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Die Bundeswehr an der dänisch-amerikanischen Frontlinie Grönland

Heute Morgen gegen 9 Uhr hat die Mission Grönland begonnen. Vom Fliegerhorst Wunstorf ist eine Transall mit 13 schwer bewaffneten deutschen Soldaten gestartet, um, wie unsere Nachrichtensender gerade mitteilen, einer möglichen, feindlichen Übernahme durch die USA zuvorzukommen. Überdies soll die europäische Präsenz in der Arktis gestärkt werden.

Unsere „Bunte Wehr“ bildet die Vorhut, schwärmt auf Grönland aus und wird mit mehreren Schlittengespannen, bestehend aus 24 Rauhaardackeln, in schussfesten Mäntelchen, die 2,1 Millionen Quadratkilometer Eiswüste gegen einen eventuellen amerikanischen Angriff verteidigen. Um dem geneigten Leser die Größenverhältnisse ein wenig näher zu bringen: Bayern, mit 70.000 Quadratkilometer Fläche das größte Bundesland, ist also nur ein Dreißigstel so groß wie Dänemarks Appendix im Norden. Da haben die Jungs 'ne Menge zu tun! Ich bin sicher, Paul Ronzheimer wird uns auf dem Laufenden halten. Angeblich soll er schon vor Ort sein.

Alleine der Begriff „Erkundung“ im Zusammenhang mit dem gewaltigen Ausmaß Grönlands, bei der die Längen-Entfernung von einem bis zum anderen Ende der Insel etwa 2.500 Kilometer (2-mal Kiel – München – hin und zurück) und die Breite etwa 1.000 Kilometer betragen, darf man den Verteidigungsauftrag als echte Challenge bezeichnen. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass die Temperaturen im nördlichen Teil des Archipels schnucklige Minus 40 Grad betragen, bedarf es mindestens eines Dutzends ökologisch unbedenklicher Wärmepumpen aus dem Habeckschen Gebläse-Arsenal für Notfälle, um der Eiseskälte in abgelegenen Regionen zu trotzen, - schon des Klimaschutzes wegen.

Nun ja, auch „abgelegen“ ist ein relativer Begriff. Genauer gesagt ist Grönland eine Metapher für „beinahe unbewohnt“ und somit sind auch lauterbach‘sche Aufwärmstationen mit Bollerofen, Suppenküchen und heißem Tee nur dünn gesät. Nein, ich will jetzt nicht päpstlicher sein als der Papst, nichtsdestoweniger hätte ich unseren Boris gerne gefragt, welche Zeit für die Erkundungs- und Verteidigungsmission von unserer Regierung veranschlagt und ob auch auch während der Wochenenden für attraktive Abwechslungs- und Entspannungsmöglichkeiten für unsere Einsatzkräfte gesorgt wird.

Denn die zu verteidigende Fläche Grönlands dürfte bei der Entsendung unserer Soldaten für unseren Führungsstab eine erhebliche Herausforderung hinsichtlich Truppenstärke und Ausstattung gewesen sein. Immerhin kam man im NATO-Hauptquartier und auf der Hardthöhe zum Ergebnis, dass13 Mann, 22 Rauhaardackel, vier Lastenschlitten sowie zwei Reserve-Dackel ausreichen sollten, um Grönland für eine vernünftige Verteidigungsstrategie gegen die USA komplett in den Griff zu bekommen.                    

Der Erkundungsvorstoß des Kommandos „Arctic Sentry“ könnte auch gewisse Bekleidungs-Irritationen ausgelöst haben, da sich Armeeangehörige eines Landes nicht in Kampfuniform und Hoheitszeichen auf fremden Territorien aufhalten dürfen. Denn das Völkerrecht kennt in dieser Hinsicht enge Grenzen, die einzuhalten sind. Somit hat sich wahrscheinlich auch die Frage gestellt: Dürfen deutsche Soldaten Dänemarks nördlichste Insel im klassischen „Nato-oliv“ erkunden? Oder sollten sie besser regelkonform eher neutral, – also in regenbogenfarbenen oder rosaroten Plissee-Röckchen, warmen Strumpfhosen und schicken Stiefeletten im Land des ewigen Eises einmarschieren und dort der klirrenden Kälte trotzen? Da heißt es in der Freizeit: Sockenstricken für die Freiheit!

