Montag, 30. April 2018

Merkels dramatischer Absturz

Wenn sich Merkel bereits bei ihrer Wiederwahl schon schwertat, so beschleunigte sich ihr Niedergang in den ersten zwei Wochen nach ihrer Inthronisation. Doch der Besuch in den USA hat den freien Fall eingeläutet. Nicht nur die internationale Presse geht hart mit ihr ins Gericht. Der Verlust an Reputation, Einfluss und Respekt ist offenkundig.


Merkels desaströse Verhandlungs-Ausbeute war der Schlusspunkt eines geradezu entwürdigenden Empfangs im Weißen Haus. Mit einer ähnlich mageren Ausbeute kehrte auch Macron nach Hause. Der scharfe Gegensatz zur prunkvollen Begrüßung beider Staatsvertreter allerdings konnte nicht deutlicher ausfallen. Trump zeigte der Welt, welche Wertschätzung unsere Frau Merkel in seinen Augen genießt. Er hat ihr genau den Platz zugewiesen, der ihr nach seiner Meinung gebührt. Der Lack der einst von renommierten Zeitungen in den USA als mächtigste Frau hochgejubelte Kanzlerin ist ab. 

Nicht nur Merkel muss sich an ihre Nase fassen. Unser gesamtes politische Personal hat sich mit ihrer kleingeistigen Debattenkultur selbst zu einem lächerlichen Popanz entwickelt. Ein Blick in die vorderen Reihen unseres Bundestages zeigt kaum mehr als die Ansammlung bejammernswerter Bedenkenträger, die sich nach der Wahl intellektuell „downgegraded“ hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir in Deutschland von großen Staatslenkern und klugen politischen Schachzügen sprechen durften. Sowohl die Grünen als auch die Roten sind mit ihren schlichten Geistern eine Zumutung für unser Land.

In der westlichen Welt wird uns mittlerweile eine tief verwurzelte Passivität unterstellt. Unserer sogenannten politischen Elite fehlt es an allem, was man für einen überzeugenden Auftritt benötigt, um in den USA, aber auch in Europa ernst genommen zu werden. Wäre die weltpolitische Lage nicht so dramatisch, könnte man sich über die fehlende strategische und taktische Kompetenz unserer Regierung, über deren unterentwickelte Weitsicht nur noch amüsieren.

Deutschland duckt sich weg, sobald ernste Themen auf dem Tisch liegen. Parteigrößen debattieren ausschließlich der Profilierung und nicht der Lösung wegen über Nichtigkeiten, Petitessen und Belanglosigkeiten. Man könnte meinen, dahinter steckt Vorsatz. Niemand hat den Mumm, auch einmal Risiken einzugehen, besonders, wenn es um die schwierigen Fragen der Verteidigung oder der Sicherheit geht. Alle reden von klarer Kante. Die Ergebnisse sind zumeist an politischer Erbärmlichkeit nicht zu überbieten. Wir verschanzen uns hinter der schmachvollen Vergangenheit, um unseren Pazifismus zu rechtfertigen, wir machen uns öffentlich in die Hose, wenn wir eigentlich Selbstbewusstsein in der Welt zeigen sollten. Nirgends wird das deutlicher als in der völlig verhunzsten Flüchtlingspolitik. Kleine Nationen wie Ungarn oder Österreich machen uns vor, wie Politik geht.

Die US-Presse wirft Frau Merkel zu Recht vor, sie entziehe sich dem nationalen Diskurs. Die Kanzlerin gebe sich in allen Belangen selbstgefällig. Deutschlands Wirtschaft ist inzwischen verwundbarer als es sich die deutsche Regierung eingestehen möchte und habe nach Ansicht des „Wallstreet Journal“ kein Interesse daran, irgendetwas daran zu ändern. Die Politik redet sich wahre Situation schön. Digital sind wir längst im Tal der Ahnungslosen angekommen. Man redet von Hausaufgaben, die zu machen seien. Liebe Frau Merkel: Hausaufgaben sind die Pflichten von Schülern, und genau auf diesem Niveau bewegen Sie sich auch.

Das Treffen zwischen Merkel und Trump ist mehr als nur gescheitert, es ist für unsere Kanzlerin ein Armutszeugnis, das mit der freundlich-nichtssagenden Vokabel „konstruktiv“ verpackt wird. Unübersehbar waren die Differenzen, die sich zwischen Trump und Merkel als unüberwindlicher Graben hinsichtlich Stil und Inhalt gezeigt hat. Ich frage mich, ob deutsche Journalisten, in Berlin, Frankfurt oder München noch alle Sinne beisammen haben, wenn sie dem Besuch in den USA nur Positives abgewinnen können. Ich habe dergleichen nichts feststellen können. Den Vogel schoss die Berliner Zeitung ab. Sie titelte: „Mit diesen Fakten knackte Angela Merkel den Trump-Code.“ Dem Verfasser dieser Headline kann man bestenfalls „geistigen Stuhlgang“ bescheinigen.

Ob nun Handelskrieg oder nicht, ob Trump aus dem Atomvertrag Irans aussteigt oder nicht, Angela hätte sich den Besuch sparen können, zumal auch Macron nichts erreicht hat, wenn man einmal von Trumps präsidialen Küsschen absieht. Unsere alimentierten Selbstversorger in Minister- und Abgeordnetensessel haben nicht ansatzweise das Zeug, auf der internationalen Bühne mitzuspielen. Längst haben sie den rang politischer Loser eingenommen. Und Merkel hat den eigenen Absturz in die Bedeutungslosigkeit beschleunigt. Mit ihr wird auch die ganze Jämmerlichkeit der Parteiführer der Oppositionen offenbar. Ich kann nur für sie hoffen, dass sie sich beim Arbeitsessen nicht den Magen verdorben hat.




Schweizer Kripo heimlich von Mafia gefilmt und abgehört

Bei der Überwachung der geheimen Treffen eines Mafiaclans in der Schweiz, lief wohl so ziemlich alles aus dem Ruder. Die Bundesanwaltschaft ließ zu, dass die italienische Anti-Mafia-Polizei in Brig Kameras und Mikrophone installierte. Wie sich herausstellte, waren die italienischen Spezialisten Mafiosi allererster Güte. 

Hier traf sich monatelang der Mafiaclan
zu geheimen Besprechungen

Wir haben den 17. August 2006. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, um 0.30 Uhr, stiegen ein paar Männer heimlich ins Gebäude der Bocciahalle am Südrand von Brig ein. Als sie kurz vor Tagesanbruch – eine Kirchenuhr hatte eben 5 Uhr geschlagen – heraus geschlichen kamen und sich aus dem Staub machten, stand die Überwachungsanlage.

Hochqualifizierte Techniker hatten zwei Kameras und zwei Mikrophone installiert und sehr gut getarnt. Kabel und technische Geräte waren clever in die Decke eingebaut, eines der Mikrophone in der Wand direkt neben jenem Tisch, den Fortunato Maesano, der «Mafiaboss aus Brig», und seine Freunde bevorzugten. Alles war perfekt gelaufen: «Es gab keine Panne, und es wurde nichts beschädigt», notierte Kommissar «37649» in seinem Tagesbericht.

Noch am selben Tag, Punkt 22.00 Uhr, schalteten die Polizisten die Anlage erstmals ein. Ab sofort konnten Fahnder der «Operation Feigenbaum» auf ihren Bildschirmen verfolgen, mit wem Fortunato Maesano und seine Kollegen Francesco Romeo, Antonio Mafrici und Bruno Pizzi in der Bocciahalle zusammensaßen. Und sie konnten vor allem auch mithören, worüber sie sprachen.


Aufzeichnungen mussten gelöscht werden

Bereits am zweiten Tag fiel der Ton aus, dann wiederum das Bild und schließlich sogar Ton und Bild. Die Techniker versprachen, die Panne zu beheben. Doch dafür mussten sie nochmals in das Gebäude der Bocciahalle einsteigen – nachts und heimlich. Es dauerte beinahe eine Woche, bis sich eine passende Gelegenheit bot. Solange war die Leitung tot. Erst ab dem 25. August klappte die Datenübertragung wiederum.

