Freitag, 30. November 2018

Merkels "Never-come-back-Airline"

Das muss man sich mal reinziehen. Eine der führenden Nationen in Sachen Wirtschaft und Technik bringt es nicht fertig, eine Bundeskanzlerin, die auf dem weltweit wichtigsten Summit nach Buenos Aires mit den Staatsmännern dieser Welt verabredet ist, weiter zu bringen als bis nach Amsterdam.



Die flügellahme Regierungskrücke hatte gerade Hollands Luftraum erreicht, da brachen sämtliche Kommunikationssysteme der A 340 zusammen. Nun ja, könnte man sagen, Konrad Adenauer, so der Name von Merkels Luftexpress, wäre heute ja auch nicht mehr der Jüngste. Dass es sich bei dem Fluggerät um eine Bundeswehrmaschine handelt, überrascht schon deshalb nicht, weil Flintenuschis fliegende Flotte – FFF genannt, überwiegend flügellahme Schrottvögel in ihren Hangars stehen hat.

Und während Angela gerade die willfährigen Regierungsjournalisten an Bord begrüßen wollte, fingerten die Piloten hektisch am Notfallcode, der bei schwerwiegenden technischen Problemen über Transponder abgesetzt wird. Seven Seven – das bekannte Pilotenkürzel: Flight to heaven – also Entführung, kam nicht in Betracht. Da schon eher der Code: Seven Six – ich höre nix. Und während die Piloten im Cockpit noch diskutieren, welcher Code für die unerwartete Panne denn nun der Richtige sei, darf man davon ausgehen, dass im Falle eines Absturzes in der Regel nur eines unversehrt bleibt. Die Blackbox. Doch in diesem außergewöhnlichen Fall hätte Deutschland außer viel Blech und und ein paar umgenieteten Bäumen keinen allzu großen Verlust beklagen müssen.

Das Problem des maroden Regierungsvogels kennen ja jetzt nicht nur Angela, auch Olaf Scholz musste vor einigen Wochen in einen Linienflug umbuchen, weil irgendeine Schraube an der Turbine des fliegenden Regierungsflaggschiffs gefehlt haben soll. Auch der dicke Siggi strandete vor drei oder vier Jahren mit dem gleichen Schrottjet, irgendwo, im afrikanischen Nowhere. Genau, wie unser Bundespräsident, der in Botswana mit der Gurke liegen blieb. Damals allerdings hat man den Vogel in einer Buschwerkstatt wieder repariert. Bei der Bundeswehr dagegen mangelt es bekanntermaßen an Ersatzteilen.

Wenn man bedenkt, dass es in einem Regierungs-Airbus mindestens acht verschiedene, voneinander unabhängige Kommunikationssysteme gibt, und der Pilot nach 20 Minuten einen Totalausfall meldet, kann man der Peinlichkeit nur noch entgehen, wenn man behauptet, dass ein deutscher Saboteur der rechten Szene aus Chemnitz einen Anschlag auf unsere Kanzlerin verüben wollte. Ein Migrant aus Syrien schließt sich schon aus humanitären Gründen aus. Mittlerweile schließt sich aber auch eine Sabotage aus, denn die Flugingenieure haben einen technischen Defekt verantwortlich gemacht, noch bevor unser Regierungssprecher eine dramatische Sprachregelung erfinden konnte.

Zurück in die Kabine. Die Kanzlerin hörte auch nix mehr, denn ihr Mikrofon, mit dem sie zu ihrem schreibenden Gesinde sprach, fiel aus. Man stelle sich vor, die Kanzlerin hätte sich zu Verteidigungszwecken mit ihrem Airbus gerade in der Luft befunden, weil die Russen in Deutschland eingefallen wären oder der Chinese das Kanzleramt bombardiert. Dem war glücklicherweise nicht so, also kehrte man um und landete den lahmen Vogel auf der Köln-Bonner Runway.

Noch während des Rückfluges, den die Piloten mithilfe eines Satellitentelefons und des heimischen Transponders mit Bravour hinbekamen, bestellte Angela bei Flintenuschi einen Ersatzflieger. Scheinbar versicherte ihr unsere wehrhafte Herrin der Böden, Meere und Lüfte: „Mach die mal keinen Kopf, Angie, wenn du jemals in Bonn ankommst, stehen drei Ersatzflieger bereit.“  Die parkten selbstredend in der Nähe des Gangways. Es herrschte aber wohl ziemliches Misstrauen, ob die Dinger auch wirklich fliegen, da das fliegende Personal gar nicht erst angetreten war. Unken rufen aus allen Löchern: woher nehmen, wenn derzeit bei unserer Luftwaffe so gut wie nichts fliegt, außer ein paar Chinaböller.

Jedenfalls war Angi nicht amused, während die Kollegen Vladimir Putin, Xi Jinping, Donald Trump, Emmanuel Macron und Theresa May pünktlich zum Dinner Argentinien eingetroffen waren, hatte man im nahe gelegenen Maritim wohl einen japanischen Industriellen des Zimmers verwiesen, um für Angela eine angemessene Suite bereitzustellen. Man darf konstatieren, dass eine der urdeutschen Tugenden, nämlich die Pünktlichkeit, von Uschis Gurkenflieger schnöde durchkreuzt wurde. Dagegen erschienen sämtliche Staatsoberhäupter nach exakt ausgeklügelten Zeitplänen in Argentiniens Hauptstadt. Pünktlich war auch die gesamte linke Hamburger Chaotenbrut. Sie waren Linie geflogen und haben ihre Zelte in Buenos Aires bereits aufgeschlagen und wollen Angela einen heimeligen Empfang bereiten.

Und während sich Angi auf dem Linienflug von Madrid in Richtung argentinische Hauptstadt befindet, selbstredend ausgestattet mit Doggybag und Nüsschen für den kleinen Hunger, verweigerte ihre Entourage mitsamt Ehemann den Weiterflug mit einer spanischen Maschine. „Wer weiß, ob die Maschine der Iberia es überhaupt so weit schafft!“ Angi muss sich allerdings nicht grämen. In Buenos Aires werden ihr Hamburger Linkschaoten mit einem großen Transparent einen freundlichen Empfang bereiten. Welcome to Hell – da kommen doch gleich heimische Gefühle auf.

Donnerstag, 29. November 2018

Wie Merkel die Ukraine rettet

Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, wirft den Russen eine aggressive Hafenblockade vor. Seit der gewaltsamen Auseinandersetzung im Asowschen Meer am Sonntag spitzt sich die Krise zwischen Putin und Poroschenko zu, der schon seit einigen Tagen eine kriegerische Auseinandersetzung mit Russland befürchtet.




Zum Glück erinnerte er sich an die Weltenretterin Angela Merkel, die Vladimir Putin an die Kandare nehmen könnte, wenn da nicht der böse Labrador wäre. Zur Sicherheit wandte er sich auch an die NATO, die ebenfalls um Unterstützung gebeten hat. Man möge Marineschiffe ins Asowsche Meer vor der Halbinsel Krim schicken. Zum Glück sprach sich auch US-Präsident Donald Trump dafür aus, dass die Angela der Ukraine beisteht. Ja, angesichts dieser Drohkulisse wird sich Putin vermutlich vor Angst einnässen.  

Angela, die Allmächtige, sei ein großer Freund der Ukraine, so Poroschenko in einem Interview mit der BILD-Zeitung, zumal unsere Kanzlerin 2015 bei den Minsker Verhandlungen im Jahr 2015 schon einmal sein Land gerettet habe. Und da Angela gerade nicht so viel zu tun hat und unter Langeweile leidet, nahm sie sofort zu Vladimir Kontakt auf. In einem Telefonat soll sie dem Russen ordentlich den Kopf gewaschen haben und ihn aufgefordert, die auf russischem Seegebiet aufgebrachten ukrainischen Patrouillenschiffe wieder freizugeben.

