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Der Holländer - Tulpen, Windmühlen, Holzpantinen und Käse - ein Reise-Ratgeber

Bei meinen vielen Reisen stieß ich auf eine bemerkenswerte Spezies, - den Holländer! Was, - so fragt sich jeder Interessierte, macht eigentlich den echten Holländer aus. Im Gegensatz zum Italiener, im Allgemeinen von gnomenhaftem Wuchs und sich von Spaghetti ernährend, ist der Landsmann aus dem Norden eher groß gewachsen, kräftig bis drall und blass, um nicht zu sagen käsig, was man auf den großzügigen Einsatz von Kunstdünger auf den feuchten Feldern zurückführen könnte.

Natürlich ist mir klar, dass nicht alles was hinkt, auch ein echter Vergleich ist. Dennoch –, vergleicht man den Dutchman mit Bewohnern anderer Länder, fällt eines besonders auf: Sie sind ziemlich knickrig, überwiegend halskrank und blond, züchten Tulpen und verkaufen Käse. Sie schnitzen in ihrer Freizeit Holzschuhe und sind in der Regel über 45 Jahre alt. Überdies sind sie die einzigen Lebewesen, die in ihrem Land jede Menge Stauwehre bauen, mit Vorliebe den Wattwürmern zu Leibe rücken und Brackwasserschnecken den Lebensraum nehmen.

Ob es auch junge Holländer gibt und wo sie sich aufhalten, ist bislang wenig erforscht. Es ist lediglich bekannt, dass sie sportbegeistert sind und mit ihren Schlittschuhen auf dem Eis wahnsinnig schnell unterwegs sind, sie oft und gern nach Mallorca fliegen und angeblich trinkfest sein sollen. Der holländische Nationalsport ist Klopps Jesnappen (Fliegende Fischfrikadellen fangen) und Fußball, obwohl der herkömmliche Niederländer überhaupt nicht Fußballspielen kann.

Zwar üben sie schon von Kindesbeinen auf trockengelegten Salzwiesen, sind aber wegen des andauernden Sturms und heftiger Orkanböen gezwungen, den Ball flach zu halten, um ihn den Gegnern durch die Beine zu spielen. Das nennt der Holländer „die Moffen platt an de Platzje voppen“ - vor allem die deutsche Nationalmannschaft mit dem Flachpässen austricksen.

Nur deshalb können die Niederländer auch manchmal gewinnen. Aber wehe, es ist bei einem Turnier zufällig windstill ...! Dann fliegen sie schon in der Vorrunde raus. Um das zu vermeiden, hält er sich schwarze, ballsichere Sklaven aus seinen Kolonialgebieten. Damit sie wie Holländer aussehen, streicht er sie vorher orange an und schickt sie in die Schlacht. „Die Moffen van achtern de Mouken wegkloppen“ - die Deutschen in Manndeckung nehmen heißt dann die Devise, notfalls auch mit Holzschuhen aus Eichenholz geschnitzt - nicht unter Größe achtundvierzig.

Von allen europäischen Nachbarn zählt der sympathische Nachbar aus dem Norden zu den letzten Nomaden unseres Kontinentes. Die Migrationsbewegungen des Holländers zählt neben dem Reiseverhalten der Zugvögel zu den großen europäischen Naturereignissen. Abhängig von Wetterlage und Ferienterminen setzt sich der Niederländer mehrmals im Jahr mit einem Großteil seines Hab und Guts in Bewegung und verlässt sein plattes Land.

Anders als die Zugvögel reist er nicht unbedingt der Wärme und dem Licht entgegen, sondern vorzugsweise überall hin – Hauptsache weg. Was immer er für seine Reise an Fortbewegungsmitteln benutzt, es muss bewohnbar sein. Ob Wohnmobil, Hausboot, Caravan oder Anhänger, mobiles Wohnen ist beim Bewohner an der Nordsee genetisch bedingt.

Besonders beliebt sind die sogenannten Vakaanzije-Huiskes. In diesen extrem langen Wohnwagengespannen macht der Holländer Urlaub. Wenn so ein Ungeheuer an der holländischen Küste geparkt wird, steht das Heck an der Costa Brava. So kann der Holländer prima in seinen Bromfietsen durch ganz Europa schlurfen, ohne sein Wohnzimmer zu verlassen. Manch einer fragt sich, weshalb selbst in Großstädten Bentleys oder Rolls Royce gänzlich im Straßenbild fehlen. Die Antwort ist leichter, als man denkt. Die Karossen sehen mit Anhängerkupplung nicht besonders gut aus.

