Sonntag, 30. Juli 2017

Konstanz - die Kette des Wahnsinns reißt nicht ab

Supermarkt in Hamburg, Einkaufszentrum in München, jetzt eine Diskothek in Konstanz. Gerade hat man einen schweren Anschlag in Australien auf einen Passagier-Jet vereitelt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo in unserer zivilisierten Gesellschaft ein wild gewordener Moslem glaubt, jemanden umbringen zu müssen. Welch ein Glück, in Konstanz hat die Polizei den 35-jährigen Drecksack aus dem Irak erschossen, der zuvor in einer Diskothek in Konstanz mit einer Langwaffe um sich geballert, einen Menschen getötet und viele schwer verletzt hat.




Die Kette des Wahnsinns reißt nicht ab. Und der Täter? Wieder einmal ein moralisch unterentwickelter Muslim mit Hang zum Blutrausch, weil es ihm in Deutschland nicht gefallen hat. Kann aber auch sein, dass er zur Knarre gegriffen hat, weil ihm die Hose zu eng war. Warum, weshalb, weswegen ist inzwischen letztendlich völlig wurscht. Jedenfalls, diesen Iraker hat die Polizei schon lange gekannt, wie auch zuvor den Irren im Hamburger Supermarkt. Und wieder hören wir: Man kann ein Attentat nicht ausschließen.

Man möchte nur noch kotzen. Während alle einschlägigen Kriminalitätsstatistiken verehrende Zuwächse ausweisen, die Kleinkriminalität aus dem muslimischen Milieu den deutschen Alltag bestimmt und die Polizei den Gewalttaten in unseren Großstädten kaum noch Herr wird, beschäftigen sich unsere Polit-Nullen lieber mit Wählerstimmen und Prozentzahlen, gegenseitigen Schuldzuweisungen und verschweigen unter Aufbietung maximaler Energie die eigenen Fehler. Da kann schon mal das Gefühl aufkommen, diese politischen Neanderthaler nicht nur abzusetzen.

Doch das ist nicht die eigentliche Krux. Wie pervertiert unser politisches System ist, sei mit dem folgenden Beispiel untermauert: Jede Salatgurke, jede Tomate und Banane muss geprüft, zertifiziert und zugelassen sein, bevor sie bei LIDL, ALDI oder REWE dem Kunden angeboten werden darf. Nicht so bei unseren Gästen vom afrikanischen Kontinent. Immer noch werden solche Verbrecher, die Merkel & Co. ins Land geholt haben, uns von Funke, Presse und TV-Moderatoren als verzweifelte Amokläufer, verwirrte Einzeltäter, oder psychisch labile Neurotiker verkauft. Man nennt das Übel einfach nicht beim Namen, und bezeichnet sie nicht als das, was sie wirklich sind. Islamisten oder radikale Terroristen, fundamentalistische Fanatiker, muslimische Parasiten, die unsere Sozialkassen ausplündern und bei uns Blut, Leid und Wut hinterlassen.


Die Politik hat, wie schon so oft, mit einem terminologischen Kunstgriff den semantischen Drahtseilakt geschafft, bittere und unerträgliche Wahrheiten mit einem sozialkritischen Mäntelchen zu bedecken. Während viele Bürger schon seit mehr als einem Jahr die Nase voll haben, ist unsere Polit-Elite erst jetzt aus dem Dornröschenschlaf wachgerüttelt worden. Kein Wunder. Die Wahlen stehen vor der Tür.

Verfolgen wir die Nachrichten im Fernsehen, haben wir es bei Attentaten dieser Art immer noch mit geistig verwirrten Personen zu tun, mit posttraumatischen Störungen, und nicht etwa mit dem Islam und schon gar nicht mit Flüchtlingen, obwohl jedem TV-Konsumenten beim nächsten Vorfall dieser Art als erstes einfällt: Ein Moslem – wieder einmal! Wenn jemand mit einer Pistole durch ein Einkaufszentrum rennt und Leute über den Haufen schießt, oder ein Attentäter in der Bahn mit der Axt Passagiere angreift, dann werden diese Massaker von den Medien reflexartig als Einzeltat eines Menschen mit psychischen Problemen kommentiert, der mit dem Leben nicht mehr klargekommen ist. Bedauerliche Einzelfälle, wie man inzwischen weiß, während deren Opfer heute nicht einmal mehr einer Lichterkette wie in Brüssel und Frankreich bedürfen. Ist das unser neuer Alltag?

Rassisten sind immer noch die Anderen, jene, die laut aussprechen, dass die Blutbäder in Deutschland, Frankreich, Belgien, England oder Spanien von Menschen angerichtet wurden, die eindeutig dem muslimischen Glauben angehören und entweder mit radikalen Motiven oder pervertiertem Gedankengut metzelnd ihre Umwelt in Angst und Schrecken versetzen. Man redet nur mit zusammengepressten Lippen über Terror, benutzt vorzugsweise „beschwichtigende“ Begriffe wie Amok, ganz so, als sei das Ergebnis nicht ganz so schlimm und die Leichen bedauernswerte Opfer eines depressiven Patienten der Münchner oder Konstanzer Psychiatrie.



Bezeichnend allerdings ist, dass jeder, der mit markigem Vokabular seinen Unmut über die Verhältnisse äußert, von manischen Humanismus-Neurotikern mit Hass und Beleidigungen überzogen wird. Ich sage es ganz offen: Dem Bürger ist es scheißegal, welche Psychose oder Neurose ein muslimischer Einzeltäter hat, ob er unter Paranoia, unter einer Profilneurose oder unter wahnhaften Störungen leidet, es wäre ihm allemal lieber, dass er seine „Krankheit“ in seiner Heimat auslebt und nicht ausgerechnet bei uns.

Die gerade erlebten, kriminellen Auswüchse sind die zwangsläufigen Folgen einer völlig falsch verstandenen Toleranz, unbeschreiblicher Naivität und bemerkenswerter Dummheit. Und jene, die mit ihrer einfältigen Willkommenskultur auf Bahnhöfen und Grenzpunkten frenetisch Beifall klatschten, haben sich längst in ihre Löcher verkrochen und wollen heute nicht dabei gewesen sein. Und was ist mit unseren Medien? Der Kirche? Unseren Politikern – allen voran unsere Kanzlerin? Sie lavieren sich um die Wahrheiten als stünden sie auf hochexplosiven Tretminen.

In völliger Verkennung einer sich abzeichnenden Entwicklung stellen sie unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat leichtfertig in Frage, lassen zu, dass unsere gesellschaftlichen Werte, unsere Gleichberechtigung, unsere Freiheit, die Sicherheit der Frauen und Mädchen mit Füßen getreten werden und die Polizei schaut zu. Das Ganze gipfelt darin, dass man bekannte „Gefährder“ nur deshalb noch nicht in ein Flugzeug gesetzt hat, weil bislang die Papiere fehlten. Nun ja, man könnte sie ja auch so lange in eigens dafür errichtete Lager unterbringen, bis man die Dinge geklärt hat. Fazit: Polizei überfordert, Staatsanwälte und Richter überlastet, Behörden unfähig. Klare Gesetze für Abschiebungen oder ordnende Maßnahmen: Fehlanzeige. Offen gestanden, das ungarische Modell wird mir zunehmend sympathischer.


...wie viele wohl noch nach Europa hineinpassen?

