Direkt zum Hauptbereich

Der digitale Impfpass - der Weg zur Offenbarung

„Impfen ist der Moses, der uns aus der Pandemie herausführt“, das sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag auf dem Grünen Parteitag. Am besten mit dem Fahrrad. Doch was das Thema Pandemie angeht, haben es die Grünen nun noch eiliger als die Roten, die Gelben und die Schwarzen.


Nun ja, dass Politiker den durch Meinungseinschränkung, Maskenpflicht und Hausarrest unterdrückten Deutschen mit dem Impfzwang erlösen und uns ins „gelobte Land“ des Denkverbots führen wollen, das hat schon etwas Befreiendes. Jedenfalls für jene, die sich mit dem Denken jahrelang schwer getan haben und sich jetzt sichtlich erleichtert in die Spritze stürzen dürfen.

Politisches Ziel: einheitliches und standardisiertes Denken, der Wunschtraum eines jeden Regenten, dem das eigene Volk mit blöden Ideen auf die Nerven geht. Ich gebe zu, der Weg nach "Kanaan" ist ein holpriger, zumal das pharaonische Heer der Ungeimpften nix wie Ärger bereitet und aus der Reihe tanzt. Und dann noch diese Abtrünnigen, die nach dem „goldenen Kalb“ der Selbstbestimmung schielen. Aber es gibt ja eine Lösung, an der sich selbst der so liberale Opportunisten wie Lindner orientiert, obwohl er vorher von all dem Zwang und der Verpflichtung nichts wissen wollte.

Doch siehe, die Rettung des zu seinem Glück gezwungenen Bürgers ist nahe. Karl Lauterbach ist, obwohl kein Schwein nach ihm gerufen hat, in die biblische Rolle des Moses geschlüpft. Unser neuer Gesundheitsführer gibt uns das streng reglementierte Geleit in das Land der Verheißung. Er führt uns aus der Diaspora krankhaften Gesundheitsstrebens. Karl Moses, der Zahnlose, er öffnet uns die „Digitale QR-Pforte“ zum Impfhimmel, mit der uns die ethische Ordnung und die territoriale Legitimation für den Aufenthalt in einem Bahnhof, für das Betreten von Einkaufszentren, reisen mit Flugzeugen, für das Abhängen auf Kreuzfahrschiffen oder Beschneidungen in Friseursalons erteilt werden.

Und damit unser gebissgeschädigter Heilsbringer nicht die Kontrolle über ein zum Ungehorsam neigenden Volkes verliert, begleitet uns in Zukunft ein innovativer Pass durchs Leben. Zwar hat noch kein Mensch etwas von einer Pandemie mit 3, 4 oder gar 5 Wellen gehört, aber das soll uns nicht weiter wichtig sein. Es geht ja proimär auch nicht um Gesundheit, sondern um Höheres. Es geht um den Nachweis der dreifach geboosterten Offenbarung, um den Beweis der himmlischen Willfährigkeit.  

Man kann es auch irdischer ausdrücken. Ein Vorgang gestern soll als Beispiel dienen. Zwei mir lieb gewordene Freunde betraten gestern ein Restaurant. Am Eingang die Security, die den QR-Code scannen und dann Einlass gewährten. Der Schlüssel zum lukullischen Glück enthielt jedoch eine Nachricht unterhalb des Scanbereiches: „Ihr Impfschutz läuft in einem Monat ab – holen Sie sich den Booster.“ So stand es wie in Stein gemeiselt geschrieben. Nun könnte man lapidar sagen: Na, ja…, schön, dass unsere Regierung so weitsichtig ist, uns an die nächstfällige Dosis zur Erhaltung unserer Gesundheit zu erinnern.

Was der „QR-codierte" Impfling vermutlich längst vergessen hat, sind die Versprechungen unserer verantwortungsvollen Politiker, die bei der Konzipierung und späteren Einführung der Programme für die Impfpässe hoch und heilig versichert haben, dass der digitalisierte Genesungs- oder Impfnachweis „Luca-App“ ausdrücklich nicht personalisiert ist. Die App ist sicher, ein typisches und immer wieder betontes Ritual der Politiker, wenn sie Bürger mit irgendeiner Neuerung bundesweit bescheißen wollen. Schwamm drüber.

