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Der Wirtschaft geht es gut, nur die Zahlen sind schlecht

Wieder einmal durften wir Zeuge eines finanzpolitischen Highlights unseres grünen Wirtschaftsministers werden. Auch wenn es nahezu jeden Bürger aus seinem gemütlichen Fernsehsessel gerissen haben mag, als sich Robert gestern im Bundestag ein Rededuell mit Jens Spahn geliefert hat. Den Bildungsbürgern jedenfalls dürfte erneut der Schock in die Glieder gefahren sein. 

Selbst Friedrich Merz - jahrelang erfolgreicher Manager des größten Kapitalfonds BlackRock schlug ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen.

Ich wills mal so sagen: In Deutschland mus man sich allmählich daran gewöhnen, dass der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck die uneingeschränkte Deutungshoheit über ökonomische und betriebswirtschaftliche Prinzipien an sich gerissen hat. Seit Roberts legendärem Auftritt bei Maischberger am 2. September 2022 musste jedem Bürger im Land bewusst sein, dass ein neues Zeitalter des betriebswirtschaftlichen Verständnisses angebrochen war.

Nicht nur jeder Bürger, sondern auch Wirtschaftswissenschaftler, Steuerberater, Ökonomie-Professoren, Bankvorstände oder Finanzexperten werden sich noch an den denkwürdigen Tag erinnern, als der Minister in der Talkshow den Satz in Stein meißelte: „Firmen gehen nicht pleite, sie hören nur auf zu arbeiten und zu produzieren.“

So ist es nur folgerichtig, wenn Robert Habeck im Bundestag in einem Schlagabtausch mit Jens Spahn einen neuen finanzpolitischen Markstein setzte: „Der Wirtschaft geht es gut, nur die Zahlen sind dramatisch schlecht.“ Also, Kopf hoch. Wir haben, trotz nahezu unbezahlbarer Energiepreise, Inflation, einer massiven Abwanderung der Industrie ins Ausland und einer besorgniserregenden Insolvenzwelle, absolut keinen Grund, mit mulmigem Gefühl in die Zukunft zu blicken. Das wird schon wieder!

Denn Robert hat mit seiner erneuten, aufsehenerregenden Interpretation eine abstürzende Wirtschaft als Erfolg beschrieben und somit die Ankündigung unseres Kanzlers Olaf Scholz nachhaltig bestätigt. „Die Arbeitnehmer konnten im Jahr 2023 feststellen, dass sich Arbeit wieder lohnt. Im kommenden Jahr dürfen wir ein deutliches Wirtschaftswachstum erwarten.“ 

Das allerdings drückt sich jetzt schon beim Arbeitnehmer mit deutlich weniger Geld in der Geldbörse aus und wir stellen fest: in ihren Einkaufswagen der Supermärkte liegt für das gleiche Geld nur noch die Hälfte der Waren, wie noch vor 2 Jahren. Nur keine Panik, würde Robert sagen: Das ist lediglich eine Wahrnehmungsverzerrung. Die Leute bilden sich nur etwas ein. Robert verwahrt sich jedoch energisch dagegen, wenn man seine "Arbeit" schlecht redet. Nun ja, er weiß ja Nancy Faeser (SPD) an seiner Seite, die in Zukunft jeden gnadenlos gerichtlich verfolgen lässt, wenn man schlecht über den Robert redet. 

Gestern kündigte der Bundeswirtschaftsminister den „Reformbooster“ für den Wirtschaftsstandort Deutschland an. Ich fürchte, der Booster wird unserer Wirtschaft einen derartig mächtigen Schub verleihen, dass es zehntausende Firmen über Wupper blasen wird. Anders ausgedrückt: Die Arbeitgeber sind nicht weg, sie sind nur nicht mehr in Deutschland. Hinzu kommt, dass die Bauern auf den Barrikaden sind, weil sie sich in ihrer Existenz bedroht fühlen.

Nicht nur die gesamte deutsche Ökonomie befindet in schwerem Fahrwasser. Noch können sich viele Bürger über Wasser halten, doch die Situation wird sich in Kürze ändern. Denn das wahre Ausmaß des wirtschaftlichen Seegangs mit kaum abschätzbaren Untiefen wird uns allen noch schwer zu schaffen machen.

Miele, BOSCH, BASF, Hoechst, Bayer, Porsche, Continental, Dutzende von Börsen notierten Unternehmen investieren oder verlagern ihre Betriebsstätten bereits ins Ausland und bauen jetzt schon in beängstigenden Größenordnungen Arbeitsstellen ab. Mercedes und VW stellen vorausichtlich die Herstellung von E-Autos komplett ein. BMW reduziert ebenfalls die E-Sparte.  

Hier eine unvollständige Aufzählung weiterer Unternehmen, die Stellen abbauen. Wir sprechen hier von etwa 50.000 Arbeitsplätzen.

Landliebe, ThyssenKrupp, BodyShop, Venator. Magna, HypoVereinsbank, S‘Oliver, DeutscheBank, Ritzenhoff, Viessmann, Galeria, Signa, Meyerburger, Brose, VW Wintershall, SofwareAG, Arko, Hussel, Kärcher, Stiebel Eltron ... usw. usw...

Noch nie in der Geschichte Deutschlands gab es einen Netto-Kapitalabfluss in der jetzigen Größenordnung. Unser Land verliert seit Beginn der Regierungskoalition Unternehmenskapital, während man den Zufluss ausländischer Unternehmen als geradezu mitleiderregend bezeichnen kann. Deutschland hat seine Investitions-Attraktivität vollkommen verspielt, insbesondere auch der hohen Energiekosten und einer Bürokratie wegen, die ihresgleichen sucht.

Machen wir uns nichts vor. Die nächsten Jahre wird es bei vielen Heulen und Zähneklappern geben, denn so unmöglich es ist, dass ein Hochseeschiff bei voller Fahrt eine Vollbremsung hinlegen kann, so unwahrscheinlich es, dass ein Herr Habeck unsere Wirtschaft in 6 Monaten gesundbeten kann. Nun ja, es sind ja nur die Zahlen schlecht. Der Koalition steht ein "blaues Wunder" bevor.   

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