Donnerstag, 28. September 2017

…ab morgen kriegen sie eins auf die Fresse

Nach dem Wahldesaster müssen sich die Parteien neu sortieren. Neuanfang hört man allenthalben. Und schon wieder werden epochale Worthülsen, inhaltsfreie Ankündigungen und abgedroschene Plattheiten dem Volk zum Fraß vorgeworfen. Frau A. Nahles, kaum hatte man sie als Fraktionsführerin bestätigt, bewies sie mit ihrem Hinterhofjargon, sofort und nachdrücklich, aus welchem düsteren Loch sie gekrochen ist. In diesem Zusammenhang fiel es mir schwer, nicht auf den Punkt zwischen den Namen zu verzichten, zumal mich "a.na(h)les" phonetisch stark an einen Verdauungstrakt erinnert. 



Wenn der durchschnittliche Bürger erwartet, dass die politische Führungs-Elite ein Mindestmaß an Bildung, Kultur, Stil und Eloquenz an den Tag legt, wird er sich beim ersten, offiziellen Auftritt von Nahles auf der Stelle heimisch und geborgen fühlen. Stammtischniveau vom Feinsten. Die rote Brut pflegt ohnehin mit großem Engagement ihr Gossenvokabular, schon weil es den eigenen Wiedererkennungswert im Prekariat festigt. Sprache ist nun mal milieuimmanent, auch wenn man so tut, als sei man ganz oben angekommen. Macht, Einfluss und Geld können Herkunft einfach nicht verleugnen.

Wenn der durchschnittliche Bürger erwartet, dass die politische Führungs-Elite ein Mindestmaß an Bildung, Kultur, Stil und Eloquenz an den Tag legt, wird er sich beim ersten, offiziellen Auftritt von Nahles auf der Stelle heimisch und geborgen fühlen. Stammtischniveau vom Feinsten. Die rote Brut pflegt ohnehin mit großem Engagement ihr Gossenvokabular, schon weil es den eigenen Wiedererkennungswert im Prekariat festigt.

Die meisten der Genossen ticken ganz ähnlich. Stegner zum Beispiel, ein Fleisch gewordener Hort unterirdischer Beleidigungen. Oder auch dieser Dorfschulze aus Würselen. Beim verhinderten Kanzler addieren sich zu seiner bejammernswerten Syntax und dessen gewöhnungsbedürftigen Sprachduktus auch noch eine kleinbürgerliche und raffgierige Krämerseele hinzu, die im völligen Gegensatz zu seinem herausgeputzten Sozialauftrag steht. Während des Wahlkampfes der SPD dachte ich, die Talsohle banaler Parolen seien erreicht. Mit Schulz aber musste ich leider feststellen, er war das Loch in der Sohle, was sich jetzt erneut bestätigt. 

Nun ja, Plünderungen von Budgets für Anwesenheit im Europaparlament, scheinen für Schulz eher eine gängige Bagatelle zu sein. Ihn "rafften" jedoch einerseits das Peter Prinzip und andererseits jede Menge frustrierte Wähler mitsamt seinen Ambitionen dahin. Jeder Arbeitnehmer (trifft auch auf Politiker zu) neigt dazu, bis zur Stufe seiner Unfähigkeit aufzusteigen. Leider hat man weder in Brüssel noch in seiner Partei von dessen Inkompetenz Notiz genommen, was bei der SPD seit etwa 70 Jahren völlig normal ist. Gut, gut, es gab schon mal den einen oder anderen Ausreißer. Aber die sind inzwischen entweder unter der Erde oder macht sie zum Präsidenten. In Härtefällen sägt man intelligente Quertreiber wegen unverschämter, geistiger Überlegenheit ab, bevor sie das anheimelnde Niveau durcheinanderbringen. Man ist halt gerne unter seinesgleichen. 

Was allerdings neu ist, dass ein Buchdeckel mit intellektueller Insuffizient eine Parteigenossin an die Front befördert, die ihn hinsichtlich Unfähigkeit und Schwatzhaftigkeit noch bei weitem übertrifft. Ob nun Rentenreform, Krankenversicherung oder Steuern, Bauchlandungen sind in der SPD nicht nur obligatorisch, sondern geradezu zwingend. Und da diese Nahles noch nicht einmal singen kann, werde ich leichten Herzens auf ihre nächsten Auftritte verzichten. Der Bürger darf keinesfalls etwas von der grassierenden Schlichtheit in der roten Genossenschaft bemerken. Dumm nur, dass die meisten Wähler inzwischen den Durchschnitts-IQ der SPD-Parteispitze bei weitem übertreffen. Das wiederum haben die Roten noch nicht bemerkt. Wir dürfen gespannt sein, welche Flachdenker uns demnächst vorgesetzt werden.

Montag, 25. September 2017

Wahlanalyse 2017 – eine Kakophonie in Dosen

Er kam nicht herein, dieser Schulz, er trat auf. Mit dem strahlenden Lächeln eines Wahlsiegers erklomm der Buchdeckel aus Würselen das Podium im Willy-Brandt-Haus und verkündete dem immer noch gelähmten Publikum den neuen Standort seiner Partei. Oppositionsführer. Und diese geradezu revolutionäre Rolle verkauft der hoffnungslos unterbelichtete Schulz sowohl seinen Wählern, als auch seinen Helfern wie einen Wahlsieg und als eine große Chance für Veränderung. "Unser Wählerauftrag ist die Opposition". Aha, denke ich mir, wenn der Kerl nur den Schuss nicht gehört hätte, wäre es ja noch verzeihlich, nein er überhört gleich ganze Kanonensalven. Gleich im Anschluss attackiert er in der Presse-Elefantenrunde – immer noch im Wahlkampfmodus – auf Merkel ein, als gelte es, ganz Deutschland zu verkaufen, dass die Kanzlerin schuld an seiner Niederlage sei. Hier wird offensichtlich, in Schulzens Kopf herrscht nicht nur Halbdunkel, dort ist tiefste Nacht.



Jeder, der einigermaßen richtig im Kopf ist, würde angesichts eines solch desaströsen Wahlergebnisses sein Bündel schnüren und in Sack und Asche gehen. Nein, nicht Schulz. Seine Großmannssucht, sein anmaßendes Geschwätz, seine nichtssagenden Ankündigungen, sie sind phänomenal. Ich habe mich ernsthaft gefragt: Wieso lacht er noch, obwohl es für ihn nichts zu lachen gibt? Erklärung? Angesichts seiner unsäglichen Attitüde muss sich jeder seiner Wähler auf den Arm genommen fühlen. Schwamm drüber! Er repräsentiert exakt das Bild eines rückratlosen Parvenüs, der mit Klauen und Zähnen – und auf Kosten seiner restlichen Wähler - eigene Pfründe retten und seine Einnahmequelle sichern will. Doch das kennen wir ja schon von ihm aus Brüssel.

Bei der CDU ein ähnlich düsteres Ergebnis, nur mit dem Unterschied, dass Merkel die Schlappe nach 12-jähriger Kanzlerschaft ihr Ergebnis als „normal“ bezeichnet. „Man habe sich „ein wenig besseres Ergebnis gewünscht"., so die Kanzlerin. Ein wenig besser? Genauso gut hätte jemand in Mexiko-City sagen können. „Es hätte beim Erdbeben ein bisschen weniger beben können“, oder im schweizerischen Dorf Bondo ein Bewohner die Geröll-Lawine mit den Worten kommentiert: „Der Murenabgang war nicht das, was wir uns gewünscht haben.“ Man fragt sich angesichts solch bagatellisierenden Formulierungen, ob unsere Polit-Elite immer noch nicht begriffen hat, was die Uhr geschlagen hat.

