Montag, 18. April 2016

Womit haben wir Böhmermann verdient?

... ich wills mal so sagen: Wer sich von Böhmermann beleidigt fühlt, kann selbst nicht der Hellste sein. Das gilt selbstredend auch für Herrn Erdogan. Souveränität und Gelassenheit fehlen ihm ebenso wie dem anspruchslosen Publikum der Sinn für spritzig erfrischender Unterhaltung.




Der Begriff Kunst in Zusammenhang mit Böhmermann ist eine Vergewaltigung der Linguistik und der Morphologie. Ich weiß nicht, wen ich mehr bedauern soll -, diesen armseligen Geist oder sein noch erbärmlicheres Publikum, das diesem selbstverliebten Affen applaudiert. Satire? Was bildet sich dieser Gossenprolet eigentlich ein? Der Mann, dessen Fäkalsprache und Zoten kaum jemand überbieten kann, sind eine Zumutung für jeden einigermaßen intelligenten Menschen. Anscheinend glaubt er auch noch, mit seinen widerlichen Obszönitäten oder seinem vulgären Vokabular witzig zu sein. Er erreicht nicht einmal das Stammtischniveau einer Vorstadtkneipe. Immerhin hofiert ihn das ZDF, was wiederum ein schöner Hinweis darauf ist, was man vom heutigen TV-Konsumenten hält.

Reger Geist, mitreißender Esprit oder gar eleganter Wortwitz..., Fehlanzeige. Stattdessen schwingt er sich zum intellektuellen Satiriker auf - das allerdings ist ein echt guter Witz. Was will man von diesem Mann auch erwarten, einem Polizistensohn, der weder eine Berufsausbildung noch ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann, sich jedoch permanent mit maximaler Talentlosigkeit, kombiniert mit überheblichem Habitus auszeichnet. Die Tatsache, dass er sich Komiker, Kabarettist, ja sogar als Moderator nennt, halte ich für eine anmaßende Hochstapelei, die nur jemandem mit marginalem Denkvermögen einfallen kann.

Das Fernsehen steht vor einer entscheidenden Trendwende. Wenn man den Einschaltquoten und sonstigen TV-Statistiken Glauben schenken darf, werden in absehbarer Zeit erstmals mehr Dumpfbacken, Einfaltspinsel und geistige Exhibitionisten im Fernsehen sein als vorm Fernseher. Damit wird die TV-Welt erstmals realistischer sein als das richtige Leben.


Mittwoch, 6. April 2016

Schizophrenie der Macht

So mancher Staat muss ab und zu in die Schranken gewiesen werden, das steht fest. Aber wie? Akzeptable Lösungsansätze muss man nicht lange suchen, man kann sie in dem Gedicht "Grass'sche Heimsuchung" nachlesen. Ein atomarer Präventivschlag mit chirurgisch präzisem Zermürbungbeschuss und partieller Eliminierung wehrloser Bevölkerungsteile, ist schließlich nichts weiter als eine legitime Putativenotwehr. Die moralische Vertretbarkeit liegt auf der Hand. Aber eine solche Verteidigungsvorsorge muss natürlich vorher gut geplant sein. Will man heutzutage die Heimat vor einem fünftausend Kilometer entfernten Provokateur effektiv verteidigen, dann versteht sich die vorbeugende Flächen-Bombardierung des möglichen Feindes von selbst, vor allem dann, wenn der vermutliche Gegner permanent mit Friedensabsichten droht. Nichts schüchtert einen Staat mehr ein, wenn einem der Nachbarstaat einreden will, er setze auf Entspannungspolitik. Ein solches Verhalten versaut jede diplomatische Annäherung.


