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Washington, Selenskyj und die Gouvernante – wenn das mal nicht ins Auge geht.

Die Schützenhilfe der halben europäischen Führungselite für Wolodymyr hat, wenn man den Besuch in Washington mit angemessen realistischem Abstand betrachtet, etwas Putziges. Man fühlt sich in den Kindergarten früherer Tage versetzt, in dem Donald, der Wrestler, den kleinen Ukrainer im Oval Office vermöbeln wird, sollte er sich weiterhin renitent geben und seinem Widersacher aus Russland die Stirn bieten.

Nun soll die "leidige Angelegenheit" in Washington, in der Höhle des Löwen entschieden werden, auch weil Donald partout keine Waffen für "lau" herausrücken will und absolut keine Lust mehr auf die großspurigen Schwätzer der EU hat. Schlotternd vor Angst hat Wolodymyr zur motivatorischen Unterstützung all seine Kumpels mitgebracht. Fritz, Emmanuelle, Keir, Mark, Petteri und Giorgia. Sogar die Gouvernante Uschi aus Brüssel hält ihm das Händchen und will ihm alle Daumen drücken, während der Ukrainer Donalds knallharte Tagesbefehle über sich ergehen lassen muss.  

Ich wills mal so sagen: Vielleicht hat der ukrainische Rotzlöffel Glück und kann nach der beängstigenden Begegnung mit dem Preiscatcher Donald im aufrechten Gang das Weiße Haus verlassen und ist noch im Besitz der meisten seiner Zähne. Sehen wir den Dingen doch offen ins Auge. Seine Kumpels aus Frankreich, Deutschland, England, Finnland, Italien und dem Nato-Hauptquartier wollen den Ukrainer von draußen zwar anfeuern, auch wenn er sich den ersten Tiefschlag in die Magengrube einfängt. Sie bleiben jedoch vorsorglich in sicherer Entfernung draußen im Vorgarten, haben aber versprochen, dem kleinen Schnorrer von der Wiese aus mit lautstarken  Beistandserklärungen aufmunternden Rückhalt zu geben.

So gesehen ringt einem die „Koalition der Willigen“, die sich im Übrigen selbst nach Washington eingeladen hat, um Wolodymyr mentalen Beistand zu leisten, ein amüsiertes Schmunzeln ab. Mit vereinigten Kräften wollen sie wenigstens verbal verhindern, dass Donald nicht allzu ruppig mit dem Ukrainer verfährt, sollte er sich als störrisch erweisen und sich weigern, Donald und dem russischen Potentaten zu Willen zu sein. Natürlich weiß die „europäische Fangruppe“ nur zu genau, dass Wolodymyr trotzdem keine Ruhe geben wird und nach Geld, Waffen und Soldaten verlangt, um Donalds besten Freund in Russland das Fürchten zu lehren. Aber wir dürfen sicher sein, dass daraus nichts wird.

Und während aus dem deutschen „Off“ in Berlin kriegsgeifernde Appelle nach verstärkter Waffenlieferung für den „Kleinen“ ertönen und der Bundeskanzler sich den Wünschen des Ukrainers beugen will, kratzen die Haushälter unserer Regierung die letzten Steuerkröten zusammen, um in den USA mit Milliardensummen hübsche Vernichtungswaffen für den Profi-Schnorrer zu kaufen. Es gilt das hehre Ziel, einen deftigen Keil zwischen Trump, Putin und etwaigen Friedensverhandlungen zu treiben. „Wir stehen euch bei, und koste es den letzten Ukrainer“, so die Parole deutscher Kriegsfetischisten. 

„Wir werden alles tun, damit unsere vernichtende Kriegspropaganda auch in Erfüllung geht“, so der Tenor hierzulande, um sich einerseits selbst nicht Lügen zu strafen, andererseits alles zu tun, damit die Bürger den Glauben an ihre gewählten Politiker nicht vollständig verlieren. „Der Sanktionsdruck auf Russland müsse drastisch erhöht werden“, schallt es vielstimmig im Vorgarten des Weißen Hauses. Die EU-Kommission bereitet derzeit ein 19. Paket mit Strafmaßnahmen vor. Es sind sozusagen die letzten Drohgebärden wichtigtuerischer Politgnome, die den US-Präsidenten umstimmen sollen, dass er sich der armseligen Kindergartengruppe aus England, Frankreich und Deutschland anschließen und den russischen Machthaber in die Schranken verweisen möge.   