Ähnlich reflexartig gebärden sich die TV-Anstalten, Moderatoren und Printmedien. Bestes Beispiel Anne Will in der Talk-Runde. Ausgerechnet die AFD, die man bis aufs Messer bekämpft, diffamiert, diskreditiert und ansonsten mit übelsten Methoden aus dem Rennen werfen wollte, wird drittstärkste Partei. Auch hier gibt es eine soziologische Gesetzmäßigkeit. Kein Mensch handelt oder sagt etwas ohne persönliches Motiv. Bei der TV-Moderatorin muss man nicht lange danach suchen. Sie ist eine bekennende Lesbe und verabscheut schon deshalb zutiefst eine Partei, die ausdrücklich gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften eintritt. Der Hass war ihr nicht nur anzusehen, sie ließ Gauland spüren, was sie von ihm hielt und grenzte ihn aktiv aus der Diskussionsrunde aus. Aber auch sie muss zur Kenntnis nehmen. Die AFD wird im Bundestag vertreten sein und nun den Beweis erbringen müssen, den schmerzlich vermissten, politischen Diskurs wieder zum Leben zu erwecken.

Ich will nach der Wahl keine „hätte-wäre-könnte-Floskeln“ durchspielen, dennoch – eines ist klar, Seehofer hat durch seine Umarmungspolitik mit Merkel die AFD an der eigenen Brust genährt. Die Unfähigkeit des einen ist stets der Gewinn des Anderen, da beißt die Maus keinen Faden nicht ab. Und wer da glaubt, dass die AFD aus Versehen wie Phönix aus der Asche entstanden ist, wird auch einfache soziologische Unabänderlichkeiten nicht begreifen, ganz gleich, mit welchen Beschimpfungen, Hass oder Diffamierungen neue Kräfte belegt werden. Dass Lindner nun mit Mutti kuschelt, kann ich ihm nicht verübeln. Er kann nur hoffen, dass ihm auf die Dauer nicht schlecht wird und er wegen Brechreiz das Handtuch werfen muss.

Kaum ist die Wahl gelaufen, kann der Wähler beobachten, dass die Kakophonie genauso weiter läuft wie bisher. Nein, schlimmer. Die undenkbarste aller Koalitions-Varianten liegt auf dem Tisch. Jamaika! Und diese drei Parteien werden nun hinter den Kulissen auskummeln, wer auf seinem Kontoauszug sein Ministergehalt verbuchen wird. Ohne Frau Merkel geht es nicht, das ist klar. Aber politische Überzeugungen bei diesen jämmerlichen Planspielen haben keine Relevanz. Nur ganz Naive werden den Beteuerungen für eine bessere Politik Glauben schenken. Gibst du mir, gebe ich dir, das ist das ausgewiesen Credo der Einkommenssicherung und nicht etwa die politische Problemlösung oder gar der Wählerwille. Gut, gut, ein paar Ministerköpfe werden rollen, das ist zu bei der CDU zu verschmerzen.

Zwar will die SPD die Opposition nicht der AFD überlassen – so zumindest die Verlautbarung von Frau Schwesig, aber wer will das schon diesem Nachplappermäulchen ernsthaft abnehmen? Wenn Frau Petry von der AFD mit einem Paukenschlag die Bundespressekonferenz verlässt, ist das verdammt schlechter Stil und wird einige ihrer Wähler verunsichern. Aber ihr Abgang ist auch ein starkes Indiz dafür, dass in dieser Partei wenigstens vorher keine Pöstchen ausgehandelt wurden, sondern dass es der Führung um die Sache geht. Anderenfalls wäre sie geblieben. Außerdem konnte keiner in der AFD voraussehen, wie stark das Wahlergebnis für sie werden würde. Hier spielte die Hoffnung die Musik. Und wie sagt man so schön? Die Revolution frisst ihre Kinder.

Ganz anders bei der SPD, in der dicke Luft herrscht, weil das Ergebnis dünn ist. Jene, die zuerst auf den Überflieger Schulz gebaut haben und jetzt um ihren gut bezahlten Job bangen, drängen hinter den Kulissen den Top-Schleimer der Nation dazu, doch noch mit der CDU Gespräche zu führen. Viele der Hinterbänkler halten es für falsch, sofort und kategorisch die Oppositionsrolle zu übernehmen. Die Sache ist noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil. Frau Nahles, die mit besonderer Unfähigkeit und ausgewiesener Inkompetenz bei der Rentendebatte geglänzt hat, wird nun auf den Stuhl des Fraktionsvorsitzes gehievt, ganz im bewährten Stile der roten Brut.

Was will man von diesen Nasen auch anderes erwarten, als dass sie weiterhin auf einem bequemen Sessel im Plenarsaal sitzen dürfen, um dort heiße Luft zu verbreiten. Das sind sie gewöhnt, und sie leiten daraus einen Besitzstand ab. Die Alternative? Sehr ungemütlich - sie müssen ab morgen arbeiten gehen.


Freitag, 22. September 2017

Göring-Eckardts verzerrte Wahrnehmung

„Wir schaffen locker Zweistellig“, so tönte sie gestern salopp in die TV-Kamera. Man wird das Gefühl nicht los, dass „Katrinchen“ schwere, mentale Ausfallerscheinungen hat, sobald man ihr ein Mikrofon vor die Nase hält. Zwei Tage vor der Wahl allerdings sackte die Partei in der Wählergunst weiter ab und liegt nurmehr knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Nur mit allergrößter Mühe kann man eine solche Einschätzung noch als Zweckoptimismus bewerten. Ich unterstelle ihr zwar, dass sie vor vielen Jahren in der Schule die vier Grundrechenarten erlernt hat. Heute können wir im Fernsehen nachträglich hautnah miterleben, mit welchem Erfolg. Aber man ist es mittlerweile gewöhnt, dass Grüne sich mit Vorliebe in eigenen Fehleinschätzungen suhlen.



Dass grüne Spitzenpolitiker auch zu jenen Menschen gehören, die überproportional häufig Studienabbrüche verschleiern, bejammernswerte Bildungslücken aufweisen und oft genug nur über eine erbärmliche Ausbildung verfügen, überrascht angesichts ihrer infantilen Einlassungen vor den Kameras nicht. Aber sie haben eins gemein: Sie sprechen nicht gern über ihren vergangenen Lebensweg, der wie die zu schützende Gelbbauchunke bei einem geplanten Autobahn-Neubau und das Versagen bei der Ausbildung zu ihrem Leben gehört. Dummerweise macht sich das im Lebenslauf schlecht. Ja…, das ist blöd. Und weil das so ist, wird am Lebenslauf gepfriemelt und getunt, angepasst und geschönt, dass die Schwarte kracht. Abgeschlossene Berufsausbildung? Bei über der Hälfte der Grünen: Fehlanzeige. Vorsätzliche Berufsverweigerung scheint das Motto dieser Horde von Dilettanten zu sein.

Interessant ist allerdings, wenn man die Lebenswege unserer Polit-Protagonisten aus dem grünen Lager etwas genauer durchleuchtet. Joschka Fischers maximale Qualifikation war sein Taxischein, Claudia Roths intellektuelle Karriere endete nach zwei Semester Theaterwissenschaften wegen latenter Mangelerscheinungen im Oberstübchen. Daniela Wagner etwa, Bundestagsabgeordnete aus Darmstadt, damals aktiv bei Protesten gegen die Startbahn West beteiligt, saß als Studentin im Hessischen Landtag - nur abgeschlossen hat sie ihr mehr als zehn Jahre dauerndes Studium der Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften nie. Volker Beck, der 52 Jahre alte Grüne, war Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion im Bundestag und wurde als Jurist angesehen. Er hat es unkommentiert stehen lassen. Die Wahrheit: Beck hat keinen Beruf - nur den des Politikers. Dass er auch noch - wie viele andere seiner Kumpane - gekokst hat, zeigt, wie verrottet dieser Haufen ist.

