Direkt zum Hauptbereich

Anne Will, das Stelldichein der Scharlatane - Kevin Kühnert wird’s schon richten

Gestern war es wieder einmal soweit. In Anne Wills Talkrunde hat sich wieder einmal die Creme der Wahrsager, Propheten und Weltuntergangsexperten zusammengefunden, um über Co2, über Klimawandel und der herannahenden Umwelt-Katharsis zu diskutieren. Fazit: Die Polit-Show der Weltverbesserer und Panikprofis wird nicht in die Annalen der Geschichte eingehen.


Subsummiert man das Ergebnis der Talkrunde, könnte man es unter das Motto stellen: Wenn die Bürger mehr bezahlen, verbessert sich zwangsläufig das Weltklima. 

Uns bleiben noch genau 11 Jahre Zeit, so die Anmoderation unserer Anne, bis die messianische Apokalypse unseren Globus aufgrund von Treibhausgas-Emissionen und Co2-Verseuchung heimsuchen wird. Kevin Kühnert (SPD Jusochef), einer der wohl kompetentesten Visionäre unserer Zeit, vermittelte in der Sendung Gegnern wie Zuschauern, dass er der wahre Erlöser sei, der nicht nur Deutschland, sondern auch dessen Bewohner vor einer globalen Katastrophe erretten werde. Klimatisch wie wirtschaftlich, versteht sich. Zu Kevins Ehrenrettung sei hier vorab gesagt: Er ist einer der überragenden Akteure, die der eigenen Partei das Fürchten lehrt und das Parteiziel der Genossen bei der kommenden Europawahl an die Wand fährt. Das haben in seinem Alter nur wenige geschafft.

Wie seinerzeit Johannes bei der Verkündigung der biblischen Offenbarung, dass das jüngste Gericht naht, offenbarte er seine drei Thesen. Vergesellschaftung, Enteignung und Besteuerung. Dann erhob der kompetenzbefreite Engel Annalena Baerbock (Grüne) ihre Stimme, um im biblischen Bild zu bleiben, und sprach von radikalem Umbau unseres Wirtschaftssystems, freilich ohne den geringsten Vorschlag zu liefern, wie, wann, in welchem Ausmaß und in welcher Zeit ihre Phantasmagorie umgesetzt werden müssten. Es sei mir in diesem Zusammenhang anzumerken erlaubt, dass das grüne Lenchen vorher noch einige Kurse in fachlichen Weissagungen belegen müsste, um zu begreifen, wie Wirtschaftssysteme funktionieren.

Mit von der Partie der Anne Wills Fantasia-Show waren Michael Kretschmer (CDU), der Ministerpräsident von Sachsen, sowie Maja Göpel, Generalsekretärin des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung. Fehlten nur noch Astrologen, Wahrsager und Kartenleger, die mit überirdischer Weitsicht die zwingenden Maßnahmen von weiteren Abgaben, Besteuerungen, sozialem Umbau und Enteignungen untermauerten. Aber da war ja noch der bodenständige Ioannis Sakkaros, Mitarbeiter bei Porsche und Initiator der Gelbwesten-Proteste in Stuttgart, der wohl einzige in der Runde, der solide Einwürfe und machbare Ideen einbrachte.

Leider wurde er von den apokalyptischen Partei-Reitern Baerbock und Kühnert plattgebügelt. Er machte beispielsweise den Vorschlag, den bestehenden Solidaritätsbeitrag anstatt aufzulösen, ihn für ökologogische Projekte einzusetzen. Und wie viele seiner Mitbürger, traut er den Politikern nicht über den Weg, die mit diffusen und unausgegorenen Rechenmodellen für die Co2-Abgaben sicher mehr als 90% der Zuschauer in heimischen Wohnzimmern abschreckten. Kretschmer, aufrechter Verteidiger der sozialen Marktwirtschaft, hatte außer an Baerbocks Verwendung des Begriffs "radikal" herumzumäkeln, nichts Wesentliches beizutragen.  

Je heftiger die Kontrahenten übereinander herfielen, desto mehr verdichtete sich bei mir der Eindruck, von Pendel-Gurus, rumänischen Hütchenspielern und Tarot-Mystikern umgeben zu sein, die es auf den Geldbeutel der Bürger abgesehen haben. Auch Baerböckchen kam mit einer sympathischen Idee um die Ecke. „Würden Verbraucher statt SUV’s sich kleinere Autos anschaffen, werde die Industrie nachziehen.“ Donnerwetter, das sollte sie mal ihren gut situierten Grün-Wählern in München-Bogenhausen nahebringen. Da käme Freude auf, nicht nur, weil der Verzicht auf allradgetriebene Profilierungskarren die Luft in Stuttgart, sondern auch in Peking auf einen Schlag besser macht.

Machen wir es kurz. Kevin, der Westentaschenkommunist argumentierte mit der überragenden Feststellung auf: "Marktmechanismen produzieren Gewinner und Verlierer und die möchte ich an dieser Stelle einfach nicht haben." Dass BMW und Zigtausende Arbeitnehmer bei einer Vergesellschaftung Verlierer wären, kommt ihm dabei gar nicht in den Sinn. Und wenn Wohnungsvermieter enteignet würden, darf man davon ausgehen, dass sich ein Eigentümer kaum als Gewinner sähe. Nun ja, Kühnertsche Geistesblitze dürfen wir getrost in die Kategorie "sozialistische Halluzinationen" einordnen.

