Dienstag, 28. August 2018

Der goldene Erdogan als Statue in Wiesbaden

Bei allem Respekt vor dem Künstler, der ganze Arbeit geleistet hat. Ich aber bin verstört. Erdogan in Wiesbaden, als goldene Statue auf dem Platz der Deutschen Einheit. Das hat was von gelungenem Slapstick. Unbekannte haben am Montagabend das „Mahnmal echter Demokratie“ enthüllt. Nach kurzem Nachdenken glaube ich eher, es handelt sich um eine feindliche Übernahme des Muselmanen. Selbst die Obdachlosen rund ums Revier geben sich empört und suchen sich einen anderen Schlafplatz.


 In Windeseile spricht sich die Sensation unter den Türken in der Stadt herum, welch großzügiges Geschenk die Stadt Wiesbaden ihren Bürgern gemacht hat. Vermutlich soll das Monument aus Gold mit seiner integrativen Kraft und als Symbol aller noch auf freiem Fuß lebender Türken, eine Frieden stiftende Wirkung erzielen. Trojanische Pferde sollen damals auch als künstlerisches Geschenk dem Todfeind untergejubelt worden sein. Ob es in diesem Falle auch so laufen wird? Man weiß es halt nicht, man forscht noch.

Die Polizei war selbstredend auch sofort zur Stelle. Prävention, hieß es kurz. Scheinbar hat man mit handfesten Auseinandersetzungen gerechnet. Erdogan, der Güldene, reckt derweil seinen Zeigefinger gen Himmel, als wolle er seinen muslimischen Untertanen andeuten, dass Allah in Kürze die Regierungsgeschäfte des Ministerpräsidenten in Wiesbaden übernehmen werde. Jedenfalls blitzen türkische Handykameras auf, um die Weissagung des Sultans schon mal auf einem Foto festzuhalten. Man stelle sich vor, irgend ein durchgeknallter Türke würde auf dem Taksim-Platz mitten in Istanbul eine goldene Angela Merkel aufstellen. Nein..., ich sage dazu nichts...!

Wie zu hören ist, glühten kurz nach der Enthüllung des erigierten Despoten die Telefondrähte im Rathaus, zumal osmanische Jünger aus dem Land der Teppiche und des Kümmels frenetischen Beifall spendeten. Immerhin haben schon 1683 die Türken Wien belagert. Es dauerte keine 350 Jahre, bis sie endlich in Form des islamischen Herrschers in Wiesbaden angekommen sind. Eine Verhaftungswelle ist jedoch nicht zu befürchten. Vielmehr können wir von einer integrativen Maßnahme eines evolutionär unterentwickelten, deutschen Stadtrates sprechen.

Kunst soll es sein, wie man weiter hört, während sich das Türkenvolk in freudiger Erregung um ihren Anführer schart. Der Kerl soll bis zur Biennale auf seinem Sockel stehenbleiben. Dass sich aufgrund der aufgeheizten Stimmung die Geister an diesem Kunstobjekt scheiden, liegt auf der Hand. Am 3.September soll er wieder weg, der Erdogan. Sensibilität, Feingefühl oder Zurückhaltung ist die Sache des Gemeinderates scheinbar nicht, Geschmack offenkundig ein Fremdwort. Bislang war ich immer der Meinung, dass mit vielen Politikern die geistige Talsohle erreicht ist. Jetzt weiß ich, Wiesbadens Oberbürgermeister ist das Loch in der Sohle. Macht aber nichts..., wer weiß, vielleicht erhält das Goldstück Asyl bei uns.



Genossin Merkel hats nicht mehr im Griff

Glaubt der Bürger noch, was unsere Kanzlerin ihrem Publikum erzählt? Ach ja, möchte man seufzend hinzufügen: Wenn Angela spricht, klingt das alles ganz schön. Man lehnt sich im Sessel zurück, nimmt Dutzendweise politische Konjunktive zur Kenntnis, lässt die monoton-einschläfernden Zukunftsvorhaben an sich abperlen und verabschiedet sich innerlich entnervt von ihren standardisierten Entschlossenheitsphrasen. 