Nun ja, und dann haben wir noch die Göring-Eckardt. Auch eine, die ihr Studium der Theologie geschmissen hat, Und jetzt tut sie so, als habe sie den Stein der Weisen gefunden, obwohl man unter ihrer brünetten Haarpracht im günstigsten Fall gähnende Leere vermuten darf. Spielt aber keine Rolle, immerhin sind die grünen Plakatnasen Manns – bzw. Frau genug, den eigenen Untergang selber zu bewerkstelligen. Wenigstens eine erfreuliche Fähigkeit. Man darf sie also getrost Sätze sagen lassen, wie: „Wir werden Nazis im Parlament haben.“ Oder ihre markigen Formulierung -, bei einem kleinen Geist durchaus verzeihlich -, wie: „Zwölf Jahre Grüne nicht in der Regierung sind genug. Jetzt ist der Bund endlich fällig.“

Na und, könnte man sagen? Wo ist das Problem, wenn Grüne unterbelichtet sind? Schließlich gehören die Abgeordneten des deutschen Parlaments zur Champions League der Politik. Sie haben es zu etwas gebracht, alles in allem gut 600 Erwählte also, die Gesetze für Hunderte von Millionen beschließen. Was kümmert es da, ob sie ihr Studium beendet haben? Ob sie rechnen könne oder ob sie gar begreifen, was sie tun? Man könnte natürlich sagen: Keine Grünen, keine Umwelt. Ich halte dagegen. Hätten wir keine dämlichen Grünen, hätten wir eine bessere Umwelt.

Kein einziger der knapp ein Dutzend Abgeordneten gibt auf seiner Homepage oder in der Biographie des Bundestags an, ohne Abschluss zu sein. Stattdessen schreiben sie etwa: „Studium der Volkswirtschaftslehre in Osnabrück und der Landespflege, Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie in Essen.“ So steht es bei dem SPD-Abgeordneten Frank Schwabe. „Studium der Biologie und der Sozialwissenschaften an der Universität Köln“, heißt es bei Dietmar Nietan, in diesem Falle von der SPD. Weshalb sollte es in dieser Partei anders zugehen. So handhaben es alle. Nur weil kein Abschluss vermerkt ist, kein Diplom, Magister oder Staatsexamen, lässt sich erahnen, dass das Studium abgebrochen wurde. 

Eine direkte Lüge ist es nicht, soll aber Bildung, Fähigkeiten und Kompetenz implizieren, die gar nicht vorhanden sind. Ein gesellschaftspolitisches Trauerspiel, das uns Politiker vorspielen und auch vorleben. Es beißt die Maus den Faden nicht ab, über alle Abgeordneten und Minister gesehen repräsentieren unsere Politpfeifen maximal den mittleren Bildungsdurchschnitt. - und das reicht nicht aus, um kluge Politik zu machen. Wenn man bedenkt, dass jeder Polizei-Anwärter Abitur und jede popelige Führungskraft schon in der unteren Ebene entsprechende Erfahrungen und Kompetenz nachweisen muss, nimmt es mich Wunder, das es nicht längst Mindestvoraussetzungen für Politiker gibt.

Ich wills mal so sagen. Mit einer Ansammlung von Flachdenkern und intellektuellen Trauerfällen ist garantiert kein Staat zu machen. Und wer weiß, möglicherweise vielleicht holen die Grünen den Taxifahrer in Rente wieder zurück, wenn sie unter die 5% Marke fallen und ganz verschwinden. Zuzutrauen ist den Grünen wirklich alles.






Mittwoch, 20. September 2017

Götterdämmerung in der SPD

Um nicht missverstanden zu werden, möchte ich vorausschicken, dass nicht ich den SPD-Kandidaten für einen Halbgott halte, sondern der Buchdeckel aus Würselen selbst gottgleich durch alle Talkshows tingelt. Mit dem Habitus des Allwissenden pariert er die Fragen des zuvor penibel ausgewählten Publikums, und hat natürlich auf alles eine Antwort. Schulz spielt für den Bürger sozusagen die Eier legende Wollmilchsau und den weltgewandten Problemlöser, obwohl er selber das Leben als einfacher Bürger nicht so richtig verstanden oder vollständig abgelegt hat. Mundgerechte Königswege sind halt sein auserkorenes Wahlhobby, auch wenn er sich längst im Labyrinth der eigenen Synapsen verirrt hat.



Drei Tage vor der Wahl allerdings dämmert es ihm, obgleich man sich nur schwer vorstellen kann, dass in seinem Oberstübchen jemals ein Licht strahlen könnte. Die Partei liegt laut „ARD-Deutschlandtrend“ in der Wählergunst seit heute nur noch bei 20 Prozent. Immerhin scheint es doch noch eine große Anzahl von Wähler zu geben, bei denen es intellektuell ähnlich düster zugeht wie bei Schulz. Nichtsdestoweniger eilt Martin der Bärtige, - auf Rednerpulten einen breiten Schleimbatzen hinterlassend, von Stadt zu Stadt, in denen er sich als jovialer Heilsbringer für alle aufspielt. Man möchte sich gleich die Hände waschen, sollte man von ihm persönlich begrüßt worden sein.

Kommt ihm eine Krankenschwester in die Quere, kündigt er 30 Prozent mehr Lohn für alle Pflegekräfte an. Und als sei das nicht genug, legt er gleich noch 100.000 Fachkräfte für die Versorgung der Alten und Gebrechlichen oben drauf. Kaum kreuzt ein verarmter Rentner seinen Weg, stabilisiert er dessen Rente bei 48 Prozent und droht mit einem neuen Mindestniveau. Hebt ein Lehrer wegen einer Frage den Finger, kontert er mit Generalsanierung aller Schulen und gebührenfreie Bildung. Allein, die unwichtige Hürde, zum Kanzler erhoben zu werden, ist so unrealistisch wie ein deutsche Dogge auf der Jagd im Fuchsbau.

Erwähnt ein Selbständiger, dass auch Beamte in Rentenkassen einzahlen sollten, erhält er die knackige Antwort: "Bin ich für!" An dieser Stelle verrät er seinen unangenehmen Stallgeruch, den er überall verströmt, wo er auch immer auftaucht. Denn nicht nur deutsche Sprache ist für ihn ein unüberwindliches Hindernis. Er weiß auch nicht so genau, was er daher plappert, zumal er grundsätzlich zuerst redet und viel später denkt - sofern man diesen fragwürdigen Vorgang überhaupt als Denkprozess bezeichnen darf. 1,9 Millionen Beamten würden ihn in der Luft zerfetzen, wenn er sie unisono zur Rentenkasse bitten würde.

Panisch registriert man in Berlin, dass das Wahlergebnis bei AFD von der gleichen Sendeanstalt auf 12 Prozent geschätzt wird, während Herr Özdemir die neue Wahlprognose seiner Partei von etwas mehr als 7 Prozent verdrängt. Auch Frau Merkel schielt auf eine schweigende Wählergruppe von 40 Prozent, die möglicherweise nicht so wählen könnte, wie sie sich das wünscht. Hinter vorgehaltener Hand heißt es bei den Parteibossen, dass sich jene „Unentschiedenen“ nicht in die Karten schauen lassen. Man befürchtet sogar, dass sie zwar so tun, als würden sie sich für die Blockparteien entscheiden, wenn es aber an die Urne geht, der AFD die Stimmen geben.

Auch Angela weiß sich, wie ihre Gegner auch, elegant zu helfen, wenn es um Studiogäste in den Politveranstaltungen geht. Eigens beauftrage „Casting-Unternehmen“ filtern jeden kritischen Frager heraus und lassen nur parteikonforme Schwätzer zu. Wann und wie lange und an welcher Stelle applaudiert werden muss, wird genau abgesprochen und signalisiert. Natürlich ist auch ein Quoten-Querdenker im Publikum, das zuvor in Bussen zur Sendung gefahren wird. Der darf dann auch einmal etwas Kritisches fragen, wird aber sofort in die Schranken gewiesen, wenn es unangenehm werden sollte. Schließlich soll die Sendung mit einem „positivem“ Ergebnis enden.

Wie sagte unser beleibter Peter Altmair so kernig? Lieber nicht wählen, als der AFD eine Stimme geben. Das verschlug selbst der Generalpfeife Oppermann die Sprache. Immerhin, fasst man die Talkshows und Wahlkampfauftritte zusammen, stellen wir fest: Jeder Politiker kann alles, jeder Politiker weiß es besser als der Gegner, und alle Politiker haben die perfekte Lösung für ein starkes Deutschland. So gesehen werden wir von einer genialen Geisteselite zu unserem Glück geführt. Hoch lebe die kollektive Wahrnehmungsverzerrung unserer politischen Wunderheiler, die den Gläubigen das ihnen in der Wahlperiode zugesprochene Heil zuteil werden lassen.

