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Selenskijs Rakete – knapp vorbei, trotzdem daneben

Gestern schlug eine Rakete im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet ein und traf auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs im polnischen Przewodow ein - ein Dorf ganz im Osten des Landes. Zwei Tote sind zu beklagen.

Jetzt wurde er von internationalen Sicherheitskräften besichtigt, der schöne Krater. Er ist dem ukrainischen Vernehmen nach eindeutig russisch, was man – so Selenskij, an der Größe, Tiefe und der Form eindeutig erkennen kann.  Die Beweise sind so erdrückend, wie seinerzeit bei der Pulverisierung der deutschen Gaspipeline Northstream 1 und 2 vor Bornholm. Erst waren es die Russen, danach die Ukrainer, kurz darauf die Amis und die Deutschen und ganz am Schluss die Engländer. Machen wir es kurz: Das mit dem erwünschten Bündnisfall und dem Einmarsch deutscher Bundeswehreinheiten in Novosibirsk wird nicht klappen - auch wenn sich unsere Frau Agnes Strack-Zimmermann (FDP) nichts sehnlicher wünscht.

Fast erwartungsgemäß wurden jetzt verdächtige Raketenteile am Rand des Einschlages gefunden, von denen niemand so genau weiß, wie sie dort hingekommen sein können. Bekanntermaßen zersplittern diese Dinger bei der Eplosion und verteilen die Reste im kilometerweitem Umkreis. Das hat natürlich Vor- und Nachteile, wenn es wie bei der Northstream 2, Streit um die am besten geeigneten Attentäter gibt. Nun ja, letztendlich war eine Drohne schuld, von der kein Schwein weiß, wer sie dort angebracht hat.

Bleibt nur eine These: Die Reste eines Flugobjekts wurden im Schutze der Dunkelheit über die polnische Grenze geschmuggelt und - so unübersehbar wie werbewirksam - am Ort des Geschehens verteilt. Sodann ließ der ukrainische Präsident Selenskij fast reflexartig die Welt wissen: Der Russe war's. Sie haben Polen überfallen - ein nicht hinnehmbarer Akt der Feindseligkeit. Ob nun versehentlich oder vorsätzlich, ist doch ganz egal. Hauptsache die Nato reagiert jetzt mit einem atomaren Erstschlag auf Moskau. Am besten auf den Kreml. Sollte sich nachträglich doch noch herausstellen, dass die Ukrainer ein infames Spiel getrieben haben, kann man das Ganze immer noch als einen bedauerliches Versehen darstellen. Aber so weit sind wir noch lange nicht.

Es wundert daher nicht, dass es jetzt – ohne Ansehen der Person, zu einer lückenlosen, internationalen Untersuchung kommt. Dieses Mal soll unbedingt verhindert werden, dass der Raketenangriff auf Polen an irgendeinem unschuldigen Staat wie beispielsweise die USA oder gar Frankreich hängen bleibt. Schon deshalb müssen alle Beweise, die auf Fremdbeteiligung hinweisen könnten, entweder nachhaltig vernichtet oder sorgsam ausgewählt werden. Im ungüstigsten Fall muss man eben beweisen, dass kurdische Separatisten dahinterstecken.

Klar ist aber: Wolodymyr, der alte Fuchs und begnadete Schauspieler, er will den Bündnisfall - koste es, was es wolle. Notfalls auch seinen Ruf, der ohnehin schon ruiniert ist. Deshalb wusste er bereits schon Stunden vor dem Abschuss, dass die Rakete aus russischen Stellungen abgeschossen wurde und auf einem polnischen Bauernhof einschlagen wird. Günstig für Wolodymyr: Seine Kämpfer haben zwischen den Raketenbeständen einige Tage zuvor zufällig ein altes, russisches Geschoss des Typs S 300 aus dem Jahr 2011 gefunden. 

Jetzt musste nur noch das Problem gelöst werden, wie und zu welchem Zeitpunkt ein ukrainisches Spezialkommando die russischen Raketenreste an den zukünftigen Einschlagsort verbringen konnte. Das alles war natürlich geheime Kommandosache und gemeinsam mit amerikanischen Militärberatern koordiniert. Schließlich geht es um größere Ziele, vor allem auch darum, Deutschland bei seiner selbstmörderischen Sanktionspolitik bei der Stange zu halten. Und weil sich ukrainische Raketen schon mal gerne verfliegen und weiß der Geier wo einschlagen, kann's deshalb auch nur der Russe gewesen sein. Das sagen jedenfalls Strack-Zimmermann und der Ami.

