Direkt zum Hauptbereich

Intelligenztest vor den Wahlen - die K-Frage wird geklärt

Die Annegret Krampf-Krapfenbauer, die Vorsitzende der CDU, hat gestern ein Machtwort gesprochen. Die Kanzlerbewerber Laschet, Merz und Röttgen sollen gefälligst nicht so einen Aufriss machen, sie sollen sich in den Dienst der Partei stellen. Schließlich beginne bereits im Januar ein schwieriges Wahljahr.



Übersetzt man diesen Parteijargon, heißt das so viel wie: Laschet, Merz und Röttgen sollen gefälligst die Schnauze halten und ins Glied zurücktreten. Der offen entbrannte Streit zwischen den Kandidaten um den gepolsterten Kanzlersessel sei ruinös und schade nur. Deutschland habe sich verändert und Besseres verdient. Man brauche neue Impulse. Doch nun wurde ein Arbeitspapier des Innenministeriums der CSU bekannt. Man will noch vor der Bundestagswahl einen Quotienten zur Festlegung der Mindestintelligenz erarbeiten, der den Bürger zur Teilnahme an einem Wahlgang berechtigt.

Dumme Wähler wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das hätte den Vorteil, dass man nur noch wenige Stimmen auszählen müsste und das Wahlergebnis würde erheblich schneller bekannt. Außerdem könnten erhebliche Kosten vermieden und die Wahlkassen geschont werden. Über diese wegweisende Strategie der CSU sollte eigentlich erst nächste Woche im Bundestag abgestimmt werden. Doch die vertraulichen Inhalte sickerten wegen der Indiskretion einer Sachbearbeiterin an die Öffentlichkeit und provozierte heftige Auseinandersetzungen unter den Parteien.

Katrin Göring-Eckardt (Grüne) kritisierte diese Idee mit den Worten: Wir lassen uns von der CSU mit solch schäbigen Methoden nicht an die Wand drängen. Genauso gut könne man auch Rentner von den Wahlen fernhalten, da sie dem Grünen Gedanken weniger nahe stünden als beispielsweise die Klima-Aktivistinnen Greta oder Luise Neubauer. Markus Söder (CSU) quittierte den Vorstoß der grünen Fraktionsvorsitzenden als verständlich und nachvollziehbar, zumal weder Anton Hofreiter, noch Göring-Eckardt und Annalena Baerbock aufgrund der von der CSU geforderten Mindest-Intelligenz als Wähler zugelassen würden.

Angela Merkel ließ durch ihren Sprecher mitteilen, dass sie sich an solchen Diskussionen schon deshalb nicht beteiligen würde, da sie aufgrund der pandemischen Lage mit der Internierung der Bürger alle Hände voll zu tun habe. Sie sagte aber auf Anfrage der SZ zu, dass Seehofers Vorschlag „nachdenkenswert“ sei. „Man sollte guten Vorschlägen aufgeschlossen gegenüberstehen, obwohl Söder nur davon ablenken wolle, selbst auf den Kanzlersessel scharf zu sein.“

Dagegen meldete sich Ricarda Lang, frauenpolitische Sprecherin der Grünen zu Wort. „Wir müssen darüber nachdenken, ob wir auch Flüchtlinge mit schwerem Bildungsdefiziten bei den Wahlen zulassen wollen.“ Eine pauschale Ausgrenzung bei Refugees käme für sie jedenfalls nicht in Frage. Auch der Pandemieexperte der SPD Karl Lauterbach reagierte mit einer klaren Zielsetzung bei den Wahlen. Er verlangte volles Wahlrecht auch von solchen Politikern, denen man in der Vergangenheit den akademischen Grad entzogen habe. Außerdem regte er an, dass die CDU/CSU ihre Wahlplakate erst 6 Wochen nach der Wahl bundesweit aufgestellt dürften, um eine unzulässige Wähler-Beeinflussung der oberen Bildungsschichten zu verhindern. Immerhin gehe es um den Fortbestand der SPD.

Dagegen ist ließ Robert Habeck verlauten, dass man die Beteiligung gut gebildeter Wähler grundsätzlich nach oben deckeln und Akademiker sowie Hochschulabsolventen der Fairness wegen von Wahlen vollkommen ausschließen müsse. Habecks Vorstoß stieß jedoch auf heftige Gegenwehr der AFD und der FDP.

Auch Alexander Gauland verwahrte sich entschieden gegen die Bildungs-Abschottung der SPD. Schließlich sei er ausgebildeter Jurist und habe überdies Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Auch Alice Weidel ließ wenig schmeichelhaft durchblicken, was sie von Lauterbachs Fairness-Argument hält, gebildete Menschen von Wahlen auszuschließen. Die SPD habe aufgrund der desaströsen Wahlprognosen ohnehin vor, nach der Wahl mit den GRÜNEN zu fusionieren und dafür brauche man Koalitionspartner, die die von der CSU geforderten Intelligenz- und Bildungsvorgaben auch signifikant unterschreiten. 

Christian Lindner (FDP) stimmte Gauland und Weidel (AFD) prinzipiell zu, gab aber zu bedenken, dass es egal sei, ob und wann die SPD Wahlplakate aufstellt oder nicht. SPD-Wähler würden ohnehin jeden anspruchslosen Werbeslogan ihrer Partei bejubeln. Insofern sei es auch nicht von Relevanz, ob die SPD-Wähler ihre Stimme abgeben wollen oder nicht. Allerdings habe Hofreiter im Verlaufe der hitzigen Wortgefechte zwischen den Parteichefs darauf bestanden, dass in allen Wahlkabinen sein persönliches Wahlplakat aufgehängt wird. Er wolle mit dieser Sympathie-Offensive seine intellektuellen Nachteile ausgleichen.

