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Von der Leyens Gorch Fock – Bundeswehr und der gelebte Wahnsinn

Gäbe es eine Steigerung von Super-Gau, sie träfe auf die Sanierung des Segelschulschiffes Gorch Fock zu. Wieder einmal hat unsere Verteidigungsministerin den Beweis erbracht, dass man die Bundeswehr mit viel Engagement und Ausdauer binnen weniger Jahre in einen desolaten Drecksladen verwandeln kann. Die Werft, in der die Gorch Fock saniert werden sollte, ist pleite.


Wenn man große Summen loswerden will, gibt es Rat, den man getrost bei einem Kalauer ableiten kann. Am Spieltisch geht es am schnellsten. Mit Frauen das Geld zu verjubeln ist - jedenfalls aus Sicht der Männer - am schönsten. Aber mit Mac Kinsey und Konsorten todsicher. Doch die "Methode von der Leyen" toppt die kühnsten Befürchtungen. Denn derzeit liegt der ganze Stolz der Marine für eine „Generalsanierung“ auf Kiel bei der Elsflehter Pleite-Werft, deren Inhaber die Sky-Stiftung ist. Mir als belesener Zeitgenosse kommt im Zusammenhang mit Stiftung sofort die Redewendung „Stiften gehen“ in den Sinn, ein früherer Begriff der Gaunersprache. Ein Stift war ein Neuling, der auf Beutezug mitgehen durfte und der Polizei beim "Schmiere stehen" oft genug entkam. Ich erspare mir hier weitere Bezüge, zumal Stiftungen heutzutage ihren Sitz gerne mal in der Schweiz haben.   

Ob man den Gorch Fock-Schrott je ohne weitere Kosten aus der Konkursmasse herausbekommen wird, das bleibt abzuwarten. Es steht zu befürchten, dass der Bürger auch hier wieder "scheibchenweise" über das ganze Ausmaß des Schiffsdesasters informiert wird. Wir kennen das ja schon vom Berliner Flughafen. Wenn unsere Politiker etwas beherzt in die Hand nehmen, geht es daneben.

Dass die Admiralität der Marine, das Beschaffungsamt wie auch das Ministerium unserer Flintenuschi den Auftrag an eine Werft vergeben hat, die bereits bei der Auftragsvergabe finanziell auf „tönernen Füßen“ stand, ist an Leichtsinn, Naivität und Dummheit nicht zu überbieten. Hat da irgendjemand aus dem Ministerium einmal auf dem Dock nachgeschaut, eine Bankauskunft eingeholt oder sich erkundigt, ob Lieferanten und Subunternehmer bezahlt werden? Denn Letztere sitzen schon seit Monaten auf dem Trockenen.

Innerhalb von drei Jahren erhöhten sich die Sanierungskosten von 69 Millionen auf 135 Millionen Euro (…wie brauchten das Geld), um den Vorzeige-Dreimaster für die Offiziersausbildung wieder aufs Wasser zu bringen. Knapp 80 Millionen Euro wurden bereits vom Steuerzahler beglichen, als die Bombe platzte. Die Werft meldet heute die Insolvenz beim Amtsgericht an.

Wie der Spiegel am 30.01 berichtete, wurden Vorstände und der gesamte Aufsichtsrat vor mehr als zwei Monaten mit sofortiger Wirkung entlassen. Nicht etwa deshalb, weil es so teuer wurde. Bei der Elsflether Werft hatte es bereits im Dezember wegen des Verdachts der Korruption Durchsuchungen gegeben. Dabei war nach Angaben der Fahnder umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Das teilten die beiden von der Hamburger Justizbehörde eingesetzten neuen Manger mit.

Scheinbar haben sich Vorstand und Aufsichtsrat am Stiftungsvermögen großzügig bedient. Die Ermittlungen laufen noch auf Hochtouren. Ein vertraulicher Bericht über die seit drei Jahren laufenden Reparaturen beschreiben chaotische Zustände innerhalb der Werft. Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU – was sonst?) machte sich unmittelbar nach Bekanntwerden der aus dem Ruder laufenden Sanierungskosten auf den Weg, um sich persönlich ein Bild über den Fortgang zu verschaffen.