Kaum war die technische Panne behoben, gab es ein neues Problem. Die Videoüberwachung war an klare Auflagen geknüpft: «Die Video- und Tonüberwachung musste auf die Stelle beschränkt sein, wo die Verdächtigen jeweils zusammensitzen.» Diese Auflage war kaum einzuhalten. Grund: Die beiden Überwachungskameras zeigten ziemlich große Ausschnitte; nie filmten sie allein die Verdächtigen, sondern immer auch Personen, die nicht hätten observiert werden dürfen. Das war ärgerlich. Jetzt mussten alle Aufzeichnungen gelöscht und geschreddert werden. Und die Techniker mussten eine neue Anlage einbauen.


Nichts als Pleiten, Pech und Pannen

1. September 2006. Noch eine Panne. Wieder machten die Mikrophone schlapp. Diesmal dauerte es geschlagene zwei Wochen, bis der Schaden wieder behoben war. Wie heute bekannt ist, konnten die Mafiosi nach Belieben eingreifen und die Anlage abschalten.

Zeitweise geriet die Überwachung der Bocciahalle gar zur Lachnummer. Patrick Lamon, der Staatsanwalt des Bundes, der die «Operation Feigenbaum» leitete, und seine Fahnder hatten in ihrem Übereifer auch hohe Magistraten und bekannte Briger Beamte heimlich gefilmt und ihre Gespräche aufgezeichnet. In der Tat, in der Bocciahalle verkehrten damals nicht nur Mafiosi, sondern auch Briger Richter, ebenso Stadtschreiber Eduard Brogli. Wenn sie nach Feierabend ein Bier trinken oder ungestört reden wollten, gingen sie nicht in eines der bekannten Briger Bistros, sondern wählten den diskreten Privatclub Bocciahalle. Es steht zu vermuten, dass die Mafiosi den Spieß umdrehten und ihrerseits die Richter abhörten und filmten.

Am 25. Oktober wurden die Überwachungskameras und Mikrophone definitiv abgeschaltet, «aus technischen Gründen», wie es im Einstellungsbeschluss hieß. Was hatte die dreimonatige Überwachung gebracht? Nichts als Pleiten, Pech und Pannen. Die einzige gesicherte Ermittlungserkenntnis war: «Wir konnten immerhin feststellen, dass die Bocciahalle die offiziellen Öffnungszeiten nicht einhält.» Lächerlicher kann man sich als Kripo der Sondereinsatztruppe nicht machen.


vermeintlich Italienische Anti-Mafia-Polizei hinter der Tarnfirma

Erschreckend der Dilettantismus, mit dem «Sheriff» Patrick Lamon und seine Fahnder – alle Angehörige der Bundeskriminalpolizei – ans Werk gingen. Doch das war nicht alles. Hinter der stümperhaften Video-Überwachung in Brig entwickelt sich nun ein handfester Skandal.

Die Techniker, die die Überwachungsanlage einbauten, gehörten weder zur Bundespolizei noch zu einer anderen Schweizer Polizei. Sie kamen aus Italien und waren Mitarbeiter der «Network Security Activity» (NSA), eine völlig unbekannte Sicherheitsfirma aus Cigognola, ein kleines Nest ein paar Kilometer südlich von Pavia. Allesamt Mafiosi, die ihr Handwerk verstanden. Die NSA-Techniker lieferten auch die Kameras und Mikrophone, für die sie pro Tag 480 Euro verrechneten. Und sie waren es, die für die Übermittlung der Aufnahmen beauftragt waren. Dazu benutzten sie zwei Mobiltelefone, beide mit italienischem Anschluss. Kostenpunkt für einen Monat: 2‘100 Euro.

Doch eigentlich gab es die NSA nicht. In Tat und Wahrheit handelte es sich um eine Tarnfirma. Unsere Recherchen haben ergeben: Hinter der NSA verbirgt sich niemand anders als die italienische Mafia-Polizei.


Heiße Fragen an die Bundesanwaltschaft

Wieso setzte Staatsanwalt Patrick Lamon nicht eigene Techniker ein? Immerhin verfügten Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalpolizei über bestens ausgebildete Abhörspezialisten. War es rechtens, Ausländer mit diesem Job zu betrauen? Wurden die Aufnahmen aus der Bocciahalle in Brig ausschließlich an das Team von «Staatsanwalt» Patrick Lamon übermittelt oder eventuell auch an italienische Polizei- und/oder Ermittlungsbehörden? Fragen über Fragen.
Zu diesen Fragen hörte man von der Bundesanwaltschaft folgende Stellungnahme:
«Das Verfahren wurde gemäß der damals geltenden Strafprozessordnung geführt. Die angeordneten Überwachungsmaßnahmen waren von der zuständigen Behörde bewilligt. Die vorgenommenen Ermittlungshandlungen brachten keine verwertbaren Resultate zu Tage, um das Verfahren weiterzuführen. Es wurde im August 2007 eingestellt.»


Keine Rede von einer Rechtshilfe an Italien

Es trifft in der Tat zu, dass die Überwachung der Bocciahalle bewilligt wurde. Doch die zuständige Bewilligungsbehörde wusste nicht, dass an der Überwachung italienische Ermittler beteiligt waren. Im Gesuch war auch weder von einer Rechtshilfe an Italien die Rede noch davon, dass die italienische Anti-Mafia-Polizei DIA an der Operation direkt beteiligt war.

Im Gesuch hieß es lediglich: «Beim jetzigen Stand der Ermittlungen können wir immerhin sagen, die Bocciahalle ist ein wichtiger Ort (‚lieu clé‘ - eine Schlüsselstelle, A.d.R.), wo unsere diversen Verdächtigen täglich verkehren.» Und: «Fügen wir noch an: Aus technischen Gründen werden die nötigen Überwachungsgeräte von einer Privatfirma zur Verfügung gestellt und auch installiert.» Kein Wort über die Zusammenarbeit mit italienischen Ermittlungs- oder Fahndungsbehörden. Da waren mit «Sheriff» Patrick Lamon wieder mal die Pferde durchgegangen. Er hatte geschummelt: Mit Lügen durch Weglassen eine Bewilligung für eine Videoüberwachung erschlichen.

Ja, ja, wer die Mafia aufs Kreuz legen will, muss sehr früh aufstehen.


Samstag, 28. April 2018

Trumps Hirnzellen-Mangel-Syndrom

Angelas Reise ins Land zügig entsorgter Trump-Berater und geschasster Minister kann man getrost unter das Motto „mit Zitronen gehandelt“ stellen. Man musste kein Prophet sein, um zu wissen, dass ein egomanischer Trump ausschließlich sich selbst sieht und man von ihm kaum mehr erwarten durfte, als den literweisen Eigenverbrauch von Haarspray, das auch bei schweren Sturmböen eine betonfeste Frisur gewähleistet. 




Damit sind bei freundlicher Betrachtung bereits die hervorstechendsten positiven Eigenschaften des US-Präsidenten beschrieben. Mal will der den Raketenmann aus Nordkorea zusammenbomben, mal behauptet er, den „größten“ (Atomknopf) auf seinem Schreibtisch zu haben, dann wieder droht er, ohne dass ihm dabei die Frisur verrutscht, den deutschen einen Handelskrieg an. Im Anschluss beschimpft er Angela, ihr Land in den Ruin zu führen. Mit letzterem könnte er zwar recht haben, es geht ihn aber einen feuchten Kehricht an. Wie dem auch sei, der Mann mit den fest getackerten Locken ist für jeden politischen Affront gut und sei er noch so unterirdisch..

