Direkt zum Hauptbereich

Greta, Klima, Corona und Rassismus – Trendhopping bei der SPD

In der Tat, man muss heutzutage verdammt schnell und biegsam sein, um das Wahlvolk nicht aus den eigenen Fängen zu verlieren. Ehe man sich versieht, wird man von einem neuen Hype überrollt, der einer Partei massive Stimmenverluste bescheren kann, sollte man nicht rechtzeitig auf den publikumswirksamen Zug aufspringen.



Nach Diesel, Greta, Klima und Corona schwappt nun die in Amerika ausgelöste Rassismus-Welle wie ein Tsunami über Europa hinweg. Was scheren uns virale Todesdrohungen, klimatisch bedingte Weltuntergänge, nobelpreisverdächtige Autisten oder Abgasschwaden in unseren Städten, wenn ein geradezu „filmreifer“ Mord an George Floyd das ideale Alibi für neue Bürgerbewegungen auf deutschen Straßen liefert. Mich wundert das nicht´. Der Mensch braucht etwas „Sicht- und Erlebbares“, nicht so etwas Dubioses wie Corona, das sich klammheimlich verbreitet und kein Schwein so richtig bemerkt. Der Mensch braucht auch keine Greta, die weltweit jeden Bürger der finalen Vernichtung des Globus bezichtigt und wir durch unser Konsumverhalten sämtliche Eisbären ausrotten.

Und noch weniger können wir Diskussionen über Deutschlands liebstes Kind, das Auto, gebrauchen, zumal uns das Statussymbol, mit dem wir uns identifizieren, ein für alle Mal vermiest wird. Plötzlich sollen wir uns eine Karre zulegen, die man einst in Kindertagen wie eine elektrische Eisenbahn an die Steckdose hängen sollen. Und nachdem Corona die Weltbevölkerung und insbesondere Deutsche um ein Haar ausgerottet hätte, erfuhren wir gerade noch rechtzeitig von dem brutalen Polizisten in Minneapolis, der ohne Not und ohne richterliches Urteil einen Schwarzen umbrachte. Nein! Heute gibt's Rassismus! Endlich lohnt es sich wieder, bunte Pappschilder in die Höhe zu halten, um Russland, die Chinesen und Amerika, die Politiker, die Polizei, die Grünen, die Roten, die Antifa, die Rechtsextremen und Frau Müller von nebenan  zu verdammen.

Drei Worte aus dem Mund eines Sterbenden, der 16 Mal mit dem Satz "I can’t breathe" um sein Leben flehte, war offenkundig der Zünder für einen Flächenbrand. Es ist müßig, die Frage zu stellen, weshalb der Tod von Floyd so viele Menschen in Deutschland bewegt und Massenaufläufe provoziert. Während sich in Münster, sozusagen vor unserer Haustür, gerade ekelerregende Abgründe von Kindesmissbräuchen auftun, die angesichts der Dimension jeden einzelnen Bürger bis ins Mark erschüttern müsste, glauben die roten Genossen, Demonstrationen mit dem Hinweis auf unser Grundrecht freudig bejubeln zu müssen. 

Auffallenderweise hatten sich Tausende farbige Bürger unter hellhäutige Demonstranten gemischt, deren Hauptanliegen darin lag, in der grölenden Menge von weißen Rassisten endlich wieder einmal erfolgreich unterdrückt und diffamiert zu werden. Sie schwenkten massenhaft Pappschilder, auf denen in großen Lettern der Rassismus in Deutschland angeprangert wurde. In so manch dunkelhäutigen Gesicht stand die schiere Angst geschrieben, jeden Augenblick abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden, besonders, wenn Pressevertreter oder Kameraleute in der Nähe standen.

Aber auch professionelle rechte Krawallmacher und Mitglieder der Antifa suchten freudvolle Erfolgserlebnisse, indem sie sich lautstark provozierend unter die Demonstranten mischten. Kaum brüllte einer der dunkelhäutigen Unterdrückten einem vermummten Teilnehmer ins Ohr "Scheiß-Rassist", reagiert der so Geschmähte - emotional zutiefst getroffen -, mit einer gezielten Beleidigung, häufig auch prophylaktisch, bevor die erwartete Kränkung überhaupt ausgesprochen wurde. Und schon hatte man ein attraktives Beispiel eines vorauszusehenden Fremdenhasses, der von der Presse dankbar aufgenommen wurde. 

Warum also strömen ausgerechnet jetzt Zehntausende auf die Straße, um gegen Rassendiskriminierung zu demonstrieren? Man könnte glauben, es sei gerade Winterschlussverkauf bei Karstadt. Dem COVID-Tode geweiht, fluteten Zehntausende die Plätze, lagen sich in maximaler Solidarisierung in den Armen und trotzten nicht nur gemeinschaftlich dem Virus, sondern auch dem Verstand. Nun ja, bei Letzterem hätte man ohnehin vergeblich gesucht. Immerhin brauchte man nicht nur Mut, wenn man sein Anliegen öffentlich machen wollte. Da hieß die Devise: Notfalls muss man auch ein Opfer bringen, selbst wenn der eine oder andere Mitläufer hinterher intubiert werden muss.