Nun ja, wenn ein hochkarätiger Politiker, der vermutlich eine Ausbildung als Experte für Schiffssanierungen nachweisen kann, dem darf man auch hohe Fachkompetenz bei der Beurteilung der General-Restaurierung eines Selenverkäufers unterstellen. Er kommentierte nach seinem Rundgang die Sache so: Ich habe mir in Bremerhaven die Gorch Fock selbst angeschaut und auch das, was dort als Rest der 'Gorch Fock' noch liegt. Das Schiff hat noch seinen alten Kiel, ansonsten ist alles neu. Das Geld dafür auszugeben ist aber richtig, weil das Schiff entsprechend lange halten wird.“ Sie hätten den Kiel wohl auch besser verschrotten und ein ganz und einen neuen Segler in Korea bauen sollen. Die machen so etwas günstig.

Das sah der "Deutsche Havariebeauftragte" des Traditionsschiffes ein wenig radikaler. Die Gorch Fock ist so marode, dass es sich inzwischen um einen Neubau handelt. Nur teurer. Zuletzt war der Betrieb des Schulschiffes aus seiner Sicht eine ernste Gefahr für die Besatzung. Der Zustand des Schiffes ist so schlecht, dass für „einen Zeitraum von vielen Jahren eine nicht unerhebliche Gefahr für Schiff und Besatzung ausging.“ Aber was schert eine solche Beurteilung Frau von der Leyen und einen Landtagspräsidenten.

Natürlich hat sich auch die Ursel einen kompetenten Überblick verschafft. Wahrscheinlich war sie guter Hoffnung, dass niemand nachfragen wird, was die Chose kosten würde. Bei ihrem Inspektionsbesuch auf dem Schiff in Bremerhaven ließ sie verlautbaren. «Ich mache mir sehr große Sorgen um die „Gorch Fock“. An ihrer Stelle hätte ich mir eher Sorgen um das schöne Geld gemacht. Interessanterweise ging aus einer kleinen Anfrage der GRÜNEN hervor, dass das Ministerium durch die Instandsetzung sicherstellen wolle, das Schiff schnell wieder in den Dienst zu stellen. Man war mit der Antwort nicht zufrieden. Ja, sowas….!




Eigentlich sollte die Bark im Juli wieder die Weltmeere durchsegeln. Und da die Marine keine Alternative hatte, um ihre Kadetten auszubilden, findet sie seit Sommer letzten Jahres auf einem rumänischen Großsegler statt. Was sagt man dazu. Nichts mehr, wenn beispielsweise Bundeswehrpiloten ihre Ausbildung auf ADAC-Hubschrauber absolvieren. Selbstredend musste unsere Soldaten-Uschi zumindest geahnt haben, dass es Ärger mit dem Schulschiff geben würde, zumal Rainer Karsten, Geschäftsführer des Bundes für Steuerzahler auf die Barrikaden ging. „Wir alle hier haben schon seit Jahren befürchtet, dass viel mehr Geld in diesen rostigen Kahn gesteckt werden müsste, als Uschi angenommen hatte. 

Sicher jedenfalls ist, dass im fernen Afghanistan in den Bundeswehrcamps die Mülltrennung exzellent funktioniert und die Kinderhorte in Kasernen vorbildlich geführt werden. Von der Leyen hat sich bei verschiedenen Besuchen selbst von der Kampfkraft und der Einsatzbereitschaft der Kindergärtnerinnen überzeugt. Ja, was gäbe es noch zu sagen, außer dass unsere Frau Ministerin mit Vorliebe Mac Kinsey-Berater aus dem Freundeskreis und der Verwandtschaft beauftragt, möglichst effektiv die Bundeswehrbudgets zu plündern. Dass bei der Bundeswehr kaum noch Kampfjets fliegen, Schiffe in Werften liegen, Panzer in Reparaturhallen stehen und ansonsten nur die Gewehre einsatzbereit sind, wissen wir. Letztere allerdings schießen nur dann, wenn auch Munition geliefert wurde.

Ich sage es offen, nicht nur die Bundeswehr ist zu einem Sauhaufen verkommen, unsere Minister sind exakt das Spiegelbild unserer Armee. Im Regieren, im Handeln und im Streiten. Meiner Meinung nach eignet sich unsere Regierung mitsamt ihren Fachministern ideal für eine Comedy-Soap mit 120 Folgen. Gelebtes "Leyentheater", die Folgen würdeb ein Kassenschlager.


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