Welch ein dämliches Säbelgerassel. Da wird künstlich ein Drohszenario dem Publikum vorgeführt, um weitere Sanktionen zu rechtfertigen, um bei der Bevölkerung die Bereitschaft für Aufrüstung als erforderlich zu verkaufen und um von der tatsächlichen Bedrohung an der "afrikanischen Front" abzulenken. Die NATO wird sich ebenfalls entrüstet geben und von heraufziehender Kriegsgefahr erzählen. Wem wollen unsere Politiker ernsthaft weiß machen, dass der Vorfall einer unkrainischen Grenzverletzung keine vorsätzliche Provokation gewesen sein sollte.

Nun ja, ich denke, Putin wird sich von Angela noch weniger einschüchtern lassen als sein Hund, den Angela mindestens genauso verabscheut. Doch halten wir einmal fest. Russlands Marine verweigert mit geladenen Kanonen die Durchfahrt ukrainischer Schiffe zur Krim und zu den wichtigen Häfen Mariupol und Berdjansk. Derzeit liegen 18 Schiffe vor der Meerenge. Lediglich Frachter, die russische Häfen anlaufen wollen, dürfen passieren.  

Brechen wir die Sache doch einmal herunter auf eine einfache Ebene. Vladimir Putin und Petro Poroschenko leben in der Kleingartenanlage zum fröhlichen Pfifferling. Dummerweise liegt Petros Schrebergarten nicht nur im hinteren Teil des Grundstückes, sondern es gehörte früher einmal auch noch Vladimirs Verwandten. Sie hatten in einem Anfall von geistiger Umnachtung diesem ukrainischen Kleingärtner großzügig erlaubt hatten, auf einem unzugänglichen Teil der Parzelle Bohnen, Rüben und Tomaten anzupflanzen.


 Und weil Petro seinen voll beladenen Schubkarren mit amerikanischem und deutschem Dünger ständig über Vladimirs Kartoffelacker karrte und dabei die Ernte zertrampelt, ist nun ein handfester Streit entbrannt. Es soll sogar geschossen worden sein. Nun geht es drunter und drüber. Beide Seiten haben sich den mentalen Krieg erklärt.

Die benachbarten Kleingärtner haben beschlossen, der Sache ein Ende zu bereiten. Andauernd lungern Angela, Emmanuel und ihre Freunde in den angrenzenden Gärten herum und verrichten mit hämischer Miene ihre Notdurft an Vladimirs Gartenzaun, um den Störenfried zu vertreiben. Dass Vladimir sich wehrt, kann man ja verstehen. Aus Ärger hat er ein metertiefes Loch vor Petros Gartentür ausgehoben, um zu verhindern, dass er mit seiner Schubkarre Humus holen kann.

Abgesehen davon, dass sich Angela, Donald und diese blöde Morchel aus Frankreich penetrant in seine Angelegenheiten einmischen und dumme Bemerkungen über die Hecke rufen, haben sie in der Gartenanlage zum fröhlichen Pfifferling nichts zu suchen. Aber das geht schon seit Jahren so, weil Angela keine Kartoffeln, aber die Bohnen und Rüben von Petros braucht. Nachts schleichen sie und ihre Freunde  auf dessen Petros Parzelle und bringen ihm heimlich Bärenfallen, Drahtschlingen und Sprengkörper und klauen auf dem Rückweg Vladimirs Kartoffeln, nur um ihn zur Weißglut zu bringen. 

Man will es nicht glauben, jetzt macht sich sogar der Türke, dessen Gartenanlage in einer weit entfernten Gegend liegt, erhebliche Sorgen. Er befürchtet, dass sich Petro und Vladimir die Köpfe einschlagen, die Lieferungen von Vladimirs Kartoffeln und Petros Rüben ausfallen könnten und überdies nicht sicher ist, ob er unter diesen Umständen weiterhin seinen Kümmel an die beiden verscherbeln kann. 

Der Not gehorchend will sich Recip mit Donald, Emanuel und Angela in einer neutralen Ackerfurche treffen, um irgendetwas Schäbiges auszukummeln. Außerdem will man gemeinsam beratschlagen, ob man Petros mit einem Caterpiller aushelfen könnte, um wenigstens das Loch wieder zuzuschieben. Allerdings wollen sie auch vermeiden, versehentlich in die ausgelegten Bärenfallen zu treten.

Ich vermute ja, dass die vier Kleingärtner schon seit Jahren dem Ukrainer in großem Stil Petros Bohnen und Tomaten abkaufen und ihm im Gegenzug tonnenweise Dünger liefern. Am besten wäre ja, wenn man eine ordentliche Straße quer durch Vladimirs Kartoffelacker bauen würde. Dann hätte sich auch die Sache mit den Kartoffeln erledigt. Man darf gespannt sein, wie die Sache ausgehen wird.



Mittwoch, 28. November 2018

Die verdrehte Welt der Presse zur Islamkonferenz

Ich wills mal so sagen: Notorische Lügner sind stets das Produkt notorischer Zuhörer - in diesem Fall wohl Leser. Ein Paradebeispiel liefert heute Morgen die WAZ-Gruppe, deren Schreiberlinge wohl der Meinung sind, dass Wahrheiten pervers sind. Nein, wir reden nicht über 1000 und eine Nacht, wir reden über Ali Baba und die vierzig Räuber.


Und genau in diesem krankhaft verzerrten Geist kommentieren die Zeitungsschmierer die heute beginnende Islamkonferenz in Berlin, zu der Horst Seehofer eingeladen hat. (Berliner Morgenpost 28.11.2018) „Beleidigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen. Jeden Tag werden in Deutschland Muslime Opfer von Gewalt.“ Das ist doch mal `ne Botschaft angesichts des aktuellen Lageberichtes des Bundeskriminalamtes 2018, die im Durchschnitt monatlich 22.100 Kriminalfälle ausweisen, an denen Muslime bzw. Migranten beteiligt waren. Man hat das Gefühl, man ist im falschen Film.

Im Januar 2018 weist die veröffentlichte Statistik des BKA sogar 25.000 erfasste Straftaten mit ausschließlicher Beteiligung muslimischer Zuwanderer. Rotzfrech wollen die beiden linksindoktrinierten Lohnschreiber Tobias Kisling und Christian Unger dem Leser suggerieren, dass -Zitat-, „…es im zweiten Quartal 2018 acht Angriffe gegen Moscheen gab, die von Sachbeschädigung bis zur Volksverhetzung reichten.“ Auf Pegida-Veranstaltungen sei der Islam das beliebteste Feindbild. Nun ja, die Herren Redakteure nicht nur in der WAZ, sondern auch in der FAZ, WELT, ZEIT oder SPIEGEL, sie verteidigen mit Verve und maximaler Verbissenheit ihr romantisiert-humanistisches Weltbild, schon alleine deshalb, weil man ungern eines Tages für sich selbst konstatieren will, dass man zwar lange gut verdient hat, aber de facto ein armer Idiot gewesen ist.

Um Missverständnisse zu vermeiden, selbstredend sind Straftaten jedweder Art zu verurteilen. Aber wenn Journalisten aufgrund ihrer politischen Haltung vorsätzlich Bilder zeichnen, Tatsachen auf den Kopf stellen, Verhältnismäßigkeiten verzerren, um Leser zu manipulieren, reihen sie sich nahtlos bei den Volksverhetzern ein, die sie öffentlich anprangern. Die Verbal-Humanisten in den öffentlich-rechtlichen Sendern legen mitsamt ihren schreibenden Kollegen permanent den geistigen Hinterhalt für unbedarfte Bürger, die im Glauben an eine subjektive Sicherheit im Zweifelsfall ganz objektiv ein Messer zwischen die Rippen bekommen oder die Tochter im nächsten Gebüsch vergewaltigt werden.