Hat der Holländer keinen Urlaub, tauscht er den Wohnwagen gegen einen 38-Tonner Sattelzug aus, mit dem Ziel, europäische Autobahnen zu verstopfen, was ihm auch oft gelingt. In Nachbarländern ist man vom Reiseverhalten der Flachlandbewohner so fasziniert, dass man aktuelle Reiserouten und Positionen der Wohnwagenkarawanen stündlich in Radiosendungen vermeldet.

Nur ein Fortbewegungsmittel liebt der Holländer mehr, obwohl er es nicht bewohnen kann und es auch täglich mehrfach ausführt: Das Fahrrad. Man kann mit Fug und Recht behaupten, in Holland hat das Fahrrad mehr für die Frauenbewegung erreicht, als die ganze Emanzipation. Aber es gibt weitere Merkwürdigkeiten. Besonders kurios ist, dass er dabei landestypische Nahrungsreserven mit sich führt: Kleine Plastikeimer mit eingelegtem rohem Hering, den er „Matjes“ nennt, und während der Fahrpausen mit allen Gräten verschluckt.

Das Praktische an der Reiselust der Holländer ist, dass sein plattes, kleines Land im Sommer fast leer ist und viel Platz für den Fremden bietet. Vor allem an den Nordseeküsten und den Inseln, auf denen es zwar noch viel mehr regnet als zu Hause, aber trotzdem ganz hübsch ist. Sobald alle Holländer ihr Land verlassen haben, beginnt der Ansturm aus dem Ausland. Deutsche, Franzosen oder auch Italiener fahren in Gegenden, in denen der Holländer schöne Mühlen aufgestellt oder in endloser Fleißarbeit Kanäle geschaufelt hat, damit er überall mit dem Boot bis vor die Haustür fahren kann. 

Den Aushub aus den Kanälen und Sielen hat er zur Küste gekarrt und entlang der Wasserlinie zu Gebirgen aufgeschüttet, die er Deiche nennt. Sie sollen verhindern, dass die Nordsee über sein Land hinweg bis nach Brüssel schwappt.

Ein bisschen schwierig ist es für den Fremden allerdings, sich in Holland auf den Straßen zurecht zu finden. An jedem Autobahnkreuz zeigt in exakt jede Richtung ein Hinweisschild nach Amsterdam oder Rotterdam. Auch an jeder zweiten Ausfahrt findet man solche Wegweiser. Welche Richtung die kürzeste ist, bleibt ortsfremden Besuchern ein Rätsel.

Noch rätselhafter wird die Orientierung, wenn man in Amsterdam in einem der vielen Cofeshops gemütlich ein Zigarettchen geschmaucht hat. Zwar steigt man hernach beschwingt und völlig entspannt ins Auto, braucht aber im Zustand umnebelter Sinne mehrere Stunden, bis man eine Autobahneinfahrt findet. Sofern man das richtige Kraut erwischt hat, ist einem das aber ziemlich egal.

Von vorne, von hinten, rechts und daneben, gleichgültig wohin man fährt, das ganze Gebiet ist durchzogen mit Grachten, Sielen und Binnenkanälen, kurzum: Wasser und noch mehr Wasser. In Scheveningen kriegt man den Schreck seines Lebens. Wenn man auf den Deich klettert, sieht man auf die endlose, traurige Nordsee, wo das Wasser noch höher steht als das Land. Man muss ziemlichen Mut haben, um dort abends ins Bett zu gehen.

Hohe Geldbußen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sollen der Annahme vorbeugen, Niederlande sei ein kleines Land. Würde man sich mit normaler Reisegeschwindigkeit fortbewegen, wäre man so schnell wieder aus dem Land heraus, dass man sich unweigerlich fragen würde, ob man überhaupt schon drin war. Auch muss ich der weit verbreiteten Behauptung widersprechen, man könne von jedem Punkt Hollands Amsterdam sehen, weil das Land so klein und platt ist. Das stimmt nicht.

Die höchste Erhebung des Landes ist die Gouda-Pyramide in Alkmaar. Erklimmt man den Käseturm, um einen Blick auf Amsterdam zu werfen, versperren Tulpenwälder und Gewächshäuser die Sicht. Nichtsdestoweniger ist es ein Land mit liebenswürdigen Menschen und ganz wunderbaren Merkwürdigkeiten.

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