Direkt zum Hauptbereich

Gabriel der Politkreisel

Sein Markenzeichen:  "changement of opinion"
Als ob der Abgas-Skandal um VW nicht schon schlimm genug wäre. Fassungslos mussten brave VW-Fahrer zur Kenntnis nehmen, dass ihre Rußschleuder in flotter Gangart nicht nur den Grünen die Tränen in die Augen trieben. Auch der umweltbewusste VW-Diesler, bislang mit öko-geschwellter Brust auf der Landstraße unterwegs, konnte kaum glauben, was die Wolfsburger ihm unter den Hintern geschoben hatten. Als die Wogen sich zumindest in Deutschland allmählich wieder glätteten, war der treue VW-Kunde beinahe so weit anzunehmen, dass der Betrug des Autokonzerns nicht steigerungsfähig sei. Nun wird er eines Besseren belehrt. Monitors Redakteure haben unserem heimischem Maulwurf alle Ehre gemacht.



Wir schreiben das Jahr 2005, als der in Sachen Umwelt völlig kompetenzbefreite Siggi den Umweltminister gab und sich damals im Amt aufführte, als habe er die grüne Farbe fürs Chlorophyll erfunden. Irgendjemand hätte diesem gelernten Lehrer einmal erklären sollen, dass ein pädagogisch erhobener Zeigefinger in einer fremden Nase seine Bedeutung verliert. Mit der Miene des fleischgewordenen Biedermanns wartete er mit kecken Sprüchen auf, wenn es um die Umweltverschmutzung der Autos ging. Na sowas, musste er doch schon damals wissen, dass mit den Abgaswerten der Dieselfahrzeuge von VW etwas nicht stimmen konnte. Davon hatte sogar schon 1998 der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner, der das Umweltamt vorher leitete. Honi soit qui mal y pense, möchte man da nur sagen, zumal die gesamte Hannoveranische Mischpoke – einschließlich Schröder und Wulff, mit dem VW-Konzern mauschelte.

Sowohl das Kraftfahrbundesamt, als auch der damalige Verkehrsminister ahnten, dass   was nicht sein darf, das nicht sein kann, so verfuhren schon im Jahre 2000 die SPD-Politiker – und ließen VW gewähren. Und nicht nur das. Ganze Vorschriften-Passagen in der Zulassungsverordnung wurden zugunsten VW gestrichen -eine Steilvorlage für die Cheftechniker des Konzerns. 

Der Abgas-Beschiss war längst bekannt, wenngleich noch nicht bewiesen. Was tun sprach Zeus? Sigi wusste Rat, denn er wollte auf der sicheren Seite sein. Ein unabhängiger Gutachter, von der niedersächsischen Regierung benannt und von VW bezahlt, bescheinigte den Dieselmotoren Unbedenklichkeit und man war allseits erleichtert. Besonders in der SPD, obwohl die gemessenen Diesel-Giftstoffe vielerorts um das 10fache der zugelassenen Emissionen übertroffen wurden. Gabriel tauchte ab, das Kraftfahrtbundesamt mauerte, sogar die Grünen hielten die Klappe. Kein Wunder, schließlich ist das Land Niedersachsen mit 20% zweitgrößter Aktionär.

Der Stern von Gabriel hätte schon damals dringend eine Generalpolitur benötigt. Denn nicht nur in seiner Partei, in der er mit wenig schmeichelhaften Attributen bedacht wurde, sondern auch von Seiten der christlichen Ministerkollegen hielt man ihn für disziplin- und konzeptlos, illoyal und ungeduldig. Viele Parteifreunde hätten ihn am liebsten "auf die Vogelschutzinzsel Mellum im Wattenmeer verbannt", räumte Gabriel einmal selbst ein, als er seine Genossen mit Alleingängen und einsamen Entscheidungen verärgerte.