Und wenn solche schreibenden Dilettanten die anberaumte Konferenz als wichtigen Schritt zum völkerverständigenden Dialog über den grünen Klee loben, fragt man sich, über welche Kompetenzen diese Schwätzer hinsichtlich der islamischen Glaubensrichtungen verfügen.Oft können sie nicht einmal ansatzweise zwischen radikalen und gemäßigten Muslime unterscheiden, es sei denn, sie lassen ihre feinen Hosen beim türkischen Änderungsschneider nebenan wieder flicken. 

Es beißt die Maus keinen Faden ab, jeder dieser Glaubensbrüder ist sich sicher, den religiösen Stein des eigenen Weisen gefunden und damit dem wahren und einzigen Glauben zu frönen. Ganz gleich, ob es sich um die militanten Sunniten, extremistischen Salafisten, die gemäßigten aber militanten Aleviten, Hussiten, die christenfeindlichen Wahhabiten, die unfehlbaren Schiiten, die Scharia gläubigen Sufisten handelt, es ist geradezu grotesk anzunehmen, man könne diesen menschenverachtenden Glaubensbrüdern in einer solchen Konferenz unsere christlich-säkulare Wertewelt näher bringen, zumal sie selbst untereinander hoffnungslos verfeindet sind.

Es zeugt von einer grandiosen Naivität der Gastgeber, liberale, fundamentalistische, konservative und gemäßigte Muslime ausgerechnet in Deutschland auf unsere Werte und unser Grundgesetz einschwören zu wollen. Und mitten unter den Gästen auch die Moscheengemeinde des Ditib, verlängerter Arm des türkischen Staatschefs Erdogan, dessen Imame einem klaren politischen Auftrag nachkommen, der im krassen Gegensatz zu unserer christlich-tradierten Gesellschaftsordnung steht.

Was also will Seehofer dort erreichen? Welchen Islam meint Horsti eigentlich, wenn er verbreitet, dass der Islam zu Deutschland gehört? Hält er sich etwa für den großen Zampano aller Glaubensrichtungen? Die Bundesregierung würde gerne ein Mittler für die verschiedenen muslimischen Strömungen sein, so die offizielle Lesart. Am liebsten wäre es der Regierung, wenn sich die Verbände ihre Interessen bündeln und in Zukunft mit einer Stimme sprechen. Das allerdings setzte voraus, dass die beteiligten Politiker samt und sonders nicht nur Experten der unterschiedlichen islamischen Religionslehren wären, es würde auch bedingen, dass die Gastgeber über hellseherische Fähigkeiten verfügten.

Zwei Tage lang diskutieren Muslime, Wissenschaftler, Juristen und Politiker, wie die Integration von Muslimen weiter voranschreiten kann – und welche Rolle Muslime in Deutschland spielen sollen. Schon dieses schön klingende Vorhaben ist der Treppenwitz des Jahrhunderts. Vielleicht begeben sich die Diskutanten einmal in die despotisch geführten Länder, alternativ auch nach Jordanien, Somalia oder in die Emirate und versuchen dort ihr Glück. Immerhin soll angeblich am deutschen Wesen die Welt genesen. Aber ein Spaziergang durch die No-Go-Areas in Berlin oder Duisburg, in denen die arabischen Clans das Sagen haben, würde den Damen und Herren Parteioberen auch schon die Augen öffnen.

Völker und Religionsgemeinschaften, zu deren Kultur auch das öffentliche Köpfen, Steinigen, Beschneiden oder Demütigen von Frauen gehört, die mit der Scharia jede Gräueltat rechtfertigen, Imame, die zur Christenermordung aufrufen und in deren Weltbild Allah oberster Gesetzgeber ist, radikale Muslime Israelis als Todfeinde betrachten, Islamisten, die mit LKW durch Weihnachtsmärkte donnern und hinterher jubeln, dass es ein paar Dutzend Ungläubige erwischt hat, sie haben hier nichts zu suchen. Gäste, die uns ihre Lebensweisen und ihre Kultur aufzwingen wollen, die hier unsere Frauen belästigen, Menschen erstechen, rauben, stehlen, vergewaltigen und plündern, sie sind keine Gesprächspartner, denen wir unseren Humanismus erklären können.

Wer da glaubt, man könne den friedlichen Dialog zwischen Christen und Muslimen fordern und fördern, hat nicht begriffen, mit wem er es zu tun hat. Dabei würde es ausreichen, den Blick nach Syrien zu wenden oder sich an die Gräueltaten des Islamischen Staates zu erinnern. Dann würde schnell klar werden, wen wir uns ins Land geholt haben und hier alimentieren. Der Herr erbarme sich unserer Kinder, auch in Hinsicht auf die Unterzeichnung des Migrationspaktes, der uns eine neue Kultur bescheren wird. Ich fürchte, der Untergang des Abendlandes steht uns bevor.

Dienstag, 27. November 2018

Glühweinfestung und Weihnachtsverteidigungsanlage

Endlich ist sie wieder da, die hohe Zeit der Geldverschwendung und des Liebesnachholverfahrens. Auf den Marktplätzen wurden die hölzernen Buden aufgeschlagen, tannenbezapft und engelbehaart, blinkende Lichterketten an Fenstersimse genagelt und Kunstschnee aus der Dose in die Auslagen gesprüht. 



Ach, was war das vor drei oder vier Jahren noch lauschig-schön. Die Einkaufsstraßen waren farbenprächtig aufgepoppt und girlandenüberspannt. Alles war friedlich und die Glückseligkeit stand uns im Gesicht geschrieben. Halleluhja! Weihnachten wars. Erst liefen die Herzen über - dann die Mülleimer. Ganz nach alpenländischer Tradition jodelten auf CD’s die Jakob-Sisters in den biblisch getrimmten Almhütten, bis die Schmalzfluten vorgetäuschter Herzlichkeit über die Ufer traten. Aus allen Löchern erschallten silberhelle Knabenchöre. Es war die Zeit, in der man nach einem gemütlichen Fernsehabend das Gefühl hatte, dringend duschen zu müssen. In den TV-Sendern wurde so lange gemenschelt, bis dem Zuschauer die seichte Sentimentalsuppe aus den Ohren quoll.

Während uns die Regensburger Domspatzen im Dreischichtbetrieb choral beglückten, prügelten sich Eltern an den Tresen der Telekomläden, damit sie mit der neuesten Foto-Handy-Generation auf den Gabentisch ihrer Kinder glänzen konnten. Weihnachten war bis vor wenigen Jahren noch der Orgasmus des Kapitalismus und die Adventszeit das Vorspiel! Gutmenschen lagen auf der Lauer, um endlich an Millionen angekündigter Besucher ihre vernachlässigte Samariterseele auszutoben.

Plüschteddys, übrig geblieben vom letzen Weihnachtsfest, flogen den Ankömmlingen entgegen, die sich fortan gut ausgestattet und untergebracht bei uns niederließen. Seitdem ist alles anders. Der Zugang zum Breitscheidplatz in Berlin ist zur Hochsicherheitszone erklärt worden. Das Areal erinnert an den Terroristenknast von Guantanamo, deren Zäune man versehentlich mit frischem Tannengrün, Christbaumschmuck und bunt geschmückten Glühweinständen in einen romantischen Christkindelmarkt verwandelt hat. Stimmungsvoller Rundgang mit der MP im Rücken sorgt für ein völlig unbekanntes Christmasfeeling.

