Direkt zum Hauptbereich

Manfred Weber, das Kuckucksei der Regierung

Manfred Weber (CSU), Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei EVP und selbsternannter Kronprinz der EU kauert in den Startlöchern, um als neuer Präsident der EU-Kommission die Nachfolge Jean Claude Junkers anzutreten. Doch der blutarme CSU-Politiker mit dem Charisma einer leerstehenden Bahnhofshalle schickt sich an, zum Buhmann der Nation zu werden.

WIKIPEDIA

Manfred Webers Neigung, die russische Pipeline North Stream 2, mit der das Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportiert werden soll, zu blockieren, ist spätestens seit Februar 2018 bekannt. Obwohl die Bundesregierung das milliardenschwere Projekt nach Kräften unterstützt und jetzt schon mehr als 1000 Kilometer Rohrleitungen in der Ostsee verlegt worden sind, um die Energiesicherheit unserer Republik langfristig zu sichern, stellt sich Weber öffentlich quer. Für eine hitzige Diskussion ist nun gesorgt.

Wenn man einmal davon absieht, dass die Arbeiten an der Pipeline, die sich quer durch die Ukraine, die baltischen Staaten und Polen zieht, bereits Abermilliarden verschlungen hat, ist die Frage nach der ökonomischen Kompetenz des Weißwurschtpolitiker durchaus berechtigt. Denn mehr, als einen wahltaktischen Hintergrund mit dem Ziel, Profildefizite ein wenig aufzuhübschen, kann man bei dieser Haltung kaum erkennen. Wie kann es sein, dass ein einziger bayerischer Politiker Milliarden von Steuer-Euro mit einem Handstreich versenken will?  

Webers Argument, die Durchführung des Projektes spalte die EU politisch und stelle die Solidarität mit Polen, Dänemark und Schweden in Frage ist geradezu lächerlich, wenn er weder eine plausible Alternative ins Feld führt, noch sich Gedanken über eine langfristige Energieversorgung macht. Im Zweifelsfall nimmt also die Solidarität mit unseren Nachbarn einen höheren Stellenwert ein, als die Gefahr, Deutsche könnten sich in einem kalten Winter möglicherweise den Hintern abfrieren.

Aber klar, die Russen sind die Bösen, mit denen darf man keine Geschäfte machen. Da zieht man es doch eher vor, Waffen an die Saudis zu liefern, Fluchtursachen zu befeuern, moralisch fragwürdige Deals mit Kriegstreibern zu machen. Zum Nutzen der eigenen Karriere muss man als Provinzpolitiker aus dem oberbayerischen Schrobenhausen auch mal über den eigenen, unmoralischen Schatten springen.

Und dann folgt sein nächstes, ungeklärtes Wahl-Highlight. Wie führte er in seinem Wahlprogramm für die Europawahl an? "Ich will die Europäische Grenz- und Küstenwache bis 2022 mit mindestens 10 000 zusätzlichen Grenzschützern, modernster Technologie, einschließlich Drohnen, und mit einem direkten Eingriffsrecht ausstatten." Dann sollte er zuerst einmal klären, ob die Nachbarländer bereit sind, sich an der Rechnung zu beteiligen. 

Ach, dieser Weber hat so viele Wünsche. Beispielsweise möchte er auch das Personal der Polizeibehörde Europol verdoppeln. Gemeinsame Ermittlerteams sollen Informationen über Straftäter und radikalisierte Personen zusammenführen und sich gegenseitig besser austauschen. Die befreundeten Mitglieder der EU werden ihn dabei sicher mit großem Engagement unterstützen, sofern Berlin sämtliche Kosten übernimmt. Angesichts solcher Willensbekundungen möchte man am liebsten in die Apotheke eilen, um sich vorsorglich pfundweise mit Medikamenten gegen Brechreiz zu versorgen.

Merkel und ihre Regierung tut das, was sie immer bei brisanten Themen tut. Sie duckt sich angesichts der diametral auseinander laufenden Überzeugungen weg. Bloß keine Aufregung, so scheint dort das Motto zu sein, obwohl der Europamann der Schwesterpartei den volkswirtschaftlichen Wahnsinn zum seinem Wahlthema erhebt. Da nimmt unsere Regierung gerne in Kauf, dass ein Kuckucksei der CSU ins EU-Nest gelegt wird. 

Die Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ließ am Mittwoch wissen, dass die Pipeline aus Gründen der Versorgungssicherheit fertiggestellt werden müsse, zumal es auch keine umweltpolitischen Einwände noch gäbe. Eine Sprecherin der Bundesregierung verwies darauf, dass Weber seine Haltung als Parteipolitiker der EVP einnimmt, die die Regierung nicht kommentieren möchte. Interessanter Ansatz, möchte man sagen. 

