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Der neue Antisemitismus – nicht nur die EU frönt der Sippenhaft.

München entließ im März 2022 den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Walerij Gergijew, fristlos, weil er sich nicht „ordnungsgemäß“ von Wladimir Putin distanziert hatte. Und weil man in Bayern immer gleich Nägel mit Köpfen macht, wurde auch gleich die russische Opernsängerin Anna Netrebko an die frische Luft gesetzt, bevor sie ihr avisiertes Konzert in München geben konnte.

Weshalb man nicht gleich auch Fjodor Dostojewski, Alexander Puschkin, Leo Tolstoi und Anton Tschechow aus sämtlichen Buchhandlungen und Bibliotheken Deutschlands verbannt hat, um dem Aggressor Putin mal so richtig zu zeigen, wo der Hammer hängt, dürfte wohl auch mit der mangelnden Belesenheit deutscher Gesinnungsjäger in unseren Amtsstuben zusammenhängen.

Jetzt schwappt die braune Soße der Dämonisierung sogar schon in übel riechenden Strömen aus dem EU-Parlament, ausgegossen von moralischen Brandstiftern und angeführt von einer Fleisch gewordenen Betonfrisur mit Namen Uschi. Die kollektive Bestrafung völlig unbeteiligter oder unschuldiger Akteure und Bürger in Form von Sanktionen, Ausgrenzungen, Diskriminierungen, feiert nicht erst seit gestern klammheimliche Urständ. Sie macht sich breit, weil eine selbsternannte Gesinnungselite ihre kranke Ideologie zum überragenden Maß aller Dinge erklärt. "Man werde alle Zahlungen und Unterstützungsleistungen an Israel stoppen", kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Europaparlament in Straßburg an. 

In dieser Stimmungslage hat es jetzt auch die Münchner Philharmonie mit seinem Chefdirigenten Lahav Shani erwischt. Das „Flanders Festival Gent“ begründete die Absage des für den 18. September geplanten Konzertes damit, dass der in Tel Aviv geborene Shani auch Musikdirektor des "Israel Philharmonic Orchestra" sei. „Man könne“, so heißt es in der Begründung, „seine politische Distanzierung zum genozidalen Regime in Israel nicht erkennen.“ Nebenbei bemerkt gehört es mittlerweile zum politischen Tagesgeschäft, auch Spitzensportler aus totalitär regierten Nationen bei Olympia und internationalen Veranstaltungen auszuschließen. 

Die zum Himmel stinkende Brühe ideologisch-reaktionärer Hirne kennt anscheinend keine Grenzen und keine Skrupel mehr, weder in Deutschland, noch in Brüssel. Auch Berlin hat sich längst auf den "antisemitischen Bestrafungsduktus" eingeschossen. Weil Israel die muslimischen Massenmörder und Schlächter ihrer Kinder bis nach Qatar verfolgt, fühlt sich die politische Elite in Europa dazu berufen, mit maximaler Scheinheiligkeit ihre ethische Verantwortung zu Markte zu tragen.

Qatar ist seit Jahr und Tag die Exklave nicht nur für die Terrororganisation der Hamas, Qatar gewährt auch den Führern und Drahtziehern des blutigen Massakers beim „Supernova Trancefestival“ an der Grenze von Gaza einen Schutzraum, der nun mit Raketen in Doha angegriffen wurde. Und während die deutsche Regierung Israels Todfeinde millionenfach in unser Land eingeladen hat, palästinensischen „Schutzbedürftigen“ zu Tausenden bei uns bezahlten Unterschlupf gewährt und der eigenen Bevölkerung marodierende Mörderbanden und Vergewaltiger zumutet, verweisen unsere bigotten Staatsverantwortlichen auf Verpflichtung zum Humanismus.

Angesichts solcher Entwicklungen in Deutschland muss man sich ernsthaft fragen, ob diese überempörten Pseudo-Humanisten noch alle Kekse in der Dose haben. Blicken wir doch einmal zurück! Ich erinnere an den größten Massenmörder Adolf Eichmann, der im März 1960 von Mossad Agenten in Buenos Aires (Argentinien) überwältigt und in einer Nacht und Nebelaktion nach Israel verschleppt wurde. Ich erinnere an den Chef der al-Quaida Terrororganisation Osama Bin Laden sowie den 11. September und die 3.000 Tote beim Anschlag auf die Twin-Tower in New York, die auf das Konto dieses blutrünstigen Arabers gingen. 