Montag, 11. September 2017

Pressekonferenz mit Schulz – eine intellektuelle Herausforderung

Wir kennen das ja. Politiker sind niemals in der Lage, auf eine Frage mit „ja“ oder „nein“ zu antworten, selbst wenn man 5 Mal nachfragt und um eine konkrete Stellungnahme bittet. Viele Worte aneinanderfügen, das ist die Domäne eines Politikers. Dabei spielt es keine Rolle, welche. Hauptsache, es hört sich wie ein vollständiger Satz an. Diese Fähigkeit beherrscht Martin Schulz in geradezu perfekter Weise. Bei der heutigen Presskonferenz dieses nichtssagenden Schwätzers bewies er nicht nur sein grandioses Potential, endlose Vorab-Erklärungen mit wirren Gedankenausflügen zu füllen, nein, er ist auch geradezu begnadet, präzisen Fragen so weiträumig auszuweichen, dass er nicht wieder zurückfindet. Schon deshalb würde ich den bärtigen Genossen niemals nach der Uhrzeit fragen.



Ich wills mal so sagen: Mir ist bislang kein Politiker untergekommen, dessen Synapsen im Sprechmodus dermaßen viele Kurzschlüsse und Fehlschaltungen produzieren, wie bei diesem Partei-Parvenü. Wenn er in einer Pressekonferenz das Wort ergreift, benötigt ein herkömmlicher Zuhörer mehrere Stunden, um sich nach dem kaum erträglichen Wortmüll wieder zu erholen. Fassungslos sitzt der Bürger vor dem TV und kann sich des Gefühls nicht erwehren, einem unkoordinierten Wortschwall längst bekannter Sachverhalte schutzlos ausgeliefert zu sein. Schon nach der ersten, gezielten Frage eines Journalisten, ob Schulz sich angesichts seiner Zustimmungswerte auf eine Koalition vorbereitete, befürchtete ich, wegen maximaler Unterschreitung meines Niveaus, seine Antwort nicht unbeschadet zu überstehen.

Außer dem Satz: „Ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden“ – den er in völliger Verkennung seiner tatsächlichen Wahlchancen hin und wieder in endlose Monologe einbaute, malträtierte er seine Zuhörer mit unreflektierten Rundumschlägen quer durch alle gesellschaftspolitischen Themen. Gleich einem ausgewachsenen Känguru bespringt er in Riesensätzen die Russen und die Krim, Erdoğan und dessen Türken, schlägt einen Haken über die Familienpolitik, um sogleich bei den Waffenlieferungen in Arabien zu grasen. Gleich im Anschluss nimmt er die soziale Gerechtigkeit in Angriff, obwohl in seinem Beutel gähnende Leere herrscht. Vielleicht weil es sich leichter hüpft? Niemand weiß es.

Atemlos wartete man auf die Wahl-Pointe, die sich in endlosen Satzgebilden verlor. Schulz agierte mit chaotischen und weitschweifenden Hauptsätzen, die in unentwirrbare Nebensätze mündeten und am Ende in unbegreifliche, weltpolitische Betrachtungen versandeten. Substantiell und inhaltlich gesehen übertraf Schulz mit seinen Einlassungen kaum den Deutsch-Aufsatz eines Viertklässlers. Sein Lehrer würde ins Klassenheft eingetragen haben: Der kleine Martin hat sich bemüht, aber das Thema verfehlt.

Wie eine LKW-Ladung bunter Bauklötze, die man im Konferenzraum über die Anwesenden abkippt, so ergossen sich bunte Klötzchen von Erklärungen, Forderungen, Änderungsapelle, Zielansprachen, gespickt mit weltumspannenden Betrachtungen und nationenweiten Mahnungen über die Zuhörerschaft. Seine Satzkonstruktionen und seine sprunghafte Themen-Akrobatik ließ zeitweise befürchten, dass bei diesem Herrn in der Vergangenheit irgendetwas Unerklärliches zurückgeblieben ist. Keine Sau war in der Lage, den geballten Verbalschrott einigermaßen zu ordnen. Wer hier logisch ans Sortieren heranging, hatte bereits verloren.

Trotzdem, ich sehe es kommen, die rotgefärbten Printmedien werden dem intellektuellen Unglücksfall aus Würselen trotzdem noch etwas abgewinnen können und dessen Gedanken zu verständlichen und konsumierbaren Statements zusammenrühren, auch wenn keiner der anwesenden Journalisten wirklich verstanden hat, was dieser Buchhändler aus Würselen eigentlich auf der Pressekonferenz wollte. Wenn nicht ab und zu Begriffe wie Chancengleichheit, Kinderarmut, Schulsanierungen und Flüchtlinge gefallen wären, würde keiner der zahlreichen Redakteure in der Lage gewesen sein, aus Schulzens verbalen Nonsens einen Artikel zusammenzuschustern.

Wie konnte es dieser Flachdenker an die Spitze des Europaparlamentes schaffen, und wer hat ihn dazu gemacht? Wäre ich ehrlich, müsste ich mir eingestehen, dass ich mir niemals hätte vorstellen können, dass es so viele Kleingeister im Europa-Parlament gibt, die solche Leute zu ihrem Präsidenten machen. Umso vertrackter ist das Rätsel seines parlamentarischen Aufstiegs, vor dem jeder, der nur einigermaßen denken kann und es entwirren wollte, entnervt kapitulieren muss. Wer, um Himmelswillen, hat bei der SPD diesen kleinen Wortproleten an die Spitze einer einst anerkannten Partei gehievt? Was muss im Kopf eines Wählers vorgehen, einem solchen Mann eine Stimme zu geben? Bei allem Respekt vor den Wählern, ich weiß es nicht.






Sonntag, 10. September 2017

Blanko-Pässe, unechte Papiere und falsche Identitäten

Das ist doch mal eine beruhigende Nachricht aus dem Hause BAMF! Gestern meldete das Bundesamt in einem offiziellen Papier, dass von 80.000 erneut überprüften Pässen und Ausweispapieren bereits anerkannter Flüchtlinge etwa 8.000 Dokumente gefälscht sind. Wir dürfen nun etwa zehn Prozent bereits durchleuchteter „Besucher“ offiziell bescheinigen, dass wir wissen, wer sie NICHT sind. Applaus! Gut, dass wir jederzeit umfassend informiert werden.



Blicken wir zurück und halten fest: Zwischen Januar 2015 und Juni 2016 hat das Amt mit aufopferndem Engagement und beispielloser Menschenliebe 230.000 Persilscheine ausgestellt. Für einen Statistiker ist die Grundgesamtheit von Achtzigtausend Überprüfungen eine ziemlich verlässliche Größenordnung, um eine belastbare Hochrechnung anzustellen. Mit anderen Worten: In unserem Land leben mindestens 23.000 anerkannte Refugees mit falschen Identitäten. Aber sind wir doch mal ehrlich, Namen sind Schall und Rauch. Unter welchem Namen diese Leute Taschengeld bzw. Unterhaltszahlungen erhalten, Bankkonten eröffnen oder soziale Hilfsleistungen in Anspruch nehmen, kann uns letztendlich egal sein, Hauptsache, sie sind erst einmal gut versorgt ...

Überträgt man nun die Anzahl entdeckter Fälschungen auf jenen Personenkreis, der noch auf seine Überprüfung wartet – wie sprechen hier von etwa 500.000 Menschen, und addieren wir weitere 400.000 sich hier aufhaltende, erwartungsfreudige Gäste ohne Pass oder Ausweis hinzu, dürfen wir – konservativ gerechnet -, mit weiteren 100.000 mittellosen Reisenden aus der Fremde rechnen, die möglicherweise gar nicht die sind, die sie sind und sich daher nicht einmal selber kennen... Von den anderen, namenlosen Grenzüberschreitern, die bereits unerkannt im deutschen Untergrund leben, will ich erst gar nicht reden. Die sind aber schon deshalb harmlos, weil, - wie schon angedeutet - auch die Polizei nicht weiß, wer und wo sie sind.