Es kommt unseren christlichen Geldvernichtern gar nicht darauf an, dass die Bürger mit gigantischen Steuerbelastungen „bluten“ müssen, sondern dass man mit Friede, Freude, Eierkuchen die Harmonie unter den verschwisterten Parteien pflegt und einen der „Ihren“ an die Macht bringt. Der Klassiker also: In der Politik und in der Wirtschaft ist alles erlaubt, solange man reich wird und sich dabei die Macht erhält.

Kommentare

  1. Sehr geehrter Hr Mancini
    2 Anmerkungen von meiner Seite
    1. Die Ukraine ist bei diesem Projekt nicht involviert da keine Kueste zur Ostsee besteht. Das Land ist gegen die Pipeline da bisherige Transfergelder fuer russisches Gas verloren gehen werden
    2. M Weber hat sich in Polen, Estland... gegen die Pipeline ausgesprochen. Er weis das diese Länder gegen die Pipeline sind. Da kann so eine Aussage nur förderlich sein, um fuer sich Wählrstimmen aus diesen Ländern zu bekommen.
    Da die EU Komission nicht von den Wählern gewählt wird sondern von den Regierungen in Frankreich u Deutschland bestimmt, sind seine Wahlchancen gering. Fr Merkel hat wohl andere Pläne

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

ich freue mich auf jeden Kommentar

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die CDU schlägt zurück! Amthor wird Bundeskanzler!

Das war zu erwarten. Nachdem für die Dauersieger der CDU die Wahlen erst in Sachsen-Anhalt krachend verloren gingen und nun der altehrwürdigen Partei auch in Mecklenburg-Vorpommern ein nie dagewesenes Schreckensszenario droht, hat man sich in der Parteispitze zum ultimativen Gegenschlag formiert, um die AfD zu pulverisieren. Philipp muss es richten und die CDU zur alten Stärke zurückführen. Um den Einsatz dieser personellen Vernichtungswaffe zu verstehen, muss man zweifellos einen Blick auf den Lebensweg des aller letzten Heilsbringers der einstmals christlichen Partei werfen. Begonnen hatte alles am 10. November 1992 in der vorwinterlichen Nacht der pommerschen Kleinstadt Ueckermünde. Noch bevor der kleine Erdenbürger von der Nabelschnur getrennt war, fiel er durch einige Merkwürdigkeiten auf. Das brüllende Wesen unterschied sich signifikant von allen anderen Babys, die in Ueckermünde und auch anderswo jemals entbunden worden waren. Der Kleine erblickte mit einer übergroßen Horn...

Susan Sziborra-Seidlitz – eine hiob‘sche Heimsuchung oder nur eine Laune der Natur?

Kinners, wir sind ja politisch gesehen in letzter Zeit so Einiges gewohnt. Im bunten Schmelztiegel arbeitsverweigernder Bildungsabstinenz und intellektueller Entsagung hat sich im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eine furchterregende Vertreterin in den Fokus der Sendeanstalten bis ganz nach vorne gekämpft.  Susan Sziborra-Seidlitz, Grünen-Kandidatin und evolutionärer Unfall, führt als "schadstoffarme Galionsfigur" den Werbefeldzug der Bündnis-Verirrten gegen das „rechtsradikale Gesindel“, die „Nazis“ und deren wählende Sympathisanten an. Wenn sie ihre "humorvolle" Stimme am Rednerpult erhebt, bleibt kein "rechtsradikales Auge" trocken! Mit ihrem subversiven Aufruf: "Bildet Banden, Schwestern!" scheut sie sich auch nicht, ihre Geschlechtsgenoss:innen, die (alten, weißen) Männer zu unterjochen, um stattdessen potenten Besuchern aus dem Süden eine angenehmere und "lustvollere" Lebensperspektive zu bescheren.     Und während die „TAZ“ unter Au...

Der Abgesang. Die letzte Rede des Kanzlers

Deutschland und nicht nur Deutschland wurde heute Zeuge einer der sinnbefreitesten, substanzlosesten und erbärmlichsten Reden eines Kanzlers, dessen einzige hoffnungsvolle und positive Feststellung für unser Land darin gipfelte, dass aus seiner Sicht die Armenspeisung, die Suppenküchen und die Archen noch funktionieren, wohl wissend aber, dass VW mehrer Werke schließen will, 50.000 Mitarbeiter entlassen muss und drauf und dran ist, pleite zu gehen.   Man möchte sich als Deutscher und vor allem als denkender Bürger vor Scham heimlich aus dem Land stehlen und sich irgendwo verstecken, wenn der zweithöchste Amtsträger jenseits aller Realitäten und entkoppelt von jeder Tatsache rhetorisch wie inhaltlich öffentlich sein eigenes politische Grab und das seiner Partei schaufelt. In den Mienen der eigenen Parteifreunde machte sich ungläubiges, teilweise fassungsloses Entsetzen und Resignation breit, das selbst vom letzten Höflichkeitsapplaus nicht darüber hinwegtäuschen konnte: Das war’s...