Und was ist mit den Verletzten, den Betroffenen solcher Übergriffe? Es ist auffällig genug, die Opfer haben kein "Gesicht". Und keiner der politischen "Größen" kümmert sich um die Hinterbliebenen, es sei denn, eine Kamera ist in der Nähe. Anonymität schafft eben die gewünschte Distanz zur eignen Verantwortlichkeit. Auf jeder Zigarettenschachtel werden uns die Folgen des Rauchens offeriert. Die Folgen der Terroranschläge erspart man uns. Anonymisierte Fotos der Täter in möglichst freundlichem Umfeld fehlen nicht. Die Opfer der Terroranschläge? Sie haben keine Namen, nicht einmal die aktive Beachtung unserer Regierenden oder gar unserer Medien... - welch ein Armutszeugnis, welch ein verzerrtes Gesellschaftsbild.

Merkel verschwindet still und vor allem stumm in der Versenkung, während Martin in Lampedusa ein Flüchtlingscamp besucht und den Italienern helfen will. Wann endlich stellen sich politisch Verantwortliche auf die Hinterfüße und greifen durch? Wann endlich bekennen sie sich klar und deutlich zu ihren eigenen Bürgern?


Freitag, 28. Juli 2017

Medien und Politik – eine unheilige Allianz

Es ist ja nicht so, als wäre es noch niemandem aufgefallen. Das politisch linkslastige Mainstreamdenken ist nicht etwa die Erfindung des Normalbürgers von heute, sie ist vielmehr das Ergebnis einer politisch angeordneten und lang angelegten Denk-, Sprach- und Informationssäuberung, die in den 60er Jahren zwar ihren Anfang genommen hat, aber seit der Flüchtlingskrise sich sozusagen im perfektionierten Endspurt-Modus befindet.



Haben die Kritiker auf der Straße wirklich unrecht? Ganz sicher nicht! Die Erziehungsbemühungen am „gemeinen Bürgers“ zeichnen sich bei den Print- und TV-Medien durch großes Engagement aus. Aber sie werden auch zunehmend schwieriger und aufwändiger. Wenn sich heute Journalisten über die Begriffe Lügenpresse, Gesinnungsterroristen oder „Lückenpresse“ echauffieren, ist das für mich nicht mehr, als eine reflexartige Reaktion. Im Brustton der Überzeugung und mit Unschuldsminen verbreiten sie ganz offenkundig geschönte Zahlen, Fakten und Inhalte mit dem Ziel, den Mächtigen dieses Landes nicht ans Bein zu pinkeln. Besonders vor den Wahlen. Der Idiot Bürger hat es hinzunehmen, auch wenn das wie eine Monstranz vor sich hergetragene Motto lautet: "Wir sind der Wahrheit verpflichtet". Ein verdammt strapazierter "Slogan“.

Namentlich die linken Genossen der Journaille, sei es im SPIEGEL, der SZ, der TAZ oder Frankfurter Rundschau, sie fühlen sich mehr und mehr in die Enge getrieben oder gar zu Unrecht angegriffen und diffamiert. Längst spielen auch die so genannten „seriösen“ Sender in Funk und Fernsehen das infame Spiel der Politik und der Industrie mit. Das System funktioniert von oben nach unten. Chefredaktionen oder Studioleitungen sorgen auf Anweisung von ganz oben oder durch „freiwillige Selbstzensur“ dafür, dass zu kritische Berichte gar nicht erst gesendet werden. Sie produzieren mittels „Unterdrückung von Realitäten“, Beschönigungen, Bagatellisierungen, nivellierende Interpretationen und durch Klima der Angst am Arbeitsplatz objektive Bilder. Eines haben diese Einrichtungen gemeinsam. Sie alle behaupten von sich, sie seien neutral, also politisch unabhängig. Ein Blick in die Vorstandsetagen, Intendanzen oder Verlagsleitungen klärt schnell auf. Journalisten sind Befehlsempfänger von starken Interessensgruppen wie Industrie, Parteien oder der Regierung.

Es beißt die Maus keinen Faden ab, was viele Bürger täglich erleben, und was die Mehrheit der Menschen anzweifelt, betrifft fast jedes brisante Thema, mit dem wir heute medial gefüttert oder konfrontiert werden. Ob Flüchtlinge, Dieselfahrzeuge, terroristische Anschläge oder Bankenpleiten, ob politische Verantwortlichkeiten, Klima- oder Sicherheitsfragen, objektive, verlässliche oder fundiert recherchierte Reportagen, Fehlanzeige. Die Übergriffe auf der Kölner Domplatte oder der G20-Gipfel in Hamburg stehen als Paradebeispiel für Desinformation. Politik, Industrie und Medien sind eine unheilige Allianz zu Lasten der Bürger eingegangen. Man könnte auch den Begriff Komplott verwenden, ohne Sorge davor zu haben, völlig daneben zu liegen oder zu pauschalisieren. Und das nicht erst seit vorgestern.

Die fatale Mischung von Selbstprofilierung, „political correctness“ und Selbsterhaltung hat sich in den letzten Jahren in fast allen renommierten Redaktionen massiv etabliert und zu einer Haltung geführt, bei dem sich unsere Medienmacher verpflichtet fühlen, dem Bürger Nachhilfeunterricht in Demokratie zu erteilen. Sie selbst haben ihren willfährigen Geist aus der Flasche gelassen und jetzt, da die Bürger nicht mehr alles hinnehmen, reagieren sie aggressiv demagogisch, belehrend und agitatorisch. Völlig gleichgültig ob es um Flüchtlinge, Kriege, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten oder Wahlen geht, stets wird zu suggestiven Informations-Strategien gegriffen, die den Bürger zu angepasstem Wohlverhalten veranlassen soll. Und wehe, jemand hinterfragt die weich gespülte Pseudo-Moral eines arrivierten Medienvertreters, wehe er schert aus oder äußert seine "eigene" Sicht der Dinge.

Wie pervertiert das System funktioniert, zeigt sich besonders in diesen Tagen, da man in den Verkehrsministerien mit allen Mitteln den Diesel zu retten versucht, der in Wahrheit nicht mehr zu retten ist. Auch nicht mit Software. Nun ja, es geht um Hunderttausende Arbeitsplätze, die man im Verbund mit der Politik und der Medienlandschaft nach dem Motto behandelt: Nur, das, was unwiderlegbar an die Oberfläche kommt, wird eingeräumt. Ansonsten: Rette sich, wer kann. Und solange nach Möglichkeit entschärfend-beruhigende Informationen mit dem Hinweis auf baldige Besserung.

Manus manum lavat. Politik und Wirtschaftsinteressen sind untrennbar miteinander verbunden und pflegen ein gegenseitig parasitäres Dasein. Anzeigenschaltungen, Werbebeilagen, bezahlte Kolumnen und gegebenenfalls Subventionen sichern Verlagen und ihren Mitarbeitern das Überleben. Werbe- und Anzeigenstornierungen bedeuten zu Deutsch: Pleite! So platt wie diese Wahrheit auch sein mag, ein Redakteur möchte gerne seine Familie ernähren, da greift man auch gerne mal zu einer verwegenen und „sozial erwünschten“ Interpretation einer Nachricht, notfalls unterfüttert mit Studien oder Expertenwissen, für die man Honorare bezahlt.