Die europäische Woche in den USA ist vorbei. Mit ist nicht klar, was sich unsere Kanzlerin vom Besuch in Amerika und von dem Gespräch mit einem politischen Großmaul versprochen hat. Mit einem Sprücheklopfer, der ohne Wenn und Aber sich selbst vertritt und seinen Gesprächspartnern nichts weiter, als jovial-dümmliche Zuwendung zuteilwerden lässt, werden selbst unerhebliche Erwartungen obsolet. An den Ergebnissen gemessen können weder Macron noch Merkel Vorzeigbares mit nach Hause nehmen.

Kerle vom Schlage Trump verlangen von Vasallen, Domestiken, Dienstboten und Lakaien grundsätzlich, dass sie kleine, sehr kleine Brötchen backen. Stellt sich nur die Frage, welchem Typus von Marionetten Angela und Emmanuel angehören. Gewiss, Donald der amerikanische Potentat hat dem kleinen Franzosen die weitaus größere Gunst erwiesen und ihm drei Tage lang die Eier gekrault, während der französische Staatspräsident mit charmanter Miene stillgehalten hat. Wohl aus Angst davor, dass Trump aus irgendeiner Verärgerung heraus auch hätte zupacken können. Dann sich doch lieber bis zur Selbstverleugnung dümmliche Zuwendungen eines ungehobelten Amis aushalten.

Immerhin, der Amerikaner mit der Betonfrisur hat Angela geküsst. Nicht ganz so innig wie den Franzosen. Verständlich! Aber wer knutscht schon gerne mit unserer Angela. Im Vergleich zum Besuch des Lieblings-Schwiegersohns aller französischen Mütter durfte unsere Regentin nur etwas mehr als 1 Stunde mit dem blonden Rambo plaudern. Dann gings ab zum Arbeitsessen. Emmanuel dagegen zeigte eine gewisse masochistische Resistenz, indem er nicht nur Trumps Fummelei am Revers seiner Jacke ertrug, sondern drei Tage lang die Distanzlosigkeit des „amerikanischen Staatsmannes“ mit stoischem Lächeln glattbügelte.

Wenn aber zwei Regierungschefs keine allzu großen Erwartungen an ihr Treffen mit US-Präsident Donald Trump knüpften, weshalb haben sie ihn dann überhaupt besucht? Ein Telefonat hätte es auch getan. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass zwei hochbezahlte Staatsoberhäupter mit Regierungsjets, Entourage und ohne Aussicht auf Erfolg losfliegen, um hinterher zu behaupten, man habe konstruktiv verhandelt. Selbstredend müssen alle im Gespräch bleiben, aber auf einem Niveau des gegenseitigen Respekts, des eigenen Selbstverständnisses und diplomatischen Geschickes, und nicht auf dem Niveau lächerlicher Streicheleinheiten.

Die Feinstaubbelastung in Trumps Oberstübchen haben scheinbar bedenkliche Ausmaße angenommen. Denn er treibt Merkel, Macron und alle anderen westlichen Verbündeten der USA vor sich her. Selbst Theresa May. Wenn ich einmal davon absehe, dieser Potenz-Donald Merkel oder May aus guten Gründen nicht leiden kann, zumal er in Frauen verachtender Weise eher langen Beinen und silicon-optimierten Körperformen williger, aber gut dotierter Damen zugetan ist, dürften Angela und Theresa mangels erquicklicher Vorzüge sowieso schlechte Karten haben. 

Jedenfalls setzt Trump die Agenda.  Er hat die Strafzölle eingeführt, er stellt den Iran-Deal infrage, er hat die USA aus dem Klimaabkommen von Paris herausgelöst, er droht mit dem Abzug von US-Truppen aus dem Nahen Osten und klopft Angela und Emmanuel wie bedauernswerten Kumpels auf dem Schulhof leutselig und gönnerhaft auf die Schulter. Außer Spesen nix gewesen.

Die Quintessenz ist klar: Die Strafzölle auf EU-Produkte hängen wie ein Damoklesschwert über Europa, insbesondere über Deutschland und Frankreich. Wenn unsere zwei Vasallen Trump nichts anbieten können oder wollen, mit dem er sich daheim als Sieger präsentieren kann, dann sollten man sich auf einen Handelskrieg einstellen. Unsere devoten Regierungsvertreter haben nicht die Chuzpe, einem machtbesoffen Imperator zu erklären, dass er mit seinen Drohungen möglicherweise nur einen Pyrrhos-Sieg erringen kann. Aber politische Schwächlinge sind wir inzwischen ja gewohnt.

Freitag, 27. April 2018

Andrea Nahles – selbst gewählter Rohrkrepierer


Seit vielen Wochen dümpelt die SPD in der Gunst der Wähler im Bereich zwischen 17% und 19%, ein Wert, der die älteste Partei Deutschlands zu einem Provinzverein in der politischen Landschaft macht. Obwohl die Parteispitze der roten Loser bei jedem öffentlichen Auftritt mit der Einleitung beginnt, sich erneuern zu müssen, fragt sich der Bürger, was Berufsschwätzer und Heißluftverbreiter unter Erneuerung verstehen.



Klar ist: Der SPD sind die treuen Basiswähler längst abhanden gekommen. An wen soll man sich denn wenden, wenn die klassische Arbeiterschicht dermaßen zusammengeschrumpft ist, dass kaum noch einer dieser ehemaligen Malocher übriggeblieben ist?  Alte Strukturen gibt es nicht mehr. Sie heißen heute Facharbeiter, und denen muss man wahrlich nicht Gerechtigkeit predigen, zumal diese Klientel in der Regel haarscharf am Spitzensteuersatz vorbeischrammt. Wo will Nahles Zuwächse für die SPD generieren? Etwa bei den Sozialfällen? Bei Migranten etwa? Bei beschämend schlecht versorgten Rentnern? Die werden ihr etwas husten. Wer sich mit Verlierern identifiziert wird selbst zum Verlierer, eine Binsenweisheit, die eine Proletin vom Schlage Nahles nie begreifen wird, auch wenn die Höhe ihrer staatlichen Apanage den Grad ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit weit übersteigt. 

Sozial Schwache sind die erklärte Zielgruppe der SPD, - schon immer gewesen. Wer sie fördern will, muss sich das Geld bei der zahlenden Mehrheit beschaffen. Wenn die jedoch nicht mitmacht, kann die ehemalige Arbeiterpartei Konkurs anmelden. Diesen Fehler hat Martin Schulz gemacht, Nahles ist drauf und dran ihn zu wiederholen. Dabei scheint es der Dame aus der unteren Etage der Gesellschaft nichts auszumachen, wenn die Presse ihr ein verheerendes Zeugnis ausstellt. Die SPD sollte sich allmählich auf eine Nahtod-Erfahrung einstellen, dann können sie wenigstens schon mal Vorsorge fürs eigene Begräbnis treffen.

Weder mit Geschrei noch mit dümmlicher Rhetorik kann man den Bürger mitreißen oder gar überzeugen. Überzeugungsarbeit braucht kein Gebrüll, sondern starke Argumente. Nach einem lauten Auftritt kann schon mal betretenes Schweigen herrschen, besonders bei den eigenen Wählern. Bätschi-Nahles scheint nicht begriffen zu haben, dass es für eine Erneuerung nicht ausreicht, sich Parteichefin zu nennen. Ja, sie scheint sogar noch dickfälliger zu sein, als unsere Kanzlerin, anderenfalls müsste sie längst wahrgenommen haben, dass sie in der eigenen Partei immer weniger Unterstützung hat. Da wird wohl eines Tages „Siggi der Beleibte“ wieder einspringen müssen. Man möchte unwillkürlich seinem geheimen Wunsch nachkommen, auf eine einsame Insel auszuwandern, um nicht länger diesem geistigen Elend der dreist auftretenden SPD-Spitze ausgesetzt zu sein. 

