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Campino – Deutschlands am besten bezahlter Opportunist

Das ist doch mal ne Nachricht. Die mediale Empörungswelle über die Vorgänge im Chemnitz haben gerade den Zenit erreicht, und schon springen einige Promis auf die Welle maximaler Profilierungsmöglichkeit auf. Campino will gemeinsam mit der Musikgruppe Kraftclub in Chemnitz ein Benefizkonzert geben. Gegen „Rechts“ – so heißt es. Ganz im Sinne unserer Kanzlerin.



Alle Wetter. Kein Konzert für die vielen ermordeten jungen Frauen? Kein Auftritt zugunsten der Opfer von Bluttaten und Vergewaltigungen? Würde seinem „Benefizgedanken“ nicht auch das Motto: „Für eine friedliche Welt“ gut anstehen? Könnte er nicht auch auf die Idee gekommen sein, die Angehörigen der Gemeuchelten als Anlass für seine öffentliche Sangeskunst zu nehmen? Ich empfehle ein passenderes Motto: Leichenfeste sind das Beste. Aber einem pietätlosen Banausen kann man nicht erklären, was Anstand ist. Ausgeschlossen.

Nein, dieser Pseudo-Altruist möchte „all den Menschen, die von Neonazis angegriffen wurden, zeigen, dass sie nicht alleine sind." Bei allem Respekt, aber dieses Vorzeige-Radis‘chen scheint keine Hemmungen zu kennen, sich mitsamt seinen „Toten Hirnen“ in den Vordergrund zu spielen. Benefizkonzert! Schon im Zusammenhang mit den blutigen Ereignissen der Vergangenheit, empfinde ich maximalen Brechreiz und habe alle Mühe, mein Magengrummeln zu unterdrücken.

Kaum anzunehmen, dass der Publikumsliebling und Top-Verdiener den Auftritt in Chemnitz aus der eigenen Tasche finanziert. Im Ministerium für Sonderausgaben wird ganz sicher ein Budget zur Verfügung stehen, das keiner kennt. Notfalls werden später noch die Benefiz-Mitschnitte als Tonträger unter die Leute gebracht. Natürlich macht das was her, wenn dieser Ex-Revoluzzer großkotzig ankündigt: Eintritt für alle frei. Ein drei mal Hoch für Deutschlands Spitzenheuchler.

Richtig bitter aber ist, dass dieser konformistische Trauerfall mit hoher Wahrscheinlichkeit schon wegen des Spektakels ganze Heerscharen von Fans anlocken und der Platz vor der Büste Karl Marx füllen wird. Sie werden zu Tausenden kommen. Nicht etwa wegen seines aufgeblasenen Mottos „Kampf gegen Nazis“ oder „Widerstand gegen die Rechten“, sie werden kommen, weil Campinos Auftritt nichts kostet. Sie kämen auch, würde der Entertainer sein Konzert mit der Losung: „Rettung kranker Schildkröten“ oder „Hilfe für behinderte Nashörner“ stattfinden lassen. Einer, der Sekt gleich eimerweise trinkt und fades Wasser predigt, ist per se suspekt.

Wie tönt es derzeit aus allen Medienkanälen, Journalisten- und Politikermündern? Rechtsradikale hätten den Mord an dem 35-jährigen Daniel H. instrumentalisiert, um ihre Gewalt zu rechtfertigen. Nun macht Campino mit seinen toten Hosen ja nichts anderes. Er instrumentalisiert den Popanz auf den Straßen von Chemnitz, und zwar mit 10.Tausend-Watt auf der Bühne. Die schamlose Verlogenheit, mit der dieser singende Rohrkrepierer sein politisches Anliegen mit Kommerz und persönlicher Public Relation verbindet, um sich gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern, das treibt mir das Mittagessen von Vorgestern aus dem Magen.

Mit von der Partie sind Rapper Marteria, Feine Sahne Fischfilet und Trettman, die im Windschatten des singenden Regierungsschleimers einen größeren Bekanntheitsgrad erhoffen. Huren, die zu Gattinnen einflussreicher Herren aufsteigen wollen, verhalten sich nicht anders. Sie nutzen jeden Freier, der ihnen die Gelegenheit dazu bietet, sich in die Gesellschaft hochzuvögeln.   

Nichtsdestotrotz, angeblich haben sich schon Tausende Facebook-User fürs Konzert angesagt. Man kanns ihnen nicht verdenken. Ob sie aber beim Rappen und Tanzen den vorgeschobenen Sinn der Veranstaltung würdigen, oder gar ernst nehmen, darf getrost bezweifelt werden. Der  Totentanz wird zum Sauf-Event. Denn beim abrocken geht es nicht um die Nazis, nicht um Hooligans und schon gar nicht um die Opfer. Weder bei Campino, noch bei den Fans. Mich hat gerade der Ekel überwältigt.


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