Die Klänge schmeichelnder Posaunenchöre kriechen den Besuchern vergeblich ins Gemüt. Kaum haben sie die Betonsperren, Schutzwälle und durchbruchsicheren Poller zum Weihnachtsmarkt überwunden und die Festung betreten, sehen sie sich mit einem ausgeklügelten Verteidigungskonzept konfrontiert, untermalt mit den Klängen von „Leise rieselt der Schnee.“ Es weihnachtet nun auf eine völlig neuen Weise, obwohl so Einiges beibehalten wurde.

Der Duft von gebrannten Mandeln, Lebkuchen und leckeren Bratwürsten liegt in der Luft und verbreitet in diesen Tagen unter den nachdenklich dahinschlendernden Passanten bedrückte Stimmung. Manche schielen misstrauisch über ihre Schultern, andere begutachten mit angespannten Nackenmuskeln die bunten Auslagen der Händler. Dazwischen schwer bewaffnete Polizisten. Argwöhnisch mustern sie jeden, der am Lakritzstand eine Tüte Süßigkeiten ersteht oder sich gegenüber einen Satz Christbaumkugeln kaufen will.

Kaum ein lachendes Gesicht ist zu sehen. Den meisten Weihnachtsfetischisten und Glühweinliebhabern ist die Lust vergangen, einem fast zu Tradition gewordenen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt zu folgen. Die Vorstellung, dass mehr Zivilfahnder der Schutzpolizei zwischen den Buden herumschlendern als Gäste, hinterlässt das optimale Gefühl einen Hofgang in U-Haft mit weihnachtlicher Freude zu absolvieren, in der Aussicht, bald entlassen zu werden.

In der Stadt dagegen ist die Hölle los. Angesichts Tausender Obdachloser und herumlungernder Migranten, bei denen man nicht genau weiß, wer ein geschliffenes Messer mit sich führt, mutet der Aufwand innerstädtischer Dekorationsorgien beinahe pervers an. Pünktlich zum ersten Advent erstrahlten die Lichter über bundesdeutsche Einkaufsmeilen. Von Jahr zu Jahr begann man mit dem Anlegen des städtischen Festtagschmucks eine Woche früher. 

Eines Tages werden wir vom Sommerurlaub aus Hawaii zurückkehren und der Flughafen wird uns mit bunt blinkenden Lichterketten und mit Lametta geschmückten Duty-Free-Läden empfangen. Die Ankunftshalle wird von Schalmeien erfüllt sein: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „...djingle bells“ – bei 30 Grad im Schatten. Weihnachten steht vor der Tür! Du meine Güte, warum lässt man es nicht einfach mal draußen stehen, tut so, als sei nix passiert! Sonst lässt man doch auch nicht jeden in die Wohnung. Zeugen Jehovas, Kai Pflaume, Claudia Roth oder Dieter Bohlen - da macht man doch erst gar nicht auf, man strullt hinter der Gardine aus dem Schlafzimmerfenster oder ruft die Polizei. Lediglich bei unseren Gästen aus dem Afrikanischen, da machen wir doch gerne eine Ausnahme.

Die diesjährige Beleuchtung in München soll angeblich mit rund 740.000 Euro zu Buche schlagen. Neunundachtzig Kilometer Lichterketten mit sage und schreibe 833.000 Glühlampen werden Straßen, Plätze und Einkaufstempel illuminieren und die Stadt in güldenwarmes Licht tauchen. Die Ratsherren rechnen mit 285.000 Euro Stromkosten, die von Ende Oktober bis zum Neujahrsfest anfallen werden. Vermutlich wird man im Bayerischen bald die Duftkerzensteuer einführen, damit die zünftige Weihnachtsfeier für Bedienstete des Rathauses „gegenfinanziert“ werden kann.

In Anbetracht leerer Stadtsäckel irritiert mich das alles hochgradig, wenn innerhalb weniger Wochen mit Millionen von Euro der Himmel die Großstädte erleuchtet wird. Die Obdachlosen werden es uns danken. Die Migranten sowieso, haben sie doch endlich ein verhasstes Zielobjekt christlichen Kulturguts vor Augen, an dem man beweisen kann, wozu ein Moslem in der Lage ist, wenn er so richtig ins Feiern kommt.

Wenn ich richtig informiert bin, bekommen alle, die zum Christentum konvertieren, ein keines Weihnachtsgeld. Ihr grauer Alltag wird dann für einen Augenblick von einer besinnlich-romantischen Atmosphäre unterbrochen und sie brauchen nachts nicht mehr im Dunkeln schlafen. Keine Frage: Wir alle sind Kinder Gottes. Ausnahmen bilden lediglich viele unserer Brüder und Schwestern unter den Brücken oder in den U-Bahnschächten. Wenigstens erkennen sie im Lichte christlicher Nächstenliebe eigenes Elend und Hoffnungslosigkeit noch deutlicher, besonders wenn ihre Nasen in der Kälte denen des “Red nosed rendeer“ gleichen.

Süßer die Glocken sie klingen! Die Motivation, an ihrer Lage etwas zu verändern, dürfte den Ausgegrenzten angesichts vorweihnachtlicher Erleuchtung gewiss leichter fallen, zumal wir unsere Herzen und Geldbeutel für unsere Sozialgäste geöffnet und hinreichend unsere Humanität bewiesen haben. Ob wir uns daran erinnern, auch unseren Ärmsten der Armen zu helfen, anstatt sie wie bisher nur zur Kenntnis zu nehmen oder sie zu ignorieren? 

Ein mitfühlendes Wort an der richtigen Stelle kann Wunder bei einem deutschen Penner bewirken, bevor sie sich den Arsch abfrieren. Schließlich flattert engelsgleich – zwar nur für kurze Zeit - das Christkind über unsere Köpfe und für ein paar Tage riechen unsere Fürze nach Nelken und Lebkuchen. Zur Weihnachtszeit buddeln wir ethische Prinzipien aus, die kurz vor Silvester schnell wieder begraben werden. Zum Glück vergessen wir unser schlechtes Gewissen und stellen den Spaten ordentlich in die Garage zurück.

Ich mag nicht daran denken, dass in diesem Jahr Heerscharen von arbeitslosen Investment-Bankern durch festlich erleuchtete Citylagen stolpern und sich an Zeiten erinnern, als sie noch Geld verdienten. Das Fest der Liebe wird ihnen Bauchschmerzen bereiten. Da kann der Posaunenchor noch so laut vom Kirchturm blasen. Die Klänge dreistimmig intonierter Nächstenliebe werden in der Menge Glühwein trinkender Zeitgenossen bestenfalls als melodisches Beiwerk in den Ohren verhallen. 

Schaufenster, Warenhäuser und Edelboutiquen wecken Sehnsüchte, die weder jene Unglückseeligen, noch die meisten Rentner zu befriedigen im Stande sind. Dieses Jahr wie die Jahre zuvor, und wahrscheinlich auch zukünftig. Doch süßer die Kassen sie klingeln! Der Gedanke, das aufgewendete Geld für Glitzerschmuck und Tannengrün, Budenzauber und Weihrauchdüfte in Kindergärten, Spielplätze oder Obdachlosenasyle zu investieren, weicht kommerziellen Erwägungen. Schließlich müssen wir in diesen Jahren auch unseren humanistischen Verpflichtungen nachkommen. Wo kämen wir hin, unseren Pennern auch noch einen warmen Platz zu spendieren?

