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Die Versionen von Magdeburg – Es ist etwas faul im Staate Dänemark

Für den drögen Bürger und Konsumenten, der die öffentlich-rechtlichen Sender für den Hort wahrhaftiger Informationen hält, wird nichts Ungewöhnliches auffallen. Die aufmerksamere Spezies überrascht die „alternative Berichterstattung“ mit all den wundersamen Facetten über den arabischen Attentäter nachhaltig. Die Allegorie von Shakespeares Hamlet drängt sich auf.

Ganze 7 Tage sind verstrichen, bis unsere deutschen „Special Agents“ die mörderische Fahrtroute des Täters nachvollziehen konnten. Sieben Tage, um lediglich zwei denkbare Möglichkeiten nachzumessen, mit der Fahrzeugbreite abzugleichen und Zeugen zu befragen? Wer soll diese Scharade glauben? Die endgültige Variante der Wegstrecke von Taleb, dem Araber, wurde gestern den aktuellen Bedürfnissen der Stadt Magdeburg und ihren Sicherheitsexperten mit bewundernswertem Entlastungseifer angepasst, nachdem ein Dutzend Strafanzeigen auf die Stadt und die Polizei wegen möglichen Fehlverhaltens niedergehagelt war.

Das darf doch alles gar nicht mehr wahr sein! Der Bürger wähnt sich in einem politischen Panoptikum. In der ursprünglichen Pressemitteilung war noch die Rede davon, dass ein mobiles Sicherungsfahrzeug der Polizei die Lücke an den Straßenbahnschienen abschotten sollte, stattdessen aber 30 Meter entfernt abgestellt gewesen sei. War der Mann gerade am Bratwurststand? Oder wurde er kurz vor dem Attentat weg beordert? So ziemlich alles bleibt im Dunkeln.

Jetzt heißt es plötzlich, der Täter sei nicht über die Straßenbahnschienen in Richtung Fußgängerbereich des Alten Marktes gefahren. Vielmehr sei das Tatfahrzeug an der Kreuzung Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg zwischen einer Fußgängerampel und einer Betonblocksperre hindurchgefahren. Ein Reinwaschungswunder? Immerhin, der Polizist ist damit erst mal aus der Schusslinie, ob er nun eine Bratwurst gegessen hat oder nicht..

Die Tatsache, dass sich das Polizeifahrzeug nicht an dem vorgesehenen Standort befunden hat, scheint keine Relevanz mehr haben, nachdem sich die alternative Variante des „Durchbruchs“ eröffnet hat. Wer weiß schon, ob in einem der vergangenen Nächte, als alles schlief, ein Betonpoller zu Gunsten des hungrigen Polizisten wie von Geisterhand einfach verrutscht ist, damit die Lücke passt. Längst sind nicht alle Ungereimtheiten aufgelöst. Ganz im Gegenteil, es kommen täglich mehr hinzu. Im Falle der Fahrtroute des Täters allerdings handelt es sich um eine wundersame "Neu-Interpretation". Wenn man jedoch in Betracht zieht, dass es Dutzende Zeugen geben muss, die zum Zeitpunkt der Todesfahrt just an dem Standort gestanden haben, wo der Terrorist mit seinem SUV durch die Betonsperren durchgeschlüpft ist, sind mehr als nur Zweifel angebracht.   

Nicht nur die damit beschäftigten Sicherheitsbeauftragten, sondern auch die Behörden, die Stadt Magdeburg, das Innenministerium, Polizei und Kommunen, sie mauern hinsichtlich des Täters und dessen Motive, sie mauern auch, was das Sicherheitskonzept, die Versäumnisse, Schlampereien, Fehler und interne Ermittlungsergebnisse angeht, was das Zeug hält. Was alles wird dem Bürger noch vorenthalten? Die Frage muss erlaubt sein! Es ist offenkundig, dass mit der "Causa Taleb aus Arabien“ das Totalversagen unterschiedlichster Behörden mehr und mehr Formen einer staatlichen Systematik annimmt, um politisch zu retten, was noch zu retten ist. In Shakespeares Hamlet würde Marcellus laut und deutlich gesagt haben: „Es ist etwas faul im Staate Deutschland.“

Im Innenministerium frisst sich derweil die Angst vor der Bundestagswahl wie ein Borkenkäfer unter die Baumrinde, genauer gesagt unter die Haut der Eliten. Bei Hamlet heißt es: „Sein oder nicht sein, das ist die Frage.“  Nur noch zwei Monate bis zum Urteil an der Wahlurne. Da heißt es Tarnen, Täuschen, Verwirren, Verschleiern und Verschleppen. Im Notfall auch Lügen, zumal die Glaubwürdigkeit unserer Staatsvertreter ohnehin nahezu vollkommen verloren gegangen ist. Dennoch oder vielleicht auch gerade, weil das am Seidenfaden hängende Damoklesschwert der AfD bedrohlich über den Köpfen der Altparteien schwingt und nur allzu leicht reißen könnte, wird gelogen, dass sich die Balken biegen. 

