Im Sitzungssaal des Berliner Bürgermeisters herrschte eisige Stimmung, ja, man kann sogar sagen, Kai Wegners politischer Sensenmann saß bereits am Kopfende des Konferenztisches und schärfte mit einem Wetzstein genüsslich die gebogene Schneide seines Arbeitswerkzeugs. „Ich hab‘ eine Idee“, durchbrach eine zaghafte Stimme die Friedhofstille im Sitzungssaal. Alle Senatsaugen richteten sich hoffnungsvoll auf das Blondchen Iris Spranger, Innensenatorin und rote Speerspitze des regierenden Bürgermeisters. Während Kai angesichts der hoffnungslosen Frostlage und des scharfen Gegenwindes aus der CDU-Parteispitze in tiefer Agonie und mit gequälter Miene dumpf vor sich hinbrütete, kicherte Franziska Giffey glucksend auf. „Wir hatten seit der Senatsbildung noch nie eine gute Idee“ , gab sie mit ihrer Kleinmädchenstimme zu bedenken. Giffeys Galgenhumor traf auf wenig Resonanz, was sie dazu veranlasste, noch einmal nachzulegen. „Wir haben ja geseh...
Kai Wegner benötigte geschlagene 10 Stunden, bis er sich nach dem „Stromkollaps“ endlich durchringen konnte, sich an die Bevölkerung zu wenden. Nicht etwa mit einem professionell erstellten Maßnahmenkatalog, einem schlüssigen Evakuierungsplan oder einer sauber koordinierten Unterbringungsstrategie für besonders hilfsbedürftige Personen. Wie sagte er nach 10 Stunden synaptischer Lähmung der Presse? „Ich habe mich eingeschlossen und Telefonate geführt und koordiniert.“ Ich sehe es bildhaft vor Augen, wie Kai im Bewusstsein katastrophaler Folgen mit seinem Mitarbeiterstab einen Notfallplan zur Verharmlosung eigenen Versagens im Sitzungszimmer diskutierte. Man braucht keine Fantasie, um sich vorzustellen, wie die Rettungsmaßnahmen der eigenen Wiederwahl außer Kontrolle gerieten und in eine monströse Idee mündeten. „Wir brauchen eine Geschichte“, so muss wohl Kais Forderung an seine ebenfalls panischen Senatsmitglieder am Tisch gelautet haben. "Wir benötigen schnellstens aktivistisc...