Die Kontrollorgane der Sender, die Großverlage und „Meinungsbildner“ sind maßgeblich durchsetzt von regierungs- oder parteinahen Managern und fungieren als verlängerte Befehlsempfänger. Inhaber von Machtpositionen geben je nach Interessenslagen und Opportunitäten den Druck nach unten weiter um eigene Pfründe zu sichern. Das Gesetz von Hierarchie und Gehorsam ist so alt wie die Menschheit und ändert sich auch dann nicht, wenn man das Gegenteil mit integrer Miene und gewählter Sprache dem Bürger weiß machen will.

Politik hat gefährliche Abhängigkeiten geschaffen. Wer als Berichterstatter nicht spurt, sitzt schnell auf der Straße. Die Quintessenz? Medienmacher und Politiker haben im Verbund nachhaltig für ihre eigene Demontage gesorgt und ihre Glaubwürdigkeit nahezu vollständig verspielt. Dass die mittlerweile aufgebrachten Bürger den Terminus Lügenpresse wortwörtlich nehmen, ist evident. Das weit verbreitete Gefühl, von einer staatlich gesteuerten Presse auf eine Weise informiert zu werden, die ausschließlich der Selbstbeweihräucherung, der Eigensicherung des Jobs und dem Wohle politischer Interessen dient, ist am einfachen Mann auf der Straße nicht vorbeigegangen. Die so wohlklingende These: „Journalisten lügen nicht“, und da nehme ich selbstredend einschlägig bekannte Redakteure und Moderatoren nicht aus, dürfte selbst bei einem pseudo-liberalen Herrn Claus Kleber im ZDF ein betretenes Schweigen hervorrufen.

Es ist phänomenal, mit welch bodenloser Naivität und bejammernswerter Unkenntnis der Geschichte die zweite Generation der Journalisten sich politisch erwünschte Werte zu eigenen Überzeugungen gemacht haben, und sie unter dem Label von Freiheit, Menschlichkeit und dem Habitus der Demokratie dem Bürger ihre linke Meinung um die Ohren hauen. Mir graust es vor dieser bezahlten Medien-Brut, die unter Vermeidung jeder Vernunft, jeder Weitsicht und jeder Wahrheit Thesen in die Welt setzt, die unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen kein Mensch mehr begreifen kann und schon gar nicht begreifen will.


Dienstag, 25. Juli 2017

Konsortium Toxicum - Dobrindt und seine Autos

Die CDU kann ihre Wahlkampfkasse kräftig aufbessern: Vergangene Woche verbuchte die Partei auf ihrem Konto drei Großspenden von insgesamt 690.000 Euro der Industriellenfamilie Quandt, die erhebliche Anteile am Autobauer BMW hält. Wie auf der Webseite des Bundestags veröffentlicht, spendeten Johanna Quandt ebenso wie ihre Kinder Susanne Klatten und Stefan Quandt der CDU am 9. Oktober jeweils 230.000 Euro.



Wenn ich richtig vermute, wird jetzt Autominister Dobrindt entspannt seine Brille putzen, in seinen großkarierten Anzug steigen, dann vor die Kameras der Sender treten und Entwarnung an der Auspuff-Front geben. Mit seinem traditionell-dümmlichen Lächeln wird er verkünden, dass mithilfe eines ausgeklügelten Spenden-Transfusions-Verfahrens, die schädlichen Messwerte an Dieselfahrzeugen nahezu vollkommen eliminiert werden konnten. Das gelöste Problem sei alleine am neuen Kontostand der Partei abzulesen und damit ein für alle Mal behoben. Nunmehr wolle man sämtliche Mess-Stationen wieder abbauen.

Für Aufsehen sorgte der Geldtransfer wegen einer beinahe parallelen politischen Entscheidung über strengere Abgasnormen für Autos in Europa. Deutschland verhinderte am letzten Montag beim Treffen der 28 EU-Umweltminister in Luxemburg eine Einigung über die weitere Verfahrensweise mit der Automobil-Industrie. Wahrscheinlich will man abwarten, bis auch entsprechende Nachbesserungen von Seiten Mercedes, VW, Porsche und Audi eingetroffen sind. Sobald die Gutschriften im Finanzministerium erfolgt sind, wird man im Hause Dobrindt in einer Presskonferenz verkünden, dass man im Verkehrsministerium die Lage falsch eingeschätzt habe und Dieselfahrzeuge entgegen vorheriger Verlautbarungen gar keine Emissionen ausstießen. Schuld an den katastrophalen Messwerten in deutschen Großstädten sei der Bürger, der permanent seine Autos benutzt.

Ich will ja nicht frotzeln, aber allmählich müssen sich in diesem Staat die Bürger wie eine verblödete Hammelherde vorkommen, der man erzählen kann, dass unsere allseits verehrten Politiker nur das Beste für uns im Sinn haben. Jetzt stellt sich heraus, Frau Merkel und Konsorten holen zum ganz großen Schlag aus. Neues politisches Ziel: Streichung der Begriffe CO2-Werte, Feinstaubbelastung und Stickoxide aus dem deutschen Vokabular. Maas soll angeblich schon an einem entsprechenden Gesetzentwurf arbeiten, bei dem jeder, der die Begriffe wie Diesel, CO2 oder Stickoxid ausspricht, schreibt oder denkt, mit drakonischen Strafen rechnen muss.

Wahrscheinlich arbeitet man schon an Plänen, unsere Giftgasfabriken an die USA zu verschenken, um milliardenschweren Schadenersatzforderungen im Ansatz entgegenzuwirken. Dann haben die Amis unsere Dreckschleudern. Sollen sie doch zusehen, wie sie damit fertig werden. Ob man diesen Dobrindt nach den Maßnahmen noch weiter beschäftigen wird, ist nicht klar. Sicher ist allerdings: Auf Autobahnen Mautstellen für Fußgänger einzurichten, ist obsolet und deren Rücknahme entlastet die Kassen.

Alle anderen technischen Probleme werden in Zukunft durch innovative Transaktionstechniken gelöst. Ich bin gespannt, wann das Justizministerium den Bürgern das neue „Kartell-Verdachts-Beseitigungs-Gesetz  vorstellen wird.




Neues aus meiner Gemeinde Wolfratshausen

Kürzlich wandte sich der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner ans Land Bayern mit einem Brandbrief. Er mache sich große Sorgen. Ohne Sicherheitsdienst sieht er den sozialen Frieden in der Stadt gefährdet. Es sei unverantwortlich, dass die Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften sich selbst überlassen würden, so Heilinglechner.



Die Polizei könne den Mehraufwand, den die Kontrollen und Streifen mit sich bringen würden, nicht stemmen. Vor allem für die Frauen in den Gemeinschaftsunterkünften könnte sich die Situation spürbar verschlechtern, befürchtet der Bürgermeister. Sie seien sogar hinter geschlossenen Türen der Willkür von Aggressoren ausgeliefert, meint er. Auch hätten Stadt und Helferkreise keinen Einfluss mehr darauf, welche ethnischen Gruppen künftig in den Unterkünften zusammenleben müssen. Mit anderen Worten, „Hubert und Staller“ sind mal wieder in totalem Stress.

Ist unser Bürgermeister plötzlich zum Rassist geworden? Gerade in bayerischen Unterkünften sind Frauen und Kinder optimal aufgehoben. Dort wohnen ausschließlich liebenswerte Zeitgenossen mit salafistischem Migrationshintergrund, die alle superfroh sind, hier sein zu dürfen. Niemals würden sie sich an Frauen und Kindern vergehen. Unglaublich diese Unterstellung. Die Gefahr lauert doch draußen auf der Straße in Gestalt des braunen Mobs und des rechten Gesocks. Das weiß doch jeder. Im Übrigen ist schon lange bekannt, dass unsere muslimischen Besucher selten kriminell sind. Nur der genannte Helferkreis will diesen Sachverhalt ganz offenkundig nicht verstehen. Ein Emissär des Wahrheitsministeriums sollte unbedingt Kontakt mit den renitenten Unterstützern aufnehmen.