Gut, gut, Präsidenten dürfen andere Präsidenten nicht beschimpfen, wenngleich das  Beleidigungspotential in Mittelmeerländern überdurchschnittlich stark ausgeprägt ist und man mit deren Mobilmachung rechnen muss. Man denke nur an die Türkei, bei der man nicht so recht weiß, wo man eigentlich dran ist. Man muss ja nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten. Immerhin kann man mit der Diplomatie jemanden so zur Hölle zu schicken, dass er sich auch noch auf die Reise freut. Auch wenn der Beleidigte bis an die Zähne bewaffnet ist, und er seine Verteidigungsarmee mit modernster Technologie ausgestattet hat, muss man davon ausgehen, dass sich die gedemütigte Regierung in heller Aufregung an die USA wendet und um militärischen Beistand bittet.
 .                                 
Lange Rede, kurzer Sinn, ich verstehe gar nicht, dass Iran nicht einlenkt und mit einer Versöhnungsgeste sein Staatsgebiet an Israel abtritt. Wenn deren Bevölkerung anschließend zum Christentum konvertiert und sie sich allesamt taufen lassen, gäbe es auch keinen Grund mehr, weshalb Iran ihr friedliches Atomprogramm einstellen sollte. Natürlich müsste man die Iraner intensiv in pro-westlicher Agitationstechnik schulen, um zukünftige Rüstungsideen in die richtige Richtung zu lenken. Deutschland gilt schließlich als Vorbild für gelungene Defensive-Einsätze im Ausland. Als Akt beispielhafter Humanität hat sich gerade Deutschland mit der Lieferung von Panzern und Kriegsschiffen in Staaten mit bedenklicher Menschenrechtslage und in Krisengebiete hervorgetan. Zum Ausgleich haben wir eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Wenn das nichts ist?
 .
Erst kürzlich hat die Bundesregierung umfangreiche Ausstattung von Torpedos und Luft-Luft-Raketen nach Pakistan genehmigt. Rätselraten um zufällig entdeckte deutsche Raketen-Lieferungen an Südkorea herrschte vor einem Monat auf einem nur bedingt seetüchtigen Frachter. Wie ein Sprecher des finnischen Zolls mitteilte, wurden alle 69 entdeckten Patriot-Flugabwehrraketen im Hafen von Kotka von Bord der "Thor Liberty" geschafft und an Land gebracht. Über den weiteren Verbleib und möglichen Transport der in den USA hergestellten Raketen werde die deutsche Regierung öffentlich keine Auskunft geben, hieß es weiter. Das fehlte gerade noch, wenn unsere Politiker den Verkauf von Raketen, die lediglich zur Abschreckung von aggressiven Vogelschwärmen dienen sollten, Rede und Antwort stünden. Schließlich waren die Patriots als Feuerwerkskörper deklariert. Das betrifft selbstredend auch die Leopard-Panzer für Saudi Arabien. Sie sind lediglich als Ausflugsfahrzeuge für touristische Abenteuerurlaube in freundlich gesinnte Länder gedacht. Natürlich können sie auch Salut schießen, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen.
.
Im Falle Iran wird viel zu viel Gedöns gemacht, wie ich finde! Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft würde die Wogen glätten und die gemeinsame Basis verbessern. Die Westmächte würden mit der Lieferung von Verteidigungseinrichtungen kollateral profitieren. Besonders Deutschland, die ihr Absatzgebiet an Friedenswaffen wie Leopardpanzer, Raketenlafetten und computergesteuerte Splitterbomben mit maximaler Streuwirkung um sage und schreibe 23 % erweitern könnten. Besonders interessant wäre der überproportionale Zugewinn an Marktanteilen für Tretminen und Sprengfallen, die den friedlichen Verteidigungsgedanken eines Landes besonders eindrucksvoll unter Beweis stellen. Insofern muss sich der Iran den Vorwurf gefallen lassen, Arbeitsplätze in der deutschen Waffenindustrie langfristig zu gefährden. Überdies ist es eine Zumutung für die restliche Welt, wenn sich der Iran derart kontraproduktiv verhält und sogar die Meinung vertritt, man sei ein souveräner Staat! Wo stünde der Weltfrieden heute, wenn jedes beliebige Land für sich in Anspruch nehmen wollte, das alleinige Recht auf Souveränität und friedlicher Koexistenz zu besitzen, um das Leben ihrer Bürger sicherer zu machen?
.

Dienstag, 5. April 2016

bei Licht gesehen...