Selbst die allseits unbeliebte SPD-Chefin Saskia Esken hat die Zeichen der Zeit erkannt und sofort die rassistische Polizeigewalt in Deutschland als Thema stilisiert, wohl wissend, dass sich amerikanische Verhältnisse nicht auf Europa, geschweige denn auf Deutschland übertragen lassen. Wir haben keine Polizeigewalt in Deutschland, wir haben Gewalt gegen die Polizei. Ich fürchte nur, die zugegebenermaßen "komplexe Botschaft" überfordert die SPD-Parteivorsitzende.

Wie schizoid politische und gesellschaftliche Bewertungen und die sich anschließenden Reaktionen mancher Vorfälle ausfallen, kann man am pervertierten Verhalten der Genossin Esken und ihren reflexartigen Statements ablesen. Mit der Mundstellung Herbert Wehners und dem Habitus einer unbefriedigten Hausfrau haut sie ohne Maß und Hirn die gesamte Polizei in die Pfanne. Deutsche Polizisten seien latent rassistisch. Nun ja, vermutlich hat diese Dame etwas Falsches gegessen.

Man kann nicht bestreiten, dass es hierzulande rassistische Mitbürger gibt und manche Zuwanderer aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminieren oder hasserfüllt verfolgen, zumindest aber begegnet man vielen mit Vorbehalt und Misstrauen. Stets aber reagieren Menschen auch auf Benehmen, Verhalten, Habitus und Umgang, reagieren oft auch aus Angst, Vorsicht und Erfahrungen abweisend. Und auch zugegeben, nur allzu leicht werden Zurückhaltung, Angst oder Misstrauen als Rassismus, mindestens aber als Ablehnung oder Zurückweisung begriffen. Für mich daher kein Grund, gleich Rassist zu brüllen und im TV lautstark zu behaupten, Deutschland habe ein Problem.

Insofern bedingen die genannten Faktoren auch Reaktionen, oft unangemessen, übertrieben bis zum körperlichen Übergriff. Offen gestanden ist mir der freundliche türkische Schuhmacher an der Ecke lieber, als der ruppige Bäcker von nebenan, der immerzu lächelnde irakische Mitarbeiter bei REWE angenehmer, als die schnippische Fleischereifachverkäuferin an der Theke und mein Nachbar aus Nigeria sympathischer als der selbsternannte Blockwart von gegenüber, der hinter geschlossenen Gardinen jedem auflauert, der gegen eine Regel verstoßen könnte. Und genau jene Haltung gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe vermute ich bei der Mehrheit der Deutschen.

„Black Lives Matter“ ist ganz sicher in den Vereinigten Staaten ein berechtigter Hilferuf, zumal der strukturelle Rassismus sich in dem Land nicht nur seit Jahrzehnten etabliert hat, sondern auch in der historischen Betrachtung – angefangen mit dem Sklavenhandel -, tief verwurzelt ist. Angesichts dieser Tatsachen auf eine Rassismuswelle gleich einem Sport begeisterten Surver aufzuspringen, weil sich plötzlich eine Bewegung in Gang setzt, und sich damit der "neue Trend" in Beliebtheits- und Wahlerfolge ummünzen lassen, kann ärmlicher nicht sein. Wenn Eskens auf diese Weise den Applaus verlorener Wähler zurückgewinnen will, und mit ihrer  kollektiven Rassismus-Bezichtigung gleich die gesamte Polizei in Frage stellt, agiert sie erbärmlich und unverantwortlich.

Und wie Kai aus der Kiste, werden in den Medien die Ermordung des Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübke, Hanau, Berlin, Halle oder Chemnitz wie zum Beweis für rassistische Gewalt wiedergekäut, als hätte Deutschland exakt die gleichen Probleme in mindestens ähnlicher Größenordnung. Wieder einmal  lassen sich Medien und Politiker dazu hinreißen, Bürgern einen rassistischen Eintopf unter die Nase reiben, bei dem sie nicht ansatzweise bereit oder fähig sind, die Zutaten in der selbst angerührten Suppe offenzulegen.

Im Übrigen haben wir in Europa eine völlig andere Genese als in den USA. Das kann jeder an unserer verfehlten "Willkommenskultur" ablesen, die zu erheblichen Problemen innerhalb der Bevölkerung geführt hat. Die Kriminalität ist sprunghaft angestiegen, Gäste missbrauchen die Gastfreundschaft in teilweise unerträglicher Art und Weise, und sogenannte Humanitätsschlepper" verschärfen den Unfrieden in unserer Gesellschaft. Doch all das hat absolut nichts mit den Rassendiskriminierungen oder Polizeigewalt in den USA zu tun. Der ungetrübte Blick auf das eigene Land tut Not.