Jetzt hat mein so sorgsam durch öffentlich-rechtliche Medien geformte Weltbild einen gewaltigen Riss bekommen, besonders wenn ich lese, dass der Brandbrief des Bürgermeisters auch von anderen Städten und Gemeinden in meinem Landkreis bestätigt wird. Alle fühlen sich allein gelassen und vollkommen überfordert. Sogar die Polizei will nicht mehr mitmachen. Im Nachbarort Geretsried befindet sich eine Gemeinschaftsunterkunft in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums, in dem häufiger junge Mädchen in aufreizender Kleidung belästigt worden sein sollen. Der Elternbeirat sei bereits alarmiert. Ich bezweifle, dass junge Muslime irgendetwas damit zu tun haben…!

Aber auch aus Bad Tölz kommen plötzlich Töne, die ich bislang nicht gewöhnt bin. Die sind Bürger beunruhigt. Asylanten beschweren sich über die katastrophalen Verhältnisse in ihren Unterkünften. Zwar handelt es sich um moderne Wohn-Container, die man direkt am lieblichen Ufer der Isar aufgebaut und mit modernstem Equipment ausgestattet hat, es sei aber zu heiß und zu stickig. Weder gäbe es eine Klima-Anlage, noch habe man die Möglichkeit einer sinnvollen Beschäftigung außerhalb der Anlage.

Beschwerden unserer Bauarbeiter, die oft 10 Stunden in glühender Hitze arbeiten, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu sichern, werden dagegen in der Gemeinde mit Unverständnis und einem Achselzucken quittiert. Sonnenschirme abgelehnt! Das wiederum kann ich gut verstehen, schließlich befinden sich die Baustellen im Tölzer Land nicht in der Sahelzone oder Eritrea. Die Ansprüche der deutschen Landbevölkerung in Bayern, so die Sicht unserer Besucher, sei unangemessen und diskriminierend und sie verwahren sich zunehmend gegen die Ungleichbehandlung. Wenigstens eine Terrasse mit Bestuhlung und ein Bade-Steg, gegebenenfalls auch Liegestühle, stünden ihnen zu, nicht nur der schönen Aussicht wegen.

Kommen wir wieder zurück zu den wirklichen Problemen unserer Gäste aus dem fernen Afrika, die hartnäckig bemängeln, dass der Weg zum Supermarkt knapp 500 Meter betrage und es niemandem zuzumuten sei, zu Fuß die schweren Lebensmitteltüten zurück in die Behausung zu tragen. Diese Beschwerde allerdings irritiert mich ein wenig. Sind diese Leute nicht vorher mindestens 5.000 Kilometer zu Fuß gelaufen, - mit schwerem Gepäck, versteht sich -, bis sie endlich in Wolfratshausen und Bad Tölz ankamen?
Nun ja…, jetzt widme ich mich besser wieder der großen Weltpolitik und dem Herrn Schulz, denn wer interessiert sich schon für Gemeindenachrichten….

Montag, 24. Juli 2017

Martin Schulz oder "Es tanz der Bi-Ba-Butzemann"

„Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann
in unserm Haus herum, fidebum…“,

…ein altes Kinderlied aus des „Knaben Wunderhorn“, das derzeit genau auf unseren allseits unbeliebten Martin Schulz und seine politischen Veitstänze zutrifft. Besonders  die letzte Strophe:

…er wirft sein Säcklein hin und her,
am Morgen ist es wieder leer…



Was denkt sich dieser Buchhändler eigentlich, wenn er bis vor knapp einem Jahr Warnungen vor einem neuen Flüchtlingsstrom heftig kritisierte, Abschiebungen, Grenzkontrollen und Transitzonen blockierte und realistische Gefahren durch den massiven Zustrom von Flüchtlingen mit höchst zweifelhaften Motiven als inhuman und verwerflich bezeichnete. Ganz plötzlich stellt Martin fest, dass der politische Inhalt in seinem Säcklein bis auf einen kleinen, undefinierbaren Rest jämmerlicher Plattitüden leer ist und er dringend wieder etwas hineinpacken müsste. Seine „Goldstückchen“ aus Afrika waren aufgebraucht.

Hastig besorgte er sich ein Schäufelchen und bestückte den Geschenkesack, bediente sich aber beim Auffüllen versehentlich am völlig falschen Haufen. Warnungen vor einer neuen Flüchtlingskrise. Jetzt ist er wieder voll mit „Hochbrisantem“. Mit diesen "artfremden" Inhalten müsste er eigentlich aus seiner Partei austreten und für die AFD auf die Pirsch gehen. Tut er aber nicht. Wahrscheinlich weiß er gar nicht mehr, wo er zuhause ist. Ja, ja, man kann sich als Spitzenpolitiker schon mal vertun, wenn die Synapsen jäh ausfallen und er über den hohen Gartenzaun schielt, um zu sehen, was dort an Verwertbarem zu finden ist.

Der überwiegenden Mehrheit der Bürger ist schon seit Jahren klar, dass die Situation am Mittelmeer, in der Ägäis und in der Türkei einer Zeitbombe mit kurzer Lunte gleicht. Und man muss nicht unbedingt ein geistiger Überflieger sein, um zu begreifen, was sich heute auf unseren Straßen abspielt. Aber dass unser aller Kanzlerkandidat erst vorgestern entdeckt hat, was auf uns zukommt, das nenne ich eine intellektuelle Spontan-Erleuchtung mit ungeahnter Strahlkraft. Allerdings bin ich mir immer noch nicht im Klaren, an welcher Stelle seines Körpers die Initialzündung stattgefunden hat und ich den Begriff „intellektuell“ möglicherweise zurücknehmen muss.

Der bedauernswerte Biedermann aus Würselen will jetzt auf die Hilferufe der italienischen Politik reagieren und das Land bei der Abwehr von Flüchtlingen beistehen. Wie aus heiterem Himmel, fordert er eine fairere Lastenverteilung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ein. „Es muss dringend etwas geschehen“, trompetete er in alle nur möglichen Mikrophone. Aber was, wie und wann, das behält er für sich. Faire Lastenverteilung, also! Unsere europäischen Nachbarn werden dem Butzemann etwas husten, von wegen Lasten und Flüchtlinge. Die lassen keinen mehr rein.

Nur ganz elitäre Denker unserer Gesellschaft allerdings werden Schulzens unvergleichliche Raffinesse durchschaut haben: Die Rochade ist eine ganz hinterfotzige Breitseite gegen unsere ebenso eingeschränkte wie widerspenstige Kanzlerin. Mit dem AFD-Programm auf Merkels Magengrube zu zielen, das hat was! Wahrscheinlich glaubt er, Merkel merkt nichts. Nun ja, wenn ich es richtig bedenke, er könnte damit vielleicht sogar recht haben, zumal „merkeln“ ja Namensbestandteil unserer Kanzlerin ist ... Wehe, es kommt jemand auf die Idee, in Schulzens Aktenköfferchen nachzuschauen. Wer weiß, vielleicht fände sich dort eine blau-rote Broschüre…, nein, ich sag jetzt lieber nix mehr. 

