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E-Autos – mit Vollgas in den Stillstand

Was für eine freudige Nachricht! Während unsere Regierung emissionsfreie Städte mit der Anschaffung von E-Autos verspricht und uns damit die CO2-befreite Umwelt als einzige, lebenswerte Form vorschreiben will, dürfen in Großbritannien solche Fahrzeuge zu „Hochlastzeiten“ – also zwischen 8 und 12 Uhr – nicht mehr an private Ladesäulen aufgetankt werden. Stromladen während dieser Zeitspanne nur noch an Schnell-Ladestationen an der Autobahn.

 


Als Grund wird die Blackout-Gefahr genannt, die auch in Deutschland latent droht, da wir bereits auf Energie durch Atomstrom verzichten und in Zukunft selbstverständlich auch Kohlekraftwerke abschalten werden. Da macht der bahnbrechende Autokauf für den grünen Umweltfanatiker erst richtig Freude. Die Meldung aus England hat mich als glühender Anhänger spektakulärer Neuerungen besonders fasziniert, da unsere grünen Protagonisten mit Hochdruck an Zukunftsvisionen arbeiten, die in absehbarer Zeit vorwiegend an innerdeutschen Parkplätzen zu Zehntausenden herumstehen und dort hauptsächlich dekorativen Zwecken dienen.

Nein, in Parkhäusern dürfen die Mobilitätswunder auch nicht mehr abgestellt werden. Das gilt übrigens auf für Hybridfahrzeuge – jedenfalls in England. Extreme Brandgefahr. Und nicht nur das. Die Dinger lassen sich weder löschen, noch entsorgen. Es gibt auch so gut wie keine Experten oder Firmen, die sich trauen, ein abgefackeltes Elektro-Wrack wegen hochgiftiger Substanzen zu bergen. Ich sehe es kommen, dass in den Großstädten sämtliche Parkhäuser abgerissen werden und stattdessen wundervolle Parks entstehen, an deren Rändern man großzügige Abstellflächen für Lastenfahrräder und Seifenkisten bereitstellt.

Mal ehrlich: Was will ein Handelsvertreter auch mit einer Blechliste, die im kalten Winter eine Reichweite von knapp 300 Kilometer hat und mit der man drei Tage benötigt, um von Recklinghausen nach Dortmund zu kommen, weil er tagsüber keinen Strom nachladen kann. In Deutschland befürchten die Energie-Experten, dass unser Stromnetz in naher Zukunft zusammenbrechen wird. Wir werden also über vollkommen neue Mobilitätsformen nachdenken müssen. 

Amazonmitarbeiter werden künftig die Pakete zu Fuß und mit Rucksack ausliefern, beispielsweise. Hersteller von Sänften und Sackkarren werden Hochkonjunktur haben. Weitere Behörden müssen erschaffen werden, die amtliche Konzessionen zum vorschriftsmäßigen Betrieb leistungsfähiger Transporträder erteilen. Neue Berufsbilder enstehen und jede Menge Lasten- und Sänftenträger benötigt und Berechtigungen zum Führen von Leiterwagen müssen ausgestellt werden.

Glücklicherweise hat der badische Forstbeamte Karl von Drais im Jahr 1817 das Fahrrad erfunden. Wäre der Erfinder Drais damals ein militanter Grüner gewesen, würden wir heute aufgrund bahnbrechender Ideen unserer Frau Baerbock in Zukunft mit Schubkarren unsere Einkäufe bei REWE oder LIDL erledigen. Kühlschränke und Waschmaschinen mit dem E-Auto in der Garage betrieben, die zumindest nach Frau Baerbocks Gedankenspielen geeignete Stromspeicher darstellen. Wir werden uns zukünftig auf Rollschuhe umstellen und Pferdefuhrwerke werden endlich unser Straßenbild optimieren...

Lassen wir das und wenden uns der innovativen Energieversorgung und den wegweisenden Planungen in England und Deutschland zu. Dort heißt es, man wolle einen sogenannten "randomise day" einführen. Noch wissen die E-Autos fahrenden Klimaretter nicht, was das bedeutet. Es werden an zufällig ausgewählten Tagen die Stromzufuhr für eine Stunde abgestellt, um das komplette Zusammenbrechen des Stromnetzes zu verhindern. Wenn man also zufälligerweise dienstags um 9 Uhr zum Zahnarzt ins Nachbardorf fahren oder ein Polizist mit seinem Elektrofahrrad einen Verbrecher jagen will, sollte er vorher die Batterien gefüllt haben. Es sei denn, der Gauner hat einen Diesel und flüchtet damit in ein Parkhaus oder die Schmerzen des vereiterten Backenzahn lassen sich noch eine Woche aushalten.

Was durfte ich gerade in den Nachrichten lesen? Man gehe zwar laut offiziellen Stimmen nicht davon aus, dass der „randomise day“ wirklich angewendet wird, jedoch sei Vorsicht geboten, da sich die tatsächliche Entwicklung der Stromabgaben nur schlecht voraussagen ließen.

 

 

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