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Ich bin der Märchenprinz, ich bin der Märchenprinz, …. Ma-ma-ma - Märchenprinz

Wer kannte sie nicht, die Kultband der 70 und 80er Jahre? „Die erste allgemeine Verunsicherung.“  Im September 2019 trat die Truppe mit ihren genialen Zeitgeisttexten zum letzten Mal auf. Vor brechend vollen Bühnen und vor Vergnügen johlenden Groupies schmetterten die Barden aus Wien ihren Klamauk-Song, dessen bekannter Refrain „Ich bin der Märchenprinz, ich bin der Märchenprinz, …. Ma-ma-ma - Märchenprinz“ lautete.

Nur wenige Jahre später trat Fritz, „the narrative Chancellor“ in Berlin die Nachfolge von Klaus Eberhartinger, dem ehemaligen Frontman der Musiktruppe, an. Sogar der Bandname "Erste allgemeine Verunsicherung" passt sich nahtlos an die intellektuelle Polit-Schmiede in Berlin an. Denn, auf das, was dort so alles zusammengedichtet wird, kann man sich kein Mensch mehr verlassen, schon gar nicht der CDU-Wähler. 

Wie wir heute wissen: "Fritz the German" ist die fleischgewordene Reinkarnation des österreichischen Leadsängers, denn kein anderer politischer Sänger könnte unserem Märchenfritz auch nur annähernd das Wasser reichen. Doch so sehr sich in der Ballade der "Provinz-Prinz" um seine Groupies bemühte: Der Joschi haut ihm dann aufs Goschi, weil er sich gar so unverschämt als Inkarnation der Erfüllung darstellte, – so jedenfalls der Liedtext. Nun ja, wie sagt man so schön - Ähnlichkeiten sind nur zufällig.

Werfen wir einen kurzen Blick in die Vergangenheit der Musikgruppe, dann überraschen die damaligen Songtitel mit ihren frappierenden Adaptionen an unsere deutschen politischen Themen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Titel „Ba- Ba- Banküberfall“ oder „Fata Morgana“, mit Texten, die an Aktualität nichts vermissen lassen, nur mit dem unwesentlichen Unterschied, dass angesichts leerer Bundeskassen anstatt des besungenen Banküberfalls, die deutschen Bürger nicht mit einer Spielzeugpistole, sondern qua Steuern und Abgaben nachhaltig geschröpft werden.

Beinahe jeder erinnert sich auch an den sensationellen Song: „Allah, Allah-Leila, wie eine Fata Morgana, so nah und doch so weita“, der an die orientalische Problematik in unserem Lande von heute erinnert. Die rettende Oase für unsere Besucher aus dem Morgenland liegt, wie der Song der Österreicher nahelegt, nicht etwa in der Sahara, sondern in Berlin, im Ruhrgebiet, in Mannheim, München oder Leipzig. Jetzt sind sie nun mal da, bemerkte einst unsere aller Angela. Jetzt werden wir sie nicht mehr los. Wie recht sie doch hatte.

Gestern erfreute uns der Märchenfritz mit seiner neuesten Anekdote, die er bedauerlicherweise nicht gesungen hat, sondern vor einem Mikrofon rezitierte. „Es gibt nicht die geringsten Übereinstimmungen mit der AfD. Wir werden uns hier sehr klar und deutlich abgrenzen. Man wolle der AfD eine erfolgreiche Regierungsarbeit entgegensetzen.“ Legt man die Programme der CDU/CSU über die der AfD und sucht nach Überschneidungen oder Deckungsgleichheiten, so hat beispielsweise die renommierte „Neue Züricher Zeitung“ letzte Woche eine knapp 80-prozentige Übereinstimmung der Programmatik festgestellt. Wahrnehmungsstörungen allenthalben!

81-prozentige Übereinstimmung der Parteien-Programmatik 
zwischen der CDU und der AfD. Mit der SPD sind es nur 22 Prozent.