...ich wills mal so sagen: Wenn eine westliche Regierung mit der Türkei einen Vertrag abschließt, von der sie der Meinung ist, dass er eingehalten würde, dann zeugt das von erstaunlichem Gottvertrauen. Der Türke ist durch seinen jahrhundertelangen Teppichhandel in Basars von Istanbul, Izmir oder Antalya außerordentlich gut trainiert, dem mit Sitten und Gebräuchen unvertrauten Kunden das Fell über die Ohren zu ziehen. So auch unserer Frau Doktor Merkel, die vermutlich das erste Mal bei einem Orientalen einen Teppich ersteht. Allerdings..., sie hat so hart verhandelt, dass dem kleinen türkischen Staatspräsidenten beinahe die Tränen in den Augen standen. Ursprünglich wollte er 6 Milliarden für ein paar Tausend Syrer, immerhin ist sie bei drei Milliarden gelandet – allerdings für ein Abkommen, das nicht funktioniert. Das ist so ähnlich, als hätte sie besagten Teppich gekauft, ohne zu bemerken, dass er riesige Löcher hat. So ist das halt…, auf dem Basar. Wenigstens kann man unserer Kanzlerin ausgeprägtes Preisbewusstsein bescheinigen.


.
Umgehend hat unsere Regierung vorurteilslos und engagiert erst mal drei Milliarden Euro an Erdogan überwiesen. Die Rückführung der Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei ist soeben wegen eines Massenausbruchs aus den griechischen "Internierungslagern" eingestellt worden. Tausende von ambitionierten Hochschulabgängern und hochqualifizierten Fachkräften befinden sich auf dem Weg durch unwegsames Gelände, wahrscheinlich in Richtung Deutschland. Sicher frage ich mich jetzt nicht alleine: Haben unsere Politiker in einer bedauernswerten Phase geistiger Umnachtung ernsthaft daran geglaubt, dass dieser preiswerte, geniale aber nichstdestoweniger illegale "Abschiebungsplan" der hoffnungsvollen Euro-Neubürger muslimischen Glaubens in die Türkei klappen würde? Frau Merkel hat das wohl. Ich dagegen bezeichne das Theater als gelebte Realsatire...
.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass unsere halbgebildeten und von der Geschichte völlig unbeleckten Staatsrepräsentanten vom Wahnsinn ergriffen sind: Staatspleite in Griechenland, 70 Milliarden in den Sand gesetzt. Briefkastenaffäre in Panama, bei der die Frage offen ist: cui bono... – um es mit den Worten des Staatsmannes und Philosophen Marcus Tullius Cicero zu sagen. Die weinerlichen Willkommens- und Humanitätsapelle in Deutschland blieben auch nicht ungehört und von den 500.000 unregistrierten Flüchtlingen will ich erst gar nicht reden. Wie unsere Staatsträger, so werden auch sie uns in Zukunft noch viel Freude bereiten. Die Umsätze im kriminellen Milieu werden ins Astronomische anwachsen, aber Hauptsache, sie sind erst mal bei uns.
.
Ich weiß, Lucius Annaeus Seneca ist vielen Lesern nicht unbedingt ein geläufiger Begriff, dem Politiker vom Schlage Roth, Gabriel, Röttgen oder Altmeier und Konsorten schon gar nicht..., doch dieser Seneca sagte einst: „Cui prodest scelus, is fecit“ – „Wem das Verbrechen nützt, der hat es begangen.“ Nun stellt sich die Interessanteste aller Fragen...: Wird Herr Heiko Maas einschreiten? Ach nein..., der ist gerade damit beschäftigt, die Banken in Panama zu ermahnen und die deutsche Steuerehrlichkeit der Superreichen zu geißeln... Was mich allerdings in höchstem Maße beunruhigt ist die Tatsache, wer alles NICHT auf der Liste steht. Nicht ein einziges amerikanisches Unternehmen und nicht ein einziger amerikanischer Geld-Tycoon ist darauf zu finden, auch kein Franzose oder kein Superreicher aus Deutschland. Vermutlich alle verarmt – die Leute… Stattdessen stehen Putin und seine Freunde im Fadenkreuz. In meiner Wissbegier würde ich natürlich gerne erfahren, von wem die Liste stammt, wer sie vorher bereinigt und sie dann der Süddeutschen Zeitung zugespielt hat.
.
Übrigens, die Frage: cui bono hat einen weiteren interessanten Aspekt, der sich dem unbedarften Bürger in der Regel nicht sofort erschließt. Ein Beispiel für die Frage aus unseren so heißgeliebten Fernsehanstalten: wer zieht z.B. einen Nutzen aus der massiven Ausweitung einer Sportberichterstattung oder einer Mittags-Talk-Show, die dazu führen, dass wichtige, politische Fragen in den Hintergrund gedrängt werden? Ja ja, so schlimm wie ich kann ein braver Bürger gar nicht denken, ich glaube, ich bin an dem ganzen Schlamassel schuld...