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Merkel, der fleischgewordene Hosenanzug

Behörden oder Regierungen zu kritisieren, Witze über die Polizei zu machen, Satire zu posten - all das hat normal denkenden Menschen die eine oder andere Gefängnisstrafe eingebracht, oft nach einem unfairen Verfahren. Schon deshalb scheint es mir geraten, unsere Regierung mitsamt dem deutschen Behördenapparat in Zukunft sensibel zu behandeln. Präsidenten, Kanzler oder Minister mögen es nicht, wenn man über sie lacht. Frau Merkel mag das auch nicht, schon deshalb würde ich sie am liebsten meistbietend versteigern. Mitsamt den Hosenanzügen und dem Terrorismus, den sie uns ins Land geholt hat.



Wer ist das eigentlich, diese Angela Merkel? Sie selbst schreibt sich "gewisse kamelartige Eigenschaften" zu - aber was will diese Frau? Was sind ihre Pläne, ihre Prinzipien, was hält sie physisch und mental zusammen außer ihre bunten Blazer? Keiner weiß das und inzwischen will es niemand mehr so genau wissen. Ihre zahlreichen parlamentarischen Sprachunfälle und verbalen Missgeschicke jedenfalls hinterlassen immer öfter den Eindruck, als ginge es keinen etwas an, wo sie selbst steht.

Je weniger die Leute wissen, wie Verordnungen und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie, – so Otto von Bismarck. Früher hat man Rauchbomben geworfen, um alles zu vernebeln. Heute funktioniert das anders. Für jeden politischen Dünnschiss und jeden rektalen Geistesblitz werden Projektgruppen, Gremien und Ausschüsse gebildet, in denen Unmengen von Mettbrötchen und Kaffee vernichtet werden. Das Einzige, was bei diesen Besprechungen herauskommt, sind jene Leute, die hineingegangen sind. Es folgen Sitzungen, die im Anschluss in Konferenzen, Verhandlungen und wichtige Besprechungen münden, deren Ergebnisse dann auf Ministerebene in den teuersten 5-Sterne-Lokations bei Langusten, Schampus und Kaviarhäppchen diskutiert und wieder verworfen werden. Politik ist eben die Kunst, für viele möglichst wenig und für wenige möglichst viel zu tun. Auch wenn es den Anschein hat, ich sei politisch unbeleckt, halte ich es dennoch mit Helmut Schmidt: „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden“.

Seitdem die rechten und die linken Ränder des politischen Geschehens den etablierten Parteien das Fürchten lehren und CDU-Politiker bei keiner Gelegenheit zu betonen versäumen, dass Angela Merkel unverzichtbar und die einzige verlässliche Größe in der CDU sei, ist die Luft ein wenig dicker geworden. Nun ja, regelmäßiges Versagen ist zwar eine Form der Zuverlässigkeit, aber, das ist jedenfalls meine Meinung, man kann‘s auch übertreiben. Spätestens nachdem die Heiligsprechung unserer Kanzlerin ausblieb, obwohl sich ihr gesamter Amtsapparat an deutschen Grenzen durch chronische Tachinose auszeichnete, war ich von einer Erkenntnis überzeugt. Wenn jemand in einer Behörde unverzichtbar ist, dann ist diese Behörde falsch organisiert.

Als die erste Flüchtlingsmillion angekommen war, wurde es ernst und die Stimmung beim Bundesbürger schlug um. Immer mehr Leute stellten Ministern, Partei-Eliten und Ressortleitern unangenehme Fragen. Die wiederum reagierten mit Sprech- und Denkverboten und kurbelten die journalistische Propaganda-Maschinerie an. Und somit entstand die erste, politisch-mathematische Korrelation: je dümmer Regierungsargumente, desto mehr AFD. Natürlich streiten die Politiker das bis heute vehement ab. Ich meine aber: Tatsachen muss man eben genau kennen, bevor man sie erfolgreich verdrehen kann. Ich wills mal so sagen: Ein Politiker muss die Fähigkeit haben, voraus zu sehen, was kommt, um hinterher erklären zu können, warum es nicht so hingehauen hat, wie er sich das gedacht hat. Doch immer öfter kommt mir der Gedanke, dass unsere politische Führungselite des Denkens nicht mächtig ist. Schon gar nicht des Vorausdenkens...

