Mittwoch, 24. Januar 2018

Schulleiter von Lünen präsentiert sich als „Leerkörper“

Die Bluttat des emotional und sozial völlig verwahrlosten Schülers aus Lünen, der mit einem Messer einen Mitschüler regelrecht abschlachtete, lässt sich weder mit Worten noch mit Gefühlen ausdrücken. An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ist vermutlich nichts mehr so, wie es war. Oder etwa doch?



Heute stellte sich der Schulleiter Reinhold Bauhus der Presse. Nicht nur was dieser Fleisch gewordene „Alt 68er“ zu sagen hatte, sondern auch die Art und Weise, wie er sich in egomaner Manier präsentierte, macht mehr als nur sprachlos. Zunächst begann er mit dem Klassiker: „Ich will in der Öffentlichkeit mein tiefes Entsetzen ausdrücken. Die gesamte Schulgemeinde der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ist schwer getroffen.“ Man hätte es kaum schöner sagen können. Gewiss, der Mann war aufgeregt. Schließlich kommt nicht jeden Tag das Fernsehen ins Haus.

Da stand er nun, mit Muttis hübsch gestrickten Wollschal um den Hals, und sprach von „Solidaritätsbeurkundungen", die ihm seitens der Bevölkerung entgegengebracht würde. Nun ja, für einen lebenden Aktendeckel vermutlich ein unangenehmer Fall, der gestempelt, unterschrieben und beurkundet in die düsteren Annalen der Schule eingehen wird. Versprecher...? Freud‘sche Fehlleistung, könnte man hinzufügen. Doch was dann folgte, spottete jeder Beschreibung.

Kein Wort zum Vorfall, keine Silbe zum polizeibekannten Mörder, kein ehrliches, mitfühlendes Wort für die Eltern des Opfers, und schon gar keine Bemerkung über die Mutter des Täters, die den Vorfall hautnah miterleben musste. Dass Schüler mit Messern bewaffnet ein Schulgelände betreten, scheint ihm keinen Gedanken wert zu sein. Stattdessen zählte er die hochrangigen Personen auf, die sofort zum Ort des Geschehens eilten.

Frau Schulministerin Gehorn und der Herr Bürgermeister Kleine-Frauns persönlich. Na, wenn das nicht wichtig ist, was dann? Der Mann scheint zwischen Wesentlichem, Vorrangigem oder Unwichtigem nicht unterscheiden zu können. Denn diesem leeren Körper war es ein bedeutsames Anliegen, der Presse mitzuteilen, dass die Schulkonferenz mit dem gesamten Lehrköper genau um 8 Uhr 37 stattfand. Spätestens mit diesem Statement beweist der Schulleiter, dass nicht nur dessen Körper gähnende Leere herrscht. Als wenn sich ein Schwein um die minutengenaue Uhrzeit einer „Dienstbesprechung“ interessieren würde. So der Terminus für einen Anlass, den man getrost als Supergau bezeichnen darf und die halbe Republik empört.

Doch genau diese Wortwahl bestätigt, dass Gewalt, Mobbing, sexuelle Belästigungen, Diebstahl, Drogenkonsum in dieser Schule Alltag sind, und daher vermutlich in regelmäßigen Abständen Dienstbesprechungen abgehandelt werden. Nun ja, so gesehen muss man wohl auch mal mit einem außergewöhnlichen Ereignis wie einen Mord rechnen, der zwar unangenehm aber zwangsläufig war. „Wir haben mit dem Kollegium besprochen, wie es weitergehen soll“, so fügte der Schulleiter an, der jede empathische Regung vermissen ließ.

So hob Reinhold Bauhus hervor, dass sein Lehrerkollegium selbstverständlich auch betroffen sei.“ Und dann stellt er fest, dass sich für ihn und seine Lehrer jetzt viele Fragen stellen. Alle Wetter! Diese Fragen beantworten sich alleine schon durch die Anzahl der Polizeibesuche in der Schule und durch den extrem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund – so nennt man sie neudeutsch. Doch als dieser seelenlose Beamtenbüttel dann mit den Worten fortfuhr, dass er „stolz darauf sei“, den Mordtag so gut gemeistert zu haben, blieb mir die Spucke weg. „Das hat mein Kollegium super gemacht“, setzte er mit einem maliziösen Lächeln nach. Wer bei solchen Kommentaren nicht akuten Brechreiz bekommt, dem ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen. Und trotzdem kam es noch härter.

