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Der Gipfel-Fritz in Afrika

 Ich wills mal so sagen: Seit unser Fritz beherzt die Geschicke unseres Landes mit alternativer Kompetenz bestimmt, möchte ich an dieser Stelle nicht nur seine wesentlichen Verdienste würdigen, sondern die herausragenden „Milestones“ seines Wirkens ästimieren.

In weniger als drei Monaten hat sich unser aller Kanzler einen Namen gemacht, der in die Annalen der politischen Geschichte Deutschlands eingehen wird. Insider nennen ihn mittlerweile liebevoll den Reinhold Messner des Kanzleramtes. Was ist der Mann doch emsig. Es gibt auf den verschiedenen Kontinenten nahezu keine Erhebung mehr, die unser Gipfel-Fritz nicht bestiegen, erklommen oder erklettert hätte. Sprechen wir es doch einmal aus: Nichts verschafft einen besseren Überblick über die katastrophalen Probleme im eignen Land, wenn man aus luftiger Höhe nach unten aufs darbende Volk schaut. Das erklärt auch die schwindelerregende Kletter-Affinität unseres Kanzlers.

Migrationsgipfel, Autogipfel, Krisengipfel, Mittelstandsgipfel, Chemiegipfel, Stahlgipfel und Finanzierungsgipfel. Gerade aus dem Regenwaldgipfel in Brasilien ins Kanzleramt zurückgekehrt, nahm er sich der nächsten Herausforderung an. Jetzt hat er sich Afrika vorgenommen. Es gilt, das Weltklima zu retten, den Welthunger zu bekämpfen, den Weltfrieden zu sichern und gegebenenfalls Fahrradwege im Kongo und Gabun zur Verbesserung der weltweiten Mobilität zu finanzieren. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hut ab vor den alpinistischen Meisterleistungen.

Schon bei den diversen Spendengalas in Kiew zum Wohle notleidender Oligarchen konnte Fritz beweisen, was in ihm steckt. Auch dort in der Ukraine gelten unsere deutschen Politiker als spendenfreudige Spitzenreiter in der Welt, was mich zu der Idee bringt, die nächsten Galas zugunsten Kiews nicht vor Ort abzuhalten, sondern im RTL zu übertragen. Dann hätte der gewöhnliche deutsche Steuerzahler auch einmal die Gelegenheit, sich im Rahmen einer Eurovisionssendung mit einem namhaften Betrag öffentlich zu profilieren. Kehren wir zurück zu Fritz.  

Auf dem Afrika-Summit treffen sich dieses Mal allerdings nur die Regierungschefs der Schwellen- und Dritte-Welt-Länder, die von klimabedingter Armut bedroht sind, was die Anwesenheit des neu hinzugekommenen deutschen Schwellenlandvertreters zur Pflichtaufgabe macht. Es verwundert daher nicht, wenn Trump, Putin, Xi-Ping und andere finanzstarke Schwergewichte am Gipfeltreffen der Armen dieser Welt nicht teilnehmen. So bleiben auch nahezu alle Länderchefs dem Afrika-Summit fern, deren Staatshaushalte nicht so stark unter der massiven Erderwärmung leiden oder von Dürrekatastrophen heimgesucht werden und daher noch nicht in Schieflage geraten sind.    

Als neues Mitglied mittelloser Nationen brach nun auch unser Regierungschef zu seiner längsten Dienstreise seit seiner Vereidigung vor gut einem halben Jahr auf. Erstmals besucht Friedrich Merz den schwarzen Kontinent. Von vier Nächten, die eingeplant sind, muss er allerdings zwei Nächte aufgrund eines sehr begrenzten Angebots angemessener Unterkünfte im Regierungsflieger verbringen. Doch auch diese Unbequemlichkeiten nimmt Fritz in Kauf, denn es warten dieses Mal gleich zwei Barmherzigkeits-Gipfel innerhalb von drei Tagen auf den CDU-Chef.

Seine anstrengende Auslandsreise nach Afrika ist umso höher einzuschätzen, da er trotz ungelöster Probleme im eigenen Land kaum noch zumutbare Beschwerlichkeiten auf sich nimmt. Selbst der noch nicht beigelegte Rentenstreit und die vielfältigen Koalitionsprobleme können ihn von seiner Mission in Afrika nicht abhalten, die Welt als großzügiger Geldgeber und engagierter Weltenretter mit deutschen Wohltaten zu beglücken. "Ich reise nicht zum Gipfel - ich bin der Gipfel", soll er beim Abflug nach Afrika gesagt haben. 