Zusammenfassend darf man mit Fug und Recht behaupten, dass kein beteiligter Diskutant über kompetentes und überzeugendes Wissen verfügte, um ernsthafte Prognosen über Art, Umfang, Auswirkung und Konsequenzen einer echten Klimaveränderung abgeben könnte. Nicht einmal im Entferntesten. Die Kombattanten bewegen sich, wie in der Politik üblich, auf der Ebene der Vermutung, Annahme und Meinung - auf Konjunktiven wie: wir könnten, sollten, müssten und das meist mit der Verknüpfung eigener  Willensbekundungen, die sich anhören, als sei bereits alles in trockenen Tüchern. Auf dieser Basis werden Szenarien entwickelt, um Wähler zu generieren, Karrieren zu festigen, eigene Profilneurosen zu bedienen.  

Doch eine Meinung ist nichts weiter als eine Ansichtssache...! Die Vermutung, dass man mit seiner Auffassung möglicherweise recht haben könnte, hat dennoch nichts mit Gewissheit zu tun. Der bloße Verdacht, man könne mit seiner Behauptung richtigliegen und deshalb Thesen verteidigt, nennt man subjektive Wahrnehmung und nicht etwa objektive Tatsache.

Was sich hinsichtlich den Duft der weiten Welt auf unseren Ozeanen durch Schweröl angetriebenen Großtankern abspielt, von amerikanischen, russischen asiatischen Kraftwerken und auch europäischen Kraftwerken emittiert wird, die 98% der Luftverschmutzung produzieren, wird natürlich kein Wort gesprochen. Wie schön, dass für Künert, Baerbock und Konsorten der biologische Kreislauf genau an Deutschlands Grenzen endet und sie uns mit ihren Weissagungen die Insel der Glückseligkeit erschaffen können.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wer ist der große Energie-Gatsby? Was steckt hinter dem 3-Euro-Dieselpreis?

Immer mehr Autofahrer bezweifeln, dass es an den Tankstellen mit rechten Dingen zugeht, ja, nicht zugehen kann, erinnert sich das mobile Volk noch zu genau an die vergangenen Corona-Zeiten, als man von Merkel, Spahn, Lauterbach und Konsorten mit täglichen Seuchenwarnungen und Corona-Inzidenz-Märchen in Schach gehalten wurde.  Jetzt erfolgt wohl der zweite Anlauf. Wie es scheint, ist die Politik mit uns noch nicht ganz fertig! Das jedenfalls werden sich Millionen Bürger denken, zumal sich unsere gewählten Politiker in den letzten Jahren redlich und erfolgreich bemüht haben, ihre Glaubwürdigkeit vollkommen zu verspielen. Eines ist klar: Bei dauerhaften 3 Euro für einen Liter Dieselkraftstoff wird Deutschland endgültig zum Dritte-Welt-Land. Wir erinnern uns: Mit Maskenzwang, Abstandsregeln, Versammlungs- und Feierverboten bis hin zu "bundesweiten Hausarresten" (Lockdown) legten vor 4 Jahren unsere Regierungspolitiker nicht nur die Republik lahm, sie beraubten die Bürger auc...

Ein Ruck muss durchs Land gehen – Friedrich Merz macht ernst!

„Diejenigen, die arbeiten, die fleißig sind, die sogar vielleicht bereit sind, ein bisschen mehr zu tun, für die wird am Ende des Monats auch etwas mehr übrigbleiben.“ Das waren die Ostereier, die “Worthülsen-Fritz“ den Bürgern ins Nest gelegt hat. Während sich aufgrund der grassierenden Pleitewelle  mehr und mehr Bürger fragen, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben, die Energie- und Spritpreise durch die Decke gehen, die CO2-Abgaben demnächst explodieren und damit zehntausende Existenzen vernichtet werden, möchte Merz, dass am Monatsende für Fleißige mehr rausspringt. Etwa mit Entlastungen oder Steuersenkungen? So weit käme es noch. Jetzt heißt es: „Ärmel hochkrempeln.“  Schon unser ehemaliger Bundespräsident Roman Herzog sagte einst: Es muss ein Ruck durch Land gehen. Fritz hat diesen Apell von damals aufgegriffen und ihn mit allerlei  Ankündigungen und Versprechungen verknüpft. Friedrich Merz hat überdies mehrfach den Aufschwung angekündigt und nun soll er wahr...

Wir haben ihn gewählt – jetzt müssen wir ihn ertragen!

... Oder sollte ich sagen: Wir haben ihn nicht gewählt und dennoch haben wir ihn am Hals? Kaum anzunehmen, dass Paul Mustermann, 52 Jahre alt, subalterner Cheflagerist bei Müller & Co, nicht besonders helle im Oberstübchen, aber mit einer großen Klappe gesegnet und daher bei seinen Kumpels in der Firma beliebt, dass man ausgerechnet ihn in die Führungsspitze als Vorstandsvorsitzender eines deutschen Autokonzerns berufen würde. Iris, Mathilde und Rosi, Sachbearbeiterinnen bei Müller & Co allerdings lieben „ihren“ Paul, weil er mit seinen 1,95 etwas hermacht, immer einen guten Spruch auf Lager hat, stets Erwartungsfreude vermittelt und bei Betriebsversammlungen gerne das große Wort führt, was auch einige "helle" Mitarbeiter am Band und in den Büros beeindruckt. Was also lag näher, dass Iris, Mathilde, Rosi und einige andere den unbelehrbaren aber unverdrossenen Pausenclown bei den Wahlen zum Betriebsratsvorsitzenden gekürt und ihn gar zum Chef ernannt haben, auch wen...