Donnerstag, 30. August 2018

Campino – Deutschlands am besten bezahlter Opportunist

Das ist doch mal ne Nachricht. Die mediale Empörungswelle über die Vorgänge im Chemnitz haben gerade den Zenit erreicht, und schon springen einige Promis auf die Welle maximaler Profilierungsmöglichkeit auf. Campino will gemeinsam mit der Musikgruppe Kraftclub in Chemnitz ein Benefizkonzert geben. Gegen „Rechts“ – so heißt es. Ganz im Sinne unserer Kanzlerin.



Alle Wetter. Kein Konzert für die vielen ermordeten jungen Frauen? Kein Auftritt zugunsten der Opfer von Bluttaten und Vergewaltigungen? Würde seinem „Benefizgedanken“ nicht auch das Motto: „Für eine friedliche Welt“ gut anstehen? Könnte er nicht auch auf die Idee gekommen sein, die Angehörigen der Gemeuchelten als Anlass für seine öffentliche Sangeskunst zu nehmen? Ich empfehle ein passenderes Motto: Leichenfeste sind das Beste. Aber einem pietätlosen Banausen kann man nicht erklären, was Anstand ist. Ausgeschlossen.

Nein, dieser Pseudo-Altruist möchte „all den Menschen, die von Neonazis angegriffen wurden, zeigen, dass sie nicht alleine sind." Bei allem Respekt, aber dieses Vorzeige-Radis‘chen scheint keine Hemmungen zu kennen, sich mitsamt seinen „Toten Hirnen“ in den Vordergrund zu spielen. Benefizkonzert! Schon im Zusammenhang mit den blutigen Ereignissen der Vergangenheit, empfinde ich maximalen Brechreiz und habe alle Mühe, mein Magengrummeln zu unterdrücken.

Kaum anzunehmen, dass der Publikumsliebling und Top-Verdiener den Auftritt in Chemnitz aus der eigenen Tasche finanziert. Im Ministerium für Sonderausgaben wird ganz sicher ein Budget zur Verfügung stehen, das keiner kennt. Notfalls werden später noch die Benefiz-Mitschnitte als Tonträger unter die Leute gebracht. Natürlich macht das was her, wenn dieser Ex-Revoluzzer großkotzig ankündigt: Eintritt für alle frei. Ein drei mal Hoch für Deutschlands Spitzenheuchler.

Richtig bitter aber ist, dass dieser konformistische Trauerfall mit hoher Wahrscheinlichkeit schon wegen des Spektakels ganze Heerscharen von Fans anlocken und der Platz vor der Büste Karl Marx füllen wird. Sie werden zu Tausenden kommen. Nicht etwa wegen seines aufgeblasenen Mottos „Kampf gegen Nazis“ oder „Widerstand gegen die Rechten“, sie werden kommen, weil Campinos Auftritt nichts kostet. Sie kämen auch, würde der Entertainer sein Konzert mit der Losung: „Rettung kranker Schildkröten“ oder „Hilfe für behinderte Nashörner“ stattfinden lassen. Einer, der Sekt gleich eimerweise trinkt und fades Wasser predigt, ist per se suspekt.

Wie tönt es derzeit aus allen Medienkanälen, Journalisten- und Politikermündern? Rechtsradikale hätten den Mord an dem 35-jährigen Daniel H. instrumentalisiert, um ihre Gewalt zu rechtfertigen. Nun macht Campino mit seinen toten Hosen ja nichts anderes. Er instrumentalisiert den Popanz auf den Straßen von Chemnitz, und zwar mit 10.Tausend-Watt auf der Bühne. Die schamlose Verlogenheit, mit der dieser singende Rohrkrepierer sein politisches Anliegen mit Kommerz und persönlicher Public Relation verbindet, um sich gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern, das treibt mir das Mittagessen von Vorgestern aus dem Magen.

Mit von der Partie sind Rapper Marteria, Feine Sahne Fischfilet und Trettman, die im Windschatten des singenden Regierungsschleimers einen größeren Bekanntheitsgrad erhoffen. Huren, die zu Gattinnen einflussreicher Herren aufsteigen wollen, verhalten sich nicht anders. Sie nutzen jeden Freier, der ihnen die Gelegenheit dazu bietet, sich in die Gesellschaft hochzuvögeln.   