Allem Anschein nach kann man in der SPD besonders schnell Karriere machen, wenn man sich durch aktive Verwendung kleinkindlicher Metaphern im Kreise vertrottelter Parteibonzen profiliert, denn seit einer Woche hat sie den Vorsitz in der Partei übernommen. Das nenne ich einen bemerkenswerten Karrieresprung mit unterirdischem Sprachduktus. Glücklicherweise ist man innerparteilich rotzfreches Kindergeplapper gewohnt, wobei ich der Meinung bin, dass man gerade hart daran arbeitet, durch geeignete Maßnahmen den derzeit herrschenden Intelligenzlevel nach unten zu korrigieren.

Beim breiten Publikum ist Nahles der Inbegriff einer Parteifunktionärin, die als Erwachsene keinen einzigen Tag in einem ordentlichen Beruf verbracht hat. Auch wenn sie durch jahrelanges üben inzwischen alle standardisierten Parteifloskeln beherrscht, bleibt zu konstatieren: Sie ist nicht die hellste Kerze auf dem staatlich alimentierten Versorgungskuchen. Mit ihren infantilen Ausbrüchen à la 'Bätschi', 'Kacke' und 'in die Fresse' beweist sie eindrücklich, aus welchem sozialen Milieu sie stammt. Es ist zweifellos eine der unteren Etagen. Ganz anders die AFD, die mit oft genug mit Mitgliedern der Bildungselite und brillanten Rednern, starken Argumenten und rhetorischen Könnern den Roten und Blauen das Fürchten lehren.

Die personelle Ausstattung der SDP gleicht eher einem tiefen Jammertal als einer wegweisenden Weiterentwicklung. Sie ist die personifizierte Beleidigung der durchschnittlichen Intelligenz deutscher Bürger. Wer Nahles und die SPD gewählt hat, sieht sich heute als ein politisches Opfer, das nur noch hoffen kann, dass die Nahles’sche Heimsuchung ihr baldiges Ende findet. Wie sagte einst Charles Pierre Péguy so treffend? Eine Partei lebt so lange von ihrem Kult, bis sie an der eigenen Politik stirbt. Böse Zungen streuen inzwischen das Gerücht, die SPD entwickle sich derzeit zu einer Partei der Sozialismushilfeempfänger und plane, sich in SSPD umzubenennen: Sich Selbst Prügelnde Demokraten.



Dienstag, 24. April 2018

Neue Kriminalstatistik 2018 – die maximale Unverfrorenheit

Der Frühling scheint bei unseren Politikern und insbesondere bei den rotgebürsteten Parteien euphorische Gefühle faktenleugnerische Lebenslust und buntfärberischer Gefühlsduselei ausgelöst zu haben. Die Schöngeister der gelebten Unwahrheit ließen mit Tamtam die neueste Kriminalstatistik über alle TV-Sender laufen. Headline: „Deutschland immer sicherer.“ Bei dieser Nachricht musste ich reflexartig meine Hose festhalten, die mir um ein Haar bis zu den Knien heruntergerutscht wäre, obwohl ich auf einem Sessel saß.



Der rückläufige Trend krimineller Straftaten sei so stark wie nie zuvor, die Straftaten seien auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten, tönte es dem Bürger um 20 Uhr 17 von der Mattscheibe entgegen. Gleichzeitig meldet aber das LKA für Schwerpunktkriminalität Berlin heute, dass alleine in ihrem Zuständigkeitsbereich mehr als 55.000 Ermittlungsverfahren für Verbrechen nicht bearbeitet worden sind. Ein neuer Rekord. 

Und weil wir erheblich weniger zu befürchten haben als Jahrzehnte zuvor, investiert die Bundesregierung als Folge größerer Sicherheit in unserem Land massiv in mehr Polizei, mehr in Prävention und mehr Sicherheitseinrichtungen. Diese Logik versteht nur ein Politiker! Es würde mich nicht wundern, wenn Angela, Heiko und Horst von RTL als Komiker verpflichtet würden.




Es mag ja ein paar dämliche Fernsehzuschauer geben, die immer noch alles glauben, was der Nachrichtensprecher an einem Fernsehabend so alles von sich gibt, aber die Zahl im Land der „Ungläubigen“ wächst und wächst.  Es liegt mir fern, den Terminus des Ungläubigen weiter zu vertiefen, zumal wir in unserem Lande neuerdings mit Menschen konfrontiert werden, die den Begriff ernst nehmen und Böses im Sinn haben. Immerhin müssen wir akzeptieren, dass aus Sicht unserer "Neubürger" blonde Frauen in engen Hosen oder kurzen Röcken in unserem Land ohnehin nichts zu suchen haben. Christen sind bei uns ebenfalls unerwünscht, Juden übrigens auch. Man möchte sich angesichts dieser Entwicklung vor Übelkeit von der Brücke stürzen.

Deutschland ist nach der Sichtweise unserer Politiker also die Insel der Glückseligkeit, währenddessen die staatlich gelenkten Freudennachrichten auf bundesdeutschen Sofas Lachsalven auslösen, ohne dass Innenminister und Regierung irgendetwas davon etwas bemerken. Nur so ist zu erklären, dass mit maximaler Unverfrorenheit und eingeschränktem Denkvermögen Behauptungen aufgestellt werden, die man wohlwollend betrachtet als humoristisch-satirische Slapsticks einstufen könnte. "Straftaten sollen in Deutschland um 10% gesunken sein.“ Wer das glaubt, der glaubt auch an den Klapperstorch. 

Es sind noch nie so viele Menschen abgestochen worden wie den letzten 4 Monaten. Zu keinem Zeitpunkt wurden mehr Frauen sexuell belästigt, erniedrigt, bedrängt und bedroht worden wie in den letzten drei Jahren. Nie hatten wir mehr Ladendiebstähle, Drogendelikte und schweren Nötigungen als gerade jetzt. Von Diebstahlsdelikten, Prostitution, Sozialbetrug oder Schlägereien will ich erst gar nicht reden. Bandenkriminalität allenthalben.



Gleich darauf setzte der Chef des Bundeskriminalamtes noch eins drauf: "Es gibt in Deutschland keine No-go-Areas." Wer diesen in ganz Berlin verbreiteten politischen Stuhlgang noch schadlos übersteht, dem kann man getrost den Nobelpreis für Gutgläubigkeit verleihen. Nichtsdestoweniger leisten unsere Vertuschungsexperten ganze Arbeit. Scheinbar haben sie in unserem Land Hochkonjunktur." Engagierte Volkserzieher und militante Moralimperialisten werden uns schon noch beibringen, was wir zu glauben und zu denken haben.

Die Merkel’schen Geschenke sollen nun in beispielloser Verharmlosung beim Deutschen Frühlingsgefühle erzeugen. Allerdings sieht die Wahrheit anders aus. Man kann an keinem Bahnsteig mehr stehen, ohne mit dem Gefühl im Nacken, von irgendeinem Bereicherer auf Bahngleis gestoßen zu werden. Ob nun gefühlt oder nicht gefühlt spielt keine Rolle. An der Tatsache einer stark anwachsenden Kriminalität aufgrund starker Zuwanderung gibt es nichts zu deuteln.

Linksgrün-verseuchte Systempresse und vernebelte Gutmenschen auf Regierungsbänken sind aktive Kollaborateure für eine Kampagne, die ihresgleichen sucht. Ach, um ein Haar hätte ich vergessen zu erwähnen, als der Nachrichtensprecher anfügte, dass die gefühlte Unsicherheit größer sei, als die reale. Mit anderen Worten, dem Bürger wird unterstellt, er könne zwischen subjektivem Gefühl und objektiver Tatsache nicht unterscheiden. Das surreale Panoptikum der Mediengestalter feiert Pinocchio ohne rot zu werden. 

