Dienstag, 20. Dezember 2016

Stille Nacht – Terrornacht

Was man längst befürchtete, ist nun eingetreten. Ein Weihnachtsmarkt in Berlin ist Schauplatz eines grausamen Anschlages geworden. Die Vorgehensweise des Anschlages erinnert in fürchterlicher Weise an den LKW-Anschlag in Nizza. Immerhin muss man unseren Rettungs- und Sicherheitskräften ein Kompliment machen. Deren Einsatz war von Schnelligkeit, Besonnenheit und routinierter Hilfe geprägt, - das positive Gegenteil von Köln. Und dennoch, der Weihnachtszauber ist zum Alptraum geworden.



Allerdings erwartet der Bürger, dass bei einem solch schweren Terrorakt, wie er in Deutschland noch nie zuvor geschehen ist, sich eine Kanzlerin schnellstmöglich zu Wort meldet, sich offensiv, klar und entschieden äußert. Frau Merkel "lässt ausrichten" und ihren Regierungssprecher, wie ein Schaf seine standardisierte Betroffenheits-Floskel in die Welt hinausblöken. Ein paar Worte der Anteilnahme - sofort nach dem blutigen Desaster -, hätten viel bewirken können, ohne dass sie sich dabei zu weit aus dem Fenster lehnt. Stattdessen verschanzt sich unsere Kanzlerin mitsamt ihrer hochbezahlten Gurkentruppe und hüllt sich in Schweigen. Ja, stille Nacht, Terrornacht! Man kann die Panik riechen, die sich nun im Kanzleramt breitmacht. Die Mehrheit bei den kommenden Wahlen steht auf dem Spiel – das hat man jetzt wohl endgültig begriffen.

Gleich nach dieser Tragödie meldet sich der unvermeidliche Ralf Stegner (SPD) zu Wort. „Habe immer noch Hoffnung, dass es eine Unfalltragödie war und kein Terroranschlag“. Nein, Herr Stegner, der Mann hat sich nur versehentlich verfahren. Spielt der Kerl den Naiven oder ist er nur verblödet? Nun ja, wenigstens haben Mister Trump und Monsieur Hollande ersatzweise für unsere politische Führung das Wort ergriffen und sofort reagiert. Zynismus? Nein! Realität!

Zwölf Tote und nahezu 50 Verletzte sind zu beklagen, weil sich ein syrischer oder pakistanischer Einzeltäter in einer Flüchtlingsunterkunft entschlossen hat, Berlin mit einem Vierzigtonner aufzumischen. Ein Täter, der über die Balkanroute vor einem Jahr in unser Land eingereist ist und, wie man aus internen Sicherheitskreisen erfahren hat, bereits schon als Straftäter bekannt war. Wieder einmal. Wie sich doch die Dinge wiederholen, ohne dass die Politik auch nur ansatzweise daraus lernt. Schlimmer noch – man duckt sich weg.

Relativierer und Sozialromantiker mögen schweigen, denn sie sind die Steigbügelhalter für diese irrsinnigen Taten und nicht etwa die humanistischen Beschützer Deutschlands. Es geht nicht mehr darum, Fehler in der Flüchtlingspolitik einzuräumen. Nun geht es um viel mehr. Mitleid, Betroffenheitsfloskeln, Schweigeminuten, Warnungen vor Generalverdacht, Verurteilung der Mordtaten und Polizisten mit Maschinenpistolen - all das reicht schon lange nicht mehr aus. Ich will an den Taten der Politik ablesen können, dass sich etwas in unserem Land zum Guten wendet. Dieser Anschlag wird Deutschland verändern. Gesellschaftlich und auch politisch.