Auf Nachfragen der Reporter, wie das geschehen konnte, erwiderte dieses missratene Produkt der 68er Generation verkniffen lächelnd: „Es ist ein entsetzlicher Einzelfall, wie er überall passieren kann.“ Alle Wetter. Wohl dem, der bei diesem soziopathischen Zynismus keinen Magendurchbruch erleidet und seine Kinder in eine Waldorfschule schicken kann. Dort tanzen die Kinder wenigstens ihre Namen, anstatt sich gegenseitig zu meucheln.



Weil die Schulen in Lünen offenkundig ein Problem darstellen, hakte die Presse nach.  Auf den Hinweis eines Journalisten, dass der Mörder „nicht beschulbar“ gewesen und von der Schule verwiesen worden sei, konnte und wollte Bauhus nichts sagen. Mit guten Grund, füge ich hinzu. Er weiß nur zu genau, was in seiner Schule alles nicht stimmt. Manchmal denke ich, dass genau solche toleranzbesoffenen Lehrer mit ihrer manischen Blindheit für Realtäten und einem militant vertretenen Humanismus die Ursache von blindwütiger Gewalt sind.

Pervertierte Politik und pathologische Akteure

Kein Mensch kann sich das Ausmaß und die Folgen einer Politik ausdenken, deren verantwortlich Handelnden jedwede Moral und Ethik um der persönlichen Vorteile Willen bedenkenlos über Bord werfen. Ob nun der Vorteil im Anwachsen der politischen Reputation, oder bei der Vermehrung des Vermögens oder im Machtzuwachs liegt, es hat keine Relevanz, zumal sich die Akteure längst einer ernsthaften Verpflichtung gegenüber unserer sozialen Gesellschaft entzogen haben. Sie dealen, entscheiden, agieren und regieren längst über die Köpfe ihrer Bürger hinweg, als gäbe es kein Morgen. Belange der eigenen Wähler ersaufen jämmerlich im Sumpf politischer Interessen.




Man mag die Nachricht, die gestern über die Sender tickerte, als alltäglichen Wahnsinn abtun, wenn in Nordsyrien die Türken mit Leopardpanzern gegen die Kurden mit Panzer-Abwehrraketen aus deutschen Waffenschmieden vorrücken. Die amtierende Groko hat jahrelang Ankara und die Peschmerga im Nordirak mit modernsten Hightech-Waffen beliefert und dank unseres ach so menschenfreundlichen Sigmar Gabriel dafür gesorgt, den Absatz deutscher Rüstungsunternehmen im letzten Jahr um 21 Prozent zu steigern. Obwohl man mit Erdogan in Fehde lag, wurden munter alte Verträge weiter erfüllt und geliefert, dass die Schwarte kracht.

Bis an die Zähne bewaffnet marschiert dieser Teppichhändler in die Kurdengebiete in Syrien ein und schießt aus allen Rohren auf jene, die vorher die amerikanische Allianz bei der Vertreibung der IS unterstützen. Kommentar der Amerikaner? Der Türke soll's mal nicht so übertreiben. Auch Putin hat seine Soldaten abgezogen. Den geht die Sache seit neuestem nichts mehr an. Und die Kanzlerin? Sie schweigt. Weshalb fällt mir in diesem Zusammenhang die Annektierung der Krim und die Aufregung unserer Kanzlerin ein? Schwamm drüber! Der Einfachheit halber bringe ich es auf einen Nenner: Selbst die blutrünstigen Hunnen waren im Vergleich zu der heutigen Politkaste, einschließlich unserer Regierung, harmlose Besucher fremder Länder.   

Zur Aufklärung der Sachlage: 2016 wurden 213 Rüstungsexporte im Wert von 83,9 Millionen Euro an die Türkei genehmigt. Durchschnittlich macht das 18 Genehmigungen im Wert von sieben Millionen Euro pro Monat. An die Waffenexporte an Saudi Arabien will ich erst gar nicht denken, die inzwischen Dimensionen erreicht haben, die jedes Vorstellungsvermögen sprengen. Und da solche Deals weder eine Krankenschwester, ein Paketzusteller oder eine allein stehende Mutter am Fließband nicht ansatzweise begreifen und ergo auch nicht interessieren, können diese außer Rand und Band geratenen Politiker tun und lassen, was sie wollen. Sie bemühen bei kritischen Nachfragen die gern verwendete Metapher: Politische Entscheidungen dienen unserem nationalen Interesse, was immer man uns damit verkaufen will.