Die Luca-App wird so gut wie nirgends mehr als Eintritt in die glückselige Freiheit akzeptiert. Der „Green Pass“, - in Italien sogar schon der „Super-Green-Pass“, ist das Maß der Dinge. Hier mutieren die Menschen zu binomären Zahlencodes. Ziel in Europa, vermutlich weltweit ist es, den Bürger flächendeckend zu digitalisieren. Daran geht kein Weg mehr vorbei.

 Die Booster-Nachricht“ an meine Freunde sind sichtbarer Beweis dafür, dass „Moses“ nun genau weiß, wann wir uns wo, wie oft, wie lange aufhalten und wohin wir gehen. Es ist nur noch ein winziger „Programm“-Schritt, um genau zu steuern, ob und wann wir zum Friseur, zum Einkaufen, zum Geld abheben dürfen oder an welchem Tag Manfred in Hamburg in die Herbertstraße seine privaten Freuden ausleben darf.

Nein, Impfen, Boostern, Testen, das hat wahrlich nicht mit Gesundheit zu tun. Es wird bald auch dem schlichtesten Gemüt klar werden: Die Geschichte von den zehn Plagen, mit denen Moses den Auszug ins gelobte Land erzwungen hat, war auch nichts anderes, als seinem Volk die schlimmsten Qualen prophezeien, sofern sie nicht auf Gottes Wort hören. Und so folgten unserem biblischen Helden, nur, weil sie ihm glaubten und vertrauten, 600.000 Ägypter wie Lemminge durch das geteilte Meer, dessen Wassermassen hinter ihnen wieder zusammenschlugen. Gefahr gebannt, Rückweg verschlossen.

Fast möchte man glauben, dass Karl Lauterbach seine Weltuntergangsvisionen und düsteren Todesprognosen bei Moses abgekupfert haben. Ich fürchte allerdings, dass beide nicht sonderlich bibelfest sind und vermutlich nicht einmal ahnen, was sie mit ihrem Wahnsinn für spätere Generationen anrichten. George Orwell ist inzwischen ein alter Hut. Die neuen Errungenschaften digitaler Glaubensbekenntnisse machen es möglich.

So richtig ins Kleinhirn gedrungen ist beim Bürger eine Tatsache noch nicht. Der QR-Code könnte in Zukunft als Ausweis, Reisepass, Legitimation und vor allem ein Überwachungs- und Kontrollinstrument sein, mit dem eine Regierung mit digitaler Perfektion nach Belieben steuern und durchsetzen kann. Mit dem Argument der Seuchengefahr und der Volksgesundheit wurde eine ängstliche Bereitschaft zur Mitwirkung erzeugt, an deren Ende die digitale Überwachung steht. Aber auch die Zuteilung von Privilegien oder der Teilhabe an der Gesellschaft, der Kultur oder des Genusses. Verweigerer haben auf Dauer ganz schlechte Karten.

Der Schritt zur individuellen und personenbezogenen Steuerung von Finanzen und Geldbewegungen ist nur ein Winziger, wenn nicht schon bereits realisierter. Es stellt mit solchen Codes überhaupt kein Problem dar, den Zugang zu Bankkonten zu erlauben oder zu verweigern, je nach dem individuellen Grad des bürgerlichen Wohlverhaltens und des Unterordnens. Natürlich könnten wir zurückkehren ins Zeitalter schriftlicher Dokumente oder Akten. Was wie ein Rückschritt ins „Mittelalter“ klingt, böte uns aber wieder gewisse Freiräume.

Doch weder die digitalen Giganten der IT, noch die Regierungen, die die Vorteile einer totalen Steuerung und Überwachung vorantreiben, haben das geringste Interesse an Individualwünsche oder Lebensweisen, die das Führen und Reglementieren eines kritischen Volkes erschweren. Nur ein standardisierter Bürger mit standardisiertem Denken und Handeln wird ein guter Bürger sein. Alles andere würde die Autorität zukünftiger Führer ins Wanken bringen. Ich habe kein gutes Gefühl. Leider.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Obermessdiener und Chefopportunist in Mainz ist alles andere, nur nicht lustig.