Selbst der bekannteste Kriminologe Professor Pfreiffer wurde zur Untermauerung der neuesten Zahlen bemüht. Bei seinen Verlautbarungen vor der Kamera assoziierte ich eine unangenehme Krankheit. Bei  dem „Pfeifferschen Drüsenfieber“ handelt es sich um zwar eine harmlose Viruskrankheit, begleitet von Fieber, Schwindel und Orientierungsstörungen, das im Normalfall nach drei Monaten vollständig überstanden ist. Nicht so bei dem SPD-kontaminierten Kriminologen. Bei ihm kommen als Begleiterscheinungen erschwerend verharmlosende Wahrnehmungen und latente Realitätsverluste hinzu, die ihm den Blick auf komplexe Zahlenwerke statistischer Natur verstellen.

Er begründete den neuesten Kriminalitätsschwund mit dem mittlerweile stark eingedämmten Flüchtlingsstrom nach Deutschland. Erinnern wir uns an die Sendung vom 30.11. 2017 mit Frau Maischberger, die unter anderen den Kriminalwissenschaftler zu Wort kommen ließ. In der damaligen Sendung behauptete er steif und fest: „Werden Straftaten von Migranten mit denen der Gesamtbevölkerung in Deutschland verglichen, ist kaum eine Auffälligkeit zu sehen. Mit Flüchtlingen hätten die vergangenen Zuwächse nichts zu tun". Aha, denke ich mir, der Kerl hat sich eine neue Variante der Begründung zurechtgelegt.

Wollen wir doch einmal festhalten: Zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl polizeilich registrierter Gewalttaten in dem Bundesland um 10,4 Prozent. Zu 92,1 Prozent sei diese Zunahme Flüchtlingen zuzurechnen. Ich gebe zu, wenn jetzt plötzlich sämtliche illegalen Grenzüberschritte und die kriminellen Straftaten in Ausländerunterkünften aus den Statistiken herausnimmt, jaaah dann… Nein, ich argumentiere lieber nicht weiter, auch wenn im ersten Quartal 2018 sich kein echter Trend für eine Verbesserung nachweisen lässt. Allerdings hätten die Gewalttaten signifikant zugenommen, schließt der Moderator in der Mattscheibe und wechselt das Thema.

Wie einst in Heinz Rühmanns Feuerzangenbowle, in dem der oft zitierten Satz fiel: „jetzt stellen wir uns mal janz dumm“ -, genauso wirken unsere roten Agitationssender, wenn sie uns die aktuellen Messerattacken, Vergewaltigungen, Amokläufe und Schießereien mit psychisch labilen Einzeltätern erklären. Nein, ich habe längst kein Vertrauen mehr in unsere Polit-Elite. Im Gegenteil. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird uns verkündet, dass Mord und Totschlag für Mitglieder muslimischen Glaubens nur noch Bagatelldelikte sind und in Statistiken nicht mehr aufgeführt werden. Dann stimmen wenigstens die Zahlen wieder...






Samstag, 14. April 2018

Singende Hohlköpfe – Ehre, wem sie nicht gebührt.


Seit Bushido sind wir so einiges gewöhnt. Bei der Verleihung des jüngsten Echos haben gleich zwei dieser unterirdischen Gattung rappender Widerlinge einen Preis errungen. Was die Sangeskunst von Farid Bang und Kollegah angeht, kann man geteilter Meinung sein, was den Inhalt des vorgetragenen Liedgutes betrifft, dürfte bei vielen Anwesenden akuten Brechreiz hervorgerufen haben.



Man versteht die Welt nicht mehr, wenn eine Ethikkommission, besetzt mit Menschen, denen man normalerweise ein gewisses Niveau unterstellen müsste, den rassistischen, antisemitischen und frauenfeindlichen Vortrag als künstlerisch einstuft und durchwinkt. Wenn man einmal davon absieht, dass diese Proleten knapp an der Hilfsschule vorbeigeschrammt sind und weder Subjekt, Prädikat oder Objekt in der richtigen Reihenfolge aneinanderreihen können, darf sich das elitäre Publikum nicht wundern, wenn es auf der Bühne gelebte Gosse ertragen muss. Sie sind die gelebte Endlösung der Moral – und Tausende schauen zu.

Im Album der Rapper Kollegah und Farid Bang finden sich Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Bereits während des Auftrittes fragte sich so mancher, aus welcher Kloake die beiden Verbalhonks gekrochen sind. Man darf getrost bezweifeln, dass Farid Bang und Kollegah den Grad ihrer antisemitischen Provokationen und entwürdigenden Texte begreifen. Das wiederum spricht für sie. Für Hirnleere kann man in Deutschland noch nicht zur Verantwortung gezogen werden. Leider.

Wenn Spiegel online, der intellektuelle Ausbund roter Fehlleistungen, sich in Lobeshymnen auch noch ergeht, weiß man was die Uhr bei der journalistischen Brut aus dem Hause Springer geschlagen hat: „Die beiden umstrittenen Musiker wurden für das Werk "Jung, Brutal, Gutaussehend" mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet. Schon der Terminus „Werk“ scheint mir eine vorsätzliche Vergewaltigung des deutschen Wortgutes zu sein. Am liebsten würde ich dem Verfasser dieser Anerkennung Prügel androhen. Wenn Judenfeindlichkeit zum Verkaufsschlager wird, läuft nicht nur bei Spiegel Online sondern im ganzen Land etwas schief.

Kollegahs Video "Apokalypse" dreht sich um den Kampf gegen das Böse, wobei das Böse einen Davidstern trägt. Erst als es besiegt ist, können Christen, Muslime und Buddhisten die Welt aufbauen. Sind diese Bilder Zufall? Die Ehrung ist ein Schlag ins Gesicht. Es ist ein jämmerliches Bekenntnis des Bundesverbands der Deutschen Musikindustrie, der die Echos vergibt. „Ich will hier keine Politikdebatte daraus machen“, sagte Kollegah zur Kritik Campinos. Jeder, der über das Thema mit ihm sprechen wolle, könne das bei der After-Show-Party tun, so der Musiker. Mir fehlt die Fantasie anzunehmen, dass sich ein Gespräch mit einem intellektuellen Unglücksfall lohnen würde.

Dass der Echo diese beiden „Künstler“ am Holocaustgedenktag auftreten lässt, ist an Zynismus, Rohheit und Dummheit nicht zu übertreffen. Die an den Tag gelegte Doppelmoral ist zum Kotzen. Ich erinnere mich noch gut an Bushido, der als Profilbild auf Twitter eine Palästinakarte benutzt, auf der Israel nicht vorkam. Auch an die Hunderte Konzertbesucher, die nach einem Konzert von Bonez MC und RAF Camora im vergangenen Jahr vor dem Velodrom mitten in Berlin auf „7 Nation Army“ von den White Stripes „Alle Juden sind Schweine“ singen. Man sollte die Veranstalter hier und jetzt zum Teufel jagen.

Nach der feierlichen Überreichung des Preises blökten die zwei Preisträger in perfektem Türkensprech für Deutsche Unverständliches in die Mikrofone. Ihre sprachlichen und grammatikalischen Totalausfälle verursachten bei mir jedenfalls einen spontanen Würgereiz. Bis zum Auftritt der beiden dachte ich noch, die Talsohle profilneurotischer Selbstdarsteller sei erreicht, jetzt weiß ich, Farid Bang und Kollegah sind die Löcher in der Sohle. Für jeden anständigen Deutschen war die Peinlichkeit des Auftrittes zweier halbseidener Primitivlinge kaum noch zu überbieten. Sie bekamen den Preis – am Holocaustgedenktag. Welch eine Katastrophe.

Doch anschließend ging es rund. Um es mit den Worten unserer so hochgeschätzten Frau Nahles zu sagen, dann gabs „eins auf die Fresse“. Kampino zog vom Leder und schien mit seinem empörten Angriff auf die zwei Pseudo-Deutschen und deren Vortrag wenigstens ein paar intakte Synapsen erreicht zu haben. Man höre und staune, selbst Außenminister Maas nannte die Echo-Verleihung an die Rapper beschämend. "Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient." Der erste vernünftige Kommentar in seiner beruflichen Karriere, für mich ein unerwarteter Höhepunkt.