Im Bundeskriminalamt jedenfalls spricht man inzwischen von einer „großen Anzahl“ schwerer, gerichtsfester Fälschungen, wobei der Terminus „groß“ für jeden Bürger interpretatorisch gesehen eine individuelle Anzahl ist. Aus Sicht klassischer Wähler der GRÜNEN Partei dürfte es sich bei den schweren Straftatbeständen, die ohnehin nur auf deutsche Bürger anzuwenden sind, lediglich um ein paar Einzelfälle handeln, für die man überdies Verständnis haben muss. Für den CDU-Wähler dagegen bedeutet eine "große Anzahl" von Passvergehen eine „beherrschbare“ Größenordnung (wir schaffen das). Bei der SPD kann man sich nicht sicher sein, ab welcher Anzahl strafrelevante Sachverhalte bei Flüchtlingen bedeutsam, wichtig und verfolgbar sind. Es kommt eben darauf an, wen man fragt und was beim Wähler gerade gefragt ist. Schulz, Gabriel oder Stegner, das kann zu Irritationen führen ....

Sehr zum Ärgernis der „etablierten“ Wählerschichten gibt es auch eine Partei, die sich realistischer Zahlen bedient und veröffentlicht. So geht das natürlich nicht! Wo kämen wir hin, wenn jeder dahergelaufene Wähler einer gegnerischen Partei kurz vor der Wahl plötzlich glauben würde und etwas ganz anderes wählen wollte?

Nun ja, Tatsache bleibt, dass das Bundesamt für Migration die Erkenntnisse der Passprüfer in Nürnberg wissentlich unterläuft, indem es auch weiterhin Flüchtlinge trotz manipulierten Ausweisdokumenten durchwinkt. Ich vermute, dass deren Abteilungsleiter und Sachbearbeiter in Eritrea oder Marokko in Intensiv-Seminaren und knallharten Ausbildungscamps geschult wurden. Aber ich will mich da nicht festlegen.

Fragt man Mitarbeiter des BAMF, was nun mit einreisewilligen Passfälschern geschieht, erhält man beruhigende Auskünfte wie z. B.: Die Leute würden bei der Polizei gemeldet werden, hätten aber keine Chance auf Anerkennung. Einreisen und bleiben dürfen sie dennoch. Macht ja auch nichts – ist ja auch nicht deren Geld. Nur nach Salzgitter, da dürfen sie nicht mehr hin. Der Bürgermeister meinte, der Wohnraum würde knapp. Eine Schande ist das. Jetzt müssen wir die Herrschaften, die noch kommen, in Oberbayern auf Bauernhöfen unterbringen, nur weil man in Niedersachsen nicht rechtzeitig für neue Unterkünfte gesorgt hat. 

Ärgerlich allerdings ist eine Nachricht, die uns heute Morgen von allen TV-Sender zur Kenntnis gebracht wurde. Der IS hat laut Bundeskriminalamt 11.000 syrische Blankopässe erbeutet. Würde ich spekulieren, was diese Terroristen mit diesen Dokumenten vorhaben, würde mich Frau Merkel wahrscheinlich rügen und Martin Schulz mich als Pharisäer beschimpfen. Deshalb sag ich jetzt nichts und überlasse es dem Leser und dessen Phantasie und die Möglichkeit humanistische Mutmaßungen anzustellen. Ich mache mir da keine Sorgen. Bestimmt finden sich noch ein paar versprengte Dschihadisten, die einen Pass gut gebrauchen können.

Freitag, 8. September 2017

Marionetta Slomka und ihr Feindbild

Der Puppe eines Bauchredners macht man keinen Vorwurf für das, was sie sagt, wie sie sich verhält und welche Grimasse sie zieht, schließlich hat sie die Hand ihres Schöpfers bis zum Anschlag im Arsch und hat das zu erzählen, was die Stimme aus dem Off sich so alles ausdenkt. Der Sinn einer solch künstlerischen, zumeist kabarettistischen Veranstaltung ist, das Publikum mit frechem Witz und oft genug auch mit plattem Humor zu unterhalten. Das johlende Publikum klatscht sich vor Vergnügen auf die Schenkel und applaudiert dem Vortragenden.



Insofern kann man der ZDF-Moderatorin keinen Vorwurf machen, wenn sie in einer politischen Sendung die Linie einhält, die der Arbeitgeber -, mit geschickter Führung in ihrem wohl proportionierten Gesäß vorgibt und sie genau so agiert, wie es die Stimme aus dem Off vorschreibt. Man braucht nicht viel Phantasie, wie die Bauchredner in den Sendern ticken, zumal bekannt ist, dass die Chefbauchredner in den Sendern entweder mit roten oder schwarzen Parteibüchern für Ordnung an der Front sorgen. Daher habe ich mich nachträglich entschlossen, die Sendung „Wie geht’s, Deutschland?“ mit Marietta Slomka als Polit-Kabarett einzustufen. "Marietta Slomka hat die Runde mit sieben Politikern und sechs Bürgern fair und gelassen moderiert", erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem Statement, hat aber leider vergessen zu erwähnen, wo er während der Moderation seine Hand hatte.

Die Talkrunde hatte wieder einmal das Zeug zur Farce. Denn erneut versammelten sich – ganz im klassischen Format einer Hau-Drauf-Talk-Show -, 6 Gäste und eine Prügelknäbin. Teilnehmer der Runde waren Andreas Scheuer (CSU), Heiko Maas (SPD), Jürgen Trittin (GRÜNE), Katja Kipping (LINKE) und Katja Suding (FD) und unsere allseits geliebte Frau von der Leyen (CDU). Während Marionetta mit moralisch-belehrendem Vokabular die glasklaren Fakten der AFD-Vertreterin Alice Weidel mit geradezu herablassender Attitüde zu widerlegen suchte, erntete die AFD-Vorsitzende sowohl verbal und mimisch als auch gestisch die übliche Klassendresche.

Ob nun Frau Weidel den Eklat geplant hat, wie manche behaupten, hat insofern kaum Relevanz, zumal die Unvoreingenommenheit von Frau Slomka von vorne herein nicht gegeben war und Frau Weidel hinsichtlich des Sendeverlaufs mit hellseherischen Fähigkeiten hätte ausgestattet sein müssen. Ich jedenfalls zolle Frau Weidel Respekt, weil sie gesundes Selbstbewusstsein und Rückgrat bewies. Es war meinem Empfinden nach richtig, das Ränzlein zu schnüren. Die gehässige Schadenfreude, die Süffisanz und die Häme in den Gesichtern der politischen Kontrahenten wie auch in der Mine der Moderatorin bestätigt genau das Niveau, dem man sich keinesfalls aussetzt, wenn man Charakter und Format hat.

Man muss kein AFD-Anhänger sein, allein es gebietet der Anstand, auch politischen Gegnern mit Respekt zu begegnen. Aber was will man von Menschen erwarten, die nur um der Selbstprofilierung willen sogar bereit sind, sich im mentalen Schweinekoben zu suhlen. Niemand muss sich "coram publicum" Herabwürdigung, Geringschätzung oder Diskreditierung gefallen lassen - schon gar nicht von einem CSU-Politiker wie Scheuer, der wegen unrechtmäßigen Führens eines akademischen Titels vor Gericht gezerrt wurde. Immerhin, er hat den Doktortitel von seinem Visitenkärtchen gestrichen. Aber das kennt man ja. Wer so gar nichts zu bieten hat, schmückt sich eben mit einem Titel, das macht bei den handverlesenen Claqueuren etwas her. Man könnte in Tränen ausbrechen, wenn man sieht, dass mehrheitlich Blindgänger und Verbalprotze die Verantwortung für die Geschicke eines Landes übernehmen wollen.

