäusern an der Front ein einziges Mal ein interessiertes Auge auf die Gefühlslage und Verfassung breiter Bevölkerungsschichten geworfen hätte, würden sie möglicherweise erkannt haben: Auch hierzulande haben die Bürger die Schnauze voll von Politikern, die nicht ans Gemeinwohl denken, sondern vorwiegend an das Eigene.

Zugegeben, ich bin kein Trump-Anhänger, dafür ist er mir zu schlicht im Gemüt, doch Berlin sollte nicht unterschätzen, wie viele brave Bürger auf ihren heimischen Sofas sitzen und bis jetzt geschwiegen haben. Noch säubern sie lieber den Rasen im Vorgarten und beschneiden die Sträucher. Trump und sein Wahlsieg könnten schwerwiegende Folgen in Deutschland haben, wenn jene Kleingärtner den Besen wieder in die Garage zurückstellen und aufwachen.

Mit großen Interesse sehe ich den nächsten Wahlen entgegen. Ob sich unsere Demoskopen vielleicht auch irren werden?


Mittwoch, 2. November 2016

Die billigen Irrungen der Alice Schwarzer

„Wir waren alle naiv“, so die Headline von Ciceros Interview mit Alice Schwarzer, die mit Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke über die Grenzöffnung für die Flüchtlinge schwadronierte. Ich kann mich nicht an einen einzigen Augenblick erinnern, mit Freuden und Begeisterung Frau Merkels Einladung an halb Afrika goutiert zu haben. Noch weniger habe ich diesen verantwortungslosen Kanzler-Blackout für eine staatstragend-humanitäre Entscheidung gehalten.



Auf meine Kritik im „Scharfblick“ hin wurde ich als Rassist und Menschenverachter beschimpft und bedroht. Bis heute kann man Denkverbote spüren, wenngleich die Claqueure von damals inzwischen verstummt sind und sich schamhaft verstecken. Noch vor wenigen Wochen war es ein Tabu, die Realitäten zu benennen, und in manchen TV-Sendern tut man noch heute so, als sei es moralisch verwerflich, ganz genau hinzusehen, wer da nach Deutschland hineindrängt.   

Frau Schwarzer will heute mit dem verallgemeinernden Satz „wir waren naiv“, ihr eigenes Geschwätz vor 12 Monaten bagatellisieren und sich mit ihrer pseudo-intellektuellen Rückwärtsbetrachtung aufwerten und wichtig machen. Bei allem Respekt, werte Frau Schwarzer, diese Abkehr von ihrer eigenen früheren Meinung ist mir nicht nur zu billig, sie ist eine anmaßende Frechheit. Viele Bürger, die damals rechtzeitig ihr Hirn benutzten (Sie gehörten damals nicht dazu) und die Folgen dieses gesellschaftspolitischen Wahnsinns von Beginn an befürchteten, wurden auch von Ihnen diffamiert und als Rassisten verurteilt.

Es macht die Sache nicht besser, wenn sie heute mit einem Bericht aus Algerien und mit scheinheiligen Erklärungsversuchen daherkommen. Wie schlug es Ihnen dort aus algerischen Kollegenmündern entgegen? „Seid ihr eigentlich verrückt geworden, die alle zu nehmen? Wir kennen diesem Abschaum. Die standen schon bei uns an den Ecken und dealten. Wir sind froh, dass sie weg sind.“

Spät, sehr spät haben Sie begriffen, dass es im Islam nicht um Glaubens- sondern um Machtfragen geht, auch wenn unsere Kanzlerin verkündete: „Wenn uns etwas am Islam nicht passt, dann müssen wir eben mehr in die Kirche gehen und so gegenhalten.“ Spät, wahrscheinlich zu spät haben Sie – Frau Schwarzer -, begreifen wollen, dass auch die Übergriffe auf Frauen eine reine Macht- und Unterwerfungsfrage ist. Ich weiß nicht, ob Sie dem Rat von Frau Merkel folgen, sich eine Flöte anschaffen und ein paar Weihnachtslieder singen. Schauen Sie danach mal aus Ihrem Fenster, Sie werden sehen, unsere „Freunde“ islamischen Glaubens sind immer noch da.


Wie sagt der alte Römer so richtig: errare humanum est, sed in errorem perseverare diabolicum (irren ist menschlich, aber im Irrtum verharren teuflisch). Ich kann nur hoffen, dass wir es in Regierungskreisen nicht mit einer Teufelei sondern nur mit grassierender Dummheit zu tun haben. Ob die besser ist, wage ich nicht zu beurteilen.

