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Merkelsche Demokratie – der sichere Weg zur Selbst-Demontage

Wir lesen es in allen Zeitungen und erfahren es über alle Medien, Merkel hat eine empfindliche Schlappe erlitten. Kauder, 13 Jahre lang treuer Merkel-Vasall und rüde Eminenz, der die Aufgabe hatte, die MdB's der CDU auf „Spur“ zu halten und das totalitäre Hohelied der Kanzlerin zu singen, ist trotz der befohlenen Parteidisziplin zum Opfer gefallen.


Angela Merkel vertraute darauf, dass es alleine ihr Nimbus schon richten wird und die braven CDU-Lemminge dem angeordneten Kanzler-Erlass folgen werden. Sie lag daneben. Kauder sollte nach Angelas Willen erneut zum Chef der Fraktion gewählt werden. Dass es eng werden könnte, das munkelte man bereits auf den Fluren.

Obwohl sie sich noch vor dem Urnengang ihre Polit-Lakaien eindringlich auf eine Wiederwahl Kauders eingeschworen hatte, hielten sich zwei Drittel ihrer Parteisoldaten nicht an die Kanzlervorgabe. Auch CSU-Chef Horst Seehofer hatte sich für Kauder ausgesprochen - wenn auch in einer deutlich kürzeren Wortmeldung. Aber wer weiß schon, wie er tatsächlich gewählt hat?  

Erinnern wir uns an den großen römischen Helden Caesar. Auch er hätte nie gedacht, dass Brutus und dessen Freunde ausgerechnet ihn meucheln würden. Nun ja, Merkel hat gerade noch überlebt. Ob sie sich davon erholen wird? Jedenfalls spielt sie die Unbeeindruckte, während sich die Sophisten um versammeln und so tun, als sei nichts passiert. Mit der geballten Faust schwören sie ihrer Führerin noch ein wenig Treue. 

Merkel hat mit versteinerter Miene das Wahlergebnis zugunsten Ralph Brinkhaus zur Kenntnis genommen. 125 Abgeordnete haben sich für den „Neuen“ entschieden. Es soll ihr sogar ein wütendes Sch... entfleucht sein. Gleich nach der Bekanntgabe des Ergebnisses wurde die Fraktionssitzung unterbrochen. Der Fraktionsvorstand zog sich zu einer Sitzung zurück, um über die Konsequenzen aus der Wahl zu beraten. Lustig wird es nicht zugegangen sein. Niemand wird offen zugeben, dass man Merkel überdrüssig geworden ist. 

Die Kanzlerin ist nur allzu bekannt für ihre Unversöhnlichkeit. Niemand wagte es bislang, ihr zu widersprechen oder sich nicht der Parteiraison zu unterwerfen. Die Karriere eines solchen Parteimitgliedes wäre, und das war jedem bewusst, ziemlich schnell beendet gewesen. Diese Tatsache wirft natürlich ein deutliches Licht auf den inneren Zustand der CDU. Es hatten sich, wie man hört, mehr als ein Dutzend „Desidenten“ zusammengeschlossen und in aller Stille für die Abwahl Kauders geworben. Und manche Kamera fing ein klammheimliches Feixen und sichtliche Schadenfreude auf.

Auch wenn sich jetzt alle CDU-Abgeordneten und Minister versichern beeilen, dass Merkel nicht beschädigt sei, die Tage für die Kanzlerin sind gezählt. Die Prognosen sind düster. Bayern- und Hessenwahlen stehen an. Verlieren CDU und CSU weitere Stimmen, könnte das merkelsche Kanzlerende schneller eintreten, als sie befürchtet hat. Alle ahnen sie es. Die SPD, die GRÜNEN, die FDP ohnehin, aber auch LINKE. Und nichts fürchten sie mehr als die Vertrauensfrage und den Rücktritt. Denn dieser würde Dutzenden von Ministern und Abgeordneten die bequemen Sessel kosten, auf denen sie ihre wohlgenährten Hüllen gepflegt hatten.

Einzig die AfD siehts gelassen. Ja, sogar mit einer gewissen Häme und auch Vorfreude. Für sie arbeitet die Zeit, und die ist überschaubar.


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