Gut möglich, dass man sich im operativen Führungskommando der Bundeswehr auch für gendergerechte Hosenanzüge – frühlingsbunt, aber gefüttert und warm, in hitzigen Debatten entschieden hat. Aus Geheimhaltungsgründen fehlen mir hier belastbare Informationen und bin daher auf Gerüchte und Mutmaßungen angewiesen. 

Gewiss, gewiss, der eine oder andere Bürger wird sich angesichts dieser Nachrichtenlage fragen: Was will der deutsche Dackel in Grönland? Auch diese Frage werde ich nicht unbeantwortet lassen. Denn während die bewährten Schlittenhunde Huskys und Malamute eine Schulterhöhe von etwa 40 bis 70 Zentimeter aufweisen, bringt es ein Zwergdackel, die bislang gut gehütete Geheimwaffe der Bundeswehr, auf maximal 15 Zentimeter. Er ist daher in der Lage, sich unter der Schneedecke, - und daher unbemerkt für den Feind, fortzubewegen.

Dass unsere bunten Kämpfer wegen ihrer farbenfrohen Uniformen etwaigen Diskriminierungen ausgesetzt sein könnten, halte ich dagegen für unwahrscheinlich, weil auf einem  Quadratkilometer lediglich 42 Menschen leben und man selten auf eine lebende Seele trifft. Abgesehen davon fallen unsere Kampftruppen nicht weiter auf, da sich die Inuit selbst sehr farbenfreudig kleiden.

Was ich allerdings sicher weiß, sofern ich unseren Qualitätsmedien trauen darf, ist die Tatsache, dass der Bundeswehreinsatz nicht vom amerikanischen Oberbefehlshaber des Nato-Hauptquartiers in Brüssel, sondern in Kopenhagen entschieden wurde. Ich versuche es einmal so zu erklären: Weil die Russen und die Chinesen, – jedenfalls sagt das der Donald, auf die Arktis scharf sind, die Dänen aber Grönland partout nicht Donald Trump überlassen wollen, sollen die NATO-Verbündeten, in diesem Fall Deutschland, mit 13 Soldaten den Archipel vor der feindlichen Übernahme der USA schützen.    

Damit aber der amerikanische Nato-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich nicht versehentlich vom US-Präsidenten Donald Trump in den Knast gesteckt wird, hat er, schlau wie er einmal ist, den Verteidigungsauftrag an Deutschland über den Umweg der Nato-Dependance in Kopenhagen an uns delegiert, ansonsten hätte er ja im Zweifelsfall gegen sich selbst kämpfen müssen. Diese schöne Mission ließen sich Fritz und Boris - schon der guten Propaganda wegen -, nicht zweimal sagen. Deutschland ist wieder wer, das zeigt der massive Einsatz unserer Armee. Gerade ist unser Bundeswehrstoßtrupp mit 13 Mann und 24 Dackeln in der Nähe des größten grönländischen Geysirs auf der Höhe Quaqortoq, um dort den Erkundungsiglu zu beziehen und die Verteidigungsstellung gegen die Chinesen, die Russen und die USA auszubauen.

Wie aus Insiderkreisen gerade bekannt wurde, findet im Kanzleramt ein Geheim-Gipfel zu diesem brisanten Thema statt. Sicherheitshalber unter der sogenannten "Abhör- Glocke", weil man sich darüber im Klaren wurde, dass es drumherum eine massive Lauschfront gibt. Thema: Gewährleistung des Nachschubs. Benötigen wir mehr Dackel oder mehr Soldaten? Mein Vorschlag, man möge sich im Plenarsaal unter den Abgeordneten bedienen, dort sitzen genügend Dackel untätig herum.

Kinners, das wird mir jetzt alles zu viel. Ich verstehe diesen Mumpitz auch nicht mehr. Ich hoffe nur, dass wenigstens die Rauhaardackel überleben, sollte wider Erwarten Afghanistan oder Liechtenstein Interesse an Grönland anmelden und es überfallen, weil sie sich die Bodenschätze sichern wollen. Gut möglich aber, dass wir alle nur wieder mal veralbert werden, oder auch: Der Wahnsinn hat einen Namen!  

                                              

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