Es hat an dieser Stelle wenig Sinn, sich inhaltlich noch einmal mit den politischen Themen und Zielsetzungen intellektuell höchst mittelmäßiger Kandidaten auseinanderzusetzen, zumal ihre standardisierten Floskeln und Worthülsen mittlerweile jeden Zuhörer minutenschnell ins Schlafkoma befördern. Wenn sich allerdings eine Moderatorin die Animositäten und Feindbilder der restlichen Anwesenden zu eigen macht und vorsätzlich eine missliebige Politikerin qua tendenziöser Moderation zur lächerlichen Figur machen will, dann kann man eine öffentlichen Wahl-Diskurs nicht mehr ernst nehmen. Offen gestanden, wenn ich Clowns, Kapriolen und Slapsticks sehen will, gehe ich in einen Zirkus, dann kann ich wenigstens lachen, wenn Hanswürste, Komiker und Possenreißer "ehrlich" auf die Schnauze fallen.

Ich weiß nicht, wen man mehr bedauern soll -, die armseligen Geister, die mit professioneller Perfektion an jeder Kinderstube vorbeischlittern, es überdies an jeder Fairness mangeln lassen und sich gebärden wie hämische Kleinkinder oder das noch erbärmlichere Publikum, das diesen selbstverliebten Affen applaudiert. Nun ja, betrachten wir das Theater als schöne Aufführung eines Senders, der vorzugsweise Marionetten als Moderatoren beschäftigt.





Alice Weidel versus ZDF-Darstellung



Alle Aussagen beziehen sich auf einen Anstieg an Tatverdächtigen Asylbewerbern 2016 zu 2015.

Aussage 1: Anstieg in Kategorie Mord „auf das Doppelte“
2015: 78
2016: 156
Weidels Aussage 1 ist korrekt

Aussage 2: Anstieg in Kategorie Gewaltdelikte „fast eine Verdoppelung“
2015: 13.210
2016: 25.447
Weidels Aussage 2 ist korrekt

Aussage 3: Kategorie Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung „Anstieg um 120%“
2015: 1.420
2016: 3.136
Weidels Aussage 3 ist korrekt, es sind 120,84507%.

Aussage 4: Kategorie Gruppenvergewaltigung „Anstieg um 130%“
2015: 62
2016: 141
Weidels Aussage 4 ist korrekt, es sind 127,419%.

Slomkas Darstellung gegen Alice Weidel ging also 0:4 aus. Und zwar für Alice Weidel. Alice Weidel hat die richtigen Zahlen zitiert und ihre Aussagen sind nachweisbar. Und durch das Bundeskriminalamts bestätigt.

Die „richtigen Zahlen“ des ZDF
Marietta Slomka lässt über den Sender ihre „Zahlen“ einspielen. Gut vorbereitet, denkt man sich.
„Nur“ 8,6% der Tatverdächtigen 2016 seien Zuwanderer, behauptet das ZDF in einer Grafik, deren tatsächliche Erhebungsbasis unkommentiert bleibt. Die korrekte Grundgesamtheit beinhaltet Asylbewerber, geduldete Flüchtlinge, Kontingent-Flüchtlinge/ Bürgerkriegsflüchtlinge und Illegale Migranten.

Das ZDF verzerrt mittels eines statistischen Kabinett-Stückchens bagatellisierende und beschönigende Zahlenwerke, um dem politischen Auftrag des Senders gerecht zu werden.

Tatverdächtige insgesamt: 2.360.806,
davon Zuwanderer (lt. Definition ZDF): 506.641
Anteil: 21,5 % und eben nicht 8,6 % wie vom ZDF eingespielt.



Mittwoch, 6. September 2017

Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient

Es beißt die Maus keinen Faden ab, politische Inhalte und Wahlergebnisse haben nicht nur etwas mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen zu tun, auch der Bildungsgrad eines Volkes ist ein bedeutsamer Einflussfaktor. Nimmt man den Blickwinkel von Politikern ein, richtet sich die Orientierung immer nach den Mehrheiten, denn nur sie garantieren die Zielerreichung. „Res Publica“ – also „die Sache des Volkes“ ist von vorn herein obsolet, denn es geht immer um "Res Regens Primarius“ – um die Sache des Regierenden. Nicht was das Volk will, ist für Politiker von Relevanz, sondern die Frage: Wie muss ich mich verhalten und was muss ich tun, damit das Volk glaubt, dass ich dessen Interesse vertrete.



Wer da meint, unsere Polit-Elite müsse in ihren Reden ans Volk intellektuelle, plausible und staatstragende Botschaften übermitteln, der irrt. Wer meint, er könne von unseren Politikern – gleich welcher Partei – visionäre Ideen, überzeugende Führungskompetenz und tragfähige Konzepte erwarten, scheint die Mechanismen von Machterwerb und Machterhalt in der Politik nicht begriffen zu haben.

Lächerliche 460.000 von 11 Millionen Schulpflichtigen erreichen einen akademischen Hochschulabschluss, das sind gerade einmal sechs Prozent. Damit liegt nicht nur auf der Hand, dass Intelligente und/oder hochqualifizierte Menschen die Minderheit bilden und damit als politische Zielgruppe wegfallen. Nun ist die Quote der Akademiker in Deutschland längst kein belastbares Indiz für den Grad der Gesamtverblödung. Dennoch, knapp 40 % der deutschen Bevölkerung ließ es bei der Mittleren Reife oder Abitur bewenden. Anders ausgedrückt: Die restlichen 54% sind Hauptschulabsolventen mit oder ohne beruflichen Abschluss. Selbst die OECD rügte Deutschland schon mehrfach wegen seines unterirdischen Bildungssystems und dessen Folgen.

Die Parteistrategen haben angesichts dieser Zahlen eine einfache wie entlarvende Logik. Sie halten das Volk für dämlich und träge. Schlimmer noch, sie halten sie für manipulierbar. Und sie haben recht. Machen wir uns nichts vor, etwa 12% gehören in Deutschland heute zur Bildungsschicht. Da Politiker und deren Werbeagenturen davon ausgehen, dass sich 95% der Menschen überschätzen und ernsthaft glauben, sie verfügten über ein kluges Köpfchen, basieren politische Strategien, ob nun für Wahlen oder Verbleib in Ämtern, auf mathematisch-statistischer Grundlage. Für das breite Fußvolk reichen Schlagworte, mehr oder weniger witzige Sprüche und substanzlose aber gut klingende Floskeln. Man könnte nun konstatieren: Saudumm! Aber sie verfehlen nicht die Wirkung. – und darauf kommt es den Mächtigen an.

Die Minderheit von maximal 12% hochgebildeten Menschen haben bei wichtigen politischen Entscheidungen schon wegen der Verteilung auf 5 bis 6 Parteien keine entscheidende Ergebnisrelevanz. Denn bei 60 Millionen Wahlberechtigten fällt deren theoretischer Anteil von ca. 1,2 Millionen möglicher Wähler pro Partei kaum ins Gewicht. An dieser Wahrheit kommt niemand vorbei. Und entsprechend dieser soziologischen Binsenweisheit verhält sich auch die Politik, nämlich zutiefst amoralisch, arrogant und überheblich. Doch alles hat seine zwei Seiten: Die stumpfsinnige Dummheit des Wahlvolkes korreliert hoch mit der anmaßenden Ignoranz der politischen Führung – nicht nur in unserem Lande.

Zwar gehört die breite Mehrheit heutiger Politiker auch nicht zu den Hellsten, im Gegenteil. Aber sie entsprechen vom Bildungsniveau und hinsichtlich ihrer überschaubaren Intelligenz einer Mehrheit in Deutschland. „Ich bin einer von euch“ – so tönt Martin Schulz auf den Rednerbühnen des Landes. Damit hat er recht. Gleich und gleich gesellt sich gerne und ein Blöder unter Blöden fühlt sich entschieden wohler, ja heimischer und der Wohlfühlcharakter unter seinesgleichen ist enorm. Genau deshalb kann Schulz erwarten, dass 40% der Minderbemittelten zuhören und ihm möglicherweise freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Das heißt zwar noch nicht, dass sie ihn wählen werden, aber immerhin.