Einst leuchtete der Weihnachtsstern im Orient nur für drei Weisen. Die Neonreklame leuchtet weltweit für alle Konsumenten. Was hat der Weihnachtsstern dem entgegen zu setzen? Unternehmen verschicken tonnenweise Weihnachtsgrüße und unsinnige Werbegeschenke, während Abertausende von Hilfebedürftige sich nicht einmal einen heißen Tee auf dem Marktplatz leisten können. Darauf einen doppelten Grog mit Zimt und Zucker und dazu fröhliches Prosit! Doch ich will ehrlich sein, das Fest der Liebe öffnet auch mir das Leckermaul und vor allem den Magen. Vermutlich werde ich mich auch dieses Jahr überfressen. Immer noch besser man kotzt Domino- als Gallensteine.

Neuwahlen nähern sich in Riesenschritten

Eigentlich war es vorauszusehen, dass die Asylfrage nicht nur zur Kanzlerfrage, sondern auch die Fallgrube der GroKo werden würde. Wie es scheint, ist es bald soweit. Andrea Nahles hat sich als Parteivorsitzende nicht nur viel zu große Stiefel angezogen, sie ist auch noch eine Politikerin ohne jede Fortune, wie man so schön sagt. Nun zieht sie einen beleidigten Flunsch, weil Angela nicht so will, wie sie es braucht. 



Das Krisentreffen der CDU, CSU und SPD am Dienstagabend im Kanzleramt scheint vollkommen schief gelaufen zu sein, was ebenso wenig verwundert. Denn wenn allwissende Dilettanten und profilneurotische Politnullen aufeinandertreffen, um mit Blick auf die eigene Partei programmatische Siege erzwingen wollen, braucht man nicht zu raten, wer am Verhandlungstisch saß. Angela, die Abgehalfterte und Horst der Angeschossene. Die ehemals politischen Schwergewichte, sind in der Akzeptanz zur Endsilbe des nämlichen Substantivs „-Wichte-„ , nein, zu Hampelmännern verkommen.

Wenn Andrea Nahles nach dem Treffen in einem Interview mit gewichtiger Miene den Satz prägt: „sie könne die Konflikte zwischen CDU und CSU nicht lösen“, dann beweist dieses Statement das vollkommene Ausmaß intellektueller Dunkelheit bei der Parteivorsitzenden. Als wenn es im eigenen Haus nicht längst lichterloh brennen würde. Es beweist weiter, dass der Graben zwischen Merkel und Seehofer so tief ist, dass man gar nicht genug Schaufeln auftreiben könnte, um ihn zuzuschütten.

Volker Kauder, sichtlich bemüht, das Stelldichein der Loser in eine semantisch bagatellisierende Form zu quetschen meinte: „…eine Einigung im Asylstreit sei auch nicht zu erwarten gewesen“.  Ja, sowas! Weshalb treffen sich unter Inkaufnahme hoher Reisespesen und Zeitverschwendung die Parteispitzen, wenn vorher schon klar ist, dass nichts dabei herauskommt. Ich habe allmählich den Verdacht, die drei Komiker hatten lediglich das Bedürfnis, sich wieder einmal auf Kosten der Steuerzahler gegenseitig ein bisschen zu beleidigen. Von Olaf, dieser blassen Schlafmütze, hört dagegen man nichts. Er weiß wohl, dass er nur der Interimskasper ist. 

CSU Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Faxen dicke. Nicht nur, weil ihm die Basis mehr und mehr Druck macht, sondern weil er in Berlin auch etwas beisteuern wollte, aber nicht durfte. Mit kaum erkennbarer Mimik legte er auf das munter flackernde Feuer im Kanzleramt noch ein paar Buchenscheite auf. Er lehnt kategorisch mehr Zeit für die Bundeskanzlerin ab, die für mehr Zeit nach einer europäischen Lösung kämpft. Irgendwie drängt sich bei mir das Gefühl auf, Angela hat keine Ahnung mehr, mit welchem Land sie überhaupt noch über Flüchtlinge verhandeln soll. Die CSU jedenfalls hat kein Verständnis mehr, dass Merkel über europäische Lösungen spricht.

„Wir wollen dann, dass ab der übernächsten Woche Zurückweisungen an der Grenze für diejenigen stattfinden, die bereits in einem anderen Land registriert sind.“ Alle Wetter. Wie kommt er nur darauf, wenn doch Frau Merkel den Migrationspakt in Marokko unterzeichnen will, um im Anschluss unseren Kontinent als „Afreupa“ neu zu gründen? Die Grünen dürften mit Feuereifer dabei sein, wenn demnächst Neuwahlen ausgeschrieben werden. Lediglich die Namensfindung die Kulturausrichtung unseres Kontinentes dürfte noch schwierig werden. Annalena präferiert ein muslimisches Eurafka, in dem Christen die Religionsausübung qua Sondergenehmigung erlaubt werden soll.

Klar ist, der Streit zwischen Nahles, Seehofer und Merkel ist dermaßen ausgeufert, dass keiner der Beteiligten der großen Koalition noch große Chancen einräumt. Am Sonntag, wenn die Parteigremien zusammenkommen, wird es sich weisen. Andrea Nahles jedenfalls weiß nicht, wie es weitergehen soll. 

Ich bin sicher, die AfD weiß da mehr. Für die Parteibosse bahnt sich so oder so Ungemach an. Weder ist klar, wer den CDU-Chef machen wird, noch ist klar, welche Konsequenzen eine Neuwahl mit sich bringt. Ich plädiere für eine gemütliche Parkbank, auf der sich viele arbeitslose Minister für die nächsten Jahre ein wenig erholen können.





Konstanz – Deutschlands größter Mafia-Prozess

Was der Kripo in Rottweil 2015 erst als Autoschieberei auffiel, entwickelte sich im Rahmen der Ermittlungen als veritables Drogen- und Waffen-Netzwerk der sizilianischen Mafia, das die unerfahrene deutsche Polizei zu überfordern drohte. Am 31.10.2018 begann in Konstanz einer der spektakulärsten Mafia-Prozesse, die je auf deutschem Boden stattgefunden haben.  


Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt und von der Presse bestenfalls als Randnotiz erwähnte Verhandlung gegen neun brandgefährliche Mitglieder der Cosa Nostra und der kalabrischen Camorra scheint soll trotz der Brisanz offenkundig keine Wellen schlagen. Weil es im Konstanzer Landgericht für ein solches Verfahren schlicht an Raum fehlt, wurde nach langer Suche schließlich die ehemalige Siemens-Kantine im Stadtteil Petershausen umgebaut. Das hat gedauert. Damit Fristen eingehalten werden konnten, fanden die ersten beiden Verhandlungstage Anfang Oktober in Karlsruhe statt. 

Der Weg in den Gerichtssaal führt an Sicherheitsschleusen und schwer bewaffneten Polizisten. Mit gutem Grund. Die Angeklagten sind nicht irgendwelche Kleinkriminelle, sie gehören zur "Famiglia". Der Großprozess soll bis Sommer 2019 andauern. Vierundfünfzig Anklagepunkte, siebzehn handverlesene Strafverteidiger, zwanzig Angeklagte, das ist das Szenario auf dem ehemaligen Siemensgelände. Zeugen? Wen wundert es. So gut wie keine. Erkundigt sich ein unbedarfter Bürger in Siziliens Straßen nach der Mafia, bekommt er sicher die Antwort: „La mafia non esiste.“ – Die Mafia existiert nicht. So in etwa verhalten sich auch die Angeklagten.