Nichtsdestotrotz, angeblich haben sich schon Tausende Facebook-User fürs Konzert angesagt. Man kanns ihnen nicht verdenken. Ob sie aber beim Rappen und Tanzen den vorgeschobenen Sinn der Veranstaltung würdigen, oder gar ernst nehmen, darf getrost bezweifelt werden. Der  Totentanz wird zum Sauf-Event. Denn beim abrocken geht es nicht um die Nazis, nicht um Hooligans und schon gar nicht um die Opfer. Weder bei Campino, noch bei den Fans. Mich hat gerade der Ekel überwältigt.


Immer mehr Frauen wählen Rechts – die Politik hat nicht verstanden

Ausgerechnet die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung präsentierte ein Papier, das mit seinem Inhalt mehr Sprengkraft in sich birgt, als es so manchem Politiker lieb sein könnte. Frauen orientieren sich mehr und mehr nach rechts und wenden sich der AFD zu. Wie die Stiftung betonte, rennen insbesondere junge Frauen der Partei die Bude ein, um es salopp zu formulieren. Ihr Anteil liegt signifikant über 50 Prozent im Vergleich zu Männern.


 Noch deutlicher sind die Entwicklungen in Frankreich, Griechenland, Polen und Schweden. In allen genannten Ländern wurde beobachtet, dass sich der Anteil der Zuwendung von Frauen hin zu rechtspopulistischen Parteien deutlich erhöht hat. In Polen wählen sogar mehr als 40 Prozent der Frauen die rechtskonservative Partei „Prawo i Sprawiedliwsc (PIS). Überraschend, doch durchaus erklärbar, wenn man denn genauer hinschauen will.

Das Ergebnis der „FES“ lässt mich einen Schwenk zur gestrigen Talksendung von Frau Maischberger vollziehen, jedoch nicht ohne die neueste Entwicklung an der investigativen Front über unseren Messerstecher in Chemnitz zu unterschlagen. Denn was hier wieder einmal von Politikern unter dem Deckel gehalten wird, könnte das Phänomen des „Chemnitzer Aufstandes“ zwar nicht erklären, aber zum Handeln auffordern. Unübersehbar ist, kein Mensch will sich dem Alptraum einer mittelalterlichen Religion, die Frauen unterdrückt, westliche Lebensgewohnheiten bis aufs Blut hasst, wegen verletzter Ehre mordet oder Christen verabscheut, aussetzen und sich eine Steinzeit-Kultur aufzwingen lassen. 

Das Bürgerempfinden spiegelt sich in ihrer Reaktion wie bei einem Seismographen vor einem Erdbeben. Männer neigen eher dazu, draufzuhauen, Frauen reagieren langfristig aber gewaltlos. Sie wählen anders. Doch das ficht weder in Maischbergers Runde jemanden an, noch scheint es im Bewusstsein der Presse oder bei den Regierenden eine Rolle zu spielen. Bei einer solch gravierenden Neuorientierung der Frauen, spielen nicht nur soziale Aspekte, sondern auch massive Ängste eine Rolle, ein tief verankertes Verlangen, was von der Politik immer noch sträflich vernachlässigt wird.

Doch schlagen wir einen Bogen zum gestrigen Maischberger-Event, zumal er ein Paradebeispiel für Ignoranz von Tatsachen darstellte. Der Talk entwickelte sich dem Thema entsprechend voraussehbar. Während in Maischbergers Runde gestern zur zweitbesten Sendezeit sich Zweit-Liga-Kombattanten gegenübersaßen und über die „braune“ Chemnitzer Brut debattierten, war den Anwesenden nicht nur bekannt, dass die Bluttat von einem hoch kriminellen Iraker begangen wurde. Denn bei dem Mörder handelte es sich also um einen bekannten Mehrfachtäter, der längst hinter schwedischen Gardinen hätte sein müssen. 