Einfache Botschaften braucht die träge Masse, - so die Wahlkampfstrategen und Werbeagenturen -, damit auch das beim Wahl-Vieh ankommt, was ankommen soll und was in Parteizentralen und auf Regierungsbühne für geboten gehalten wird. Freilich, in TV-Interviews oder Talkshows gilt es, mit auswendig gelernten Worthülsen Brain und Sachkunde, Seriosität und Kompetenz vorzuspiegeln – „Bella Figura“ nennen wir Italiener diesen medialen Affentanz, der infantiler kaum sein kann. Es ist ein Jammer, dass zu viele Politiker den Bürgern glauben machen, Brände zu löschen, die sie selbst gelegt haben. Notfalls sichert der kalkulierte Gedächtnisverlust in der Politik das eigene Überleben.

Hört oder sieht man sich die öffentlichen Auftritte der politischen Schwergewichte an, dreht sich jedem halbwegs gebildeten Menschen angesichts der hohlen und dummdreisten Inhalte der Magen um. Nicht bei der Masse, denn Stammtisch-Rhetorik gehört eher zum Wahl-Inventar eines Politikers, denn genau sie ist die richtige Tonart, weil ergebnisrelevant. Nun ja, mehr hätten die meisten ohnehin nicht zu bieten. Da kann man bei öffentlichen Auftritten schon mal maximalen Stuss verbreiten, wie die letzten Reden von Merkel, Gabriel, Altmeier oder Steinmeier beweisen. Von Cem Özdemir oder dem intellektuellen Überflieger Toni Hofreiter will ich erst gar nicht reden.

Die Ungleichheit des durchschnittlichen Bildungsgrades unter den Parteien erklärt natürlich auch, weshalb eine Partei mit einem hohen Akademikeranteil wie die AFD beispielsweise kaum Chancen auf einen großen Wahlerfolg haben werden, da sie per se sowohl in Sprache, Inhalt, Ziel als auch im Anspruch nur bei einer Minderheit Akzeptanz erreicht. Und es ist wahrlich nichts Neues, dass einfache Geister ausgrenzen, weil denken unbequem und anstrengend ist. Dass Politiker enorme Luftschlösser bauen, ist nicht weiter bedenklich. Gefährlich wird es erst, wenn der Wähler luftige Immobilie auch noch die Hypothek mit seiner Stimme finanziert.

Öffentliche Auftritte und Reden der Polit-Verantwortlichen lassen auch Rückschlüsse deren Ethik, Niveau und intellektuellen Ressourcen innerhalb der Karriere-Pyramiden in Parteien zu. Spitzenpolitiker treten auf, als hätten sie den Anspruch auf Allwissenheit mit ihrem Amt gleich mit erworben, was bestenfalls einfach strukturierte Wähler beeindruckt. Doch der ist bequem und wird den Wohlfühlcharakter vorziehen und kaum Experimente machen. Nun ja, so schlecht war die Angela ja auch wieder nicht, sagt es, und geht zur Wahlurne. Tja..., wenn der Wähler Merkels Ratlosigkeit mit Geduld verwechselt, der wird auch die Abgabe seiner Wählerstimme als kluge Strategie verkaufen.

Wer da meint, unsere Polit-Elite müsse in ihren Reden ans Volk intellektuelle, plausible und staatstragende Botschaften übermitteln, der irrt. Wer meint, er könne von unseren Politikern – gleich welcher Partei – visionäre Ideen, überzeugende Führungskompetenz und tragfähige Konzepte erwarten, scheint die Mechanismen von Machterwerb und Machterhalt in der Politik nicht begriffen zu haben.

Lächerliche 300.000 von 11 Millionen Schulpflichtigen erreichen die Hochschulreife, das sind gerade einmal drei Prozent. Damit liegt nicht nur auf der Hand, dass Intelligente und/oder hochqualifizierte Menschen die Minderheit bilden und damit als politische Zielgruppe wegfallen. Nun ist die Quote der Akademiker in Deutschland längst kein belastbares Indiz für den Grad der Gesamtverblödung. Dennoch, knapp 40 % der deutschen Bevölkerung ließ es bei der Mittleren Reife oder Abitur bewenden. Anders ausgedrückt: Die restlichen 47% sind Hauptschulabgänger mit oder ohne beruflichen Abschluss. Selbst die OECD rügte Deutschland schon mehrfach wegen seines unterirdischen Bildungssystems und dessen Folgen.

Die Parteistrategen haben angesichts dieser Zahlen eine einfache wie entlarvende Logik. Sie halten das Volk für dämlich und träge. Schlimmer noch, sie halten sie für manipulierbar. Und sie haben recht. Machen wir uns nichts vor, etwa 12% gehören in Deutschland heute zur Bildungsschicht. Da Politiker und deren Werbeagenturen davon ausgehen, dass sich 95% der Menschen überschätzen und ernsthaft glauben, sie verfügten über ein kluges Köpfchen, basieren politische Strategien, ob nun für Wahlen oder Verbleib in Ämtern, auf mathematisch-statistischer Grundlage. Für das breite Fußvolk reichen Schlagworte, mehr oder weniger witzige Sprüche und substanzlose aber gut klingende Floskeln. Man könnte nun konstatieren: Saublöd! Aber sie verfehlen nicht die Wirkung. – und darauf kommt es den Mächtigen an.

Die Minderheit von maximal 12% hochgebildeten Menschen haben bei wichtigen politischen Entscheidungen schon wegen der Verteilung auf 5 bis 6 Parteien keine entscheidende Ergebnisrelevanz. Denn bei 60 Millionen Wahlberechtigten fällt deren theoretischer Anteil von ca. 1,2 Millionen möglicher Wähler pro Partei kaum ins Gewicht. An dieser Wahrheit kommt niemand vorbei. Und entsprechend dieser soziologischen Binsenweisheit verhält sich auch die Politik, nämlich zutiefst amoralisch, arrogant und überheblich. Doch alles hat seine zwei Seiten: Die stumpfsinnige Dummheit des Wahlvolkes korreliert hoch mit der anmaßenden Ignoranz der politischen Führung – nicht nur in unserem Lande.

Zwar gehört die breite Mehrheit heutiger Politiker auch nicht zu den Hellsten, im Gegenteil. Aber sie entsprechen vom Bildungsniveau und hinsichtlich ihrer überschaubaren Intelligenz einer Mehrheit in Deutschland. „Ich bin einer von euch“ – so tönt Martin Schulz auf den Rednerbühnen des Landes. Damit hat er recht. Gleich und gleich gesellt sich gerne und ein Blöder unter Blöden fühlt sich entschieden wohler, ja heimischer und der Wohlfühlcharakter unter seinesgleichen ist enorm. Genau deshalb kann Schulz erwarten, dass 40% der Minderbemittelten zuhören und ihm möglicherweise freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Das heißt zwar noch nicht, dass sie ihn wählen werden, aber immerhin.

Einfache Botschaften braucht die träge Masse, - so die Wahlkampfstrategen und Werbeagenturen -, damit auch das beim Wahl-Vieh ankommt, was ankommen soll und was in Parteizentralen und auf Regierungsbühne für geboten gehalten wird. Freilich, in TV-Interviews oder Talkshows gilt es, mit auswendig gelernten Worthülsen Brain und Sachkunde, Seriosität und Kompetenz vorzuspiegeln – „Bella Figura“ nennen wir Italiener diesen medialen Affentanz, der infantiler kaum sein kann. Es ist ein Jammer, dass zu viele Politiker den Bürgern glauben machen, Brände zu löschen, die sie selbst gelegt haben. Notfalls sichert der kalkulierte Gedächtnisverlust in der Politik das eigene Überleben.

Hört oder sieht man sich die öffentlichen Auftritte der politischen Schwergewichte an, dreht sich jedem halbwegs gebildeten Menschen angesichts der hohlen und dummdreisten Inhalte der Magen um. Nicht bei der Masse, denn Stammtisch-Rhetorik gehört eher zum Wahl-Inventar eines Politikers, denn genau sie ist die richtige Tonart, weil ergebnisrelevant. Nun ja, mehr hätten die meisten ohnehin nicht zu bieten. Da kann man bei öffentlichen Auftritten schon mal maximalen Stuss verbreiten, wie die letzten Reden von Merkel, Gabriel, Altmeier oder Steinmeier beweisen. Von Cem Özdemir oder dem intellektuellen Überflieger Toni Hofreiter will ich erst gar nicht reden.