Kaukasus, Aserbaidschan, Trump, Macron oder Europa, das interessiert weder die Krankenschwester oder den Busfahrer, noch den Gemüsehändler oder die allein erziehende Mutter, angesichts der drängenden Probleme in Deutschland. Immer mehr Menschen kämpfen ums tägliche Überleben und haben nachts auf den Straßen Angst.

„Wir brauchen eine europäische Lösung“, gleich welches Thema, egal ob es dabei um Form und Farbe von Würstchen oder um die in Deutschland einfallenden Migranten geht. Was beim Konsum politischer Höhepunkte bleibt, ist nicht mehr, als ein gähnendes Nichts, wenn da nicht die täglichen Filetierkünste dieser, ihrer Gäste die Aufmerksamkeit des deutschen Michels erregten. 

Dass das Kanzleramt wie auch den Roten und Grünen Parteien den blutrünstigen Übergriffen scheinbar überdrüssig geworden sind, scheint sich darin auszudrücken, dass kein Politiker mehr das Wort Messer oder Bombe in den Mund nimmt. Kondolieren ist nach dem fünfzigsten Migrantenmord out. „Wo kämen wir auch hin, bei jeder Bluttat den Angehörigen das Mitgefühl auszusprechen? Man käme ja kaum noch zur politischen Arbeit.“ Nun ja, Grokos Renten-Firlefanz ist jetzt en vogue.

Ein paar Tote hier, ein paar Vergewaltigungen dort, finden keine Erwähnung mehr. Ein Arzt wird in seiner Praxis abgestochen, einer, der überwiegend Migranten behandelte. Aber was soll`s. Das passiert eben. Und wenn ein Irrer in der siebten Etage eines Hochhauses mit einer Menge Rizin hantiert, mit der er einen ganzen Stadtteil hätte ausrotten können, ist eine Bedrohung dieses Ausmaßes höchstens zwei Sendeminuten wert. Faschisten machen Jagd auf Ausländer, das klingt doch gleich viel besser. So ein Kahlkopf mit Hitlergruß, das macht was her. Es reicht ein Idiot mit Stiefeln und schon kann man ein ganzes Bundesland einem braunen Sumpf zuordnen.

Geradezu aufbauend ist auch die Berichterstattung: 1.000 Rechtsextreme stürmen den Chemnitzer Wall. Bei aller Anstrengung, ich habe nur „stürmende“ Spaziergänger entdecken können. Nun ja, das schöne Bild eines Landes der Dichter, Denker und gut integrierter Sozialgäste könnte den Nimbus erfolgreicher politischer Arbeit beschädigen. Die paar Milliarden an Kosten gehen unserer Kanzlerin an der Raute vorbei, währenddessen das Kindergeld um dramatische drei Euro und fuffzich erhöht wird. Verhältnismäßigkeiten und Relationen haben sich gewaltig verschoben.

Wenn ein deutscher Staatsbürger ein altes Mütterchen am Kiosk beraubt, löst ein solch abscheulicher Vorfall tiefste Betroffenheit aus. Man ist bestürzt. Scheinheilige Floskeln werden bei solchen Anlässen immer gerne genommen. Zack und zurück zur Tagesordnung. Bürger mit Doppelmoral und Klassenjustiz schikanieren. Die Guten, das sind die Schwarzen, ins Kröpfchen, die Schlechten, das sind die nervenden Bürger, ins Töpfchen. Längst ist in der Öffentlichkeit angekommen, dass Parteiführer und Regierende über die Köpfe der Bürger hinweg verkünden und beschliessen. Die politische Elite verteidigt mit allen Mitteln ihre Fehlentscheidungen, hält an jedem Irrsinn fest und verteidigt jede noch so krude Sichtweise über aufbegehrende Bürger. Diese Irrungen und Wirrungen werden irgendwann schwere Folgen haben. Für alle.