Stattdessen Krawalle, Hitlergrüße, Hetzjagden. Frauen kommen da nicht vor. Höchstens als Opfer, aber auch das nur nebenbei. Neonazis und braune Brut waren die bestimmenden Schlagworte. Die Teilnehmer der Talkrunde sind schnell abgehakt. Wolfgang Bosbach, der CDU-Rentner beteiligte sich mit bekannt sachlicher Zurückhaltung ebenso wie sein Gegenüber Christoph Schwennicke, Chefredakteur von CICERO. Neu in der Runde, Toralf Staud, eine linke Berufszecke, außen blond, innen dunkelrot, was bei Zecken schon aus Gründen ihrer Ernährung nicht überraschend ist. Der Wunsch, ja der Anspruch nach Ordnung und Sicherheit fehlen in dessen Vokabular vollständig. Die Begriffe werden mit Drohungen vor rechter Gewalt kompensiert. Sein rechtslastiger Bezichtigungseifer rührt vermutlich aus seiner Jugend, weil er damals auf dem Schulhof vermutlich andauernd Dresche bekommen hat.

Stauds apodiktische Beiträge und Statements tauchen Sachsen mitsamt ihren Einwohnern in eine dunkelbraune Brühe unterentwickelter Nazihorden, wobei er ein Schwarz-Weiß-Bild zeichnete, das jeden gut ausgebildeten Soziologen auf die Palme gebracht hätte. Unerträgliche Berufsschwätzer und Phrasendrescher wie beispielsweise der Ministerpräsident Kretschmer haben einen großen Anteil am so genannten "Chemnitzer Aufstand." Schwamm drüber. 

Mit Verspätung trafen dann die restlichen Gäste ein, allen voran das Highlight gelebter Inkompetenz Bettina Gaus von der „taz“, eine Ex-Kollegin von Toralf, dem Erbarmungslosen. Selbst ein AFD-Abgeordneter war von Maischberger geladen worden, dem man den Begrüßungshandschlag verweigerte. Timo Chrupalla. Er diente, wie es nun mal in solchen Polit-Talks üblich ist, als Kanonenfutter für die anderen. Er durfte drei vollständige und 4 Halbsätze bilden. 

Was folgte, war eine konzertierte Kommentierung der Chemnitzer Straßenschlachten und üblen Ausländerhetze, bei der zwar kein Fenster zu Bruch ging, kein Auto abgefackelt wurde und kein Vandalismus stattfand, aber infernalische Bilder zeichnete. Eine Retortendiskussion. Einzig diese Bettina, die mit der Attitüde Fleisch gewordener Allwissenheit sich in ihrem Walla-Walla-Gewandt auf die Talk-Couch lümmelte und mit großem Gestus und majestätischer Intonation den 5.000 Mann starken Mob in Chemnitz geißelte, sorgte bei den anderen Anwesenden mimische Überwindung, beifällig zuzustimmen. 


Während sich deutsche Politiker durchweg gegen Pauschalverurteilungen gegen Fremde verwahren und bei kaum einem öffentlichen Auftritt zu betonen versäumen, undifferenzierte Ablehnung unserer Sozialgäste zu verurteilen, ergehen sich die eben gleichen politischen Wortakrobaten in wahre Pauschalisierungsorgien, wenn es um das Thema Chemnitz und ihr rechtes Gesindel geht. So auch bei Maischberger. Es schien, als kämpften die Anwesenden um die schönsten Verallgemeinerungen. Gerne lasse ich mir von einem der Partei-Intellektuellen erklären, in welcher Hinsicht sich die gute von der schädlichen Pauschalisierung unterscheidet.

Glauben Politiker, Talkmaster, Parteibonzen wirklich, dass mit der Umlenkung von Sichtweisen, mit dem Slogan, dass der Islam zu Deutschland gehöre, dass mit der Relativierung von Messerattacken, die Gemüter zu beruhigen sind, wenn der Schwerpunkt der Empörung auf das Verhalten seiner Bürger gelenkt wird. Ich fürchte, unsere Damen und Herren im Bundestag haben noch Einiges nicht verstanden. Sie sollten daher einen Blick in Tilo Sarazins gerade erschienenes Buch werfen. „Der Islam bedroht die westliche Gesellschaft.“ Ach ich vergaß…, Politiker wissen alles ja besser…




Werbung

aktuelle Artikel

Für den meist gesuchten Mafia-Boss der Welt wird es eng

Die italienische Staatsanwaltschaft verhafteten zwei Unternehmer und Vertraute des Mafiabosses aus Sizilien. Bei der Razzia in Trapani wurde...