Die Ungleichheit des durchschnittlichen Bildungsgrades unter den Parteien erklärt natürlich auch, weshalb eine Partei mit einem hohen Akademikeranteil wie die AFD beispielsweise kaum Chancen auf einen großen Wahlerfolg haben werden, da sie per se sowohl in Sprache, Inhalt, Ziel als auch im Anspruch nur bei einer Minderheit Akzeptanz erreicht. Und es ist wahrlich nichts Neues, dass einfache Geister ausgrenzen, weil denken unbequem und anstrengend ist. Dass Politiker enorme Luftschlösser bauen, ist nicht weiter bedenklich. Gefährlich wird es erst, wenn der Wähler luftige Immobilie auch noch die Hypothek mit seiner Stimme finanziert.

Öffentliche Auftritte und Reden der Polit-Verantwortlichen lassen auch Rückschlüsse deren Ethik, Niveau und intellektuellen Ressourcen innerhalb der Karriere-Pyramiden in Parteien zu. Spitzenpolitiker treten auf, als hätten sie den Anspruch auf Allwissenheit mit ihrem Amt gleich mit erworben, was bestenfalls einfach strukturierte Wähler beeindruckt. Doch der ist bequem und wird den Wohlfühlcharakter vorziehen und kaum Experimente machen. Nun ja, so schlecht war die Angela ja auch wieder nicht, sagt es, und geht zur Wahlurne. Tja..., wenn der Wähler Merkels Ratlosigkeit mit Geduld verwechselt, der wird auch die Abgabe seiner Wählerstimme als kluge Strategie rechtfertigen.


Montag, 4. September 2017

Blind oder Einäugig, das ist die Frage

Wir haben es hinter uns, das Duell der Hoffnungslosigkeit, ja, des harmonischen Schlagabtausches, bei dem jeder dem Anderen unerträgliche Freundlichkeiten um die Ohren gehauen hat. Wie sagt der Volksmund? Unter den Blinden ist der Einäugige der König. In diesem Falle hatten wir es mit der weiblichen Ausgabe einer Sehbehinderten zu tun. Ihr gegenüber Einer, der nur allzu gerne mit großen Hunden pissen gehen würde, aber das Bein nicht hoch genug bekommt. Phasenweise bekam man das Gefühl, Martin Schulz wolle im Oktober heimlich Frau Merkel wählen.



Unsere Kanzlerin hatte leichtes Spiel gegen das intellektuelle Leichtgewicht, aber das war wohl auch schon vorher klar. Merkel zeigte sich faktensicher, „staatsfraulich“ und abgebrühter und ließ Schulz abperlen wie Wasser an einer Fettpfanne. Während sich der König der SPD beim Moderatoren-Team andauernd bedankte, dass sie ihn überhaupt etwas fragten, bedachte ihn unsere aller Kanzlerin mit süffisantem und manchmal sogar amüsierten Lächeln. Kein Wunder, der rhetorische Tiefflieger hechelte den Kanzlerargumenten hinterher wie ein Hündchen, das ab und zu auch mal erregt kläfft. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Pinscher nur schwer bei einem Rottweiler durchsetzen kann.

„Darf ich Ihnen eine Zwischenfrage stellen?“, wandte sich der gelernte Buchhändler während eines kurzen aber harmonischen Schlagaustausches an Merkel. Sie nur kurz und zackig: „Nein“ Sodann fuhr sie ungerührt mit ihrer Antwort fort. Der Mann aus Würselen: Abgewatscht, so nennt man das wohl. Sie dagegen konnte sich bei allen Fragen durchsetzen, das musste man ihr lassen. Das heißt aber nicht, dass der Zuschauer von der Überlegenheit und Sicherheit unserer Kanzlerin überzeugt sein konnte, zumal jene Themen, die in der breiten Bevölkerung von Relevanz sind, so gut wie nicht behandelt wurden.

Überraschungen gab es keine. Die Gegenüberstellung glich eher einer weich gespülten Therapiesitzung, in der die Kontrahenten sich gegenseitig freundlich zunickten und oft genug Einigkeit bzw. Übereinstimmung feststellten. Als Resümee könnte man auch ableiten. Weiter so wie vorher. Denn auf die Frage, ob die jeweils andere Partei als Koalitionspartner in Frage käme, wurde gemieden wie eine ansteckende Krankheit. Man fragte sich unwillkürlich: Wen interessiert es, wer in diesem Treffen besser abschneidet, wenn man als Zuschauer und Wähler den Eindruck gewinnt, dass Zukunft nicht stattfinden wird. Immerhin, Schulz redete schnell, viel und wirr, Merkel dagegen in ihrem moderat-geübtem Rautenton.

Zwar nahm jede Partei für sich in Anspruch, dass der eigene Kandidat haushoch gesiegt habe, aber dass Politiker schon von Berufs wegen unter schweren Wahrnehmungs-Neurosen leiden, ist hinreichend bekannt. Malu Dreyer und Manuela Schwesig, beide unter manischer Unterbelichtung leidend, äußerten sich im Anschluss der Sendung über Schulzens Auftritt geradezu euphorisch. Sätze wie: Er habe Klartext geredet und konkret gesagt, wofür die SPD stehe oder "Martin Schulz hat gezeigt, dass er Kanzler kann", sind ein ziemlich deutliches Indiz dafür, dass die beiden Damen vermutlich eine andere Sendung verfolgt haben.

Aber auch Julia Klöckner, CDU-Vizeparteichefin, die am Ort des TV-Duells in Berlin-Adlershof war, begrüßte Merkel nach deren Auftritt mit den Worten: "War super. War ganz toll!" Du liebe Güte, schießt es mir durch den Kopf, eine Politikerin mit Kleinmädchensprache, dem Vokabular einer Drittklässlerin und dem geistigen Niveau einer Kaulquappe-, sie darf öffentlich in die Kameras jubeln, ohne dass der Reporter einen Hustenanfall bekommt. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, was uns blüht. Es kann nur schiefgehen, wenn Kleingeister wie Dreyer oder Klöckner einen Flachdenker wie Schulz anhimmeln und ihn als zukünftigen Staatslenker feiern.

Es hat wenig Sinn, über Substanz, Maximen oder Ziele dieser überflüssigen Veranstaltung nachzudenken, weil nicht nur das völlig veraltete Format nicht geeignet ist, dem Bürger einen Erkenntniszugewinn zu liefern, sondern auch die Moderatoren jenseits von Gut und Böse sind und überdies willfährige "Staatsbedienstete" sind. Kein Wunder, man will sich ja auf keinen Fall zukünftige Talk-Show-Gäste verprellen. Immerhin sichern sie das Einkommen der TV-Kasper.

Wenn Fernsehanstalten und deren Moderatoren nicht Willens oder nicht in der Lage sind, aus einem „Duett“ ein echtes „Duell“ zu machen, dann kann man die Sendezeit auch für den „Bergdoktor“ oder „Sturm der Liebe“ verwenden. Nachhaken, bohren, provozieren oder in die Enge treiben, Fragen stellen, die weht tun...? Fehlanzeige! Migration, Rente, bezahlbare Wohnungen oder gar soziale Gerechtigkeit - keinerlei konkrete Antworten. Lohnentwicklungen, Steuerbelastungen, Altersarmut? Nichts! Aber genau diese Fragen brennen dem Wähler unter den Nägeln. Wie es scheint, hat man bewusst diese Themen ausgeklammert, um den trägen Bürger nicht aus seinem Fernsehschlaf zu wecken.

Der politische Nonsens gipfelte darin, zu guter Letzt auch noch Uschi Glas oder Thomas Gottschalk um eine kompetente Beurteilung des politischen Kasperltheaters zu bitten. Mein Eindruck: Dieser TV-Show konnte man getrost das Prädikat „Publikums-Verblödung“ verleihen. Eine bessere Werbung für die AFD konnten die beiden Politiker ihrem auserwählten Feindbild kaum angedeihen lassen.


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