Seit vorgestern ist Chemnitz in aller Munde. Journalisten, überwiegend roter Couleur, überschlagen sich jetzt in Weltuntergangsszenarien, weil ein rechter Mob, weil rechtsextreme Hooligans und gewaltbereite Gruppierungen die sächsische Großstadt angeblich in den Orkus infernalischer Selbstjustiz gerissen haben. Um ein Haar hätte ich mich gefragt, welchen Maßstab die schreibenden und filmenden Witzfiguren anlegen. Der Vergleich mit den kriegsähnlichen Zuständen beim G20-Gipfel in Hamburg kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Hier darf sich Herr Scholz (SPD) als Vater wahnwitziger Arroganz bezeichnen. Und wie man sieht, ist er die Karriereleiter nach oben gefallen. Seit seiner Ernennung zum Vize-Kanzler und der Bildung der Groko findet in unserem Bundestag eine geradezu orgiastische Olympiade der Dämlichkeit statt. Jeder darf dort auf eine Medaille hoffen und niemand nimmt zur Kenntnis, dass sich das Land verändert hat.

Angela Merkel und ihr politisches Personal, man könnte es vergleichen mit dem Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in London. Dort stehen schon seit Jahren regungslose Figuren, – blass, blutarm, nichtssagend, aber hübsch zurecht gemacht – beinahe lebensecht. Sie werden von zahlenden Zuschauern bestaunt. Übrigens, auch Erich Honecker, einst ein Kollege unserer Kanzlerin, fristet dort sein substanzloses Dasein. Der hatte schon zu Lebzeiten nichts begriffen und ließ sich Fähnchen winkender Weise von seinen Genossen feiern. 

Bei ihm scheint sich Merkel das Aussitzen und Einschläfern abgeschaut zu haben. Wir Steuerzahler verhalten uns ganz ähnlich wie die Besucher von Madame Tussauds. Wir bezahlen das Panoptikum in Berlin für ihren lebensechten Zustand, wenngleich auch dort der Stillstand fröhliche Urständ feiert. Nur bestaunen tun wir sie nicht. Man kann nur hoffen, dass auch die Unke aus der Uckermark bald nach London umzieht und sich in den Kreis der wächsernen Untoten ordentlich einfügt.

Wir können, wir müssen, wir sollen, so beginnt beinahe jeder Satz eines Politikers, insbesondere bei dieser Frau. Sie ficht es nicht an, ob die Justiz oder die Polizei wegen fehlenden Personals vor den blutrünstigen Messerparties kapitulieren muss. Die Minister, Regionalpolitiker und Bürgermeister des Landes stimmen bei jedem gewalttätigen Übergriff eines Migranten wie die Regensburger Domspatzen ihre eingeübten Choräle an, so, wie sie es von unserer Chefdirigentin gelernt haben. Agitprop nannte man das im Osten. Ein falscher Ton und du warst weg vom Fenster. Nur zuhause wurden andere Lieder gesungen.

Ja, ja, die Flüchtlingswelle hat sogar unsere politischen Duckmäuser überrollt, die aus Angst, mangelnder Zivilcourage, Versorgungsgier und Selbstgefälligkeit jede klare Entscheidung zum Wohle ihrer eigenen Bürger hintanstellen. Gebetsmühlenartige Ermahnungen, die immer wiederkehrenden Appelle, Rassisten, Fremdenfeinde, Populisten zu verurteilen, das, Frau Merkel, ist keine Politik. Lösungen sind gefragt, Weichenstellungen, das Befriedigen von Bedürfnissen, die ein Volk hat, deren Ängste, Nöte und verloren gegangene Sicherheit zu respektieren und ernst zu nehmen, darauf reagieren Bürger. Das nennt man Politik.


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