Donnerstag, 24. Mai 2018

Heiko Maas in den USA – wie ein Pennäler auf der Schulbank

In seiner neuen Rolle als Außenminister, wirkt der kleine Heiko mit seinem Konfirmanden-Anzug wie ein Pennäler, der die Aufsatzprüfung zur Mittleren Reife bestanden hat. Stolz ist er, der ehemalige Ministrant aus dem Saarland. Mit dem Habitus des unbeliebten Strebers, - knapp der Pubertät entwachsen -, besteigt er den Regierungs-Jet in die USA und spielt krampfhaft den Lässigen. 


Der Lohn für seine schulischen Leistungen: Er darf jetzt nicht nur mächtigen Leuten wie Emmanuel Macron und seinem Amtskollegen Sergei Lawrow die Hand schütteln, nein, jetzt wird ihm auch die Ehre zuteil, einen Blick ins Außenministerium im fernen Amerika zu werfen.  

Man möchte es kaum glauben, dass Heiko in seiner neuen Bedeutsamkeit unser Land in wichtigen, transatlantischen Fragen, in Sachen Strafzölle, Atomausstieg und koreanische Konfliktherde vertreten soll. Mir kommt das so vor, als habe er als frisch inthronisierter Faschingsprinz für drei Tage das Rathaus von Saarbrücken übernommen, um dort - umringt vom Vorstand des örtlichen Karnevallvereins, die Amtsgeschäfte zu regeln. Helau...!

Seit ein paar Tagen braust Heiko in seinem „MaasAnzug“ mit schweren, schwarzen Luxuslimousinen, von sich selber schwer beeindruckt, durch fremde Städte, eilt durch Flughäfen und jettet von Meeting zu Meeting. Dass der Handschlag zwischen dem Russen und ihm nur kurz ausgefallen ist, liegt in der Natur der Sache. Politische Schwergewichte haben wenig Zeit für Lehrlinge. Heiko lächelte hinterher tapfer ob der zügigen Abfertigung knallharter Polit-Profis in die Kamera und murmelte so etwas wie: Konstruktive Atmosphäre.

Gleiches widerfuhr ihm in Paris im prunkvollen Außenministerium Quai d’Orsay. Auch dort war die Zeit für ihn so knapp bemessen, dass er kaum zu Wort kam. Dafür nahm sein Kommentar einen größeren Raum ein, dem Ergebnis seines Paris-Trips große Bedeutung beizumessen. Danach ging es zu einem britischen Militärflughafen, wo er Boris Johnson traf. Mit ihm konnte er auch nicht so sehr viel anfangen. Machte aber nichts, zumal er vom Gefühl eigener Wichtigkeit schier übermannt wurde. Und schon saß er wieder schmalbrüstig im Flieger in Richtung Washington und gab sich seines eigenen überragenden Prestiges hin.

Schöne Bilder sendeten unsere Staatssender ZDF und ARD. Heiko, am Straßenrand, im Hintergrund das „Weiße Haus“. Die Amerikaner räumten dem „hohen politischen Repräsentanten“ nicht einmal einen „wertschätzenden“ Rahmen ein, mit dem man den Besucher würdigt. Das musste auch unsere Kanzlerin bei ihrem letzten Besuch in den USA am eigenen Leibe erfahren. Die Berichtssequenz der deutschen Presse mutete an, als habe man den Kerl aus Deutschland gar nicht erst in den "heiligen Gral" der Macht reingelassen.



Umringt von deutschen Journalisten - die amerikanische Presse fehlte gänzlich -, erläuterte er seiner mitgereisten Medien-Entourage mit brav erlernten Standardsätzen, was wir alle schon seit Tagen wissen. Kurzum, Maas äußerte Sorge über die Folgen für das transatlantische Verhältnis. Alle Wetter. Da reist eine ganze Legion von Wichtigtuern auf Staatskosten im Deutschland-Jet in die USA, um unseren Außenminister zu begleiten, den man erst mit der US-Administration aus der dritten Reihe abspeist und ihm einen Gesprächsrahmen mit dem Trump-Berater von gerade mal dreißig Minuten einräumt.