Auf der politischen Bühne tanzt derzeit ein ungleiches Wahl-Paar, das nicht begriffen hat, dass aufmerksame Bürger mit Verwunderung und maximaler Verunsicherung dem dilettantischen Tango zuschaut. Ich frage mich allen Ernstes, wie es in einem Kopf aussehen muss, der von jetzt auf nachher eine argumentative und inhaltliche 180-Grad-Kehrtwendung vollzieht. Hat ihm versehentlich ein Parteigenosse von hinten eins übergebraten? Von der AFD kann‘s keiner gewesen sein, die sind zu intellektuell. Die CDU auch aber nicht, die sind zu naiv, obwohl …, nichts Genaues weiß man nicht ... Sicher aber ist: Wir haben es bei genauer Betrachtung mit einem Kindergarten zu tun, in dem unsere Politknirpse und Parteigören auf der Blumenwiese lustig Ringelrein tanzen und uns das Lied vom Bi-Ba-Butzemann vorsingen.

Sonntag, 23. Juli 2017

Merkels Flüchtlinge haben Sendepause

Es ist ein wenig ruhiger geworden, um Merkels Flüchtlinge und man könnte fast glauben, der Zustrom nach Deutschland hätte sich normalisiert, wie immer man das sehen oder interpretieren mag. Offizielle Zahlen von Neuankömmlingen suggerieren uns, dass sich die hereinschwappende Flut in eine harmlose Ebbe verwandelt habe und sich die Wogen allmählich glätten. Allerdings, der knietiefe Schlick ist dem deutschen „Wattwanderer“ geblieben, um bei dieser Metapher zu bleiben. Lediglich der eine oder andere "kleine" Terroranschlag oder Lagerbrand stört die Ruhe. 


Lampedusa - Juni 2017

Dennoch, im ersten Halbjahr 2017 kamen nur noch gut 90.000 Asylsuchende ins Land, etwa halb so viele wie im gleichen Zeitraum 2016, das zumindest verkaufen uns wortgewaltige Regierungsstimmen. Diese Entwicklung hat Merkel den Österreichern zu verdanken, obwohl man den "Rückgang" gerne als eigenen Erfolg verkauft. Gleichzeitig erfüllt die massive Einwirkung von Regierungsseite auf deutsche Berichterstattungen in öffentlich-rechtlichen Sendern, wie auch auf Printmedien, die verharmlosende und staatsgenehme Informationspolitik. Ziel: die Bürger in relativer Sicherheit wiegen.

"Zur Flüchtlingsobergrenze ist meine Haltung klar: Ich werde sie nicht akzeptieren", sagte die Kanzlerin im ARD-Sommerinterview. Was sie damit noch einmal bekräftigte: Der Bayernplan nach einem Limit von 200.000 Flüchtlingen wird an ihrem sturen Nein scheitern. Wenn das so ist, werde mich schon mal warm anziehen, denn ich fasse ihren stoischen Humanitätswahn als Drohung auf. Nach der Wahl wird sie wohl wieder „alle Kindlein“ zu sich kommen lassen. Klar, während des Wahlkampfes kann und will sich Merkel nicht mit Flüchtlingen herumschlagen.

Das Problem könnte Merkels Wiederwahl gefährden. Doch jetzt greift unser allseits unbeliebter SPD-Schulz ein. Das Ganze könnte man auch unter der Headline: "Denn er weiß nicht so genau nicht, was er tut" subsummieren. Er will das Flüchtlingsdrama zum Wahlthema hochstilisieren und mit seinem scheinheiligen Kurs Merkel in die humanistische Enge treiben. Vermutlich wird er einen larmoyanten Sprachduktus wählen, um einerseits zu provozieren und andererseits "nur" begrenzte Unruhe stiften. Er hat begriffen, dass es sich um verdammt „heiße Kartoffeln“ handelt, bei dem auch er sich die Finger verbrennen kann. Und weil man dem Volk Erfolgsnachrichten präsentieren will, werden von den großen Parteien alle rhetorischen, statistischen und argumentativen Mittel eingesetzt, um - jeder für sich -, die wahlgefährdende Problematik auf ein vertretbares Maß herunterkochen..

In Italien landen derzeit 15.000 bis 20.000 Flüchtlinge pro Monat, die aus Libyen übers Mittelmeer kommen. In Griechenland liegen die Zahlen wahrscheinlich in ähnlichen Bereichen, was aber von allen Medien vollständig ausgeblendet wird. Auch in der Türkei landen jeden Monat ähnliche Größenordnungen an, wobei die Dunkelziffern jener, die „ohne Einreisepapiere“ und damit „illegal“ bei den Anrainern des Mittelmeers angekommen sind, von seriösen Experten in den ersten 3 Monaten dieses Jahres auf 120.00 auf bis zu 140.00 Flüchtlingen geschätzt wird.




Italien, immer noch alleine gelassen, wird sich wehren. Entweder werden sie den Flüchtlingen Papiere ausstellen oder ihre Häfen schließen, eine Drohung, die Frau Merkel und Konsorten mit gespielter Gelassenheit aussitzen. Um den Unmut deutscher Bürger zu verhindern und eigene Fehler zu vertuschen, werden Chefradakteure und Intendanzen dazu verdonnert, in Deutschland mit gefilterter Berichterstattung Stimmenmehrheiten für die Wahlen zu garantieren. Der Gewinn einer Wahl ist ein erstrebenswerteres Ziel als das Wohl der Bürger, das ist gewiss. Durch die Bank nehmen unsere Minister und Abgeordnete in den sogenannten Volksparteien schwere soziale Schieflagen billigend in Kauf, um ihr Ego und ihre Pfründe zu sichern. Die Randparteien spielen verantwortungsbeflissene Opposition, hoffen jedoch insgeheim, dass entlarvende Terrorakte und extrem steigende Kriminalität bei „Refuges“ durch ihre naive und inkompetente Politik nicht auf sie zurückfällt.

Das Flüchtlingsproblem wird sich, und das befürchten nicht nur alle Insider, dennoch pünktlich zur Bundestagswahl mit Macht zurückmelden. Nur dieses Mal nicht über die Balkan-, sondern über die Mittelmeer-Alpenroute. Erinnerung an die Chaosmonate im Herbst 2015 werden wach – Bilder, die Kanzlerin und Union um jeden Preis unterdrücken wollen. Denn das, was auf uns zukommen wird, werden wir spätestens im September zu spüren bekommen. Sollte – was der Himmel vermeiden möge -, Erdogan den Flüchtlingsdeal platzen lassen, hat die deutsche Bevölkerung ein echtes Problem.

Im Innenministerium wiegelt man ab, wie man es immer dann tut, wenn es prekär wird. Die Zahl der Flüchtlinge in Italien sei im Vergleich zum Vorjahr "nur" um 20 Prozent gestiegen. So dramatisch sei die Entwicklung gar nicht. Ich frage mich, weshalb Staatssekretäre oder Minister uns erklären, ab welchem Zeitpunkt eine Entwicklung dramatisch sein darf und wann nicht? Welche Polit-Pfeife ordnet für mich ein, ab wann, weshalb und wie lange ich mich fürchten darf oder soll?

