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Die Motive des Wahl-Desasters – oder was hat Thüringen mit den Nazis zu tun?

Der Polit-Tsunami in Deutschland hat sich allmählich gelegt. Die moralisch höher stehenden Parteien haben inzwischen ihre Handlungsweisen mithilfe eines Feindbildes in ethisch einwandfreie Argumente verwandelt, die sie dem Bürger nun in semantisch unbedenklichen Floskeln zum Fraß vorwerfen, damit er sie glauben möge.  


Allerdings ist noch nicht klar, wer das lupenreinere Anrecht auf eine unübertreffliche Moral für sich in Anspruch nehmen kann. Da bedarf es noch allerhand Formulierungsarbeit in den Parteizentralen, bis eine optimale Begründung für die Richtigkeit des politischen Handelns in Thüringen gefunden wird. Wir wissen es doch alle, wie ein Hund riecht, der sich mit größter Wollust in einem alten Kadaver gewälzt hat. Da reicht ein einziges Duschbad nicht aus, wenn man den haarigen Drecksack wieder auf seine Couch lassen will.

Doch so einfach ist die Sache nicht, denn es flackern an allen Ecken und Enden noch politische Glutnester, die von generischen Parteimitgliedern mit Häme und Schadenfreude immer wieder befeuert werden. Schamlose Zeitgeist-Surver treiben zum Nachteil ihrer Wähler ein böses Spiel. Ob nun unsere absolutistische Angela, ob Lusche-Laschet oder unser Bayern-Söder, sie alle sind erleichtert, dass sich nun auch Annegret Unaussprechlich aus dem Saarland ohne großes Tamtam aus dem Kampfgetümmel zurückzieht.

Als Beobachter von außen fragt man sich allen Ernstes, was die Profi-Chaoten in Thüringen da eigentlich abgezogen haben. Dann was sie hinterlassen, ist nicht nur ein totalitäres Trümmerfeld hinsichtlich Verlässlichkeit, Integrität und Vertrauen in die Arbeit von gewählten Politikern, sondern auch ein Beweis für die maximale Scheinheiligkeit bei dem Bewältigungsversuch, den eigenen Zielen hehren Glanz zu verleihen. In den derzeitigen Debatten wird ein moralischer Filter über faktische Wirklichkeiten gelegt, um zu vermeiden, das Kind bei seinem richtigen Namen zu nennen.

Es geht um die Macht der „Unberührbaren“, die man, wenn nicht mit demokratischen Mitteln, dann eben „per Order di Mufti“ als Volkspest kennzeichnet und deshalb ausmerzen muss. Völlig einerlei, wie das erreicht werden kann. Dass man mit den Linken nicht paktieren zw. koalieren will, kann man mit einer gewissen Konzilianz ja noch verstehen und auch nachvollziehen. Mit einer ehemaligen SED-Partei mit fragwürdigen Mitgliedern kann ein überzeugter Christdemokrat nicht viel anfangen. Dieser Logik folgend könnte man natürlich ebenso wenig mit einer Kanzlerin anfangen, deren Genese mindestens fragwürdig ist. Aber nun haben wir sie halt, wie unsere Sozialgäste aus dem fernen Süden.

Aber eine Kanzlerin, die ein Entstehen der AfD erst möglich machte und deren Erstarken durch einsame Alleinentscheidungen an den deutschen Grenzen ohne es zu Wollen gefördert hat, wirft auch die Frage auf: War ihre Wahl ins Kanzleramt nicht auch ein schwer wiegender historischer Fehler, den man nicht  wieder gutmachen kann? Sie hat in kaum zu übertreffender Selbsherrlichkeit an einem Tag beschlossen, die Grenzen für Migranten, Flüchtlinge, potentielle Verbrecher und Attentäter zu öffnen. Das hat in Deutschland etwas verursacht, was über Jahrzehnte Nachwirkungen haben wird.

Doch wo liegt das versteckte Motiv des thüringischen Polit-Theaters. Es ist die Angst vor der Weltöffentlichkeit, die glauben könnte, eine CDU und eine FDP würde mithilfe von Faschisten, Nazis und braunem Gesocks an die Macht kommen und mit ihnen ins Fahrwasser des dritten Reiches und der Judenmörder geraten. Höcke ist in den Augen der gegnerischen Parteien geradezu die personifizierte Unperson. Mit Recht. Er ist der Fleisch gewordene Vertreter der Nationalsozialisten, den man gerne in einem Atemzug mit dem Holocaust und den KZ-Lagern nennt. Ihn aus der Partei hielte ich für eine erfolgsversprechende Idee.

Natürlich ist dieser Mann unwählbar. Aber letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er sich damit antut, und das mit allen Konsequenzen. Aber welchen Maßstab müssen wir bei Parteivertretern wie den Autobahn-Guru Andreas Scheuer oder bei unserer Fregatten-Uschi von der Leyen anlegen? Wird mit ihnen eine Partei auch unwählbar? Was ist mit einigen wichtigen Grünen-Vertreter, die sich als Kinderschänder entpuppt haben, oder Politiker, wie SPD-Edathy, auf dessen Rechner man Kinderpornos entdeckte?

Die nahezu zwanghaft-hysterische Stilisierung der AfD und ihre Zuweisung in eine braune Kategorie, die man in Berlin wie die Monstranz der Erblast vor sich herträgt, ist in Wahrheit die ausschlaggebende Triebfeder gewesen, sich als einzig mögliche moralische Instanz zu profilieren. Niemals wieder darf sich das Naziregime wiederholen. Ja, ich gebe jenen Recht, die diese Forderung laut und deutlich formulieren. Allerdings verurteile ich genau jenen Personenkreis, die sich mit undemokratischen und auch unmoralischen Mitteln den Nimbus als einzig Wählbare verleihen. Das ist einfach nur zum Kotzen.

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