Es geht um Drogen- und Waffenhandel, organisiert in Palermo. Leutnant Giuseppe Campobasso, Leiter der Guarda Finanza in Palermo erklärt mir, dass die investigative Zusammenarbeit zwischen den italienischen und deutschen Polizeikräften aufgrund einer Warnung der amerikanischen Drogenbehörde DEA- angestoßen wurde, die auf einem Schiff in Antalia/Türkei eine Ladung Drogen sichergestellt hatten. Die Operation „Meltemi“ war angelaufen, die sich auf Nicolò Maimone Mancarello, Fabrizio Miccoli und Placido Anello konzentrierten. Alle Fäden liefen innerhalb der so genannten Cosce (Familienclan) zusammen.


Was in Italien in einer solchen Verhandlung ablaufen würde, scheint in Deutschland undenkbar zu sein. Überhaupt scheint bei dem deutschen Richter und den Ermittlungsbehörde Behörden eine gewisse Naivität vorzuherrschen, die man in Italien, was die Mafia angeht, nicht kennt. Dennoch, bei einer konzertierten Aktion deutscher und italienischer Fahnder beschlagnahmten die Beamten in Italien Raketenwerfer, Waffen, Drogen, Autos und Luxusvillen. Ähnlich fündig wurde man auch an verschiedenen Orten im Schwarzwaldkreis. So wurde unter anderem eine Indoor-Plantage aus Cannabis und 12,5 Kilogramm Marihuana, sowie sechs Autos unter der Koordination der Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwälte von Palermo und Konstanz (Deutschland) sichergestellt.

Investiert wurde die Erträge in Deutschland, Restaurants, Pizzerien, Modegeschäfte, Spielhöllen und Grundstücke. Der Besitzer einer Kneipe und von Modeläden in Donaueschingen, der angeblich Spielautomaten in den entsprechenden Etablissements gewartet hatte, ist nach Auskunft seines Anwalts alkoholkrank und seit seiner Haft auf Entzug. Die Anklage wirft ihm vor, seine Kleiderlieferungen aus Italien seien nur Tarnung für den Transport von Drogen gewesen. Außerdem soll er fünf Schüsse auf das Fenster einer Gaststätte in Donaueschingen abgegeben haben, weil sich der Besitzer geweigert hatte, Spielautomaten von Nicolò Mancarello aufzustellen. Ja, so etwas kann bei der Mafia ins Auge gehen.



Der Umfang des kriminellen Netzwerkes wuchs stetig weiter an, je länger die Beamten ermittelten. Comanante Francesco Mazzotta (Direzione Investigativa Antimafia) erklären und Chefermittler Guiseppe Campobasso, dass sich die Aktivitäten hinsichtlich des Drogengeschäftes von der Türkei über Albanien und dem holländischen Hafen Rotterdam erstreckten und die Verteilung über die Pizzerien und Ristoranti der beiden Hauptbeschuldigten im beschaulichen Villingen,  Rottweil und anderen Standorten abgewickelt wurden.

Doch was sich im Konstanzer Gerichtssaal abspielt, spottet jeder Beschreibung. Vor Gericht ist Nicolo Mancarello eher auf die Opferrolle abonniert, obwohl er bekanntermaßen in Palermo eine „große Nummer“ ist. Er fühlt sich zu unrecht angeklagt. Immer wieder beantragen seine Anwälte Pausen, seine Familie möchte ihm gerne eine Stange Zigaretten zustecken, das wird ihnen verweigert. Dann gibt er wieder Kopfschmerzen zu Protokoll und fügt etwas theatralisch hinzu: „Macht ruhig ohne mich weiter.“ Richter Arno Hornstein dankt mit triefender Ironie für „den kreativen Ansatz“, setzt dann aber gemäß der Prozessordnung eine Pause für alle.

Pizza-Connection - Placido Anello

Die ersten Prozesstage in Konstanz sind geprägt von ständigen Unterbrechungen. Die Verteidiger verlangen italienische Akten ins Verfahren einzuführen. Bis sie übersetzt sind, sei der Prozess auszusetzen. Oder die Anwälte versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass der Chefermittler als einer der ersten Zeugen vernommen wird, was in Strafverfahren absolut üblich ist. Die Begründung: Seine Aussage habe vorverurteilenden Charakter. Immer wieder muss sich das Gericht deshalb zur Beratung zurückziehen. Das hemmt den Verhandlungsfluss. Ein Klassiker bei der Mafia, Prozesse zu torpedieren.

Unter den verhafteten Sizilianern befinden sich auch Felice Formisano und Benito Amodeo. Ein weiterte Schlüsselfigur aus Palermo ist unauffindbar, werden aber, wie alle Mafiosi, nichts zum Ausgang des Prozesses beitragen, so viel ist sicher. Der Hauptangeklagte Placido Anello ist geradezu ein Paradebeispiel eines unwissenden Mitgliedes der Cosa Nostra. Er hat das Gemüt wie eines belustigten Fleischerhundes.



Der wuchtige Mann mit kahlem Schädel und energischem Kinn scheint die Bühne der Verhandlung zu genießen. Jeden Prozesstag tritt er in wechselnder modischer Sportkleidung auf, winkt lächelnd mit großer Geste ins Publikum, lässt sich geduldig seine Fußfesseln abnehmen. Er sei ein unbescholtener Pizzabäcker, lässt er die Journalisten über den Anwalt mitteilen. Der Prozess werde das zutage bringen. Ansonsten schweigt er, lächelt und spielt den Unwissenden.

Die Angeklagten schweigen, melden sich krank, lassen Befangenheitsanträge stellen und werden ganz sicher das Schweigekartell nicht brechen. Allenfalls einen der Angeklagten opfern. Anellos Anwalt Stirnweiss hatte jedenfalls am ersten Prozesstag mit einem sizilianischen Sprichwort unverhohlen auf die „Omerta“, das Schweigegelübde der Mafia verwiesen: „Wer nichts sieht, nichts hört und nicht redet, wird in Ruhe hundert Jahre alt“, antwortete der Strafverteidiger auf die Frage des Gerichts, ob sein Mandant aussagen will. Das darf getrost als Warnung verstanden werden.

Machen wir uns nichts vor. In Deutschland sind mehr als 1200 mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der italienischen Mafia aktiv. Besonders mächtig ist die 'Ndrangheta, die vor allem im Westen und Süden agiert. Bevorzugte Standorte sind Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen. Bei den in Deutschland am stärksten vertretenen Gruppierungen handelt es sich um die Clans Romeo-Pelle-Vottari und Nirta-Strangio aus San Luca sowie Farao-Marincola aus Cirò, die auch in Leipzig, Erfurt, Dresden und Berlin stark vertreten sind. Der Umsatz der Mafia wird in Deutschland auf 3 bis 5 Milliarden Euro per anno geschätzt. Doch die Omerta – das Schweigegelübde macht sie nahezu unangreifbar.




Sonntag, 25. November 2018

August Baron von Finck – Big Brother der AfD

Finck steht mit 8,7 Milliarden Dollar Privatvermögen auf der Forbes Liste der 150 reichsten Menschen auf unserem Globus. Er residiert auf dem Schloss Weinfelden in dem schweizerischen Thurgau und kann deutsche Politiker der etablierten Parteien nicht leiden. Seine Abneigung gegen Merkel und die Grünen ist legendär, wenngleich er nur selten darüber spricht.


STAMMHAUS MERCK FINCK & CO
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Ebenso wenig Sympathien bringt er für den Euro auf. Die Spur der neuesten Spendenaffäre in der AfD führt in die Schweiz, just zu dem Mann, der seit dem Tod von Franz Joseph Strauß (CSU) sich seines letzten Hoffnungsträgers deutscher Politik beraubt sah. Zutiefst frustriert vertrat er in einem kleinen Kreis superreicher Kollegen den Standpunkt, dass man machen könne was man wolle, der Staat würde, wenn er sich weiter so entwickle, das Land vernichten.

