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Die 4. Macht im Staat – die Bürokratie und ihre verlorene Gesellschaft

 In Deutschland und insbesondere in der Politik tut man gern so, als habe man alles im Griff – bis sich das Problem nicht mehr verheimlichen lässt. Eine der herausragenden Fähigkeiten unserer Regierungsverantwortlichen zeigt sich darin, sämtliche Widrigkeiten, Fehler, Irrtümer und hanebüchene Entscheidungen so dramatisch zu bagatellisieren, bis auch der letzte Dödel auf dem Land begriffen hat: Er lebt im besten Deutschland aller Zeiten. Wie sagte unser Regierungsfritz so griffig? Wirtschaft ist nur eine Frage der Psychologie! Recht hat er - daher ein paar aufklärende Worte!

Verfolgt man die Auslandspresse, in der Deutschland bis vor kurzem noch als „Vorzeigestaat“ galt, wird der politische wie wirtschaftliche Kurs immer häufiger mit ungläubigem Entsetzen, Erstaunen, fassungslosem Kopfschütteln und sogar amüsiertem Lachen quittiert. Zielscheibe ausländischer Journalisten und Reporter ist auch Deutschlands "Hochleistungsmoral", die in den meisten Ländern als geradezu lächerlich und anmaßend empfunden wird. Die Top-Journalisten von „El Pais“ (Spanien), Il Messaggero (Italien), Neue Züricher Zeitung (Schweiz) scheinen sich im Tenor einig zu sein. „Die Koalitionäre in Berlin fahren Deutschland mit oberlehrerhafter Pseudomoral und maximaler Realitätsferne an die Wand.“

Bayer, BASF, VW, Miele, SAP und Thyssen Krupp – sie zählen nicht nur zu den namhaftesten deutschen Konzernen, die Schwergewichte waren Jahrzehnte und gleichzeitig das Synonym für die sprichwörtliche Wirtschaftskraft unseres Landes, verlassen Deutschland. Dutzende deutscher Vorzeigekonzerne sind in schwerem Fahrwasser und haben Hunderttausende Arbeitsplätze abgebaut. Der Mittelstand flieht aus dem Land. Zuwächse bei den Steuereinnahmen sind nur noch qua Inflation zu realisieren. Den Rest erledigt Trump mit seinen Zöllen.

Dass der Russenkrieg, die Pandemie und der "deutsche Klimawandel" als Ursache für den immer schneller werdenden Niedergang der Wirtschaft herhalten müssen, ist zu wohlfeil, zu billig, zu abgegriffen und geradezu lächerlich, zumal die politischen Urheber der heutigen Krise sich jetzt, da die Hütte brennt, hinter ihren Reinwaschungs-Argumenten und hinter Billionenkrediten verschanzen, mit denen sie die Wirtschaft wiederbeleben wollen. Wer den Nonsense von Klimawandel, Pandemie und angekündigten Wirtschaftsbooster glaubt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen! 

Die De-Industrialisierung befindet sich in einem zunehmend dynamisierenden Prozess und reißt Deutschland in den Abgrund. Sie pulverisiert bereits den Wohlstand deutscher Bürger, die Rentenkassen, die Arbeitsplätze und nicht zuletzt auch das Selbstbewusstsein und den Stolz auf das Erarbeitete. Eine furchterregende „Abwanderungswelle“ der deutschen Industrieproduktion ins Ausland, die maßgeblich durch die explodierenden Energiepreise, erhöhten Arbeitskosten im Zusammenwirken mit hohen Steuerbelastungen motiviert ist, machen Deutschland überdies als Produktionsstandort nicht nur unrentabel, sondern auch unbezahlbar. Der massive Stellenabbau hat die Zulieferbetriebe wie Continental, Bosch und Fischer-Technik, sowie den Getriebehersteller ZF erreicht. Wir erleben gerade einen wahrscheinlich irrreversiblen Kahlschlag, der spätestens in 2 bis 3 Jahren schwerwiegende soziale Folgen haben wird.

Ökonomische Tragödien und himmelschreiende Prognosen werden stets verbal und vollmundig optimiert, aber im Falle katastrophaler Folgen aus politischen Selbstschutzgründen nur scheibchenweise publiziert, damit das Ausmaß von Inkompetenz und die damit zwangsläufig verbundenen Pannen im gasförmigen Aggregatzustand angenehmer durch den Verdauungstrakt entfleuchen können. Dreißig Prozent Bürokratieabbau, eines der Lieblingsthemen unseres Kanzlers ist eine erfolgsversprechende Fata Morgana, das sich niemals in die Realität umwandeln lässt. Jedenfalls nicht in Deutschland und schon gar nicht, mit dem derzeitigen Führungspersonal. Abgesehen davon würden 30 Prozent Abbau der Bürokratie auch 30 Prozent Abbau von "bewährten" Verwaltungsangestellten und Beamten bedeuten. Wohin mit ihnen? Und wer glaubt ernsthaft daran, das sich Beamte und kommunale Staatsbedienstete selbst wegrationalisieren, weil gespart werden muss?