Selbstverständlich hat sich im NATO-Lagezentrum nach der Explosion auf dem polnischen Bauernhof, die Generalität der NATO eingefunden, um für die Öffentlichkeit 

1.) - ein möglichst plausibles Statement zu erarbeiten, weshalb es sich bei dem Raketeneinschlag in Polen nicht um einen Bündnisfall handeln kann. 

2.) - eine ukarinische Rakete, die in Polen einschlägt weniger schlimm ist, als wenn es eine russische Rakete gewesen wäre. 

Gewiss, es ein sensibler Spagat zwischen Gesichtswahrung, bedingter Einsatzbereitschaft und Angst vor der eigenen Courage. Defekte Panzer, fehlende Munition, in Wartung befindliche Kampfjets, zu viele Soldaten, die noch nach ihrem Geschlecht suchen oder zu teure Spritkosten, - sie fielen für eine überzeugende Argumentationskette aus, den eventuellen Verteidigungsfall nicht in Erwägung zu ziehen. 

Schließlich könnte eine deutsche Mobilmachung wegen Energiemangels, fehlender Unterwäsche und grüner Straßenaktivisten ins Auge gehen. Brainstorming im NATO-Führungsbunker. Natürlich könnten die NATO-Militärs Putin anrufen, um ihm mitzuteilen, dass man ihn schon wegen der Amis bedauerlicherweise eines Raketenangriffs bezichtigen müsste, damit Selenskij beruhigt ist. Störend dabei ist nur, dass die russische Rakete mit gerade einmal 70 Kilometer Reichweite im 1200 Kilometer Entfernung liegenden polnischen Gehöft eingeschlagen ist. 

Nicht nur unser Kanzler, sondern auch die Militärs unserer Bündnispartner stehen nun vor der fast unlösbaren Aufgabe, einerseits die Russen wegen nachgewiesener Nichtbeteiligung am Raketenangriff scharf zu verurteilen, andererseits den Ukrainer wegen seiner Dreistigkeit dumm dastehen zu lassen. Doch unserem vergesslichen Olaf durchfuhr der jähe Geistesblitz. Was wäre, wenn die alte S 300 bei den Verteidigungshandlungen der Ukrainer einfach nur in die falsche Richtung geflogen wäre? Dann wäre alles nur ein bedauerlicher Irrtum, den man jetzt nur noch geschickt Putin unterschieben und ihn der menschenverachtenden Aggression bezichtigen müsste. Schließlich hat er mit dem Krieg angefangen.

Es wäre eine überzeugende Erklärung auch für die deutschen Bürger, weshalb man Wolodymyr trotz seiner hinterfotzigen Kriegstreiberei, Deutschland in einen Atomkrieg zu treiben, einen „Persilschein“ ausstellen könnte, ohne dass man den Unmut der eigenen Bevölkerung hervorriefe, weil man diesen ukrainischen Präsidenten weiterhin mit gefährlichen Waffen unterstützt. Denn es stellt sich dabei auch die Frage: Was fällt diesem Wolodymyr noch so alles ein, wenn man ihn mit schweren deutschen Patriots weiterhin beglückt? Nicht auszudenken, wenn versehentlich ein paar Flugabwehrraketen aus deutscher Produktion, aber mit amerikanischer Kennung plötzlich unseren Bundestag während einer Sitzung pulverisierte? War es dann der Franzose?

Nun ja, in Ermangelung ernstzunehmender, deutscher Kampfkraft müsste man, nur um sicher zu gehen, den Angriff den Japanern in die Schuhe schieben, um die Konfrontation mit dem Russen zu vermeiden. Selenskij würde zwar sofort behaupten, dass die Russen hinter dem Angriff stünden, aber wie wir inzwischen wissen, dauern internationale Untersuchungen eben ihre Zeit. Um der Sache schneller auf den Grund zu gehen, untersuchen nun auch ukrainische Experten in Polen den feindlichen Angriff. Da schwant einem nichts Gutes.

                                           

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