Im Kanzleramt weiß man ganz genau: Wenn das gute Wetter anhält, werden noch mehr Migranten in die seeuntüchtigen Schlauchboote der Schleuser steigen. Mit tätiger Hilfe von Rettungsschiffen privater Organisationen und/oder Schiffen der Bundeswehr und anderer EU-Staaten, wird man die Refuges aufnehmen, an der italienischen Küste abladen. Wunschziel Deutschland. Ertrinken sollen sie nach Möglichkeit nicht. Wie viele potentielle Neu-Muslime dennoch Deutschlands Grenzen überschreiten, will oder kann man nicht sagen. Frau Merkel kann beunruhigende oder störende Bilder im Wahlkampf nicht gebrauchen. Der Bürgerbeschiss läuft auf Hochtouren.




Merkel hat seit jenen Tagen vor zwei Jahren, als sie ihre einsame Entscheidung traf, das Flüchtlingsproblem nicht in den Griff bekommen. Mit dem Türkei-Abkommen hat sie sich und der EU Zeit erkauft. Bei der Verteilung der Flüchtlinge unter den Mitgliedsländern ist sie jedoch keinen Schritt vorangekommen. Sollte der Druckkessel in Italien, Griechenland und der Türkei platzen, - und darauf deutet alles hin -, dann Prost Mahlzeit. Denn kein europäisches Land denkt im Traum daran, sich endlose Flüchtlingsströme mit der damit verbundenen Verantwortung für ihre eigenen Bürger aufzuhalsen.

Wie werden Medien unter der freundlichen „Anleitung“ unserer "integren" und verantwortungsbewussten Politiker das sich anbahnende Amargeddon kommunizieren? Die Türkei hat Vereinbarungen gebrochen! Griechenland und Italien haben nicht genügend getan, um Flüchtlinge zurückzuhalten! Unsere europäischen Nachbarn, insbesondere Polen, Ungarn und Österreich haben die Flüchtlingsquoten unterlaufen! Aber Deutschland werde Unterstützung leisten und man werde die Fluchtursachen bekämpfen! Wir Gutmenschen werden es schon schaffen... 



Freitag, 21. Juli 2017

Erdogan und die Paranoia

Jetzt hat er wieder zugeschlagen, der Türke aus Ankara. Mehr und mehr gewinnt man das Gefühl, der Kerl leidet unter akuter Paranoia. Wenn ein Erpresser den Erpressten zum Erpresser erklärt, ist das ein wenig verwirrend. Nun ja, wollen wir ihm zugestehen, dass er in diesem Zustand glaubt, er sei der Größte.


In der Vergangenheit wurden im türkischen Sultanat 5 Nachrichtenagenturen, 22 Fernsehsender, 27 Radioanstalten, 61 Zeitungen, 17 Magazine und 33 Verlage unter staatliches Kuratel genommen oder geschlossen! Im Anschluss säuberte der wahrscheinlich unter schwerem Verfolgungswahn leidende Osmane Universitäten von Professoren und an die Tausend Schulen von ihren Lehrern. Jetzt sind die bislang verschonten Kritiker vom Amnesty International im Visier. Nun ja, wer braucht schon Lehrer und Schulen, wer braucht schon kritische Zeitungen, wird er sich gesagt haben, dieser Erdogan. Hauptsache, mein Volk bleibt so blöde wie es ist und liebt mich deshalb. Das ist in anderen Ländern nicht viel anders. Wir haben Staatsfernsehen, Döner und Polizisten, mehr brauchen wir nicht.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei vor einem Jahr sind dort nach Erkenntnissen der Bundesregierung bislang 22 deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Aktuell seien noch neun von ihnen in Haft. Darunter sind der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel und die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu Corlu. Gewiss, dass ist im Verhältnis zu 150.000 eingesperrten oder entlassenen Staatsdiener ein Klacks. Aber seitdem macht sich Frau Merkel große Sorgen um die Türkei, deren Demokratie und deren Pressefreiheit.

Ja, ja, da darf man sich schon mal Sorgen machen, wenn im Land des Kümmels und der Teppichhändler plötzlich verkündet wird, die Einführung der Todesstrafe mit Hochdruck voranzutreiben. Das waren noch Zeiten, als das Ausstellen von Haftbefehlen, Durchsuchungsbeschlüssen oder Abhörgenehmigungen in einem Rechtsstaat, wie sich die Türkei nennt, alleine Richtern bzw. Staatsanwälten vorbehalten war. Und da kann man sich auch schon mal grämen, wenn unsere Regentin als Nazischlampe bezeichnet wird.

Nun ja, nicht von ungefähr bedeutet der Terminus „türken“ im deutschen Sprachgebrauch „betrügen, fälschen oder fingern“. Wenn jetzt auch noch deutsche Großunternehmen bezichtigt werden, den Putsch in der Türkei zu unterstützen, dann wird es nicht mehr lange dauern, dass im osmanischen Reich sämtliche christlichen Kirchen abgerissen werden. Wahrscheinlich dürfen ab nächste Woche keine Autos deutscher Produktion in Ankaras und Istanbuls Straßen mehr bewegt werden. Selbstredend könnte man auch die deutschen Automobilzulieferer in der Türkei annektieren und zu türkischen Staatsbetrieben erklären, derweil unsere Politelite hinter verschlossenen Türen darüber beratschlagt, ob man den Kümmeltürken neuerlich ermahnt oder ihm gar eine unmissverständliche, diplomatische Note überreicht.

Welche Konsequenzen also wird Siggi, unser begnadeter Außenminister, nun ziehen? Ab sofort dürfen türkische Teppiche nicht mehr eingeführt werden. Des weiteren wird der Verzehr von Döner strikt untersagt und Teestuben rigoros geschlossen. Und wenn das nichts nutzt, wird Frau Merkel zum Äußersten greifen und diesem Despoten androhen, sämtliche deutsche Rentner nach Antalya zu deportieren. Die sind bei uns ohnehin nur eine Belastung. Unsere Versorgungskassen sind leer und der herkömmliche Rentner hat nur noch in Ländern wie der Türkei eine realistische Chance, einigermaßen in Würde zu altern. Die Mieten und Lebenshaltungskosten sollen dort noch günstig sein, wie man hört. Da wird der Türke schon sehen, was er davon hat.

Wie man hört, hat Siggi seinen Urlaub abgebrochen und die ganz harten Bandagen angezogen. Er hat eine Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Da wird der Sultan am Bosporus bestimmt angstschlotternd in die Knie gehen. Was will der Außenminister tun, wenn der wild gewordene Despot jäh vergisst, dass er vor kurzem 3 Milliarden Euro aus Deutschland erhalten hat, um uns bei dem Flüchtlingsproblem zu unterstützen? Welche Druckmittel stehen ihm zur Verfügung, um Erdogan die blanke Furcht in die Augen zu treiben. Mit der Warnung, die Überweisung der Eurogelder auf den Prüfstand zu stellen sicher nicht.

Mir würde da so Einiges einfallen, aber ich darf ja nicht. Immerhin, das Auswärtige Amt hat umgehend reagiert. Bereits am Mittwoch war der türkische Botschafter einbestellt worden. Dabei wurde ihm nach Angaben des Ministeriums "klipp und klar" mitgeteilt, dass die Verhaftungen Steudtners und fünf weiterer Menschenrechtsaktivisten in Istanbul "weder nachvollziehbar noch akzeptabel" seien. Alle Wetter! Das wird die Herrschaften tief getroffen haben. Ja, es gäbe einen ganzen Köcher von Maßnahmen, mit dem man dem wild gewordenen Herrscher über Teppiche und Kümmel klarmachen könnte, was man von seinen irrsinnigen Aktionen hält.

