Mittwoch, 28. Dezember 2016

Prosit Neujahr - Perspektiven für ein satirisches 2017

Vor nicht allzu langer Zeit war eine Epidemie grenzenloser Liebe ausgebrochen. Frau Merkel, die Mutter aller Armen und Hilfsbedürftigen hatte die Grenzen geöffnet. Von Stund an hörten wir Tag für Tag von muslimischen Flüchtlingen, von traumatisierten, mittellosen Migranten mit Smartphones, Adidas-Turnschuhen und entsorgten Dokumenten, die auf ihrer Reise über fünf Grenzen endlich das gelobte Merkel-Land erreichten. Immerhin sollten hier angeblich auch für Muslime Milch und Honig fließen.



In Deutschland angekommen profilierten sie sich - allerdings ein wenig sexuell frustriert, als zumeist hochqualifizierte Arbeitskräfte. Auf Großbahnhöfen frenetisch gefeiert, wurden die Ankömmlinge als Glücksfall für unser Bruttosozialprodukt bezeichnet und mit Verve und medialem Engagement der heimischen Industrie angeboten. Und damit das alles auch gut klappt, hat unsere Regierung eine schlagkräftige Werbekampagne in allen medialen Unternehmen angeordnet. Von nun an wurde der Bürger nach allen Regeln journalistischer Kompetenz beglückt.

In schöner Regelmäßigkeit werden uns in allen TV-Sendern Vorzeige-Flüchtlinge präsentiert, denen man als Grundausstattung für schnelle Eingliederung Blockflöten zur Verfügung stellt. Deutsches Liedgut, unterm Tannenbaum melodisch geblasen, als fördernde Maßnahme und als Ausdruck neuer Heimatverbundenheit. Tagein, tagaus Integrationsprogramme, die uns allen eine mehr oder weniger heile Flüchtlingswelt offerieren.

Wir sehen sozial engagierte Familien, die mit sanfter Stimme und zügelloser Hartnäckigkeit glückliche Sozialschmarotzer aus Marokko oder Afghanistan liebevoll - mit ambitionierter Fürsorge zur Schau stellen -, und sich in schulbuchmäßigen Migrationserfolgen sonnen. Solche Phänomene zähnefletschenden Widerstandes kennt man eigentlich nur bei überzeugten Veganern, die mit militanter Missionarsarbeit ihr Gemüse verteidigen. Allerdings wäre es vorausschauend, die Töchter des Hauses während der Zeit der zugegebenermaßen schwierigen Anpassung einzusperren. Schließlich schließt man um 22 Uhr auch die Haustür ab - denn Gelegenheit macht bekanntlich Diebe...

TV-Sender übertrafen sich besonders zur Weihnachtszeit gegenseitig mit Paradebeispielen erfolgreicher Eingliederung. Das allgegenwärtige Motto: „Wer hat den am besten umerzogenen Flüchtling!“ Ja, die Perspektiven für 2017 sind nicht die Schlechtesten, auch wenn manche Moderatoren seit Neuestem meinen: das könnte auch ins Auge gehen, auch wenn man sich redlich bemüht, dem Afghanen Schulungen in bayerischer oder sächsischer Mundart zur besseren Verständigung angedeihen lässt.

Flüchtlinge dienen zur Volkstherapie oder besser gesagt zur Erfüllung göttlicher Missionierung. Engagement und Einsatz auf der Domplatte, das hat was, auch wenn ein paar hundert schwer bewaffnete Polizisten mehr benötigt werden. Flüchtlingshelfer haben unter Polizeischutz endlich eine realistische Chance, in der Silvesternacht ihre braungebrannten Gäste unsere Rituale nahe zu bringen. Sollten sie ihre polizeibekannten Zöglinge und Mehrfachtäter davon abhalten, Frauen in den Schritt zu greifen, winken hohe soziale Anerkennung und Reputation. Helfer steigen in der Hierarchie sozial erwünschten Karriere-Verhaltens bis zur höchsten Sprosse humanitärer Anerkennung auf. Den Rettern aller Muselmanen wird der Status der Unantastbarkeit zuteil, ein schönes Privileg, mit dem sie jeden Normaldenkenden als Rassisten oder Scheiß-Nazi bezeichnen dürfen. Wir sollten uns an jenen blauäugigen Berufs-Samaritern ein Beispiel nehmen.

Zugegeben, ab und zu überfallen unsere Gäste trotzdem ein paar Leute auf der Straße, fackeln den einen oder anderen Obdachlosen ab oder vergewaltigen Studentinnen beim Frühsport. Einzelfälle, wie man weiß, weil ein einzelner Migrant beispielsweise nicht gleichzeitig in vier verschiedenen Einkaufszentren auf Kunden schießen kann. Das geht nur hintereinander und setzt hohe Mobilität voraus. Das ist auch der Grund, weshalb das Sozialamt diesen Leuten die Fahrtkosten für Busse und Bahnen subventioniert. Und nur deswegen konnte es passieren, dass unser Berliner Terrorist bis nach Italien fliehen konnte und dort erschossen wurde. Nun ja, die Italiener, die dürfen das. Dennoch sollten wir nicht den Mut verlieren. Das neue Jahr 2017 wird sicher besser, zumal die Hoffnung unserer Gäste zuletzt stirbt.