Dienstag, 1. November 2016

In Ankara ist der Teufel los

Wieder hat die osmanische Staatsmacht, besser gesagt, Herr Erdogan mit seinen Schergen zugeschlagen. Hunderte Journalisten, einschließlich des Chefredakteurs Cumhuryet wurden bei Nacht und Nebel verhaftet, nachdem 3 Nachrichtenagenturen, 18 Fernsehsender, 23 Radioanstalten, 45 Zeitungen, 15 Magazine und 29 Verlage unter staatliches Kuratel genommen, bzw. bereits geschlossen wurden? Aus Deutschland bis heute kaum eine politische Reaktion. Erst auf die gestrige Nachfrage seitens des ZDF äußert sich Frau Merkel: Die Bundesrepublik macht sich Sorgen um die Pressefreiheit der Türkei.



Da denkt sich der deutsche Bundesbürger: Aha! Wie geht das? Sich Sorgen machen um etwas, das es in der Türkei gar nicht mehr gibt? Der normal gestrickte deutsche Demokrat würde jetzt annehmen, dass nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa mit ihrer geballten Ohnmacht dem Teppichhändler aus Ankara die Leviten liest und ein klares Signal setzt. Allen Grund dazu hätten sie, denn die Zahlen der Verhaftungen und aus dem Dienst Suspendierten sprechen für sich. Doch weder Berlin noch in Brüssel oder anderswo rührt sich jemand. Und wenn, dann höchstens ganz, ganz leise.

Bar jeder Emotion und intellektueller Deutung von Demokratie, verfolgt Frau Merkel ihre eigene Sicht der Dinge, weicht konkreten Fragen aus. Psychologen würden konstatieren: Dieser Dame fehlt jede soziale Kompetenz, vor allem für klare kante. Merkels vorgefertigten Stereotypen, die in den Synapsen des Kanzlerinnenhirn sitzen und aufs Stichwort heruntergenudelt werden, rieseln wie leere Erdnuss-Schalen auf Journalisten und Bürger hernieder.

Man müsse im Falle der Einführung der Todesstrafe alle EU-Beitrittsverhandlungen stoppen. Diese brutale Erpressung seitens deutscher Politiker wird den wild gewordenen Türken zutiefst erschüttern. Man braucht als Bürger und Nerven und Langmut, wenn man das automatisierte Sprach-Gestammel unserer Kanzlerin unbeschadet überstehen will. Da hilft nur noch Weihnachtlieder singen, Blockflöte spielen und der Gefahr aus dem osmanischen Reich tapfer ins Tyrannengesicht zu blicken.

Wer sich, wie Merkel, am Rande grammatikalischer Hilflosigkeit entlang hangelt, um sein Volk mit inhaltslosen Metaphern und mit nichtssagenden Worthülsen einzusalben, darf man getrost unterstellen, dass sie auch nicht begreift, was sie allem auf der großen politischen Bühne anrichtet. Der linkisch-hilflose Ductus von Angela Merkel ist allgegenwärtig, seelenlos überdies.

Ja, da kann man sich schon mal Sorgen machen, wenn im Land des Kümmels und der Teppichhändler plötzlich verkündet wird, nun die Einführung der Todesstrafe mit Hochdruck voranzutreiben. Ja, ja, das waren noch Zeiten, als das Ausstellen von Haftbefehlen, Durchsuchungsbeschlüssen oder Abhörgenehmigungen in einem Rechtsstaat, wie sich die Türkei nennt, alleine Richtern bzw. Staatsanwälten vorbehalten war. Nicht von ungefähr bedeutet der Terminus „türken“ im deutschen Sprachgebrauch „betrügen, fälschen oder fingern“.

Welche Konsequenzen also wird Kanzlerin Merkel nun ziehen? Was will sie tun, wenn dieser wildgewordene Despot jäh vergisst, dass er gerade 3 Milliarden Euro aus Deutschland erhalten hat, um sie bei dem Flüchtlingsproblem zu unterstützen?  Ich wills mal so sagen: Wenn eine westliche Regierung mit der Türkei einen Vertrag abschließt, von der sie der Meinung ist, dass er eingehalten würde, dann zeugt das von erstaunlichem Gottvertrauen. Der Türke ist durch seinen jahrhundertelangen Teppichhandel in Basars von Istanbul, Izmir oder Antalya außerordentlich gut trainiert, dem mit Sitten und Gebräuchen unvertrauten Kunden das Fell über die Ohren zu ziehen.


Ich bin sicher, unsere Kanzlerin hat bereits einen geheimen Plan „B“. Ab sofort dürfen türkische Teppiche nicht mehr eingeführt werden. Und wenn das nichts nutzt, wird Frau Merkel zum Äußersten greifen und diesem Despoten androhen, sämtliche deutsche Rentner nach Antalya zu deportieren. Die sind bei uns ohnehin nur eine Belastung. Unsere Versorgungskassen sind leer und der herkömmliche Rentner hat nur noch in Ländern wie der Türkei eine realistische Chance, einigermaßen in Würde zu altern. Die Mieten und Lebenshaltungskosten sollen dort noch günstig sein, wie man hört. Da wird der Türke schon sehen, was er davon hat und Politkerbezüge können wieder leichter finanziert werden.