Kaum hatten die zwei rappenden Türkenstenze das Rampenlicht verlassen, gerieten sie auf einer Party in eine Prügelei. Wenig überraschend, zumal man von den beiden nichts, aber auch gar nichts anderes erwarten würde. Ich mag gar nicht mehr resümieren. Die Tatsache, dass Echos von Juroren verteilt werden, die offenkundig nicht mehr Herr ihrer Sinne sind und noch weniger Zugang zu Anstand, Sitte und Moral haben, muss das Publikum in Zukunft weit Schlimmeres befürchten.  



  


  

Freitag, 13. April 2018

Blutrausch auf dem Jungfernstieg


Die Grenze der Unerträglichkeit ist weit überschritten, wenn im Wochenrhythmus mitten in Deutschland messermetzelnde Afghanen, marodierende Syrer oder blutrünstige Nigerianer aus Wut, Enttäuschung oder Glaubensgründen morden oder massakrieren. Erneut hat gestern einer dieser „geduldeten Gäste“ aus dem schwarzen Kontinent zugeschlagen.


 Dieses Mal in Hamburg auf dem Jungfernstieg. Der geistige Primat aus Niger erstach seine Tochter und seine Ex-Frau vor den Augen etlicher Zeugen auf einem Bahnsteig in Hamburg. Das Kind starb noch am Tatort. Die Mutter, den Angaben zufolge eine 34-jährige Deutsche, erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Der Vater - aus dem westafrikanischen Niger stammend, scheint wie im Blutrausch gewütet zu haben.

„Mich erschüttert die schlimme Tat am Jungfernstieg“, schrieb Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) auf Twitter. „Klar ist: Wenn ein Kind von der Hand erstochen wird, die es schützen sollte, übersteigt das jede vorstellbare Grausamkeit.“ Alle Wetter. Endlich weiß ich, welchen Stellenwert eine ermordete Mutter und ihr abgeschlachtetes Kind in Deutschland haben. Die getwitterte Betroffenheitsfloskel einer subalternen Beamtin muss ausreichen, um dem Entsetzen seitens der Politik Genüge zu tun.

Die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs erklärte, man stehe „erschrocken vor dieser Gewalttat“. Ich frage mich aber auch, in welchem Ausmaß Kirsten Fehrs Synapsen geschädigt sein müssen. Ich erschrecke allenfalls, wenn mir eine Tasse Kaffee in die Computertastatur rinnt oder ich meine Scheckkarte an der Tanke vergessen habe.

Inzwischen wird es immer deutlicher, Politiker können gar nicht mehr so schnell kondolieren, wie von kranken Hirnen in unseren Städten Blut vergossen wird. Wuppertal, Hamburg, Berlin, das ist die Bilanz heutiger Gräueltaten, über die man zu berichten geruhte. Sie igeln sich ein, die erste Garde unserer Polit-Elite, schweigen zu der blutgetränkten Entwicklung in Deutschland und schützen wichtige Verpflichtungen vor.

Der heutige Vorfall in Wuppertal sucht ebenso seinesgleichen. Der Täter, ein 23-Jähriger aus Gelsenkirchen reißt ein fremdes Kind an sich und springt vor die S-Bahn. Der Täter blieb unverletzt, das Kind erlitt glücklicherweise nur Schürfwunden, so Spiegel Online. Dieser verkommenen roten Redaktion war zum Zeitpunkt der Publikation klar, dass es sich um einen Inder muslimischen Glaubens handelte.  Zeugen hielten diesen Drecksack bis zum Eintreffen der Polizei am Wuppertaler Hauptbahnhof fest. Der polizeibekannte Mann wurde festgenommen - die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Kaum war die Nachricht über den Bildschirm geflimmert, wurde über den nächsten muslimischen Psychopathen berichtet, der in einer Bäckerei mehrere Menschen mit einer schweren Eisenstange angegriffen und schwer verletzt hat. Als die Polizeistreifen eintrafen, wurden sie sofort mit Steinen und vermutlich einem Schlagstock angegriffen. Die Polizei hat in Fulda den Mann erschossen.

Nicht nur unsere Kanzlerin, vor allem die Grünen und Roten Parteioberen kommentieren die Geschehnisse schon gar nicht mehr, die vor wenigen Jahren ein abendfüllendes Thema in allen Nachrichtensendungen gewesen wären. Ja, unsere eierlosen Polit-Nullen lassen sich nicht einmal mehr sehen, aus Angst, es könnte sich schon wieder um einen Terroranschlag handeln. Nur zu genau wissen sie, dass der sich ausbreitende Volkszorn ein gefährliches Ausmaß angenommen hat und wütende Bürger ihnen angesichts der ausufernden Fremden-Kriminalität an die Gurgel geht. Und in der Tat, man möchte diese beschwichtigenden Klugschwätzer am liebsten verprügeln. Es ist ein wahres Trauerspiel, wenn Bürger ein gesünderes Rechtsempfinden als ihre Politiker haben.

Die humanitäre Heuchelei unter Moderatoren, Politikern und Profi-Humanisten hat nicht nur Methode. Mir scheint, man will den Bürgern mit aller Macht das „Gute“ im Moslem verkaufen, weil es gewaltig grummelt und der Bürger allmählich die Schnauze voll hat. Machtlose Polizei, unterbesetzte Justiz, hilflose Politik, da müssen unsere Eliten positive Botschaften verbreiten. Dazu gehört auch, dass man sich bei der nächsten Mordmeldung nach Möglichkeit und höchst vorsorglich wegduckt.

Donnerstag, 12. April 2018

Der kranke Irrsinn in Syrien

Angesichts der aktuellen Nachrichten aus dem Kriegsgebiet in Syrien, muss wieder einmal jedem halbwegs klardenkenden Bürger vor Empörung die Galle überlaufen. Egal ob es sich um euphorische Feierstunden vor Ground Zero oder die Liquidierung von Osama Bin Laden handelt, gleichgültig ob der Abwurf von Giftgasbomben auf die Bevölkerung oder das Kriegsgerassel eines unzurechnungsfähigen US-Präsidenten jeden gesunden Menschenverstand ad absurdum führt, das grauenvolle Schauspiel wiederholt sich und die Welt diskutiert über Ursache und Wirkung.


 Es kann einem speiübel werden, wenn Nachrichtensprecher und Kommentatoren die unerträglichen Twitter-Flatulenzen eines Donald Trump in die Welt blasen, der seine Raketen mit den Attributen schön, neu und klug beschreibt und Assad und Putin droht, dass sie kommen werden. „Mach dich bereit, Russland…“ so kündigt dieser psychopathische Donald in übelster Hooliganmanier seine Reaktion auf den Giftgasangriff auf syrische Zivilisten an, und schickt den US-Flottenverband auf dem Weg ins Mittelmeer.

Während sich die Alliierten auf eine kriegerische Eskalation zwischen Putin, Assad und Trump vorbereiten, berichten unsere Medien über das sich anbahnende Geschehen. Bewaffnet mit Kameras, Videogerätschaften und hungrigen Objektiven übermitteln sie uns gestochen scharfe Bilder, unterstützt durch fachkundige Regieanweisungen vor Ort. Wir dürfen mitfiebern, wie in Syrien Kinder im Sand verrecken, Frauen in Stücke gerissen werden oder Rebellen in Ost Ghuta filetiert werden.

Es steht zu befürchten, dass im Namen der Humanität die amerikanischen und russischen Raketen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie sonst wäre zu erklären, dass rund um die Uhr über nichts Anderes als über Syrien berichtet wird. Helden sind entweder gesund oder tot. The show must go on. Der Krieg als politische Börsennotierung. Auf Deutschlands Mattscheiben findet Zynismus in Reinkultur statt und die Sender brauchen Sensationen. Was ist schon ein Unwetterschaden im Vergleich zu einer Schlacht vor den Toren Aleppos?