„Ich werde alles tun, um einen weiteren Höhenflug der AfD zu verhindern“, ein weiterer heiterer Schwank aus Merzens gesammelten Aphorismen am Samstag bei einem Bürgerdialog im nordrhein-westfälischen Meschede. „Das können wir nicht, indem wir uns denen anbiedern, indem wir mit denen zusammenarbeiten, sondern indem wir klipp und klar sagen, dass es fundamentale Unterschiede gibt zwischen dieser sogenannten Alternative für Deutschland und uns.“ Gut möglich, dass Prinz Fritz das eigene CDU-Programm alternativ auslegte und sich erzählerische Freiheiten gönnte.

Seit Antritt unseres Märchen-Kanzlers erfreut Fritz sein staunendes Volk mit immer neuen utopischen Fabeln, Märchen, Fantasy-Stories und unschönen Mythen. Erzählte Fritz noch vor drei Wochen, dass man mit der Abschaffung des Bürgergeldes 30 Milliarden Euro einsparen würde, schrumpfte seine Erwartung binnen einer Woche auf 10 Milliarden. Kurz darauf erschien in Fritzchens Märchen die böse rote Hexe Bärbel und strich den Betrag auf 5 Milliarden rigoros zusammen. Unser Prinz, mit eigenem Flugzeug und einem Boliden als Dienstwagen, kann bei den CDU-Groupies mit seinen Auftritten immer weniger punkten. 

Gestern allerdings überraschte uns die Botschaft aus renommierten wissenschaftlichen Instituten, man könne mit den scharfen Bürgergeldbeschneidungen, das ab sofort Grundsicherung heißen soll, maximal 600 Millionen einsparen, die allerdings von dramatisch hohen Verwaltungs- und Umstellungskosten komplett aufgefressen würden. Wie wir sehen, wieder einmal so ein schlichtes Märchen aus dem Dichterzentrum des Kanzleramtes. Ich wills mal so sagen: Bei Grimms aufregend spannendem Rotkäppchen wurde dem Wolf wenigstens noch der Bauch aufgeschlitzt und und kurz vor dem Verdauungsvorgang das Mädchen gerettet. Aber wer rettet uns?

Und während unsere sozialistischen Märchenerzähler aus der roten Fraktion mittlerweile aus dem geliehenen „Sondervermögen“ die Kredite mit neuen Krediten bezahlen wollen, gießt Fritz in der Annahme, in seiner Gießkanne sei Wasser, literweise Öl ins Großfeuer an der Brandmauer. Kein Wunder, wenn seine Anhänger in Scharen frustriert in die Arme jener fliehen, deren Botschaften nicht nur solider und vielversprechender, sondern auch überzeugender sind. Denn über eines sollten wir uns im Klaren sein. Nichts hassen Menschen mehr als völlig unglaubwürdige Märchen, die zu allem Überfluss auch noch desaströs für die Zuhörer oder Leser enden.

Nein, Fritz eignet sich so zu gar nichts. Märchen kann er einfach nicht, auch wenn er sich noch so ins Zeug legt. Nicht einmal singen kann er. Welchen Grund sollten also Zuhörer haben, einem unbegabten Märchenerzähler länger zuzuhören, der aus keiner seiner vielen Storys eine Erfolgsgeschichte machen kann? Fritz erinnert mich an ein scheinschwangeres Känguru. Das macht auch riesige Sprünge mit leerem Beutel. 

                                          

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Kommentare

  1. Merz ist doch einer der zuverläßigsten Kanzler ,die D je hatte .Man kann sich ,mit Ausnahme der Brandmauer,immer darauf verlassen ,daß er das Gegenteil von dem was er sagt ,meint und tuen wird.
    Ich habe immer geglaubt , mit Scholz wäre nach 16 Jahren Merkel der absolute Tiefpunkt erreicht gewesen. Seit Merz bin ich eines Besseren belehrt.

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