Wie es scheint, hatte der heute 89-jährige Merck Finck & Co-Banker zumindest mit seiner damaligen Prognose nicht ganz unrecht. Seine wachsende Unzufriedenheit mit deutschen Politikern entwickelte sich zu einer regelrechten Antipathie gegen die Roten und Grünen, aber auch gegen die CDU. In den Jahren 2008 bis 2009 hatte er die Hoffnung, mit der FDP noch etwas reißen zu können. Verdeckte Spenden über eine Vermögensverwaltung von mehr als eine Million flossen mehr oder weniger unbemerkt in die FDP und bescherten Westerwelle mit seiner gut gefüllten Wahlkampfkasse mit 14,5 Prozent das beste Wahlergebnis aller Zeiten.

Fortan übernachteten und speisten FDP-Politiker vorzugsweise bei Mövenpick, da der generöse Geldgeber gleichzeitig auch Mehrheitseigner der bekannten Hotelgruppe war. Hämisch bezeichnete die Opposition die FDP als Mövenpickpartei. Was damals unter Parteibonzen noch wohlgelitten war, nämlich die Entgegennahme von kleinen Spenden, nahm das Sprichwort "pecunia non olet" zunehmend unangenehmen Geruch an und wurde immer mehr zur geheimen Kommandosache. Nun ja, der Kampf um Geldgeber war schon immer ein hartes Geschäft.

Doch Baron August von Finck ist längst der Geduldfaden gerissen. Hat er bis vor wenigen Jahren mit seinen Finanzzuwendungen die FDP und CSU unterstützt, scheinen seine Sympathien nun Alice Weidel und der AfD zu gelten. Und was man mit einem Milliardenvermögen alles bewirken kann, weiß der passionierte Jäger der in einer Nacht und Nebelaktion sein Bankhaus an die britische Barclays verscherbelte, nichtsdestoweniger aber an Dutzenden Konzernen und Unternehmen wie Münchner Rück, Alusuisse Lonza oder Oerlikon Bührle beteiligt ist. Auch ein großer Pharmakonzern zählt zu seinem Portfolio.

Die Tatsache, dass sich die Parteibosse der Grünen und der Roten besonders echauffieren, ist nicht etwa der Spendenzuwendung selbst geschuldet. Vielmehr schwant diesen Parteinullen, dass der Milliardär mit Hang zu bürgerlich-konservativen Politikern einen sehr langen Arm hat. Sie wissen nur zu gut, dass der gewitzte Baron auch über andere, unauffällige Kanäle verfügt, die es ihm ermöglichen, die AfD nicht nur zu unterstützen, sondern finanziell massiv stärken könnte.

Finck, das ist inzwischen bekannt, hat im Wesentlichen die Gründungsphase der AfD finanziert. Man darf davon ausgehen, dass die Parteiendiffamierung und Diskreditierung nicht mehr allzu lange andauern wird, so meine Prognose, zumal gerade Geld schon immer ein Regulativ darstellte.

Donnerstag, 22. November 2018

Flintenuschis Sumpfgebiete

Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen, es handelt sich hier nicht etwa um das frivole Büchlein von Charlotte Roche, es geht um Ministerin von der Leyen und das mindestens ebenso schlüpfrige Thema Verteidigungsministerium. The fifty shades of corruption....


Uschi, die Unbeleckte, zumindest was das kernige Soldatengeschäft angeht, brauchte dringend Unterstützung. Als im Januar 2018 der Wehrbeauftragte des Bundestages Hans-Peter Bartels öffentlich verlautbarte, dass Deutschlands Desaster-Armee im Verteidigungsfalle nicht einsetzbar sei, dämmerte es unserem Landser-Blondchen, dass ihr Laden sogar aus dem Keller stinkt.  

Oben hui, unten pfui – so könnte man den hierarchischen Zustand unserer Bundeswehr beschreiben. Generalitäten und Ministerium erklären in knackigem Deutsch preußischer Oberfeldwebel, die Truppe sei maximal motiviert, allein es mangele an funktionstüchtigen Waffensystemen. Flugzeuge, die nicht fliegen, Schiffe ohne Ersatzteile, ADAC-Helis als Ersatz für defekte Kampfhubschrauber, Gewehre, die um die Ecke schossen oder auch Panzer, die in Werkstätten herumdümpelten. Nein, das machte keinen guten Eindruck. Nun ja, wenn Soldaten die Umgebung nicht Leopard und Haubitzen "beüben" kann, sollten sie wenigstens die Wehrmachtsreliquien aus der Kantine entfernen.

McKinsey wurde beauftragt, die sich sofort an die Reorganisation machten. Steps & Goals für die neue, millionenschwere Strukturen der Bundeswehr, so der wohlklingende Nonsense. Es ist eines der Lieblingsthemen von David von der Leyen, gewinnbeteiligter Associate bei der weltgrößten Beraterfirma, wurde zum zentralen Beratungsauftrag. Dann traten sie an, die Moneymakers, näselnde Consulter in feinem Tuch, handgenähten Schuhen und herablassenden Gesichtszügen und zeigten unserer Ursula, wie richtige Honoranoten aus der Rechnungsabteilung eines Consultingunternehmens aussehen.

Durchaus denkbar, dass David von der Leyen, der Sohnemann von Uschi, die Mama beim Küchenabwasch nach dem gemeinsamen Abendessen, den einträglichen Auftrag aus dem Kreuz geleiert hat. Ach ja, was tut man nicht alles für die eigenen Kinder. Da ist es nur normal, dass man seinem eigenen Fleisch und Blut schon mal einen zweistelligen Millionenauftrag zuschanzt. Bei den insgesamt ausgegebenen 150 Millionen Euro für Beratungsleistungen, sollen die Kinder ruhig auch etwas abhaben.

Richtig schmutzig ist aber die Tatsache, dass Uschis persönliche Referentin Katrin Suder, ausgestattet mit einem langjährigen Stallgeruch von McKinsey, gute Beziehungen zu Ursulas Herzblatt David unterhält. Die beiden kennen sich schon aus ersten McKinsey-Tagen. Das verbindet. Wie sehr, mag das weitere schöne Beispiel enger Familienzugehörigkeit zeigen. Katrinchen hatte zu einem der Top-Manager von Accenture Consultants in Kronberg/Taunus eine geradezu liebevolle Verbindung, da er Patenonkel ihres Töchterchens ist. Der zwei-Millionen-Auftrag ans Onkelchen für die Strategieberatung für Planungen im Bundeswehrministerium ist deshalb nicht nur naheliegend gewesen, sondern auch verständlich. Geld muss man in der Familie halten, ein ehernes Gesetz für Bundesminister.

Doch das war bei weitem noch nicht alles. Bereits vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass die Verträge mit den externen Beratern teilweise rechtswidrig aus Ministeriumgeldern finanziert wurden. Dem "Spiegel" liegt der vertrauliche Bericht des Bundesrechnungshofes mit allen Zahlen und Fakten vor, der die Vorwürfe erhoben hatte. Hier geht es um den satten Betrag in Höhe von 93 Millionen Euro.

Ein Insider aus dem Ministerium hatte die Faxen dicke und zeigte seine Vorgesetzte an. Demnach wurden vorsätzlich Dutzende externe Berater in einer Art Scheinselbstständigkeit beschäftigt. Die Berater traten als Selbstständige auf, hatten aber nur einen einzigen Auftraggeber. Und konnten so zu leistende Sozialabgaben umgehen. Statt die Beraterstellen in fairen Ausschreibungen zu vergeben, sollen diese vor allem an Freunde und Bekannte der Auftraggeber vergeben worden sein. Der "Spiegel" spricht von einer Art "Buddy-System", in dem einige Unternehmen und Einzelpersonen klar bevorzugt worden seien.