Immerhin, zum Sonntagsfrühstück gibt es Toast, Orangenmarmelade und Life-Beschuss in den Frühnachrichten. Grellen Explosionsblitzen folgen dumpfe Detonationen, während der Reporter vom Hoteldach aus die Einschläge kommentiert. Ein Feuersturm fegt über unser morgendliches Brunch hinweg. Minutenlanges Röcheln erstickender Menschen - und wir sitzen in der ersten Reihe. Schweinsbraten und Knödel werden hastig aufgetragen, während die hübsche Tageschausprecherin mit sensationsintonierter Stimme die gelungene Bratensauce mit Blut, Angst und Leid verfeinert. Das Inferno brennender Ruinen garniert den Endiviensalat. Der schauerliche Tod als Unterhaltungssendung und Quotenrenner begleitet uns ins verdiente Wochenende. Mal sehen, wie die Sache weitergeht. Vielleicht haben wir Glück, und es gibt am Montag die Fortsetzung mit einer französischen Botschaftssprengung oder ein erfolgsversprechendes Attentat auf den Papst.

Die USA machen Assads Regierung für den mutmaßlichen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta verantwortlich und haben bereits in den vergangenen Tagen mit militärischen Schritten gedroht. Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) will schon bald eine zehnköpfige Delegation zur Untersuchung in das Gebiet schicken, obwohl den so genannten Experten bekannt ist, dass sich Chlorgas nach 6 Tagen nicht mehr nachweisen lassen. Aber was soll’s, der TV-Konsument weiß längst, dass er vor der Mattscheibe im Quadrat beschissen wird und Nachrichten nur noch dazu dienen, dass der Chips- und Bierumsatz bei Aldi steigt.

Nebenbei eine Randnotiz, dass die Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol vorsichtshalber Warnungen an alle Fluggesellschaften schickt, weil es im Luftraum über Syrien in den nächsten 72 Stunden zu Raketeneinsätzen kommen könnte. Nur gut, dass Assad rechtzeitig informiert wurde, man könnte ja sonst mutmaßen, dass man diesem Massenmörder ans Leder will. Vorsorglich wurde die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land in der Nacht zum Dienstag in volle Alarmbereitschaft versetzt. Die syrischen Streitkräfte räumten am Mittwoch die Stützpunkte. Schließlich will man ja beim Syrer keinen großen Sachschaden anrichten, wenn sich Amis und Russen gegenseitig mit Raketen beharken.

Hört man bei uns einen empörten Aufschrei aus den Parteizentralen der SPD, der FDP oder der Grünen? Steht irgendeiner dieser weich gespülten Diäten-Empfänger auf und rüttelt die Gesellschaft auf, appelliert an die Vernunft oder ruft zum Widerstand gegen diesen kriegstreiberischen Irrsinn auf? Dürre Worte unserer Kanzlerin, verschämtes Aufbäumen von links, kaum hörbarer Protest aus den FDP-Reihen, standardisiertes Gestammel allenthalben. Dazwischen ein ARD-Experte, der in der Tonlage eines verhungernden Furzes dem TV-Konsument darlegt, dass alles gar nicht so schlimm ist. Sind wir alle von guten Geistern verlassen, wenn wir sehenden Auges unserer Regierung und somit auch der Kanzlerin nicht die Leviten lesen und schweigen?

Schwenken wir die Kameras zurück auf den islamistischen Widerstandskämpfer, der sich in letzten Krämpfen am Boden windet. Es folgt die Diskussionsrunde mit Politikern und Friedens-Experten. Ernste, sachkundige Physiognomien erklären, der Feind sei Dank einer mit hoher Präzision abgeworfenen Splitterbombe in den Unterleib getroffen und habe geradezu lehrbuchmäßig ins Gras gebissen. Allah al Akba röchelt ein unbeteiligter Muselmane, kippt kollateral gemeuchelt aus den Sandalen und tut den letzten Atemzug. Stündlich neue Schreckensbilder ermöglichen grausiges Schauern auf dem kuscheligen Sofa. Siegerposen beim Gegner, derweil unsere Kinder am Marsriegel kauen und das Massensterben wie ein Computerspiel verfolgen.

Nun kommt auch noch Frau Merkel ins Spiel, die mit Leichenbittermiene dem Volk erklärt, dass man den Giftgasanschlag auf die Syrer verurteile. Die Bundeskanzlerin gab der syrischen Regierung am Mittwoch eine mögliche Verantwortung für den Angriff. "Es gibt schwere Indizien, die in Richtung des syrischen Regimes zeigen. Auf der Grundlage werden dann auch die weiteren Bewertungen durchgeführt werden", sprachs und trat mit dem Hinweis ab: An Spekulationen über einen Militärschlag wolle sie sich nicht beteiligen. Weshalb aber die Fregatte Hessen im Flottenverband der US-Marine durchs Mittelmeer pflügt, erklärte sie nicht. Vermutlich haben ein paar Urlauber eine Abenteuerreise auf dem Kriegsschiff gebucht.

Wie war das doch gleich in Libyen und dem Irak? Interviews vor Ruinenkulissen. Der Fernsehteilnehmer hat Anspruch darauf, das ganze Ausmaß der Zerstörungskraft einer Rakete zu würdigen, derweil Opa in der Abendzeitung liest, dass Procter & Gamble den Lieferwettbewerb für die Soldaten über 350.000 Rollen Klopapier gewonnen hat und Pepsi mit einer Schiffsladung eisgekühlter Getränke die Soldaten sponsert. Medialer Voyeurismus kennt keine Grenzen. Und das Säbelrasseln kranker Politikerhirne, ob nun in England, Frankreich oder Deutschland garantiert gute Unterhaltung.

Es wird abgelichtet, festgehalten und dokumentiert, was das Zeug hält. Blut, Tränen, Angstschreie, operettenhaft inszeniert, Gefangene, Verwundete und Fliehende in Großaufnahme, verängstigt, verunsichert und taufrisch auf deutsche Bildschirme. Leichtfüßig wird die blutige Berichts-Ethik auf die gleiche schamlose Art überwunden, wie die Russen und Amerikaner Menschenrechte verletzen. Die besten Einschaltquoten haben Sender, in denen am meisten gelitten, gestorben und verwüstet wird und keiner dieser gewählten Regierungsnullen schreit empört auf. Der dritte Weltkrieg ist uns dieser Tage näher als wir ahnen. Und wieder einmal spielt Deutschland eine unrühmliche Rolle.

Experten debattieren über Rechtsverletzungen und Verhältnismäßigkeiten, über Risiken und Vermeidungsstrategien. Hat irgendeiner dieser vernebelten Polit-Hirne begriffen, auf wessen Schultern Kriege ausgetragen werden? Mir ist völlig einerlei, welche Nation Regenten mit eingeschränktem Denkvermögen hat, und weshalb ein Volk so dämlich war, diese arme Figur zu wählen. Aber mir ist es nicht egal, wenn mir politische Psychopathen erklären wollen, dass der Einsatz von Bomben, Panzer, Raketen oder Gift geeignete Maßnahmen sind, Frieden zu stiften. Im Augenblick jedenfalls unterscheiden sich die verantwortlichen Protagonisten der Kriegstreiber kaum vom Terroristen, der eine Diskothek in die Luft sprengt. 

Niemand will Krieg, hört man allenthalben, und wenn er schon nicht zu vermeiden ist, dann soll er möglichst schnell beendet werden. Nun ja, für das arme Schwein an der Front kann die Schlacht sehr schnell beendet sein. Ein für alle Mal. Nur die Regierungskaste überlebt. Welch eine Ungerechtigkeit, wenn Idioten davonkommen. Vernichtet wird im Namen der Menschlichkeit. Lippenbekenntnisse? Einhellige Meinung? Nein, es ist zum Kotzen, wenn man die noch unblutigen Wortgefechte zwischen Russland und den USA verfolgt, in denen jeder dem anderen die Welt erklärt. Gegenseitige Schuldzuweisungen haben Hochkonjunktur und treiben uns hemmungslos in einen dritten Weltkrieg. Und alle sehen zu. 

