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Quotencrash - Dunja Hayalis Rentnershow


Es ist ja nicht so, als sei das Thema Altersarmut in diesen Zeiten ein Quotenkiller, zumal es zu viele in unserem Land betrifft, die mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Gestern Abend lief die zweite Ausgabe der ZDF-Talkshow "Dunja Hayali". Die nur schwer ertragbare MoMa-Moderatorin holte am Mittwochabend die niedrigste Quote in der Talk-Format-Geschichte.



Überraschend ist es nicht, dass die militant-linke Opportunistin mit ihrer Sendung auf die buchstäbliche Schnauze gefallen ist, hat sie es mit ihrem links-pädagogischen Impetus doch ein wenig übertrieben. Dunja, das synapsenarme Plappermäulchen hat sich auf die Spur von Senioren begeben, die es zwischen Renteneintritt und Rollator noch einmal richtig krachen lassen. Mit der Frage: „Wie geht es ihnen denn tatsächlich, den deutschen Rentnern?“ wartete sie mit einem Kaleidoskop völlig hirnrissiger Beispiele auf. 

Mit geradezu bilderbuchmäßigen Beispielen liquider Pensionäre, die sie über die Bildschirme flimmern ließ, führt sie dem Publikum und den etwa 63 Prozent deutschen Rentnern unterhalb der Armutsgrenze vor, wie man seinen Lebensabend munter gestalten kann. Die geradezu infame Staatspropaganda, mit der diese Halali der dösigen Fernsehgemeinde glauben machen wollte, dass es den Deutschen im Alter gar nicht so schlecht geht. Zu Hilfe kam ihr ein inzestuöser Unglücksfall parteipolitischer Genese, der in der Person von Andrea Nahles in strammer Gesäßbreite auf der Talkcouch Platz genommen hatte, um sich mit einer Wuppertaler Rentnerin auseinanderzusetzen. 
  
Anita Pixberg, so hieß die rüstige Dame, die nach 33 Jahren Arbeit mit 823 Euro Rente monatlich abgespeist wird, nachdem sie drei Kinder großgezogen hat. Jeden Euro muss sie mehrfach umdrehen, bevor sie ihn ausgibt, und doch gibt sie ihren Enkeln sogar noch ein bisschen Taschengeld von ihrer Rente ab. Ganz sicher könnte sie beim Amt eine Grundsicherung beantragen. Doch sie gehört zu einer Minderheit, muss sie sich sagen lassen, wie 550.000 Rentner auch. Was Frau Nahles vergisst, ist die Tatsache, dass 40% aller Senioren eben diesen Anspruch haben, aber stattdessen Pfandflaschen sammeln, anstatt zum Amt zu gehen. Es sind Scham und Selbstwert, was die Alten dazu treibt, in Mülltonnen zu wühlen. Nun ja, Ersteres fehlt der SPD-Politikerin gänzlich.

Angstmachen findet die SPD-Chefin Nahles in der Diskussion falsch, meint sie in süffisant-überheblichen Ton. Und überhaupt käme demnächst der zweite Teil der Mütterrente. Darüber sollte sich doch Mutti Pixberg freuen. Dass ihr dieser Zuschlag von der Grundsicherung gleich wieder abgezogen wird, erwähnt sie nicht. Wäre ja auch peinlich. Auf die Frage, weshalb Politiker und Beamte nicht in die Rentenkassen einzahlen, fällt dieser roten Zumutung ziemlich schmallippig nur der alte Bismarck ein, der das damals so geregelt habe. Schulterzucken, Klappe zu, Affe tot.

Und dann zieht Dunja wie zum Beweis der Richtigkeit Nahles'scher Weisheit, dass alles eigentlich gar nicht so schlimm sei, ihre Show mit den betuchten Pensionären ab. „Mit dem Zweiten reist man besser“, eine Unterhaltungssendung des ZDF, für das zum Halali geblasen wurde. Eine Gruppe betagter Silver Ager durfte auf ZDF-Kosten auf Weltreise gehen. Natürlich nicht uneigennützig, schließlich braucht das ZDF Quote und die Zielgruppe der mittellosen Rentner vor der Glotze ist riesig. Und nachdem wir erfahren haben, wie sich Weltreise mit 80-Jährigen anfühlt, folgte die nächste halalische Unerträglichkeit des Seins.

Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm, keine Ahnung, wer den wiederbelebt und vor die Kamera getragen hat, konstruierte hanebüchene, ja abstruse Rechenexempel, mit der er das deutsche Rentenniveau in beschönigende Metaphern verpackte. Der Mann, längst jenseits von Gut und Böse und bar jeder Realität, stand Dunja Rede und Antwort, dessen Quintessenz darin gipfelte, dass der Durchschnittsrentner heute auf höherem Einkommensniveau stünde, als zu seiner Zeit. Es ist evident, dass der Kerl mit seiner "sicheren Rente" akut an "Altersheimer" leidet.

Dann folgte das Highlight! Schöner Wohnen ab 1.000 Euro aufwärts. Ohne Nebenkosten, versteht sich. In dem Städtchen Uhlenbusch /Schleswig-Holstein entsteht gerade ein Wohndorf für betuchte Rentner, die in altersgerechte Wohneinheiten und Bungalows einziehen. Die örtliche Sparkasse hat mitgemischt. Doch Bankhäuser sind selten altruistisch, ohne Kapital geht auch bei humanitären Geldhäusern nichts. Mutti Pixberg muss freilich draußen bleiben. Sie wird froh sein, wenn sie 400 Euro Miete aufbringen und im Winter die Heizkosten bezahlen kann. Von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben will ich erst gar nicht sprechen.

Bei solchen Sendungen bleibt einem der Atem weg, mit welcher Arroganz und überheblicher Attitüde man dem Wahlvolk vorführt, wie gut es uns im Alter gehen wird. Da möchte man angesichts solch selbstgefälliger Lehrbeispiele zu gerne erst zur Schrotflinte, danach zum Jagdhorn greifen und beim Treffer das Halali-Signal blasen: Sau tot. Wer die Melodie noch nicht kennt, möge das Video abspielen....



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