Dienstag, 25. Juli 2017

Konsortium Toxicum - Dobrindt und seine Autos

Die CDU kann ihre Wahlkampfkasse kräftig aufbessern: Vergangene Woche verbuchte die Partei auf ihrem Konto drei Großspenden von insgesamt 690.000 Euro der Industriellenfamilie Quandt, die erhebliche Anteile am Autobauer BMW hält. Wie auf der Webseite des Bundestags veröffentlicht, spendeten Johanna Quandt ebenso wie ihre Kinder Susanne Klatten und Stefan Quandt der CDU am 9. Oktober jeweils 230.000 Euro.



Wenn ich richtig vermute, wird jetzt Autominister Dobrindt entspannt seine Brille putzen, in seinen großkarierten Anzug steigen, dann vor die Kameras der Sender treten und Entwarnung an der Auspuff-Front geben. Mit seinem traditionell-dümmlichen Lächeln wird er verkünden, dass mithilfe eines ausgeklügelten Spenden-Transfusions-Verfahrens, die schädlichen Messwerte an Dieselfahrzeugen nahezu vollkommen eliminiert werden konnten. Das gelöste Problem sei alleine am neuen Kontostand der Partei abzulesen und damit ein für alle Mal behoben. Nunmehr wolle man sämtliche Mess-Stationen wieder abbauen.

Für Aufsehen sorgte der Geldtransfer wegen einer beinahe parallelen politischen Entscheidung über strengere Abgasnormen für Autos in Europa. Deutschland verhinderte am letzten Montag beim Treffen der 28 EU-Umweltminister in Luxemburg eine Einigung über die weitere Verfahrensweise mit der Automobil-Industrie. Wahrscheinlich will man abwarten, bis auch entsprechende Nachbesserungen von Seiten Mercedes, VW, Porsche und Audi eingetroffen sind. Sobald die Gutschriften im Finanzministerium erfolgt sind, wird man im Hause Dobrindt in einer Presskonferenz verkünden, dass man im Verkehrsministerium die Lage falsch eingeschätzt habe und Dieselfahrzeuge entgegen vorheriger Verlautbarungen gar keine Emissionen ausstießen. Schuld an den katastrophalen Messwerten in deutschen Großstädten sei der Bürger, der permanent seine Autos benutzt.

Ich will ja nicht frotzeln, aber allmählich müssen sich in diesem Staat die Bürger wie eine verblödete Hammelherde vorkommen, der man erzählen kann, dass unsere allseits verehrten Politiker nur das Beste für uns im Sinn haben. Jetzt stellt sich heraus, Frau Merkel und Konsorten holen zum ganz großen Schlag aus. Neues politisches Ziel: Streichung der Begriffe CO2-Werte, Feinstaubbelastung und Stickoxide aus dem deutschen Vokabular. Maas soll angeblich schon an einem entsprechenden Gesetzentwurf arbeiten, bei dem jeder, der die Begriffe wie Diesel, CO2 oder Stickoxid ausspricht, schreibt oder denkt, mit drakonischen Strafen rechnen muss.

Wahrscheinlich arbeitet man schon an Plänen, unsere Giftgasfabriken an die USA zu verschenken, um milliardenschweren Schadenersatzforderungen im Ansatz entgegenzuwirken. Dann haben die Amis unsere Dreckschleudern. Sollen sie doch zusehen, wie sie damit fertig werden. Ob man diesen Dobrindt nach den Maßnahmen noch weiter beschäftigen wird, ist nicht klar. Sicher ist allerdings: Auf Autobahnen Mautstellen für Fußgänger einzurichten, ist obsolet und deren Rücknahme entlastet die Kassen.

Alle anderen technischen Probleme werden in Zukunft durch innovative Transaktionstechniken gelöst. Ich bin gespannt, wann das Justizministerium den Bürgern das neue „Kartell-Verdachts-Beseitigungs-Gesetz  vorstellen wird.