Der Sitzungspräsident des Mainzer Karnevalsvereins Andreas Schmitt, physiognomisch gesehen einem drall gefütterten Hausschwein näher als einem frommen Betbruder, hat in der Bütt wieder einmal nachhaltig bewiesen, dass die Mainzer Fasnacht so viel mit Humor zu tun hat, wie der dümmliche Kampf der Omas gegen rechts. Nein ..., bei diesem Herrn vergeht einem das Lachen. Da hilft nur noch ein Stoßgebet gen Himmel. "Mainz wie es singt und lacht" ist für ihn und die humorbefreiten Berufskarnevalisten an seiner Seite eine todernste Angelegenheit. Ich wills mal so sagen: Das, was Schmitt als Büttenredner zelebriert, ist weder komisch, oder humoresk, noch witzig oder auch nur anasatzweise amüsant. Noch nicht einmal intelligent.  Mir drängt sich bei dem "närrischen Vortrag" Schmitts inhaltlich wie optisch unwillkürlich die Karikatur der „Reformation und Totenfresser“ von Pamphilus Gengenbach aus dem Jahr 1620 auf. Das Bild zeigt Bischöfe und Mönche, die sich an einer festli...

Politische Schwurbelfachkräfte, Fake-News-Meister und ideologische Leistungsträger

Alter Falter – in diesen Tagen kommt man bei der Berichterstattung politischer Paukenschläge kaum hinterher. Wenn der unschuldige Bürger bei seinem morgendlichen Informationsanliegen versehentlich auf den Kanälen unserer Qualitätsmedien landet, erhält er gegen eine bescheidene Monatsgebühr weit mehr, als er mental jemals verkraften kann. So ging es mir heute Morgen. Kaum hatte ich die Fernbedienung meines TV-Gerätes betätigt, erreichten mich die neuesten Verbal-Pläne unseres Kanzlers. Ja, man kann sagen, Friedrich Merz hatte wieder einmal als intimer Kenner seiner eigenen Gedanken vor einem großen Publikum den großen Auftritt beim „politischen Aschermittwoch“ in Trier. Erlauben Sie mir, liebe Leser, dass ich zu diesem Anlass kurz in die Antike abschweife. Alle kennen ja das berühmte geflügelte Wort der alten Römer, - so um die Zeit von Kaiser Nero -, das sich bei Fritz als verlässliche Verhaltensnorm tief verankert hat und uns regelmäßig zum Staunen bringt. 𝐐𝐮𝐢𝐝𝐪𝐮𝐢𝐝 𝐚𝐠𝐢...

Unsere Annalena mit Völkerrechtshintergrund verschiebt Grönlands Grenzen.

Annalena hat in ihrem glanzvollen Talk-Auftritt bei Maischberger wieder einmal einen ihrer weltpolitischen Rohrkrepierer gelandet. Man könnte auch sagen: Wir und Dänemark sind haarscharf an einer bearbock‘schen Eingemeindung Grönlands vorbei geschreddert. Immerhin, wie die "Diplom-Volksrechtlerin" (WIKIPEDIA) und Präsidentin der UN-Generalversammlung messerscharf und unmissverständlich feststellte, sind Grönländer auch Bürger. Nur wohin sie genau gehören, das ist unserer Vorzeigepolitikerin nicht so ganz geläufig. Politische Landesgrenzen jedenfalls spielen in einem grünenbunten Weltbild keine große Rolle. Was Annalena sagt, ist in Stein gemeißelt. Basta! Die gefährlichsten Potentaten und gewieftesten Staatsführer wie Putin, Xi Ping, Trump, Netanjahu oder Orban können ein Lied von den Begegnungen mit unserer EX-Außenministerin singen. Wenn sie vom Leder zieht, bleibt kein Auge trocken.. Wenn man es genau nimmt, hat hierzulande das Publikum des beliebten Polit-Talks von San...