Abzug aller Soldaten aus der Türkei,
Rauswurf aus der Nato,
Stopp aller Waffenlieferungen,
Hermes Bürgschaften kappen,
Abzug von deutschem Kapital,
Einstellung von Zahlungen an die Regierung,
Einstellung der Verhandlung über Außenhandel,
Beendigung der Doppelpässe für Türken
Schließung türkischer Banken in Deutschland


Ich fürchte nur, es läuft wie immer. Wirtschaftliche Interessen vor Menschenrechten. 

Sonntag, 16. Juli 2017

König Steinmeier der Erste

Nach einem Privatbesuch unseres deutschen Königs Frank-Walter dem Ersten beim Schwiegervater in Salchendorf (Siegerland), ließ sich seine Majestät am 25. Juni von einem Sonderflugzeug der Bundeswehr standesgemäß abholen, um sich von Burbach aus mitsamt seiner Gattin ins 60 Kilometer entfernte Köln fliegen zu lassen. Die selbstherrliche Entgleisung kann man nur nachvollziehen, wenn man sich ein wenig mit der Psyche und der Vita des Neu-Adligen beschäftigt, anderenfalls müsste man vor Wut mit einer Zaunlatte..., nein, ich sags jetzt nicht. 



Nun ja, Steinmeiers Vater Tischler, und die Mama – eine aus Breslau stammende, heimatvertriebene Fabrikarbeiterin, da gab es in seiner Jugend für Schöngeistiges keinen Raum. Schweiß, Enge und Tristesse, schäbiger Linoleumboden und der Geruch von verkochtem Kraut brannten dem kleinbürgerlichen Spross aus Westfalen-Lippe Frank-Walter wie Wundmale in der Seele. In dieser beengten Welt staunt man mit großen Augen, wenn mal der reiche Onkel kommt und seinen neuen Mercedes vorführt. Jetzt hat er selber ein Flugzeug, mit dem er dem ganzen Dorf, einschließlich Bürgermeister mal so richtig zeigen kann, was aus dem kleinen Rotzlümmel Frank-Walter geworden ist. 

Während seines Studiums traf er die Elke aus der Nachbarschaft, auch nicht gerade von aristokratischem Geblüt. Fräulein Budenbender, heute First-Lady unserer Republik. Wie Steinmeiers Vater war auch er Tischler und die Schwiegermama unseres blaublütigen Parvenüs eine Hauswirtschaftlerin. Verständlich, wenn beide mit Macht das kleinbürgerliche Proletariat hinter sich lassen wollen. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Sie heirateten und studierten. Was blieb? Der Stallgeruch. Den wird man einfach nicht los, so sehr man sich schüttelt. Schwamm drüber. Frank-Walter, ein blutarmes Kerlchen, bar jeden Charismas und Esprits, machte eine steile Karriere als Parteigenosse und wurde Schröders beflissener Aktendeckel. 

Nach seiner Inthronisation gab‘s kein Halten mehr. Elke war nicht länger nur seine Frau, sie wurde zur Gemahlin und Hochwohlgeborene unserer Republik. Man stelle sich vor, man müsste plötzlich Frau Kratochwil von der Etagenwohnung nebenan mit „eure Hoheit“ ansprechen, obwohl sie gestern noch die Treppe zum dritten Stock nass aufgewischt hat. Nun ja, das Leben spielt merkwürdige Kapriolen. Jetzt reist man mit einem zweistrahligen Jet ins benachbarte Salchendorf. Unsereiner besucht Oma Brakelsiek im Nachbardorf mit dem neuen Opel Corsa und investiert 8 Euro fuffzig für Sprit und Alpenveilchen als Mitbringsel.

Wenn man einmal davon absieht, dass die 20-minütige Nutzung des Jets, inclusive Start, Landung und Parken der Maschine etwas über 20Tausend Euro kostete, schlug der Privatausflug mit Sicherheitseskorte, Leibwächter und Entourage zum Reihenhäuschen in Salchendorf und zurück nach Köln mit insgesamt mit ca. 60Tausend Euro zu Buche. Ich will ja nicht meckern, aber vermutlich war diesem Grüßaugust aus dem Schloss Bellevue ein Helikopter zu popelig. Immerhin, bei den Schwiegereltern gab‘s Kaffee und Streuselkuchen auf dem Sofa.

Man wird das Gefühl nicht los, dass so einige der deutschen Spitzenpolitiker jedes vernünftige Maß verloren haben und mit Steuergeldern umgehen, als wären sie mit der Generalvollmacht ausgestattet, das Geld des gemeinen Bürgers aus dem Fenster zu werfen. Jene, die unser Land regieren, scheinen vergessen zu haben, woher sie kommen. Sie haben auch den Unterschied zwischen legitim, angemessen und notwendig nie gelernt. Von wem auch! Dort, woher „solche Leute“ kommen, ist soziale Kompetenz, adäquates Verhalten und Rücksichtnahme auch nicht von Relevanz.

Um Missverständnisse zu vermeiden, ich bin weit weg von Standesdünkel oder gar Neid. Doch es beißt die Maus den Faden nicht, ob nun Merkel, Scholz oder Schulz, Siggi oder Heiko, man riecht hundert Kilometer gegen den Wind, aus welchem Stall sie stammen. Kaum haben Biedermänner, Spießer und Kleinbürger ein Amt inne, das mit Macht und Einfluss ausgestattet ist, heben sie wie Steinmeiers Jet ab, kommen jedoch mental auch nicht weiter, als die schon zitierten 60 Kilometer nach Salchendorf. Herr Maas und sein Buchhändler sind das beste Beispiel für unterentwickelte soziale Kompetenz und anmaßende Selbstüberhöhung.

Kaum haben Biedermänner, Spießer und Kleinbürger ein Amt inne, das mit Macht und Einfluss ausgestattet ist, heben sie wie Steinmeiers Jet ab, kommen jedoch mental auch nicht weiter, als die schon zitierten 60 Kilometer nach Salchendorf.
Das feudalistische Gebaren unserer Politiker, sei es nun in Hamburg, Salchendorf oder beim G 7 Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern ist inzwischen unerträglich.

Wenn Ihre Durchlaucht Frau Merkel in Hamburg über 4.000 Euro pro Nacht für ihre Suite ausgibt, mag das in ihren Augen ihr gutes Recht sein. Ich halte es für eine Provokation. Sie hat, wie King Steinmeier, jede Verhältnismäßigkeit des eigenen Aufwandes verloren, Begriffe wie „angemessen“, „geeignet“ oder „geboten“ kommt in deren Wortschatz nicht vor, gleichgültig, ob es um Flüchtlinge, Waffendeals oder um das Wetteifern um Großveranstaltungen geht. Mich erinnert diese selbst gewählte Dekadenz an die Anfänge der französischen Revolution. Die breite Bevölkerung hat die bedenkenlose und verächtliche Verschwendung von Steuergeldern längst wahrgenommen.

So sind sie eben, - Kleinbürger -, deren Erziehung von einfachem Geist, Margarinebrot und schmalem Geldbeutel geprägt war. Wehe, sie gewinnen im Lotto. Dann hauen die jäh mutierten Majestäten auf die Pauke, kaufen sich einen Ferrari, um ihre neue gesellschaftliche Bedeutung zu dokumentieren, und benehmen sich wie die Axt im Walde. Ab sofort fühlen sich den oberen Zehntausend zugehörig. Zugegeben, sie geben wenigstens ihr eigenes Geld aus, während unsere Elite wie Edel-Parasiten auf Kosten des einfachen Volkes auf der vergoldeten Toilette Platz nehmen und dort ihre politische Notdurft verrichten. Ich bin sicher, irgendwann werden die Köpfe rollen.


