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CDU-Freier schielen auf die rote Lola

Bei der CDU geht es zu wie auf dem Strich der Rotlichtmeile in Hamburg. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther scheint gewaltigen Druck in der Hose zu haben und liebäugelt seit Neuestem mit der „roten Lola“. Nein, nicht mit der Dame aus der Herbertstraße. Er will sich mit den LINKEN vereinigen. Nun ja, man ist sich selbst in den höchsten politischen Ämtern für nichts mehr zu schade.


Wie sagte er heute so blumig der „Rheinischen Post“? Wenn Wahlergebnisse es nicht hergeben, ein Regierungsbündnis gegen die LINKE zu bilden, müsse die CDU pragmatisch sein und auf sie zugehen. Ein Freier auf der Reeperbahn würde es so formuliert haben. Wenn die hübschesten Mädels in den plüschigen Auslagen bereits andere Kerle bevorzugen, muss man halt pragmatisch sein und nehmen, was übrig bleibt, auch wenn die Dame noch so schmuddelig ist. Berührungsängste? Mitnichten, wenn's der Sache dient.

Und dann fügt er hinzu: „Wenn da vernünftige Menschen in der Linkspartei am Werk sind, vertut man sich nichts damit, nach vernünftigen Lösungen zu suchen.“ Ich erspare es mir jetzt, auch diesen Inhalt auf das Niveau der Herbertstraße "downzugraden". Nichtsdestoweniger ist der Unterschied nur marginal. Hauptsache, man wird den Druck los. Oder mit anderen Worten. Irgendwie muss man den eigenen Hintern in Sicherheit bringen. Es kommt einem vor, als entrüstete sich ein Moralapostel öffentlich über den losen Lebenswandel seiner Nachbarin, schleicht sich aber bei Dunkelheit hinüber für ein Schäferstündchen, weil ihn die Ehefrau verlassen hat.

Es scheint für die CDU weder ethische, noch moralische, ja, nicht einmal mehr programmatische Hindernisse zu geben, mit jedem zu fraternisieren, der bereit ist, dabei zu helfen, die eigene Macht zu erhalten. Bedenken werden beiseitegeschoben, völlig gleichgültig, aus welchem Grund der Wähler sich damals für die Christliche Partei entschieden hat. Nur mit der AFD würde er es nicht so gerne treiben, dieser Herr Ministerpräsident. Die Nachfolgepartei der SED wird nicht attraktiver, nur weil die „Rote Lola“ aus seinem Blickwinkel Strapse und Reizwäsche trägt.  

Dass der Norddeutsche Wendehals für seinen CDU-Hinterbänklerkollegen Ingo Senftleben Verständnis zeigt, der ebenfalls mit den LINKEN liebäugelt, deckt sich mit seinem Rat an die Parteispitzen der CDU, Offenheit für Koalitionen mit den LINKEN zu zeigen. Das klingt ganz so, als würde er für seinen Seitensprung rein vorsorglich aus Berlin mit einem „absolve te“ einen Freifahrtschein für eine Koalition einholen, mit der eine Zusammenarbeit bislang kategorisch abgelehnt wurde.

Die Glaubwürdigkeit der Politiker etablierter Parteien hat längst ein erbärmliches Niveau erreicht. Und wer da bislang glaubte, dass Wähler aufgrund innerer politischer Überzeugungen bei ihren Parteien gut aufgehoben waren, sieht sich abermals belogen, betrogen und hintergangen. Mit dem Schlingerkurs unserer Regierung und ihren kaum noch einschätzbaren Zukunftsaussichten, hat die CDU für mich die Talsohle der Unzuverlässigkeit und Verlogenheit erreicht hat. Jetzt allerdings erweist sich, der Ministerpräsident Günther ist das gähnende Loch in der Sohle.

Selbst Damen des horizontalen Gewerbes haben noch so viel Selbstwertgefühl und Ehre im Leib, nicht mit jedem Freier in irgendein x-beliebiges Bett zu hüpfen, selbst wenn es aus deren Sicht manchmal nach einer „vernünftigen Lösung des Überlebens“ aussieht. Denn in dem einen oder andren Fall packt sie einfach nur der Ekel. Den Politiker allerdings nicht.

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