Die Anzeige soll von einem Insider aus dem Umfeld des Ministeriums stammen und wirft von der Leyen konkret vor, "über einen längeren Zeitraum Berater eingesetzt" zu haben, die dort "wie Mitarbeiter beschäftigt" wurden. Die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin prüft die Anzeige jetzt. Wie es aussieht, darf sich die Ursel von der Leyen auf weitere, strafrechtlich relevante Anklagen einrichten.

Um den ganzen Sumpf von Vetternwirtschaft, dubiosen Scheinselbstständigkeit, vorsätzliche Bevorzugung  nahestehender Berater zu decken, hat unsere gewiefte Truppenursel ihren Soldaten untersagt und Beamten der Bundeswehr untersagt, Gespräche mit Abgeordneten zu führen. Nun ja, wie wir wissen, treiben sich insbesondere bei der Truppe jede Menge gedemütigte oder missverstandene Offiziere herum, die durch die gnadenlose Kompetenz einer Ex-Familienministerin und Mutter in den Senkel gestellt wurden.

Nun ja, für Frau von der Leyen dürfte der ungeregelte Abgang aus dem Verteidigungsministerium die nächste Stufe einer steilen Karriere werden. Vielleicht wird sie bald Bundeskanzlerin. Dann bleibt endgültig alles in der Familie.

Mittwoch, 21. November 2018

Generaldebatte im Bundestag – Merkels maximaler Stuss

Wie lautete doch gleich das Thema der Generaldebatte im Bundestag? Haushaltspläne, Geld für Verteidigung, Entwicklungshilfe und Soziales. Merkels geistigen Totalausfall könnte man mit einem Schüler vergleichen, der in einer Mathematikprüfung stattdessen einen Deutschaufsatz vorträgt.




Phasenweise hatte ich den Wunsch, Merkels Redenschreiber – sofern es den gibt, einer mittelalterlichen Bäckerschupfe zu unterziehen. Eine solche Strafe wurde damals verhängt, wenn ein Bäcker Brotlaibe mit zu geringem Gewicht verkaufte. Man sperrte ihn in einen Käfig und tauchte ihn mithilfe einer Seilwinde solange in eine Jauchegrube, bis er Besserung gelobte. Diese Strafe würde allerdings, und das steht für mich nach der Debatte fest -, weder beim Verfasser ihrer Rede noch bei unserer Kanzlerin eine Wirkung zeitigen.

„Wir wollen in Zukunft vom Bürger her denken und nicht umgekehrt“, begann sie. Ein Satz, dessen Semantik mir schon morgens um 9 Uhr die erste Flatulenz bescherte. Gleich darauf die Interpretation des TV-Moderators. Ich kam mir vor, als würden -, wie einst die Herolde, mit Tröten von den Schlosszinnen herab dem Volk verkünden: Seine Majestät der König hat einen Furz gelassen. 

Zunächst zählte ihre Durchlaucht eine lange Reihe der Wohltaten für die Bürger auf, geschickt in verschwommene Konjunktive verpackt, und stets mit dem Impetus – „Das macht uns keiner nach“. Schlag auf Schlag gings weiter. Kindergelderhöhung, Digitalisierung, Beschleunigungsgesetz für Brückenteilzeit, Steuerungsverordnung für Flüchtlinge, Sammelklagengesetz, Stabilisierung des Rentenniveaus, Allianz der Pflege und Sicherheit für den Klimawandel. Es darf vermutet werden, dass sich angesichts der epochalen Leistungen unterbelichteter Staatspfeifen die Geringverdiener unseres Landes vor Freude auf die Schenkel klopfen. 

Die putativen Erleichterungen für das arbeitende Volk bringen allmählich jeden Bürger auf die Palme, vor Allem, wenn eine Kanzlerin sich in vorgetäuschten eigenen erfolgen suhlt und unten kaum ein Euro ankommt. Dafür sorgen schon Sozialämter, Finanzämter, Gebührenordnungen, kommunale Verrechnungsmodalitäten, Mieterhöhungen, Inflation und weiß der Teufel, wie viele Gesetzesnovellen unserem Geldbeutel dauerhafte Ebbe bescheren.   

Ein Highlight jagte das Nächste. Schwurbel-Angie ließ den Bürger wissen, dass die Kommunikation mit den Behörden durch den virtuellen Zugang unsere digitale Zukunft mit den Behörden perfekt gestaltet wird. Der Bauer in der Digital-Diaspora Bayerisch-Eisenstein dürfte gejubelt haben, dass er theoretisch einen Antrag zum Bau eines Güllebeckens virtuell erledigen kann, theoretisch, versteht sich. Mehr als fünfhundert Anwendungen solls in Zukunft geben. Mir schwant Übles. Du kriegst etwas geliefert, was du gar nicht bestellt hast. Die Rechnung folgt prompt.

Selbstredend widmete sich die Kanzlerin auch dem Flüchtlingsthema, legtimierte die humanitäre Grenzöffnung damit, weil schon anno dunnemals Zigtausende europäische Migranten von Land zu Land pilgerten, um sich neue Lebensperspektiven zu schaffen. Kann sich diese Frau nicht mehr daran erinnern, dass zur Zeit der großen Bevölkerungswanderungen die Europas Population gerade mal 10 Prozent gegenüber der heutigen erreichte? Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass mir mein Geschichtslehrer damals erzählte, dass Millionen von Schwarzafrikanern Europa mit dem Ziel überfallen hätte, westliche Kulturen auszurotten. Schwamm drüber.

Es folgte das Stichwort Industrie Vier Punkt Null. In „unserer globalen Welt“, - doch, das sagte sie wirklich, suchen wir den Anschluss an die internationale Digitalausstattung. Ja, lieber Herrgott, da darf man nur hoffen, dass sie auch fündig wird. In der Annahme, es könne nicht noch schlimmer kommen, schlug sie zu, die Angela.

Gnadenlos malträtierte Angie meine Toleranzresistenz. Wir haben aus der Geschichte gelernt, haben die wichtigen hundertsten Jahrestage mit Würde und im Andenken der Verbrechen 1945 gefeiert. Sie ließ mich weiter wissen, dass aus den damaligen Verbrechen die deutsch-französische Freundschaft erwuchs, salbaderte weiter, indem sie multilaterale Ordnung rühmte und Fluchtursachen in unserm nationalen Interesse stünden.  „Wir wollen, dass die Welt besser wird“, so appellierte sie an das Anwesende Plenum. „Patriotismus heißt, wenn man an alle Länder dieser Welt denkt und nicht in nationalen Dimensionen verbleibt“.

Es bleibt zu konstatieren: Solange es einer Kanzlerin wichtiger ist, einem Gedenkstein in Frankreich minutenlange Redezeit zu schenken, darf man ihr auch getrost unterstellen, sich selbst dem Bürger entfremdet zu haben. Sodann klärte sie sie mich mit dem wohl markigsten Satz des Vormittags weiter auf. „…und wir sind hier im deutschen Bundestag.“ Mir dagegen schoss durch den Kopf: Spaß im Glas mit Nervengas. Will die Frau mich verarschen? Über was redet „Angie die Entgeistigte“ überhaupt und vor allem mit wem? Was um Himmels Willen hat das mit dem Thema der Generaldebatte zu tun?

Mir bleibt an dieser Stelle nur aus dem Buch „der gute Mensch von Sezuan“ zu zitieren: „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“


Auch hier gibt es Interessantes zu lesen
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