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Johannes Kahrs, Olaf Scholz und ein 200-tausend-Euro-Schließfach

Einer der hinterfotzigsten Cäsarenmörder bei den Roten ist zweifellos Johannes Kahrs, Sprecher der Bundestagsfraktion und Kreisvorsitzender in Hamburg Mitte, der unter anderem auch Andrea Nahles auf dem Gewissen hat. Selbst Olaf Scholz zittert, wenn er es mit dem unterirdischen Strippenzieher zu tun bekommt. Jetzt hat der Kanzler selbst ein Problem.

 


Aber zunächst zur grauen Geldkoffer-Eminenz Kahrs, der nahezu keine Kloake, keine Beleidigung und keine Verhöhnung von Andersdenkenden auslässt, wenn er Rot sieht, obwohl er roter Parteigenosse ist. Sieht man von Kahrs‘ sprachlicher und grammatikalischer Diaspora ab, so sind seine Kommentare meist echte Brüller und manche von ihnen rangieren sogar unter den Spitzen-Kalauern. Zu seiner Ehrenrettung möchte ich nicht versäumen, hinzuzufügen, dass Johannes unter seinen roten Kollegen hinsichtlich seiner bescheidenen Intellektualität und gänzlich fehlenden Eloquenz nicht unangenehm auffällt, zumal seine Genossen semantisch und intellektuell nur unwesentlich besser aufgestellt sind.

Kahrs, der mit seinen Sympathiewerten selbst Ralle Stegner die Trophäe gelebter Widerwärtigkeit streitig macht, glänzt mit epochalen Sätzen wie: „Ich glaube, thematisch müssen wir vielleicht auch die Ziele nennen, wo wir (als SPD) hinwollen." Ein echter Schenkelklopfer, da die SPD noch nie genau wusste, welche Wege sie gehen sollen und wo sie ankommen werden, ganz gleich, was immer sie den Wählern vorher vorgelogen haben. Humor hat er, der Johannes, wenn er sagt, die SPD sei verliebt ins „Machen“. Nun ja, irgendwie hat er recht, denn irgendwie muss es diesem Johannes gelungen sein, mehr als 200.000 Euro Bargeld in einem Schließfach zu bunkern, ohne dass er selbst etwas davon bemerkte.

Und wer, wenn nicht ein roter Genosse vom Schlage Johannes Kahrs, ist in der Lage, jede Menge Bares höchstselbst in der Warburg Bank zu deponieren, und weder zu wissen, woher die Kohle stammt, noch wie das viele Geld überhaupt zusammengekommen ist. Angeblich soll Olaf Scholz davon eine schwache Ahnung haben, zumal er sich gut mit „Cum-Ex-Geschäften“ auskennt. Aber selbst als ehemaliger Oberbürgermeister von Hamburg muss er scharf nachdenken, ob es überhaupt eine Bank namens Warburg gibt. Böse Zungen unterstellen unserem Olaf, er habe damals als oberster Boss der Hamburger Finanzbehörden mit dem Bankier Christian Olearius gekummelt, gar in einem Gourmet-Restaurant gemeinsam zu abend gegessen, aber auch das ist dem Kanzler gänzlich entfallen und hält die Behauptung für ein Gerücht, das irgendein rechtes Subjekt gestreut haben soll.

Nun ja, es soll schon mal vorkommen, dass man erlassene Steuermillionen der illegalen Cum-Ex-Transaktionen aus Sympathiegründen aus dem Gedächtnis streicht. Doch jetzt wird’s allmählich eng, für das Kanzlerchen und den roten Johannes. Im Raum steht auch noch der Vorwurf der Begünstigung zur Steuerhinterziehung. Der frühere Europa- und Bundestagsabgeordnete, Volkswirt und Finanzexperte Fabio De Masi (Linke) attestierte dieser Affäre bereits „das Potenzial, den Kanzler zu stürzen“.

Bekannt ist bei der SPD jedenfalls, dass Kahrs als „der Mann mit dem schwarzen Koffer“ gilt und sich seinen Ruf als Geldeintreiber der Partei hart erarbeitet hat. So war er auch im Wirecard-Untersuchungsausschuss im Bundestag an der Aufklärung eines der größten Finanzskandale in Deutschland beteiligt. Nun ist der Begriff „Aufklärung“ im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal ein wenig übertrieben, zumal der vergessliche Olaf – heute „Kanzler Olaf der Erste“ schon damals unter schwerer Amnesie litt und Johannes Kahrs seinem Kumpel deshalb bei der Befragung nicht über Gebühr quälen wollte.

Fakt ist: Es haben Treffen zwischen Scholz und den Gesellschaftern der Warburg-Bank stattgefunden, die Johannes Kahrs selbst eingefädelt hat. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Allerdings vermutet man, Olaf Scholz müsste von der Existenz des ominösen Geldschließfaches gewusst haben. Damit läge der Verdacht nahe, dass eben diese schönen, gebunkerten Scheine mit dem Cum-ex-Komplex zusammenhängen, denn die Anmietung des Wertfaches fällt auf ein zeitnahes Datum mit den Verhandlungen mit der Warburg Bank. Aber so eine Amnesie ist unter Politikern sehr beliebt, und sie entfaltet erst dann ihre maximale Wirkung, wenn Frager und Befragter zeitgleich gewaltige Filmrisse haben.

Für die beiden SPD-Kumpels scheint der dubiose 200-tausend-Euro-Fall aufgrund massiver Gedächtnisausfälle bei Olaf und partieller Umnachtung bei Johannes Kahrs komplizierter zu werden, als die Wähler und das Volk annehmen. Allerdings ist jetzt schon klar, die beiden roten SPD-Genossen heben erst einmal darauf ab, dass der Besitz von 200.000 Euro erst einmal nicht strafbar sei. 

So gesehen haben die beiden vermutlich recht. Wenn Johannes Kahrs und Olaf Scholz jetzt noch ein Licht aufgehen und ihnen einfallen würde, von wem das viele Geld stammt und wie es in die Bankkassette gekommen ist, könnte die Sache spannend werden.


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