Die Tragödie von Magdeburg hat das Potenzial zum Synonym eines politischen Umbruchs zu werden. Die Indizien sind unübersehbar. Medien und Politik bieten derzeit alles auf, um eine schlüssige Legende über Taleb und dessen Gemetzel zu evaluieren. Doch dieses Bemühen um eine Erklärungsvariante, die dem Wahlergebnis nutzt, gerät aufgrund der politischen Gemenge- und Interessenslage mehr und mehr zum kindischen Possenspiel. Verantwortliche in nahezu allen relevanten Führungsämtern ducken sich reihenweise weg. Wenden wir uns den kreativen Statements zu. 

Der 50-jährige Massenmörder stammt aus der Stadt Al-Hofuf im Osten Saudi-Arabiens. Der Mann ist Schiit und lebte mit einem unbefristeten Aufenthaltstitel seit 2006 in Deutschland. Er wird kurz nach der Tat als leidenschaftlicher Islamgegner beschrieben, dann als zutiefst frustriert, weil arabische Flüchtlinge in Deutschland ungerecht behandelt würden. Sodann erfahren wir über die Presse ein Statement des Verbrechers, das da lautete: "Wenn Deutschland uns töten will, werden wir sie schlachten." Kaum wurden verschiedenste Anzeigen und Gerichtsurteile wegen wüster Todesdrohungen und Nötigungen des Wahnsinnigen ruchbar, mutierte der Täter zum AfD-Sympathisanten mit rechtsradikalem Gedankengut.  

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) meinte gar am Samstag bei einem Besuch in Magdeburg, sie könne nur gesichert sagen, "dass der Täter offensichtlich islamophob war". Damit nicht genug. Zeitweise kursierten Beschreibungen, dass Taleb nicht zurechnungsfähig und psychisch krank sei. Konzentriert man sich auf die unterschiedlichsten Täterbeschreibungen und dessen mögliche Motivlage, fällt eines auf: Sie alle, mögen sie noch so widersprüchlich sein, lenken von einem gemeinschaftlichen Behördenversagen ab. Man verschleiert die verfehlte Migrationspolitik und suggeriert den Bürgern vorsätzlich die Einflussnahme der rechten Szene und glaubt allen Ernstes, so sei man aus dem Schneider. „Wir haben alles richtig gemacht!“, das ist die konzertierte Botschaft von Medien und Politik. Nein - die Politik und ihre Vertreter machen keine Fehler!

Und noch eine weitere Botschaft kann man aus dem Informationsdesaster und den Ermittlungsergebnissen herauslesen: Das gemeinsame Bemühen, der Bluttat mit 5 Toten und 230 Verletzten den Beigeschmack eines rechtsradikalen Gewalttäters zu verleihen, um nicht zu viele Wählerstimmen zu verlieren. Welch ein entwürdigendes und zynisches Affentheater.

                                            

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Kommentare

  1. Angesichts der geballten Dummheit ,Ignoranz und Inkompetenz auf allen Behördenebenen frage ich mich inzwischen ,ob der Anschlag verhindert worden wäre ,wenn der Attentäter vorher noch Datum und Uhrzeit seines Vorhabens veröffentlicht hätte. Oder andersherum gefragt, was hätte dieser Verbrecher denn noch alles posten müssen ,bis irgendeine Behörde auf ihn aufmerksam geworden wäre? Aber wahrscheinlich waren Polizei und Justiz völlig damit überlastet ,den vielen Fällen von Majestätsbeleidigungen nachzugehen .Hausdurchsuchungen verursachen schließlich auch extrem viel Arbeit.

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  2. Sehr gut beschrieben. Das Schlimmste an dieser Geschichte ist, dass der größere Teil der Deutschen die Tat des wahnsinnigen, aus nicht aufgeklärten Gründen fanatisch und radikal handelnden Arabers tatsächlich als „Rechts“ einstufen wird. Das macht nur noch fassungslos. Eine Verbindung dieser Tat zur AfD ist geradezu grotesk. Aber im neuen Jahr werden Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen ( wie nach einer Lüge von Correctiv geschehen) wieder auf die Straße gehen und allen Ernstes der AfD Verbindungen zu sich hier ungesetzlich aufhaltenden Morgenländern unterstellen.

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