Geradezu lehrbuchhaft sind die vergangenen Arbeitsergebnisse unseres Justizministers. Aber ich wills ihm nachsehen, auch wenn er im Plenum nicht immer weiß, was er tut und versehentlich und ohne es zu bemerken die falsche Rede hält. Für einen Juristen, der nie eine Anwaltskanzlei von innen gesehen hat, überdies in der Öffentlichkeit im Konfirmandenanzug auftritt und völlig schmerzbefreit Kompetenz beweisen will, hat er es erstaunlich weit gebracht. Obwohl er dem klassischen Vertreter eines Typus‘ entspricht, den wir damals auf dem Schulhof täglich zwei Mal verdroschen haben, will er heute ernst genommen werden. Bald jedoch wird sich bei mir Schadenfreude einstellen, denn ich bin davon überzeugt, dass gerade wenn er anfängt, etwas zu begreifen, seine Amtszeit ohnehin abgelaufen sein wird. Aber das trifft ohnehin mehrheitlich auf unsere Parteioberen zu.

Sorgen jedenfalls müssen sich solche Leute nicht machen. Wie hervorragend Beamte geeignet sind Zukunftsprobleme zu lösen, können wir an ihren Altersvorsorgen und Ruhegeldern ablesen. Ich mache mir eher Gedanken um die Bequemlichkeit der Bürger, die offenkundig alles hinnehmen was ihnen vorgekaut wird. Was lernen wir daraus? In der Politik gibt niemals der Klügere nach, sondern immer der Schwächere und der Bequemere. Eine bittere Wahrheit.
Wenn damals Brandt, Wehner oder Geißler ans Pult getreten sind, da habe ich mein Essen stehen lassen. Wenn heute jemand ans Pult tritt, gehe ich in die Küche koche ich mir etwas. Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die Leute sind scheinbar genauso blöd, wie es ihnen die Medien und die Politiker vormachen wollen. Außer die Grünen. Wenn jemand bislang geglaubt hat, Dummheit hätte eine Talsohle, dem muss ich erwidern: Stimmt nicht. Die Grünen sind das Loch in der Sohle.

Wie unsere Politiker heutzutage ticken, ist schnell beschrieben. Das Wichtigste in deren Leben ist die Ehrlichkeit - wenn man die überzeugend vortäuschen kann, hat man es nicht nur geschafft, man kann sich auch an der Spitze der Macht halten. Dass diese Regel funktioniert, hat Siggi Gabriel bewiesen, indem er einen weiteren, wichtigen politischen Leitfaden ernst genommen hat: Man sollte das Ministeramt wechseln, bevor die eigenen Fehlentscheidungen beginnen, einen einzuholen. Er handelte also ganz nach dem Motto: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel - es könnte ein langer Ritt werden. Dieses narrensichere Prinzip, da bin ich mir sicher, wird unser neuer Hoffnungsträger Martin Schulz ebenso beachten.

Bisher hieß, politisch vernünftig sein, das geringere Übel zu wählen. Doch was tun, wenn ich nicht mehr weiß, wo das geringere Übel liegt? Da stellt sich doch zwingend die Frage: Was haben Demokratie und Diktatur gemeinsam? In der Demokratie wählen die Dummen die Regierung, in der Diktatur wählt sich die Regierung die Dummen. Nun ja, ich bin in dieser Hinsicht optimistischer und würde sagen: In einer Demokratie kann man sich aussuchen, wer einen verarscht. Tatsache aber bleibt, die heutige politische Klasse ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten, um sich bis zur maximalen Inkompetenz aufzublasen.


Demokratie ist eben ein Verfahren, welches uns garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen. Aber schon Dürrenmatt sagte einst: "Die Herrschenden müssen bewacht werden, nicht die Beherrschten."

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