Überdies hat Deutschland ein weiteres unbewältigtes Problem. Es ist permanent besorgt, alle Welt davon zu überzeugen, dass wir gar nicht so deutsch sind, wie wir es einmal waren, sondern will andauernd den Beweis erbringen, dass wir uns zu Gutmenschen entwickelt und uns den moralischen Spitzenplatz unter den Völkern dieser Welt erkämpft haben. Dieser Spitzenplatz war aber nur dadurch zu erringen, dass die Grenzen geöffnet wurden wie Scheunentore und sich, wie in nahezu allen Bereichen, die dafür notwendige Bürokratie vom 5. auf den 1. Platz emporgearbeitet hat. 

Bis vor einigen Jahren implizierte der Terminus "Deutsch" ehrenwerte Attribute wie Fleiß, Pünktlichkeit, Pflichtgefühl, Ordnung und Überlegenheit, Eigenschaften, mit denen – wie es in den achtziger Jahren Herr Lafontaine die Öffentlichkeit provokativ wissen ließ, auch ein KZ erfolgreich verwaltet und geführt werden konnte. All das, was man einmal zu den preußischen Tugenden zählte, kam damit in den achtziger Jahren in Verruf. Seither sollen es analphabetische Migranten und ungelernte Einwanderer richten.

Gleichzeitig haben grün-woke Klimaretter und Weltuntergangsfetischisten unser nationales Selbstwertgefühl mit Stumpf und Stiel ausgerottet und stigmatisieren jetzt jene, die nicht bunt, nicht mehrgeschlechtlich, nicht vegan, nicht genderaffin und nicht linksgrün sind und sich stattdessen auf alte Werte und Tugenden besinnen. Das grüne "Back to the roots", das heißt auch zurück zu Windmühlen, Lastenfahrrädern, das über Bord werfen von bewährten Techniken, sowie die Akquisition von 5 Millionen Migranten ohne Ausbildung. Das alles hätte unsereiner zur Not noch ertragen, hätten ideologisierte Bullerbü-Politiker nicht die Macht im Land übernommen und wären mit ihren bunt-woken Sektenmitgliedern, Vielfalts-Ideologen, wind-energetischen Industriefeinden eine Symbiose mit einer schlagkräftigen Bürokratie eingegangen.  

Das freilich geht mit einer Flut von Verboten, Einschränkungen, Verordnungen, Gesetzen und Vorschriften einher, mit denen man nicht nur die Bürger des Landes, sondern inzwischen ganze Industriezweige in die Knie zwingt. Zur Erinnerung: Der Begriff Bürokratie stammt aus dem Französischen „bureau“ (Schreibtisch) und dem griechischen „kratos“ (Herrschaft) und wurde erstmals im 18. Jahrhundert verwendet.

Nichts ist einem Bürokraten heiliger als seine Akten und seine Vorschriften. Sie sind sein erfüllender Lebensinhalt, aus denen er nicht nur Kraft schöpft und seine "Job-Satisfaktion" bezieht, sondern auch seine Wichtigkeit ableitet. Sachbearbeiter in Behörden haben ein geradezu erotisches Verhältnis zu Anträgen, Eingaben, Widersprüchen, Genehmigungsverfahren oder Gesuchen. Sie sind Herr von Ablehnungen, Verschleppungen, gebührenpflichtigen Ordnungsgeldern bis hin zu Strafbescheiden bei Zuwiderhandlungen, Übertretungen oder Missachtungen von Regeln, von denen unbedarfte Bürger noch nie etwas gehört haben. 

Bemüht man die KI, erhält man folgende Definition: Beamte sind, ähnlich wie Parasiten, eine besondere Art von Organismen, die sich durch ihre Fähigkeit auszeichnen, in oder auf einem Wirt zu leben und von dessen Ressourcen zu profitieren, ohne dem Wirt einen Nutzen zu bringen. Aus dem ehemaligen Staatsdiener ist ein versorgungsaffiner Bürokrat geworden, der kraft des Amtes und seines Schreibtisches die arbeitende Bevölkerung unterwirft, diszipliniert, überwacht und sanktioniert, die eigene Machtposition und seine Privilegien ausbaut und seine Versorgung sichert. Der kommunale und politische Beamtenapparat hat sich zu einem Moloch entwickelt, dem kein Mensch mehr etwas entgegensetzen kann, auch nicht die Regierungsspitze, selbst wenn sie es wollte.

