Sonntag, 6. Januar 2019

Erst Schulz, jetzt Scholz – SPD-Flöten und ihre Kanzlerwünsche

„Die SPD will den nächsten Kanzler stellen“, meinte der Vizekanzler gestern im Interview mit der „BILD am Sonntag“. Oder kurz gesagt: Olaf will Kanzler! In der SPD jagt ein unrealistisches Ziel das Nächste. Die willenserklärenden Konjunktive der roten Parteispitzen nehmen inzwischen immer abenteuerlichere Formen an. Auf die Frage, ob sich Olaf, der Blutarme, die Kanzlerschaft denn zutraue, antwortete er mit einem selbstbewussten „ja“.


Unschlagbar ist die Begründung. Weil sich Frau Kramp-Karrenbauer zutraut, Kanzlerin zu werden, könne er sich diesen Karrieresprung auch vorstellen. Wenn ich einmal davon absehe, dass die saarländische Heimsuchung mit dem Charisma einer leeren Bahnhofshalle zukünftig die deutschen Bürger quälen will, dürfte das Ansinnen unseres Vize‘ für das höchste Amt der Kandidatur einer hochwirksamen Betäubungsspritze gleichkommen. Man fasst es nicht, wer sich in unserem Land für fähig hält, ein 80-Millionen-Volk in die Zukunft zu führen.

Ausgerechnet Olaf, der mit seiner weitsichtigen Strategie beim G20-Gipfel mit Hilfe seiner linken Freunde der Antifa halb Hamburg in Schutt und Asche legte und in seiner unvergleichlichen Empathie hinterher erklärte, er habe alles im Griff gehabt, ausgerechnet er will sich an Deutschland vergreifen. Nun ja, eigentlich sollte man sich nicht darüber wundern, wer sich in der SPD für berufen hält, die Geschicke eines Landes zum Wohle der Bürger zu gestalten. Auch unser Bundesbuchhändler Martin Schulz stieg vor gar nicht allzu langer Zeit auf wie Phönix aus der Asche, um gleich danach als gerupfte Ente auf dem Boden der Tatsachen zu landen.

Was hat der Kerl damals alles auf der Bühne erzählt. Seine verbalen Meisterwerke kakophonischer Semantik hielten die Parteianhänger in Atem und rissen sie zu frenetischen Beifallsbekundungen hin. Nachdem er ein paar Monate als Hinterbänkler seine große Klappe halten musste, wagt er sich neuerdings wieder aus der Deckung. Gestern am 5.1.2019 20.30 Uhr wurde im Willi Brandt-Haus mit großer Mehrheit beschlossen, dass Martin Schulz erneut als Kanzlerkandidat 2021 antreten soll. Die Zustimmung aller Delegierten gilt als sicher. Versager wie Schulz, die sich seit Jahrzehnten trotz ihrer geistigen Diaspora politisch an die Front schwätzen, sind einfach nicht totzukriegen.

Allem Anschein nach kann man in der SPD besonders schnell Karriere machen, wenn man sich durch aktive Verwendung kleinkindlicher Metaphern im Kreis vertrottelter Parteibonzen profiliert. Die Quittung der Parteierfolge kann man wöchentlich bei den Demoskopen nachlesen. Die bemerkenswerten Grabenkämpfe um die Macht sind gekennzeichnet durch abstürzende Werte und unterirdischem Sprachduktus. Ausnahme - Olaf Scholz, der nimmt vor Interviews immer Schlaftabletten ein. Glücklicherweise ist man bei den jungen Wilden an rotzfreches Kindergeplapper gewohnt, insbesondere an jenes des neuen Kinderstars Kevin Kühnert, wobei ich der Meinung bin, dass man gerade hart daran arbeitet, durch geeignete Maßnahmen den derzeit herrschenden Intelligenzlevel für die potentiellen Nachfolger nach unten zu korrigieren.

Abgelöst wurde Schulz bekanntermaßen von einer Frau Nahles, die mit bemerkenswertem Geschick und unter optimalem Einsatz fehlgeschalteter Synapsen ihre Partei vollständig zersägt und vernichtenden Wahlergebnissen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg entgegensieht. Ich habe den leisen Verdacht, dass der Führungskader in der SPD unter schweren Wahrnehmungsstörungen leidet, bei denen die Verarbeitung realistischer Sinneseindrücke unter die Räder gekommen sind. Die Genossen wissen es inzwischen, wenngleich sie es nicht laut aussprechen. Wer Nahles gewählt hat, sieht sich heute als ein politisches Opfer, das nur noch hoffen kann, dass die Nahles’sche Heimsuchung ihr baldiges Ende findet. 

Ein blinder und tauber Haufen rote Vorstandsmitglieder, die man günstigstenfalls als intellektuelle Totalschäden bezeichnen könnte, verkaufen seit Jahren ihre desaströsen Planungsziele als grandiose Zukunftsvisionen, ohne einen signifikanten Erfolg für sich und die Wähler zu erzielen. Das muss man ihnen erst einmal nachmachen. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich in der SPD immer wieder hoch ambitionierte Masochisten finden, deren erklärtes Ziel es ist, an der Spitze von Verlierern zu stehen. 

Gleichzeitig geht die schiere Angst um, dass bei den bevorstehenden Wahlen in den neuen Bundesländern die AfD zur stärksten Kraft werden und die SPD vollkommen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden könnte. Immerhin, die Vorsitzende hat ihren Humor nicht verloren. Gestern erklärte sie wortwörtlich vor den Kameras: "Nach neuesten Umfragen geht es steil bergauf und wir werden bei der nächsten Wahl den Besten ins Rennen schicken. Da darf man schon mal nachfragen, welches demoskopische Institut die Parteivorsitzende dermaßen hasst, die Umfrage-Ergebnisse dermaßen unverschämt zu fälschen.

Man möchte Stoßgebete zum Himmel schicken, wenn man zusehen muss, wie sich intellektuelle Nullen und evolutionäre Versager mit maximaler Selbstüberschätzung den Nimbus vollkommener Überlegenheit verleihen und Weltpolitik machen wollen.
Deshalb beten seit mehr als zwei Jahren die Genossen klammheimlich, dass endlich die Talsohle politischer Unfähigkeit erreicht ist. Ich sehe es kommen, mit Olaf Scholz hat die Partei das Loch in der Sohle noch gar nicht richtig realisiert.






1 Kommentar:

  1. danke Claudio, Du hast es wieder auf den Punkt gebracht!.Ich bin überzeugt, selbst wenn diese Selbstberschätzer Deinen Artikel lesen, werden sie immer noch nicht kapieren, um was es geht. Das sind solche Dilletanten, es ist unfaßbar, immer wieder unfaßbar, was die unter "guter Politik" verstehen!

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