Donnerstag, 20. April 2017

Außenminister im Iraq - It‘s not my cup of tea, Mister Gabriel

Was, bitte soll ich von Moderatoren der Tagesschau und anderen Medien halten, wenn sie im Nebensatz erwähnen, dass unser SPD-Dickerchen Sigmar Gabriel gerade in Sachen „Wiederaufbauhilfe“ im Iraq weilt. Dort beklagt er sich, dass die deutsche 220 Millionen Eurospritze vom irakischen Staat noch nicht abgerufen wurde. Und weshalb erfährt der Bürger in nur beiläufigen Medieninformationen, dass einer der größten Rüstungsunternehmen Deutschlands, nämlich die Rheinmetall, östlich von Ankara eine große Panzerfabrik bauen will?



Braucht Erdogan Leopard-Panzer, um sich vor den Kurden, vor den Journalisten, Lehrern, Uni-Professoren oder vielleicht gar vor Europa zu schützen?

Was in Wahrheit hinter dem Besuch unseres Außenministers steckt, und welche dramatischen Folgen sein Ausflug in das viertgrößte muslimische Land hat, wird von unserer Presse so gut wie totgeschwiegen. Warum? Ist die Zunft der Pressefuzzis dermaßen arrogant, anmaßend und selbstverliebt? Hält sie sich gar für besonders pfiffig? Schlimmer...! Sie halten den Bürger für so borniert, dass sie glauben, man müsse dem deutschen Michel die große Welt mit parteipolitischen Banalitäten erklären. Zum einen weiß der herkömmliche Erdnuss-Flipp-kauende TV-Zuschauer ohnehin nicht, wo der Iraq liegt, zum anderen ist es verdammt weit weg, und zum dritten ist es ihm auch Wurscht. Es gibt weiß Gott Wichtigeres vor unserer Haustür. Jedenfalls will es uns die Presse weißmachen und legt andere Schwerpunkte. Immerhin ist Frauke Petry von der AFD zurückgetreten.

Die gesamte Medienlandschaft hat sich scheinbar wie ein Rudel hungriger Wölfe auf diese spektakuläre Nachricht gestürzt, obwohl das dubiose Journalistenpack von BILD und Konsorten während der letzten 2 Jahre nicht müde wurde, die AFD als radikale und unwichtige Randgruppe zu verteufeln. Weshalb ist dieser scheinheiligen Medienbrut das Rücktrittsthema von Frau Petry auf einmal so wichtig? Ach ja.., stimmt. Mit gezielter Ablenkung glaubt man, dem Bürger die Richtige Sichtweise beibringen zu müssen.

Merkwürdig, denke ich mir. Gewiss, der Rückzug der Parteivorsitzenden Petry ist sicher eine Meldung wert. Mancher Leser wird sich vielleicht fragen: Was hat der Rücktritt von Frau Petry mit dem Iraq zu tun? Hat es…, wenngleich indirekt! Die Meldung wird als bundesweite Nebelkanone verwendet und hochgespielt, um den Bürger vor tiefgreifenden, politischen Sauereien abzulenken. Diese verharmlosenden und bagatellisierenden Nebensätze über Panzerfabriken und Auslandsbesuchen von Siggi, dem Beleibten, demaskieren die gesamte Nachrichtenbranche als zutiefst unethisch, amoralisch und verantwortungslos.

Der Irak wird massiv von Deutschland unterstützt. Waffen, militärische Ausbildung, organisatorische Unterstützung. Die Bundeswehr greift im Kampf gegen die Miliz im Irak mit der technischen Ausbildung der kurdischen Peschmerga-Armee unter die Arme. Dafür sind 140 deutsche Soldaten in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil stationiert. Die Peschmerga – also die ehemalige Spezialtruppe von Saddam Hussein, sind mit 20 000 Sturmgewehren, 1200 hochmodernen Panzerabwehrraketen, Radarsystemen und schweren Geschützwaffen von der Bundeswehr ausgerüstet worden. Hmm..., denke ich mir wieder. Ist die radikal-islamistische Kurdenpartei PKK in Deutschland nicht verboten? Weiß Gabriel wirklich, was er tut? Oder hatte das Dickerchen Lust auf einen Ausflug in den Orient, da er ja als Parteivorsitzender nicht so viel herumgekommen ist.

Schwamm drüber..., wen interessiert es, ob ein Kurde eine deutsche Schnellfeuerwaffe erhält, wenn er in Bagdad oder Mossul wohnt. Der irakischen Regierung ist das natürlich nicht genug. Ein paar deutsche Qualitäts-Splitterbomben hier und ein paar zertifizierte Tretmienen dort schaden ja nichts und sicher überdies deutsche Arbeitsplätze. Schließlich gilt es, dem IS den Garaus zu machen. Und was dann? Denkt irgendjemand darüber nach, was mit diesen Waffen hinterher geschieht und gegen wen sie eingesetzt werden? Ist ja Quatsch. Deutscher Umsatz ist Wichtiger.

Keine Ahnung, was dieser Herr Gabriel denkt, oder ob sich in seinem Oberstübchen überhaupt etwas regt. Ich bezweifle sogar, dass unser gutgenährter SPD-Genosse einen blassen Schimmer hat, wo genau er sich gerade aufhält und mit wem er es zu tun hat. Peter Scholl-Latour hätte es ihm genau sagen können. Nicht nur, dass die Machtverhältnisse in diesem Vielvölker-Konglomerat mehr als unsicher sind, sondern auch deshalb, weil der IS genau von dort seinen weltweiten Terrorfeldzug startete und organisierte.

Möglich, dass viele einfach gestrickte Leser meines Artikels gar nicht begreifen um was es geht, wenn Gabriel nach seinem Besuch in Bagdad von konstruktiven Gesprächen berichtet. Hier also die vereinfachte Kurzfassung.

Deutschland liefert hochmoderne Waffen für Millionenbeträge an muslimische Peschmerga-Kämpfer, bildet sie aus, damit sie in Syrien alles zusammenbombt, was mehr als ein Bein hat. Jene, die noch zwei davon haben, fliehen übers Mittelmeer nach Europa. Viele von ihnen erreichen Deutschland, natürlich auch IS-Kämpfer. Endlich bei uns angekommen, schüttet Herr Schäuble das Füllhorn von Milliardenbeträgen an jene Flüchtlinge aus, deren Flucht durch die von Deutschland finanzierten Waffenlieferungen an die Peschmerga und ihre muslmanischen Genossen ausgelöst wurde.

Unsere Regierung hat sich selbst ein perfektes „Perpetuum Mobile“ geschaffen. Sie unterstützt nicht nur unsere Rüstungsindustrie, sondern gleichzeitig auch deren Opfer. Um die Perversion auf die Spitze zu treiben, unterhält unser Sozialsystem selbstredend auch die Mörder, die unsere Polit-Elite mit hochintelligenter und strategisch weitsichtiger Politik ins Land geholt haben. Die wiederum zwingen unsere Politiker, die eigenen Sicherheitskräfte und -systeme mit weiteren Milliarden aufzurüsten.

Wie schön..., die Kasse brummt allenthalben. Es soll uns auch nicht auf ein paar traumatisierte Terroristen in Deutschland ankommen. Letztendlich sind sie ja indirekt wieder nützlich. Sie tun etwas für die deutsche Wirtschaft, für die Vollbeschäftigung bei der Polizei und für die Waffenausrüster unserer Sicherheitskräfte...