Kampfhandlungen werden mit Begriffen wie: Präzise Operation, defensiver Erstschlag, chirurgischer Eingriff oder störungsarmer Geländegewinn verharmlost. Mir stockt der Atem bei solchen Wortschöpfungen. Und im Falle Syrien? Mir scheint, da sieht man lieber dem Meuchelmord Tausender von Syrern zu, als die eigene Wirtschafts- und Politinteressen zu gefährden. Allen voran die USA.






Donnerstag, 5. April 2018

Münchner Chickeria und Häppchen-Turniere

Auch an mir geht gelegentlich der Kelch nicht vorbei, hin und wieder zu einem der berüchtigten Münchner Events nach Schwabing eingeladen zu werden. Meist drücke ich mich erfolgreich und lasse mich nur dann darauf ein, mich dort für ein Weilchen sehen zu lassen, wenn es für den Beruf unvermeidlich ist. Talmi, soweit das Auge reicht. 



Diese Kaviar-Häppchen-Turniere werden meist von Journalisten und Fotografen frequentiert, die entweder zu Hause nichts zu essen haben oder im Dunstkreis der scheinbar großen Welt im Gespräch bleiben müssen. Meist fallen beide Bedingungen zusammen. Und dort treffen sie dann auf professionelle Schönlinge, alte Geldsäcke und magersüchtige Blondinen, die mit maximaler Blasiertheit die wichtige Botschaft verbreiten, dass sie der Mittelpunkt des Orbits sind. It-Girls aus der Retorte, mit dem erklärten Ziel, entweder vom Film entdeckt oder von einem Industriellen geschwängert zu werden. Alternativ von dessen Sohn. Zähigkeit, Ausdauer und chirurgisch optimierte Figur sind der Schlüssel, "in" zu sein.

Der einzig wahre Luxus der Damen der Münchner Schickeria besteht darin, auf das eigene Hirn vollständig zu verzichten. Zum Ausgleich fehlender Hirnmasse beschäftigen die blondierten Bohnenstangen einen muskulösen Personal-Trainer und schmücken sich auf 20 cm hohen Highheels, in hautengem Stoff-Fähnchen mit einem Food-Instructor, um ihren parasitären Freundinnen von neuesten, spektakulären Ernährungsinnovationen zu schwärmen. Kleidergröße 34 bis 36 ist Pflicht, was darüberliegt, wird mit zuckersüßer Gehässigkeit oder hinterhältiger Häme kommentiert.

Auch wenn diese auf Luxus getrimmten Mädels nicht unbedingt wissen müssen, an welchen Sträuchern die Möhren wachsen und ob man Spargel auf der Wiese pflückt, plappern sie völlig schmerzbefreit über sensationelle Lifestyle-Trends bei der Einrichtung der neuen Villa in Grünwald oder Kitzbühel. Dabei stehen so wichtige Themen im Vordergrund, auf welche Weise man in einer 70-Tausend-Euro-Küche mit handgeschmiedeten Yanagiba-Sashimi Messern von Master Keijiro Doi kleine Gewürzgürkchen schneidet oder ein Filetiermesser aus dem Messerblock entnimmt, ohne sich dabei zu verwunden.

Sodann tauscht man sich in kleinen Grüppchen über die unnachahmliche Fingerfertigkeit des schwulen Antoine aus, der als Star-Coiffeur in Schwabing der weiblichen Hautevolee beim Schnippeln der Haarspitzen außerordentliche Endorphine-Ausschüttungen bereitet. Frisch gestylt geht’s dann zum Shoppen in Münchens Edelboutiquen, in denen die goldenen Kreditkarten der Ehemänner extremen Belastungsproben ausgesetzt werden. Alternativ kommen auch die Scheidungsmillionen zum Einsatz. Gegen Nachmittag trifft man sich zu einem Gläschen Schampus und zwei bis drei Tartar-Häppchen bei Käfer. Abends rotten sie sich auf jedem nur denkbaren Münchner Event zusammen und mischen sich unter die an chronischem Geldmangel leidenden C-Klasse Promis. (Die Drinks sind kostenlos - man ist schließlich wer)

Selbstverständlich glänzen diese gertenschlanken, dauergewellten Grünwald-Schädlinge unter all den selbstverliebten C-Promis, Halbweltgrößen, Baulöwen und exaltierten Schwuletten mit eigenen Karrieren. Derzeit liegen in der Rangreihe überflüssiger Pseudokarrieren die Berufsbilder wie Schmuckdesign, Pr-Agentur, Innenarchitektin und Wedding-Consulter ganz vorn, auch wenn jene Kanarienvögel in ihrem Leben noch nie etwas Vernünftiges zustande gebracht haben. Ich wette, sie können nicht einmal gut vögeln.

Irgendwie gleichen sich die blondmähnigen Plappermäulchen - groß gewachsen, schlank, schick, anämisch und deppert - ganz so, als seien sie aus der Standard-Produktion bei General Motors vom Fließband gefallen. Beim Stelldichein der strunzdummen Belanglosigkeiten schlägt die Stunde der gelangweilten Designer-Püppchen. Mit einem Minimum an Hirnsubstanz, unterentwickeltem Vokabular und himmellangen Beinen nehmen sie biedere Langweiler mit Geld, Bauch und Porsche ins Visier, während man die Nichtigkeit des Party-Anlasses als unverzichtbares "Must" einstuft (…weil sie ja selber da sind).

Und dann geht’s ab ins P1 - Münchens angesagte Promi-Disco. Dort mischen sich die vielversprechenden Schönheiten vom Nachmittag unter jene Damen, die es durch lukrative Scheidungen oder vorzeitiges Ableben der Ehegatten bereits geschafft haben. Die Jagd auf coole und virile Typen mit offenem Hemd, Designerjeans und dicken Eiern in der Hose - sie ist eröffnet. Grüne Nebelschwaden wabern über die Tanzfläche und lässt der geifernd-freizügigen Promiskuität der Gäste freien Lauf. 

Psysedelische Klänge kriechen unter die Haut und Lichtblitze hageln wie explodierende Halluzinogene in die Arena. Unwirkliches Halbdunkel taucht auf jung getrimmte, schaurige Blunzen und geliftete Matronen, goldbehängte Scharteken, multikaratbestückte Fregatten und alternde Millionenerbinnen in gnädiges Licht. Runzelhälse, Lippen wie aufgepumpte Gummischläuche und silikonoptimierte Brüste, mürbes Fleisch und Südseebräune verschmelzen zu einer Symbiose modernen Lifestyle-Feelings.

Der ratlose Normalbürger erkennt diese dekadenten Parasiten sofort, weil sie sich beim allabendlichen Zusammentreffen mit enthusiastischem Jauchzen maximaler Verlogenheit und hinterhältig-süßem Lächeln in die Arme fallen und sich genau zwei Mal gegenseitig busseln - links - rechts. Kaum hat man sich geküsst, beginnt die Konversation. Mit Sätzen wie: "guuut schaugst aus..." oder „…i gfrei mi so, dassd a widder do bist…“ bewegen sich die Damen mit gebleachten Zähnen und Haifisch-Lächeln am äußersten Rande ihres intellektuellen Leistungsvermögens. 

Erschöpft vom eigenen Anspruch wendet man sich dem ultimativen Detox-Drink zu. Im Hintergrund wechseln die "Haiti-Taities" gefährliche Sätze: "Mein Goooott, hosst den Oarsch von Nastassia gseng? Need hischaung...! Glai plotzen die Näht vun dera Hosn..."
Nur gut, dass die meisten dieser Hühner unbewaffnet sind.


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