„Schmuddelthemen“ wie in Münster oder Lügde sind bestenfalls ein verabscheuungswürdiger Aufreger, der kollektiv empört zur Kenntnis genommen wird. Doch die nahezu epidemischen Ausmaße von Kindesmisbrauch hat aber bislang nicht einen Jugendlichen, nicht einen einzigen Erwachsenen und schon gar nicht Politiker auf die Straße getrieben. Nein, es geht nicht darum, ein Verbrechen mit dem anderen aufzuwiegen, es geht vielmehr darum, dass sich Profiteure, Politiker und Medien vor einen Wagen spannen lassen, der jede Relation obsolet und den objektiven Blick auf eigene Missstände unmöglich machen. 

Ach, wie schön ist doch die Welt für so einige Veranstalter, Politiker oder Trittbrettfahrer, politisches und finanzielles Kapital aus seinen Überzeugungen zu schlagen. Hauptsache, man bekommt die Massen auf die Straßen und das Happening war schön bunt und medial wirksam.  





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Panda-Apotheke in Bielefeld – Rechtsradikale dürfen hier nicht rein!

Elisabeth Kutter, Apothekerin in Bielefeld, mit hohem Sendungsbewusstsein, "exklusivem Demokratieverständnis" und klarer politischer Positionierung machte mit einer Netzwerk-Video-Botschaft in „X“ und „Facebook“ ihrer Kundschaft deutlich, wem sie ihre medizinische Fürsorge freudig zuteilwerden lassen will und wem nicht. Nun ist die Panda-Apotheke deutschlandweit in aller Munde. "AfD-Wähler mögen ihr Geschäft bitte meiden. Sie wolle mit diesen Menschen nichts zu tun haben", ließ sie die Internetgemeinde wissen. Zwar würde sie auch dem Kunden mit der falschen politischen Gesinnung Insulin, Abführmittel oder Hustensaft verkaufen, aber sie würde ihn trotzdem nicht mögen. Nichtsdestoweniger bleibt die öffentliche Ausladung politisch missliebiger Kunden. Der Shitstorm in den Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten. Nun beklagt sich diese Frau Kutter und es geschieht genau das, was zu erwarten war. Eine klassische Schuldumkehr. J etzt sind es Netz-User, Kritiker, emp...

Terroranschlag auf Nord-Stream, - Deutschland hat der Ukraine den Terroranschlag verziehen.

Als Reaktion auf Fragen von Journalisten zum Beginn des Gerichtsprozesses gegen den Ukrainer Sergij Kusnezow erklärte Friedrich Merz: „Ich sehe keinen Sinn darin, da das deutsche Volk der Ukraine die Sabotageakte an de Nord Stream-Pipeline verziehen habe.“ Da bleibt einem buchstäblich die Spucke weg! Friedrich Merz erteilt im Namen der gesamten deutschen Bevölkerung Selenskyj und seiner Terrorbande für den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipeline -, der „Lebensader“ zur Energieversorgung der heimischen Industrie und der Bürger - die Absolution jedes einzelnen Bürgers in Deutschland. In seiner ihm eigenen Selbstherrlichkeit führte er vor Journalisten weiter aus: „Ich spreche nicht von einem Mangel an Fakten zur Beteiligung der Ukraine an den Vorfällen. Die gibt es“, so Fritz, der Allmächtige. „Ich spreche von der Zweckmäßigkeit des Prozesses selbst. Das deutsche Volk hat der Ukraine verziehen. Ich kann das im Namen jedes Deutschen erklären. Dieser Prozess hat keinen Sinn, keine Notwen...

Happy Birthday, Dear Mr. President – Trumps Geburtstagsgeschenk an Putin - verheerend für unseren Fritz.

Nun ja, um ein Missverständnis zu vermeiden, muss ich meine Headline ein wenig präzisieren. Trumps "warmherziges Geschenk" an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen 74.sten, verbunden mit den herzlichsten Grüßen aus dem Weißen Haus, ist für den alten russischen Haudegen ein Segen, für die EU-Vasallen dagegen ein hundsgemeiner Tiefschlag. Es handelt sich in Wahrheit um ein geradezu sardonisches Signal aus den USA in die Richtung der „Weltvereinigung engagierter Sanktionsfetischisten.“ Der in der westlichen Welt „geächtete“ Wladimir, den unsere ehemalige „Außen-Legasthenikerin“ Annalena einst verhaften lassen und unser heutiger bedeutungsarmer „What-a-Fool“ diesen verfluchten Russen mit martialischem Kampf-Geschwurbel in die Knie zwingen wollte, wurde gestern von Donald Trump -, nennen wir es:, - einem präsidialen Reinwaschungs- und Rehabilitierungs-Ritual unterzogen. Ab sofort ist Wladimir Wladimirowitsch Putin wieder international salonfähig. Zum Entsetzen deu...