Seien wir mal ehrlich: Neunzehn Sanktionspakete gegen Putin und der "Aggressor Russland" liegt immer noch nicht am Boden? Das ist so, als wenn ein Schwergewichtsboxer im Ring von einem Schmächtling 19 Mal hintereinander mit dessen kleinen Fäustchen drangsaliert, beschimpft und angegiftet würde. Irgendwann nervt es den 100-Kilo-Mann, weil er endlich Feierabend machen will, holt aus und schlägt zu. Da bleibt doch kein Auge trocken, auch dann nicht, wenn die Freunde am Ring stehen und den armen Wicht mit Durchhalteparolen frenetisch anfeuern, oder ...? Ich vermute, ab dem 20. Sanktionspaket verprügeln sich die europäischen Protagonisten selbst, um sich danach heimlich die Wunden zu lecken.

Nun ja, welcher deutsche Politiker will schon gerne zugeben, dass er maßgeblich am drohenden Staatsbankrott beteiligt war. Hauptsache, die wir haben die Ukraine gerettet und dürfen den Wiederaufbau finanzieren. Wäre ich zynisch, würde ich es so formulieren: Unsere Waffenlieferungen und Milliardengeschenke an die Ukraine dienten einem guten Zweck, auch wenn dort hinterher kein Stein mehr auf dem anderen stehen sollte. 

Ich sehe sie allesamt vor meinem geistigen Auge, wie die „unerwünschten Besucher“ aus der EU in irgendeinem Washingtoner Nobelhotel stundenlang im Foyer beisammensitzen, debattieren, beratschlagen, bangen und darauf hoffen, dass Donald großmütig ein Stündchen für sie erübrigt, um ihnen das Ergebnis seines Urteils über Selenskyj und seine Entscheidungen mitzuteilen. Gut möglich, dass Trump einen subalternen Beamten ins Hotel schickt, um den "Amigos" aus Europa einige betrübliche Nachrichten zu übermitteln. Möglich aber auch, dass die "Herrschaften", wie auf dem Arbeitsamt, im Weißen Haus Nümmerchen ziehen und dann nacheinander bei Donald vorgelassen und von ihm abgefertigt werden.  

Ganz gleich, wie die Sache auch immer ausgehen wird, die deutschen Bürger dürfen sich darauf einstellen, dass sie ganz nach dem Vorbild Machiavellis von unseren Regierungseliten nur Erfolgsnachrichten, Selbstbeweihräucherungen und Siegerposen zu sehen und zu hören bekommen. Die deutsche Presse wird den Erfolg von Friedrich Merz als den großen Macher feiern, selbst wenn er sich bei Donald eine "Abreibung" abgeholt hat. Abschließend ein Hochglanzfoto mit blutiger Nase, Deutschland ist stolz, was will man mehr. Noblesse oblige!

Das tatsächliche Ergebnis des Rapports von Selenskyj im Weißen Haus und der anschließenden Pressekonferenz mit der Gouvernante Uschi und der Regierungsentourage aus Europa dürfte lauten: Wolodymyr hat im Einvernehmen mit den europäischen Regierungschefs große Teile der Ukraine an Russland abgegeben und sich auf die Heimreise begeben. Dort wird er seine Bürger über seinen großen Sieg über Russland unterrichten. Inoffiziell lautet die Vereinbarung: Die USA und Russland teilen sich die Bodenschätze in der Ukraine, Deutschland stellt die Soldaten und Geld zur Sicherung des Waffenstillstands und die Steuerzahler in Deutschland zahlen die Rechnung.

Fragt sich nur noch: Welches Land gewährt dem kleinen Ukrainer Asyl, damit er von seiner eigenen Bevölkerung nicht füsiliert wird.

                                       

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