Die Verwaltung, die dem Gemeinwohl dienen sollte, ist ein unbesiegbarer Machtapparat, der alles und jeden erdrücken, der mit ihr in Berührung kommt. Der Begriff „Gemeinwohl“, ist in den Köpfen unserer elitären und feudalistischen Politiker- und unkündbaren Beamtenkaste nur noch als Synonym für Selbstversorgung vorhanden. Die Bewältigung dringlicher Probleme und herausfordernder Aufgaben sind nachrangig, der Bürger mitsamt seinen Wünschen und Bedürfnissen irrelevant, die Demokratie ein zweckdienliches Accessoire und der von der Wählermehrheit geforderte politische Führungswechsel obsolet und überdies staatsgefährdend.

Die verantwortungslose und ungezügelte Habgier unter den Eliten, ihre profilneurotische Selbstdarstellung und die Wichtigkeit, die die Beteiligten der eigenen Person beimessen, hat monströse Ausmaße angenommen. Ausgerechnet jene, die unseren Staat mit Klugheit und Weitsicht, mit Kompetenz und sozialem Engagement in die Zukunft führen sollen, verhalten sich inzwischen wie Popstars, reisen als politische Influencer durchs Land und lassen sich, obwohl sie vollkommen nutzlose Zeitgenossen sind, von abhängigen Medien, parasitären Institutionen, Verbänden und Glaubensanhängern feiern. Und damit das so bleibt, agitieren politisch unterstützte NGO's mit dem Geld der Steuerzahler unermüdlich an der Wählerfront und damit gegen die Bürgerinteressen.

Derweil werden Versprechungen und Ankündigungen der Regierung von den politischen Kombattanten vorsätzlich torpediert und in die Länge gezogen. Für die Parteifunktionäre sind programmatische Inhalte nicht etwa mit inneren Überzeugungen kongruent, sie sind Mittel zum Zweck für den Einkommens- und Machterhalt, zur Bekämpfung gegnerischer Parteien und nicht mehr als Alibi-Botschaften, damit der Wähler bei der Stange bleibt. Mit dem Verfall von gesellschaftlichen Regeln ging gleichermaßen das rücksichtlose Gewinn- und Machtstreben einher, auch weil die Bürger jenen gierigen Hasardeuren keinen Einhalt boten.

Mehr Schein als Sein, das ist heute Überlebensmaxime von Parteiführern, deren Vita oft genug dürftig, deren Berufserfahrung kümmerlich und deren Fähigkeiten gerade ausreichen würden, um mit Mühe eine subalterne Stellung in einem Unternehmen auszufüllen. Pförtner, beispielsweise. Kompensiert werden diese Mängel häufig mit großer Klappe und schamlos geschönten Lebensläufen, die jedem Hochstapler zur Ehre gereichen würden.

Unter Politikern ist der asoziale Charakter epidemisch, der sich ganz besonders dann zeigt, wenn sie sich mit scheinheiliger Sorge um die Belange unserer Gesellschaft zu kümmern vorgeben und sich vom Volk ihre leeren Versprechungen, diffusen Ankündigungen und unerfüllbaren Vorhaben auch noch vergolden lassen. Mehr und mehr beschleicht einen das Gefühl, man hätte es in den Parteien und auf den Regierungsbänken mit Figuren zu tun, die äußerlich ehrenhaft erscheinen, in ihrem Innersten jedoch moralisch und ethisch vollkommen verrottet sind. Sie dienen uns und unserer Gesellschaft weder als geistige noch als politische Vorbilder, sondern sie betätigen sich als scheinheilige Spalter mit dem Ziel, kritische Bürger mit der geballten Staatsmacht in ihren Schranken zu halten.

Wo sind sie geblieben, unsere Tugenden, auf die unsere Väter stolz waren und unseren Kindern als verlässliche Leitbilder dienten? Wo sind sie geblieben, unsere Werte, unsere Identität, unser Stolz? Die Politiker und ihre Bürokraten haben sie nicht nur aufgegeben, sie haben sie verraten, verramscht und verkauft. Nicht einmal der deutsche Pass ist noch etwas wert. Armes Deutschland.

                                          

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