Zwischen 2006 und 2011 umfasste der Milliardendeal mit der massiven Aufrüstung der Türken 354 „Leopardpanzer 2“, die kurz zuvor mehr als 400 Stück Leopard Typ 1 erhalten hatten. Selbstredend wird in der Schaltzentrale der SPD vollmundig behauptet, dass die Lieferungen deutscher Waffensysteme mit „Nutzungsbeschränkungen“ und so genannten „Endverbleibsklauseln“ versehen wären, ist längst widerlegt. Das Verbot des Weiterverkaufs der Waffen entfiel in der Ägide Gabriels ersatzlos. Die Begriffe Gewissen, Ethos oder Anständigkeit werden spätestens bei hohen Waffenumsätzen in den Ordner deutscher Aktendeckeln fein säuberlich abgeheftet.

Heidewitzka, rutscht es mir über die Lippen. Da stellen sich Genossen der SPD und Christdemokraten aus Berlin oder Bayern vors Volk und erzählen aus Grimms Märchenkiste, Deutschland würde keine Ausfuhren von Waffen in „kritische Länder“ genehmigen und das im Bewusstsein, dass wir weltweit drittgrößter Waffenlieferant sind. Der Umsatzzuwachs von Kriegswaffen unserer Rüstungsindustrie auf mittlerweile 2,5 Milliarden Dollar pro Jahr ist unbestrittenermaßen den Lieferungen an unsichere politische Kandidaten zu verdanken, die über bekannte Umwege in den Genuss deutscher Zerstörungskraft gelangen. Klar, dass sich auch CDU-Politiker wegducken, wenn es zu unangenehmen Nachfragen kommt. Beispielsweise die, welcher unserer Politiker nun Flüchtlingsströme provoziert, initiiert oder gar billigend in Kauf nimmt.

Jürgen Hardt, der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, warnt vor vorschnellen Urteilen, wenn er mit Erdogans Überfall in Nordsyrien konfrontiert wird. „Das Vorgehen der Regierung Erdogan geschieht nicht im NATO-Rahmen, es hat auch keine Legitimation der Vereinten Nationen.“: „Wir sollten bei Bündnispartnern in der NATO mit solchen Vorwürfen vorsichtig sein.“ Bei solchen Sätzen fällt einem der Unterkiefer herunter. Dann schiebt er nach, dieser phantasievolle Herr Hardt: „Rüstungsexporte an die Türkei müssen im Lichte dieser Erkenntnisse im Einzelfall geprüft werden.“ Aha, denke ich mir. Will er das bei jeder Leiche, bei jedem Schuss oder bei jedem Meuchelmord persönlich überprüfen? Oder bittet er Erdogan um Auskunft, weshalb er die Stadt Afrin überfällt und unter Beschuss nimmt, einer Gegend, in der er nichts zu suchen hat?

Die deutschen Waffenausfuhren, speziell in die Türkei stehen – wieder einmal –, im Zentrum der Debatte. Waffenlieferungen an ein Nato-Mitglied sind „grundsätzlich nicht zu beschränken, es sei denn, dass aus besonderen politischen Gründen in Einzelfällen eine Beschränkung geboten ist“, wie es in den „politischen Grundsätzen der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“ heißt.

Ah, ja…, ich verstehe. Despoten, Kriegstreiber und Terrorstaaten dürfen für Milliardensummen mit Vernichtungswaffen sich in der Zeit eindecken, solange sie den Anschein erwecken, vertrauenswürdig zu sein und vorgetäuschtes Wohlverhalten an den Tag legen. Von deutscher Seite wird, solange Kameras und Mikrofone in der Nähe sind, bei solch fragwürdigen Geschäften, eine selbstkritische Haltung eingenommen und hinterher von Lobbyisten das Bakschisch entgegengenommen. Money makes the world go arround. Spendenaufrufe und Bahnhofsklatscher, Bärchenverteiler und humanitäre Willkommenskultur perfektionieren die gesellschaftliche Perversion. Denn sie werden kommen…, die Flüchtlinge. Zwangsläufig.

Als Erdogan vor Kurzem einen vorübergehend freundlichen Versöhnungskurs gegenüber die Kurden einschlug, lieferte Deutschland weiter und muss nun zuschauen, wie mit diesen Panzern Stellungen der – je nach Sichtweise – Freiheitskämpfer oder Terroristen angegriffen werden. Nun ja, per Definition sind Freiheitskämpfer oder Terroristen je nach Land, politischem System oder nationalem Bedürfnis eine Frage des Blickwinkels. Das können wir Deutsche täglich auch im Kleinen auf unseren Straßen feststellen. Ja, ja, mit der Moral unserer Politiker und der Kritik der Bürger ist es nicht weit her. Da muss man sich nicht wundern, dass das „Große Ganze“ auch auf unsere Straßen abfärbt.



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