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Die Liquidierung von Nahles – Andreas Beisetzung steht kurz bevor


Das kennen wir Wähler schon zur Genüge. Die Halbwertzeit eines SPD-Chefs gleicht etwa dem Verfallsdatum von frisch gefangenem Fisch. Nach spätestens drei Tagen fängt er an zu stinken, danach muss man ihn geruchsneutral beseitigen.


Schröder, Gabriel, Schulz, sie waren die letzten Bewohner des SPD-Aquariums, die man wegen extremer Geruchsbelästigung beseitigt hat. Nahles Ende bricht in der Kürze alle SPD-Entsorgungs-Rekorde. Die Genossen sind bei der Art und Weise der Liquidierung ihres Führungspersonals nicht zimperlich und in den meisten Fällen war es auch nicht schade, zumal verdorbener Fisch extrem übelriechend ist.

Nicht dass ich jetzt sagen würde, dass der Nahles-Absturz längst überfällig sei, vielmehr läge mir auf der Zunge, dass man „so etwas“ gar nicht erst in eine Führungsposition hätte berufen dürfen. Nun ja, die Sozen sind bekanntermaßen vom Schmerz befreit und irgendjemand hätte sich schon gefunden, der in seiner Dämlichkeit mit Freuden auf dem roten Schleudersitz Platz genommen hätte. Genug Auswahl an machtbesoffenen Hinterbänklern haben sie ja. Doch all jene roten Meuchler, die sich in völliger Selbstüberschätzung Ämter zutrauen, sollten mal bei Friedrich Schiller in seinem Gedicht "Die Bürgschaft" nachlesen, was einem Alleinherrscher in der SPD blüht:

Zu Andrea, der Tyrannin, schlich
Martin, den Dolch im Gewande:
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
„Was wolltest du mit dem Dolche, sprich“
entgegnete ihr finster die Wüterich.
Die Stadt von der Andrea befreien!
Das sollst du am Kreuze bereuen...

Doch Andrea hat scheinbar den Mund etwas zu voll genommen. Vorgestern hat dem Vernehmen nach eine Probeabstimmung der Abgeordneten im Seeheimer Kreis stattgefunden, weil Andrea Nahles – die oberschlaue SPD-Frohnatur – partout wissen wollte, ob sie bei ihren Parteifreunden ausreichende Unterstützung fände, um als Fraktionsvorsitzende noch einmal ein paar Wahlen im Osten Deutschlands verlieren zu dürfen. Irgendeiner der besonders guten „Parteifreunde“ hat an die Presse, in diesem Fall an die Verlagsgruppe VMR in Mainz durchgestochen, dass Andrea mit Pauken und Trompeten durchgefallen ist. Nun ja, man könnte auch sagen: Jeder Tiefpunkt ist ein neuer Höhepunkt, für den es sich lohnt, sich für den Bürger einzusetzen.

Auch wenn der Sarg für Nahles längst in Auftrag gegeben ist, streiten nun einige Parteilinken vehement ab, dass es eine solche Abstimmung gegeben hätte, ganz nach dem SPD-Gesichtswahrungsmotto: Andrea hat zur Klärung der Machtfrage lediglich ihre Kritiker aufgefordert, sich aus den Löchern zu wagen und gegen sie anzutreten. Offenkundig gibt es doch noch ein paar Schlaumeier in der SPD, die sich lieber so lange zurückhalten, bis Nahles bei den Herbstwahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen mit Schmackes die SPD vollends an die Wand fährt.

Wie sagte Fraktionsvize Karl Lauterbach so sibyllinisch? „Es hat keine Probeabstimmung zur Wahl des Fraktionsvorsitzes gegeben, er glaube aber, dass Nahles die nötige Mehrheit bekommen würde.“ Dem gegenüber berichtet aber der Verlag der renommierten VRM-Gruppe: Sowohl im Seeheimer Kreis noch bei den Netzwerkern und dem linken Flügel hätte es auch nur „annähernd eine Mehrheit für den Verbleib von Nahles gegeben.“ Tja, was denn nun. Ich wills mal so sagen: Wer den Genossen auch nur ein einziges Wort glaubt, ist geliefert, egal ob als Wähler oder als Parteifreund.

Man darf gespannt sein, wann und wer dieser Bätschi-Andrea das Messer in den wohlgenährten Leib rammt, wobei nur noch die Frage offensteht, ob von hinten oder von vorne. Traditionell geschieht das in der SPD meist von hinten. Der Versuch, im Nachgang desaströser Wahlergebnisse den Bürgern Friede, Freude und rote Eierkuchen vorzuspielen, hat schon so etwas von lyrischer Verzweiflung, vor allem, wenn man die semantischen Drahtseilakte mitverfolgt, mit der die Parteivorsitzende die Hauptschuld dem Internetfuzzi Rezo in die Schuhe schiebt. Der Aufschrei nicht nur der Genossen hallte durch ganz Deutschland.

Aber welch eine Schmach, dass auch Kevin, der altkluge Juso-Eleve den Spaten für Andreas Grabaushub bereits beschafft hatte, indem er mit seinen Enteignungsideen hausieren ging, während Stegner aus den düsteren Niederungen Schleswig-Holsteins im verbalen Rundumschlag alles niedermachte, was „christlichen Parteien“ nahesteht. Wären die Beteiligten des allgemeinen Parteiendesasters nicht so extrem verblödet, man könnte glauben, dass man in der ersten Reihe eines Kabaretts säße.

Nur noch einmal fürs Protokoll. Andrea Maria Nahles ist durch einen kindischen Zufall Fraktionsvorsitzende einer großen deutschen Partei geworden. Für die Wahl wurden vermutlich Würfel des Mensch-ärger-dich-nicht-Spiels verwendet, weil irgendeiner dieser SPD-Nullen die Holzfigürchen „verrammelt“ hatte. Nein, sie ist nicht die Zweitbesetzung der Schultheateraufführung von "Bibi und Tina" in der Stadthalle Oer-Erkenschwick, sie ist weit peinlicher, wenn ich an ihre orgiastischen Freudenhüpfer, an ihre infantilen Ätschi-Bätschi-Ausrutscher oder Gebrüll auf Rednerbühnen denke.

Da darf man sich schon mal nach dem geistigen Niveau der Parteimitglieder erkundigen, die immerhin zu der Überzeugung gekommen sein mussten, dass das schlichte Gemüt und das bejammernswerte Niveau einer Andrea Nahles bei Weitem das von Martin dem Buchdeckel überstrahlte. Und so schied man auch aus dem Seeheimer Kreis. Die Antwort? Wir sagen erst mal nix. Das Ganze war ja ergebnisoffen…! Auch so ein Terminus, der wie eine Seuche durch die Parteien geistert. Was wohl ein Kellner im Biergarten antworten würde, wenn ich mit ihm „ergebnisoffen“ die Speisekarte durchdiskutieren wollte?

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