Partei-intern regt sich der Widerstand im linken Flügel. Ralf Stegner (SPD) hat sich gegen das Aufhängen von überdimensionalen Fotos ausgesprochen, weil er befürchtet, die Gesichter von Karl Lauterbach, Hofreiter oder Krampfkapfenbauer in Wahlkabinen könne auf viele Bürger abschreckend wirken. Er spreche da aus eigener Erfahrung.

Katja Kipping (DIE LINKE) erklärte gestern vor der Presse, dass Intelligenz kein Parameter für Wahlen sein dürfe. Im Gegenteil. Vielmehr stehe sie hinter der Idee der Freiheit und der Gleichheit. Als FKK-Anhängerin plädiere sie dafür, dass in Zukunft nur noch textilfrei gewählt werden solle. Außerdem hätte es den Effekt, dass damit der Gedanke als Metapher der Gleichheit – wie damals im Kommunismus und die schöne Tradition der Freiheit an den Stränden der damaligen DDR wiederbelebt würde.

Es bleibt also abzuwarten, ob Markus Söder und die CSU sich mit der Neuordnung von zugelassenen Wählern mit Abitur tatsächlich einen Gefallen tut. Söder weiß nur zu genau, dass Bayern ein Flächenstaat ist und die ländliche Bevölkerung mehrheitlich Bierzelte, Bretze und eine Maß Bier einer Wahl vorziehen. 

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jetzt muss sich die Welt warm anziehen! Annalenas neue Karriere in New York!

Wenn man es genau nimmt, hat der Bundesbürger in unserem Land keine andere Wahl, als sich angesichts der aktuellen Nachrichten mit einer Überdosis afghanischem Dope zu bekiffen. Was sich gerade im politischen Berlin abspielt, überschreitet bei Weitem die Grenzen des Ertragbaren, das man nur noch im zugedröhntem Zustand unbeschadet überleben kann.   Der „Politische Filmpalast in Berlin“ präsentiert seinen Zuschauern einen Actionthriller der außergewöhnlichen Art, den das erschauderte Publikum auf den Sitzen erstarren lässt. In dem knallharten Sciencefiction-Streifen wenden sich die Vereinten Nationen in höchster Not an die deutsche Bundesregierung und bitten um Unterstützung. Hierzulande weiß man Rat und schickt die „Grüne Terminator*in“ an die Frontlinie.  Annalena Baerbock, bei uns auch bekannt als "rhetorischer Auffahrunfall", ist die letzte Chance, Deutschland und die restlichen Kontinente mit feministischer Überlegenheit, dogmatischem Geschick, legasthenischer Sprachgewal...

Stegner verlangt Koalitionsverbot mit der AfD

Ich gebe zu, schon vor drei Jahren, als sich der politische Weltuntergang abzeichnete, stand ich des Öfteren mit meinen Espresso auf dem Balkon und gab mich dem wohligen Gedanken hin, dass es mit der CDU, den Grünen und der SPD nix mehr werden wird. Doch als ich heute Morgen den Nachrichtensender einschaltete, erschien Ralle auf dem Bildschirm. Die Zuschauer am Bildschirm rieben sich vermutlich erwartungsfreudig die Hände, versprachen sie sich doch vom kampferprobten Gladiator Ralf Stegner niederschmetternde Beleidigungen, hämische Herabwürdigungen, schöne Pöbeleien und degoutante Bösartigkeiten gegen alles, was schwarz, gelb, grün oder blau ist. Bedauerlicherweise beschränkte sich Ralle gestern mit  seinen Vernichtungsfantasien  ausschließlich auf die AfD. In der Rangreihe der unbeliebtesten SPD-Politiker ringt Ralle Stegner seit geraumer Zeit mit Saskia Esken, Karl Lauterbach und Nancy Faeser um einen der Spitzenplätze. Zugegeben, es ist ein zäher Kampf, genauer gesagt...

AusgeMerzt! Die SPD bestätigt den Mythos des schwachen Riesen

Eines steht fest: Friedrich Merz, imposante 1,98 Meter groß, dürfte seit wenigen Tagen nicht nur als die längste, sondern auch die bedeutendste politische Mogelpackung in die Geschichte seiner Partei eingehen. Es besteht auch kein Zweifel: Der eloquente Schaumschläger hat sich geradezu lehrbuchhaft entlarvt und gilt Dank der Überschätzung eigener Fähigkeiten und einiger unglücklicher Wählerentscheidungen an der Wahlurne, als Inkarnation professioneller "SelbstausMerzung". „Wir werden durch Träume groß. Alle großen Männer sind Träumer“ , so formulierte es einst der begnadete amerikanische Politiker und Staatsmann Woodrow Wilson. Wie es scheint, hat sich der 2-Meter-Mann Friedrich Merz die Maxime des Amerikaners zu eigen gemacht. Dem Latein kundigen Bildungsbürger schießt angesichts Friedrichs Gang zu Canossa die schöne philosophische Gehässigkeit ins Bewusstsein: „Ut desint vires tamen est laudanda voluntas!“ (Wenn auch die Kräfte fehlen, dennoch ist der Wille zu loben.) Kei...