Die erste Station ist Südafrikas Wirtschaftsmetropole Johannesburg, wo am Samstag und Sonntag der G20-Gipfel stattfindet. Einen Tag später bricht Merz nach Angola auf, ein Land, in dem die Bürger schon seit Jahren unter chronischem Geldmangel, Hungersnöten und – wie auch bei uns in Deutschland, unter infernalischer Hitze leiden. Fritz, unser deutscher Samariter, im Zentrum des Leides und des Elends. Ich erlaube mir an dieser Stelle ein Bonmot:

"Der Weltuntergang ist wieder nah - dieses Mal in Afrika."

Wie schon erwähnt, hat das Treffen vor allem durch eine Serie von Absagen führender Industrie- und Wirtschaftsnationen für Aufsehen gesorgt. Denn in beiden Großveranstaltungen geht es jetzt um das zentrale Thema der deprimierenden Armut, unter der die meisten Länder des schwarzen Kontinents ächzen, sowie die Entlastung ihrer Schulden und Zinslasten. Natürlich gehört es zu den vornehmsten Aufgaben unseres Kanzlers, auch in Afrika proaktiv das Klima mit einigen Milliarden Euro und allem Nachdruck zu bekämpfen. Ich bin jedoch der Meinung, eine Schiffsladung mit bunten Sonnenschirmen hätten es auch getan. 

"Den Menschen eine neue Perspektive geben", wenn schon nicht in Deutschland, dann wenigstens in Afrika, – so heißt der Leitgedanke, mit dem Fritz mit ähnlich zupackendem Engagement wie im brasilianischen Regenwald, sein pekuniäres Füllhorn über Togo, Angola sowie Eritrea, Ruanda und Burundi oder auch Nigeria ausschütten wird. Das afrikanische Motto: "Solidarity, Equality, Sustainability" ist für die mehrheitlich korrupten Regierungschefs vielversprechend. Bemerkenswert ist auch, dass „Summit-Fritz“ als gern gesehener Vertreter eines führenden europäischen Schwellenlandes weitere verarmte Freunde gewinnen will.

Nun ist es ja nicht so, als würden Deutschlands Bürger nicht auch wegen leerer Kassen, überbordender Steuerlasten, ungelöster Rentenprobleme, desolater Infrastruktur und fortschreitender Verelendung ihrer Großstädte zuhauf resignieren – aber Verantwortung ist schließlich Verantwortung – und Fritz übernimmt sie beherzt, nur eben woanders. Natürlich sorgt die Reise des Gipfel-Fritz unter den Steuerzahlern hierzulande für einen gewissen Unmut, zumal die mächtigsten Staaten der G20-Gruppe führender Industrieländer nicht im Traum daran denken, ihrem schönen Geld weitere Penunzen hinterherzuwerfen. Hinzu kommen Absagen der Staatschefs Argentiniens, Mexikos und Saudi-Arabiens.

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will die Geldverteilungsorgie in Schwarzafrika sogar ganz boykottieren, weil sie der südafrikanischen Regierung schwere Repressionen gegen weiße Farmer vorwirft. Südafrika weist zwar die Vorwürfe, dass Bio-Afrikaner reihenweise weiße Afrikaner und Christen meucheln, als unbegründet zurück. Machen wir uns doch endlich ehrlich: Für unsere deutsche Regierung sind solch diskriminierenden Vorwürfe reiner Populismus und maßlos übertrieben, zumal unsere heimischen Christen in Städten wie Berlin, Duisburg, Gelsenkirchen oder auch Augsburg tagtäglich blutige Schicksale erleiden und sich - außer der AfD, kein Politiker darüber aufregt.

Merz will den Besuch in Johannesburg außerdem nutzen, um die Partnerschaft zu Afrika gerade im wirtschaftlichen Bereich zu vertiefen, so heißt es in der öffentlichen Verlautbarung. Seine Teilnahme sei ein Zeichen der Wertschätzung für den Kontinent, wo erstmals ein solcher Gipfel stattfindet. Wollen wir hoffen, dass Fritz irgendwann in ferner Zukunft sämtliche politischen Notstandsgipfel erklommen hat, damit er sich anschließend den anstehenden Regierungsaufgaben in Deutschland widmen kann. 

Doch übermorgen steht für Gipfel-Fritz bereits die nächste Besteigung in der Schweiz an. Ich fürchte, Deutschland muss sich noch in Geduld üben. Pecunia non olet, sagte schon der alte Lateiner, wenn Fritz seine Eurogaben in der Welt verteilt und seiner Verweigerung, sich für deutsche Belange einzusetzen, gewichtige Worte folgen lässt und spektakuläre Vorhaben ankündigt. Zum Beispiel den nächsten Gipfel, die Stahl-Armierung sämtlicher Brandmauern oder die rote Rentenreform.

                                           

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