Ob er heute diese Attribute abgelegt hat? Das darf bezweifelt werden. Ich fürchte, da sind noch einige Unangenehme dazu gekommen. Denn jetzt prügelt er auf VW ein, echauffiert sich öffentlich über Winterkorn und Konsorten, mit denen er damals die "Kuh vom Eis holte" und bis vor wenigen Monaten gemeinsam mit ihnen den Cappuccino in der Bundestagskantine geschlürft hat. Oh, Siggi..., mir graust vor dir.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jetzt muss sich die Welt warm anziehen! Annalenas neue Karriere in New York!

Wenn man es genau nimmt, hat der Bundesbürger in unserem Land keine andere Wahl, als sich angesichts der aktuellen Nachrichten mit einer Überdosis afghanischem Dope zu bekiffen. Was sich gerade im politischen Berlin abspielt, überschreitet bei Weitem die Grenzen des Ertragbaren, das man nur noch im zugedröhntem Zustand unbeschadet überleben kann.   Der „Politische Filmpalast in Berlin“ präsentiert seinen Zuschauern einen Actionthriller der außergewöhnlichen Art, den das erschauderte Publikum auf den Sitzen erstarren lässt. In dem knallharten Sciencefiction-Streifen wenden sich die Vereinten Nationen in höchster Not an die deutsche Bundesregierung und bitten um Unterstützung. Hierzulande weiß man Rat und schickt die „Grüne Terminator*in“ an die Frontlinie.  Annalena Baerbock, bei uns auch bekannt als "rhetorischer Auffahrunfall", ist die letzte Chance, Deutschland und die restlichen Kontinente mit feministischer Überlegenheit, dogmatischem Geschick, legasthenischer Sprachgewal...

Stegner verlangt Koalitionsverbot mit der AfD

Ich gebe zu, schon vor drei Jahren, als sich der politische Weltuntergang abzeichnete, stand ich des Öfteren mit meinen Espresso auf dem Balkon und gab mich dem wohligen Gedanken hin, dass es mit der CDU, den Grünen und der SPD nix mehr werden wird. Doch als ich heute Morgen den Nachrichtensender einschaltete, erschien Ralle auf dem Bildschirm. Die Zuschauer am Bildschirm rieben sich vermutlich erwartungsfreudig die Hände, versprachen sie sich doch vom kampferprobten Gladiator Ralf Stegner niederschmetternde Beleidigungen, hämische Herabwürdigungen, schöne Pöbeleien und degoutante Bösartigkeiten gegen alles, was schwarz, gelb, grün oder blau ist. Bedauerlicherweise beschränkte sich Ralle gestern mit  seinen Vernichtungsfantasien  ausschließlich auf die AfD. In der Rangreihe der unbeliebtesten SPD-Politiker ringt Ralle Stegner seit geraumer Zeit mit Saskia Esken, Karl Lauterbach und Nancy Faeser um einen der Spitzenplätze. Zugegeben, es ist ein zäher Kampf, genauer gesagt...

AusgeMerzt! Die SPD bestätigt den Mythos des schwachen Riesen

Eines steht fest: Friedrich Merz, imposante 1,98 Meter groß, dürfte seit wenigen Tagen nicht nur als die längste, sondern auch die bedeutendste politische Mogelpackung in die Geschichte seiner Partei eingehen. Es besteht auch kein Zweifel: Der eloquente Schaumschläger hat sich geradezu lehrbuchhaft entlarvt und gilt Dank der Überschätzung eigener Fähigkeiten und einiger unglücklicher Wählerentscheidungen an der Wahlurne, als Inkarnation professioneller "SelbstausMerzung". „Wir werden durch Träume groß. Alle großen Männer sind Träumer“ , so formulierte es einst der begnadete amerikanische Politiker und Staatsmann Woodrow Wilson. Wie es scheint, hat sich der 2-Meter-Mann Friedrich Merz die Maxime des Amerikaners zu eigen gemacht. Dem Latein kundigen Bildungsbürger schießt angesichts Friedrichs Gang zu Canossa die schöne philosophische Gehässigkeit ins Bewusstsein: „Ut desint vires tamen est laudanda voluntas!“ (Wenn auch die Kräfte fehlen, dennoch ist der Wille zu loben.) Kei...