Montag, 10. Juli 2017

Anne Will - Machiavelli lässt grüßen

Niccolò Machiavelli, einer der bedeutendsten Philosophen im 15.ten Jahrhundert und Verfasser des Werkes „Il Principe“ ist allgegenwärtig, wenn man Verhalten, Vorgehensweise und Machterhalt moderner Politiker beobachtet. In seinen Grundsätzen beschreibt er, dass ein Herrscher, um die Notwendigkeiten eines Staates zu erfüllen, die Gesetze der Moral verletzen müsse, sonst gehe er mit dem Staat unter. Will sagen: Gute Botschaften braucht das Volk, Niederlagen werden nicht erwähnt oder besser noch, als Erfolge „beschrieben“.



Olaf Scholz, politischer Langweiler vor dem Herrn, blass, farblos, blutarm und ohne erkennbare Persönlichkeit, stellte sich wie ein Pennäler Anne Wills Fragen. Das klassische SPD-Gewächs fühlte sich berufen, seine Hamburger Bruchlandung zu rechtfertigen. Innerhalb weniger Minuten gab er in der „sichtbaren“ Sendung von Anne Will das Schulbeispiel der Unschuld, ja, des störrischen Besserwissers und des verkannten Leaders, obwohl der Hamburger Polizist Jan Reinecke, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), eine bittere Bilanz des Polizeieinsatzes während des G-20-Gipfels gezogen hatte. Doch machen wir uns nichts vor, er unterscheidet sich in seiner reflexartigen Reinwaschung seiner eigenen Leistung nicht von unserer Kanzlerin, nicht von Altmeier und schon gar nicht von den allgegenwärtigen Parteischwätzern und Politnullen in den deutschen Medien.

Glücklicherweise brach die Sendung ab, als Altmeier etwas zur Verteidigung des Gipfels und er Kanzlerin sagen wollte. Auch einer jener Politiker, der außer seiner Körperfülle kaum eine weitere Dimension vorzuweisen haben. Für Olaf Scholz kommt, oh Wunder, ein Rücktritt vom Amt natürlich nicht in Frage. Doch mit seinem Statement unterscheidet er sich nicht von seinen politischen Kollegen in der politischen Landschaft. Kein Flop, kein Desaster, keine Fehlleistung unserer Spitzenpolitiker kann groß genug sein, um nach einer Katastrophe, nach einer Blamage oder einer Bruchlandung zur persönlichen Einsicht zu kommen: „Ich bin zu blöd für mein Amt“.

So verwundert es nicht, dass genau jene deutsche Politgrößen, die an Galadinners teilnahmen, sich von Beethoven berieseln und von Kameras ablichten ließen, nur gute Botschaften dem Volk verkünden und ansonsten die Wichtigkeit des Affentheaters machtbesoffener Teilnehmer hervorzuheben.

Wie war das doch gleich mit den Prioritäten? Der Polizist Herr Reinke gab Anne Will Auskunft. „Der Schutz der Bürger hatte Priorität zwei!“ Aha …, denke ich, hat Bürgermeister Scholz nicht vor dem Gipfel vollmundig erklärt, dass sich kein Hamburger Bürger Sorgen machen müsse? Die bittere Wahrheit ist schlimmer, denn die Bevölkerung musste sich nicht nur Sorgen um ihr Eigentum, sondern auch um die Unversehrtheit und das Leben der Polizisten machen. Anerkennende Worte unserer Kanzlerin für den Einsatz sind wohlfeil und müssen in den Ohren der Polizeitruppe wie blanker Zynismus klingen. Und schon erklärte der Vollblutpolizist weiter: „Wir hatten gar keine Chance, die Bürger zu schützen, diese Aufgabe war gar nicht machbar“, sagte der Polizist über den Einsatz. Schon lange vor dem Gipfel sei klar gewesen, „dass wir in ein Dilemma geraten, das nicht zu meistern ist“. Anne Will würgte den Mann geschickt ab, bevor noch Unangenehmeres zu Tage treten konnte.

Das alles passt wie die Faust aufs Auge zum Gesamtbild. Hauptsache, das Cremesüppchen und die Langusten haben geschmeckt und die Suite im Hotel war exklusiv genug. Viele Bürger dürften geahnt haben, dass ihre Belange angesichts brennender Autos, eingeschlagener Scheiben und geplünderter Geschäfte „zweitrangig“ war. Das Bundeskriminalamt, so erfahren wir jetzt vor dem Bildschirm, habe vor dem Gipfel seine Einschätzungen formuliert und an die Politik weitergegeben. Schön, zu wissen, dass den gewählten Repräsentanten ihr eigenes Wohlhöher einstufen als das des Bürgers.

Die Aufgabe in Hamburg war nicht zu meistern. Wie kann man 20.000 Polizisten mit einem miserabel geplanten und unerfüllbaren Auftrag in eine Stadt karren und sie Situationen aussetzen, in denen Leib und Leben unserer Polizeikräfte von marodierenden Links-Faschisten, besser gesagt, Verbrecher, gefährdet werden? Wie ist es möglich, dass Sicherheitskräfte während ihres oft mehr als 20-stündigen Einsatzes nicht einmal Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten hatten und völlig erschöpft auf blankem Betonboden schlafen mussten. Doch diese berückenden Tatsachen sind nur die Spitze des viel zitierten Eisberges. Mir kommt die kalte Suppe hoch, wenn ich daran denke, dass junge Polizisten ihre Knochen für elitäre Feudalpolitiker hinhalten, im Anschluss Bürger auf den Kosten des entfesselten Vandalismus sitzen bleiben, während Scholz bei rauschenden Klängen der "schönen Götterfunken" auf dem samtweichen Sessel der Elbphilharmonie den Abend genießt.

Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine Veranstaltung in diesem Gigantismus mit desolateren, ernüchternden, ja schädlicheren Ergebnissen auf unserem Globus stattgefunden hat. Würde man, wie Machiavelli, einen solchen politischen Exhibitionismus positiv ausdrücken, müsste man subsummieren: Merkels G20 war wirklich der Gipfel. Alleine Georg Ressle, Redaktionsleiter und Moderator der ARD-Sendung „Monitor“, brachte es bei Anne Will mit einem einzigen Satz messerscharf auf den Punkt „Dieses Format gehört auf die Müllkippe der Geschichte“. Seine Begründung dagegen und seine Schuldzuweisungen in Richtung Polizei entlarvte ihn schon knapp zwei Sekunden später als linke Kanalratte.

Mein Fazit. Die Sendung war überflüssig, die Teilnehmer entbehrlich. Nicht nur Scholz müsste zurücktreten. Hier stellt sich allerdings die Frage an den Wähler: Was haben Demokratie und Diktatur gemeinsam? Das dumme Volk! Und wer es noch immer nicht verstanden hat und nicht weiß, wem er sich zugehörig fühlt: In der Demokratie wählen die Dummen die Regierung, in der Diktatur wählt sich die Regierung die Dummen. Es wird Zeit, darüber nachzudenken und genau hinzuschauen, bevor man einem Kandidaten die Verantwortung für einen Staat übergibt.