Präsident Barack Obama ordnete die „Operation Neptun Spear“ an und ließ Bin Laden in Abbottabad/Pakistan durch die CIA liquidieren. Halten wir also fest: Die USA ließ in Pakistan den Chefterroristen Bin Laden umbringen. Israel stellte Adolf Eichmann in Argentinien, verschleppte ihn und machte dem NS-Verbrecher den Prozess. Jetzt griff Israel ein Gebäude in Doha an, in dem sich die terroristische Führungsspitze der Hamas aufhielt, die nach wie vor mit israelischen Geiseln die israelische Regierung erpresst und das Land weiterhin mit Terroranschlägen und Raketenangriffen überzieht. Wer erklärt mir bitteschön den moralischen Unterschied zu den drei beschriebenen Ereignissen?

Die Scheinheiligkeit politischer Akteure, das verlogene Gutmenschentum, besonders in Deutschland, und mit ihnen auch jede Menge links-ideologisch verblödete Mitläufer, die im Namen hochtrabend hinausposaunter Alibis wie Humanismus, Willkommenskultur, Verteidigung der Demokratie oder Menschenrechte ihre medial lancierte Empörung zum Ausdruck bringen, sie sucht ihresgleichen. Jetzt lassen hochrangige Politiker aller Orten plötzlich die Sippenhaft des Dritten Reichs als Druckmittel zur Bestrafung von Putin, Israel, Orban und Ungarn aufleben. Man könnte die Liste endlos verlängern.

Weshalb kommt eigentlich keiner auf die Idee, McDonalds, Burger King oder Kentucky Fried Chicken aus den deutschen Innenstädten zu verbannen, da sie doch für die vorsätzliche Verfettung unserer Jugendlichen hauptverantwortlich sind? Immerhin haben unsere Supermärkte auch russischen Wodka, Krimsekt und Kaviar aus ihren Regalen verbannt. Und all jene, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit ihre Solidarität mit „Je suis hebdo“ bekundet haben, wenig später auf den Straßen "Free Pallestine" grölen und heute mit „je suis Ukraine“ auf sich aufmerksam machen, bedienen sich lediglich einer völlig wertfreien Floskel. Und wer nicht die auf Stromlinie getunten Moralfloskeln bei jeder Gelegenheit öffentlich bekundet, wird genauso energisch niedergemacht, wie ein Maskenverweigerer, ein Covidkritiker oder ein Schwachkopf-Poster bei Facebook.

Nun ja, könnte man jetzt lapidar kommentieren: jetzt hat es eben den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker getroffen. Und wie auf Bestellung kriechen die „Meinungsbildner“ aus ihren Löchern und empören sich, um wenigstens den Schein ihres geheuchelten Anstandes zu wahren, sei er noch so bigott. Vertreter der Stadt München und Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer reagieren entrüstet. Weimer spricht von „Schande für Europa“. Der gute Herr Weimer scheint vergessen zu haben, dass sein oberster Dienstherr und Kanzler Friedrich Merz die Waffenlieferung als Reaktion auf das legitime Recht Israels und seiner Selbstverteidigung gestoppt hat, weil Israel ein Terrornest in Doha angegriffen hat. Ist das nicht auch eine Schande für Europa?

Deutsche Solidarität mit Israel sieht anders aus. Und die sollte sich unter anderem auch darin ausdrücken, Ursula von der Leyen sehr deutlich die Leviten zu lesen und sich überdies schnellstens über die eigene Migrationspolitik mehr als nur simulierte Gedanken zu machen. Würden all diese telegen und mediengeil auftretenden Persönlichkeiten mit ernstzunehmender Politik agieren, anstatt wohlfeile Statements abzugeben, könnte man Respekt zeigen. So aber machen sie sich lächerlich, unglaubwürdig und überdies unwählbar. 

Wenn die Moral zum geldwerten Image-Faktor wird, mit der man zur Optimierung des eigenen Images die Aufmerksamkeit auf sich und seine "moralische" Führungsrolle lenken will, ist jede Anerkennung verfehlt. Weder Sanktionen noch Sippenhaft sind geeignete Mittel hierfür und treffen nicht nur die Falschen, sondern auch die Schwächsten. Sie sind vielmehr die Disqualifikation des eigenen ethischen Anspruchs und kennzeichnen nichts weiter als eine billige Propaganda und die mangelnde charakterliche Stärke der politischen Marktschreier.  

                                        

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