Seitdem US-Präsident Donald Trump seine Wahlversprechen wahr macht, ist die Welt wirklich „aus den Fugen“, wie Frank-Walter Steinmeier dem SPD-Minister zuvor zuraunte. „Maas hat deshalb eine Art Rettungsmission übernommen.“ Ah, ja…. Heiko, der große Weltenretter in wichtiger Mission. Da will dieser schmalbrüstige Politiker mit den großen Hunden pissen gehen und kann das Bein nicht hoch genug heben. What a bullshit! Nichtsdestoweniger haben sich unsere TV-Moderatoren redlich bemüht, dem peinlichen Besuch unseres Staatsvertreters ein gewisses Gewicht einzuräumen. Die Wahrheit: Mike Pompeo, Hardliner und zweitmächtigster Mann nach Trump hatte Heikos Antrittsbesuch von knapp 30 Minuten zwischen zwei wichtige Gesprächstermine mit den Chinesen und dem Russen gezwängt und ihn dann wieder, nach einem medial hübsch gestalteten Fotoshooting unter den Nationalflaggen, mit einem kräftigen Handshake hinauskomplimentiert.

Nun ja, Deutschland weiß nun Bescheid, welche Rolle wir im internationalen, politischen Geschäft einnehmen. Viel mehr Zeit, als „Hi, how are you?“  und „whats going on with the german economy?, dürfte kaum gewesen sein, zumal man auf den Gängen bis zum Office von Mike Pompeo hin und zurück mindestens 10 Minuten benötigt. Gleich nach der Verabschiedung stürzte sich unsere heimische Presse auf unseren Staatsrepräsentanten, der am Straßenrand mit der wichtigen Botschaft aufwartete: „Der Dialog mit der US-Regierung über das Thema Zölle und den irakischen Atomausstieg hat sich "schwierig" gestaltet. Wir machen uns, was den weiteren Weg angeht, durchaus Sorgen um das transatlantische Verhältnis." Pompeos  Antwort auf Heiko Maas Vorstoß dürfte übersetzt knapp und knackig gelautet haben:  "What are you talkin' about, Mister Heiko?"

In amerikanischen Medien war der Maas'sche Besuch nicht einmal eine Randnotiz wert, Anlass, für deutsche Journalisten, dessen alimentierten Ausflug zur Eigenprofilierung in deutschen Medien aufzublasen. Auf Nachfrage eines wenig erleuchteten Reporters, was denn nun bei dem Treffen mit Pompeo herausgekommen sei, brachte Maas mit selbstgefälliger Attitüde ein wenig mehr Licht ins Dunkel: „Die USA ist weiterhin ein wichtiger Partner", so betonte er mit bedeutungsvoller Miene. Daher sei vereinbart worden, in einem "offenen Dialog" zu bleiben. Er habe bei dem Gespräch mit Bolton nochmals "in aller Deutlichkeit" den Willen der Bundesregierung und ihrer europäischen Partner bekräftigt, an dem Abkommen festzuhalten, sagte der Außenminister. "Wir wollen keine Verbreitung von Nuklearwaffen in unserer erweiterten Nachbarschaft." Es müsse alles dafür getan werden, "dass auch der Iran in diesem Abkommen bleibt". Da wird er wohl die Chinesen oder die Russen fragen müssen. Aber wie wir bereits wissen, nimmt Lawrow die fundierte Mittelmäßigkeit eines Polit-Amateurs nicht ernst.

Da darf man sich als Bürger unseres Landes schon mal fragen, weshalb wir uns einen Außenminister und nicht besser einen Faschingsprinzen halten. Eines ist klar. Am Tisch der wirklich großen, politischen Weichenstellungen und Entscheidungen darf „Klein Heiko“ nicht mitspielen. Das war schon in den Vorgesprächen mit der amerikanischen Administration unübersehbar. Deutschland rutscht mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit. Uns fehlt es nicht nur an weitsichtigem und charismatischem politischen Personal, uns fehlt es ganz besonders an Klugheit und politischer Kompetenz.

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