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SPD: Die Zeit des Feierns ist vorbei - hoch lebe der deutsche Absolutismus

Schluss mit lustig, die Zeit des Feierns ist vorbei, mit diesem Wortlaut hat Berlins Gesundheitssenatorin und Genossin Dilek Kalayci jeglichem gesellschaftlichen Leben den Kampf angesagt. "Jetzt ist einfach Abstand angesagt. Die Winterzeit ist eine sehr gefährliche Zeit." Welch eine autoritäre Kampfansage.

 


Das klingt so, als müssten wir mitten in Berlin jederzeit mit arabischen Maschinengewehrsalven, Bombenanschlägen und Häuserkämpfen rechnen, sollten wir uns aus dem Haus wagen. Ich sehe es kommen, unser Heimatschutz wird demnächst Schützengräben ausheben, damit das Virus, sollte es im Tiefflug unsere Großstädte angreifen, wirkungslos über uns hinwegrauscht. Überhaupt, Viren in Deutschland zählen zu den Heimtückischsten in der Welt, zumal sie ab 22 Uhr über angeheiterte und daher wehrlose Passanten herfallen. Bislang haben diese gemeinen Biester unsere Politiker weitgehend verschont, die sich ihnen immer dann mutig und ohne Masken entgegengeworfen haben, wenn Kameras ausgeschaltet und Journalisten wieder in ihren Autos saßen.

Immerhin, nicht nur der französische Präsident Emmanuel Macron hat öffentlich verkündet, wir befänden uns in einem Krieg gegen Covid, auch unsere Politiker benutzen ein Vokabular aus der militärischen Semantik. Schließlich soll der Bürger begreifen, dass er permanent der Todesgefahr ausgesetzt ist. Überhaupt hat sich in der politischen Rhetorik ein Sprachstil etabliert, der eher an Absolutismus, Despotie und Willkürherrschaft erinnert, als an ein demokratisches System. Doch die Obrigkeitshörigkeit scheint den Deutschen nicht nur in die Wiege gelegt zu sein, der Fleisch gewordene "Bückling" fühlt sich wohl dabei, wenn von oben etwas angeordnet wird, obwohl er nicht so genau weiß, wozu das Ganze gut sein soll. Aber das ist ja auch egal.

Nun ja, jetzt stehen wir stramm angesichts der klaren, politischen Ansagen. Beherbergungsverbot, Alkoholverbot, Sperrstunden, Maskenpflicht, Verbot von Familienfeiern, Großhochzeiten und Partys. Damit nicht genug. Einreiseverbot nach Meckpom, Versammlungsverbot auf freien Plätzen, Meldepflicht in Gesundheitsämtern und Abstandsgebote. Die politische Disziplinierung hat Hochkonjunktur. Wie beglückend, dass jeder Landesfürst für seine Bürger entscheiden darf, was für ihn nützlich und gut ist. Es werden die fadenscheinigsten Begründungen für Einschränkungen bemüht, deren Sinn sich nicht einmal mit größtem Wohlwollen erschließt. Die hiob'sche Heimsuchung oder die sieben Plagen der Apokalypse waren im Vergleich zu Covid 19 eher ein aufgewärmter Eierkuchen, will man unseren Top-Virologen Glauben schenken.  

Dem desorientierten Bürger wird gar die Quarantäne angedroht, wenn er für den dementen Opa in Charlottenburg den Einkauf erledigen und die Lebensmittel im Wohnhaus in Berlin-Neukölln abgegeben will. Der Umgang unserer Politiker mit älteren Herrschaften in ihren Residenzen und Pflegeheimen kommt einer staatlich angeordneten Entmündigung gleich. Und denen steht, - weiß Gott -, nicht der Sinn nach Party, Ringelpiez und Alkohol-Exzessen. 

Ich will gar nicht davon reden, dass in Gotteshäusern nicht gesungen werden darf, auch gesellschaftlich wichtige Veranstaltungen jeglicher Art wurden „per Order Mufti“ eingestellt. In Kitas und Schulen sollen die „Kleinen“ sogar im Freien Masken tragen, wenngleich Bordells in Düsseldorf und Köln ihren Betrieb aufrechterhalten dürfen und Dienstleistungen im Nahkampf erlaubt sind. Freilich nur im Ganzkörperkondom. 

Sollte ein Angehöriger die Fürsorgepflicht gegenüber seinen Verwandten einstellen, erspart er sich allerdings die Einzelhaft. Als Belohnung erwartet ihn ein Zuckerchen. Er darf zum Ausgleich seinen Urlaub in Bottrop oder Wanne-Eikel verbringen, sofern er keinen Schlenker über Schleswig-Holstein macht und in einer Autobahnraststätte tankt oder einen Kaffee trinkt. Im nämlichen Fall bräuchte er einen Corona-Test. Selbst bei „triftigen Gründen“, wie für den Besuch einer bettlägerigen Tante, haben weitsichtige Politiker uns einen ähnlichen Parkour wie bei dem Springreitertournier in Aachen beschert.

Wenn also Herbert aus Hamm seine Schwester in Berlin-Neukölln besucht, braucht er als Familienangehöriger keinen Test. Grund: Er kommt aus einem verseuchten Gebiet und fährt durch einen "unbefleckten" Corona-Landstrich wieder in einen verseuchten Stadtteil. Käme Herbert dagegen aus dem Berliner Stadtteil Kreuzberg, dann ist ein Test zwingend. Würde Herbert bei seiner Anfahrt einen kurzen Abstecher bei seinem Bruder in Schleswig-Holstein unternehmen, müsste er nach seiner Rückkehr zu Hause in Quarantäne. Allmählich muss man sich allen Ernstes fragen, ob man gegebenenfalls bei der eigenen Bestattung wegen der räumlichen Enge im Sarg dem zwingenden Mund-Nasenschutz unterworfen ist.

Klar ist jedenfalls, bei uns in Bayern herrscht Ordnung. Keine Urlaubsgäste aus Risikogebieten, und das sind im Prinzip alle, die bei der nächsten Wahl unter keinen Umständen die CSU und Söder wählen wollen. CSU-Vermeider kriegen bei uns kein Zimmer, nicht einmal auf einer Bergalm im Karwendel, obgleich es dort nur Kühe gibt. Sollten etwaige Nichtbayern einen Coronatest vorweisen können, der jünger ist als 48 Stunden, machen wir eine Ausnahme. Der allerdings könnte, wenn man es genau nimmt, nach zwei Tagen "Reit im Winkel" abgelaufen sein. Dann ist es zappenduster.

Was die kommenden Feste wie Weihnachten und Silvester angeht, schwant mir Übles. Schon jetzt sind alle Weihnachtsmärkte in Bayern auf der Streichliste. Man darf gespannt sein, ab wenn der Bürger aufmuckt, weil der Bogen schon jetzt mehr als überspannt ist. Ich fürchte, die Söders, Merkels und Konsorten werden noch ihre Freude haben, wenn massiver Unmut um sich greift. Vor wenigen Stunden wurde meine Nachbargemeinde Baierbrunn unter Quarantäne gestellt, weil sich 16 Personen bei einer Großhochzeit infiziert haben. Die Gesundheitsbehörde München war schnell bei der Hand, gleich die restlichen 2.800 Einwohner inklusive Schule, Lehrer und Kindertagestätten unter Kuratel zu stellen.

Doch längst weiß sich der reisefreudige Urlauber trotz Politik mitsamt ihren Androhungen schwerer Sanktionen. Findige schlagen den allzu forschen Staatsdienern ein Schnippchen, nutzen ihre Netzwerk und die Gästezimmer von Freunden oder Freundinnen. Das entbehrt nicht eines gewissen Reizes, zumal es preiswert, anonym und unterhaltsamer ist. Aber wer weiß, wenn alles nichts fruchtet, lässt unsere Politik die bewährte Gestapo wieder auferstehen, oder Honecker und Erich Mielke exhumieren... die wüssten, wie man unsere Reste der Demokratie am Effektivsten schreddert.

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