Direkt zum Hauptbereich

Profilneurose als Lebensaufgabe

Karls Kindertraum ist endlich in Erfüllung gegangen. Seinem Erfolg vorausgegangen waren seine täglichen Auftritte in Talkshows, in denen er sein Publikum seit nunmehr 3 Jahren über die Lebensgefährlichkeit unseres Daseins aufklärte und ihm den Beinamen "Tingelkarlchen" einbrachte.



Als begnadeter Hypochonder fühlt er er sich schon von Kindesbeinen an dazu berufen, eines Tages als Minister für griechische Coronavarianten seine Umwelt in Angst und Schrecken zu versetzen. Nach Jahren nervenzerreibenden Kampf um  Aufmerksamkeit und Anerkennung und mit flankierender Präsenz in 722 Talkshows bei Anne Will und Maischberger war es endlich soweit. Karl reüsierte innerhalb seiner Partei zum beliebten und kompetenten Experten für die Implementierung von Angstpsychosen auf nationaler Ebene.

Alles begann mit Alpha, einem heimtückischen Coronavirus, der zwar 80 Prozent weniger Menschen dahinraffte als die Influenza wenige Jahre zuvor, aber nichtsdestoweniger von Karl dem Volk als tödlich grassiernde Seuche verkauft wurde. Zu seinem Leidwesen nahm die überwiegende Mehrheit der Bürger seine Mahnungen nicht ernst genug - ein Affront für den Profi-Hypochonder.

Es mussten Varianten und Mutationen her, um im Volk das richtige Gefahrenfeeling für das bevorstehende Aussterben der Menscheit zu generieren. Glücklicherweise neigen Viren dazu, sich schnell zu verändern, wie man das ja schon seit hundert Jahren vom Schnupfen her kennt. Das spielte Karl in die Karten. Schnell folgten die Beta- und Deltavarianten, spanische, südafrikanische und asiatische Mutationen, bei denen zwar auch nicht so viele Menschen verstarben wie damals bei der Influenzawelle, aber was noch nicht ist, konnte ja noch werden.

In dem Masse, wie Karls kabarettistisch-komödiantische Akzeptanz anwuchs, verfiel diametral dessen Anerkennung als ernst zu nehmender Gesprächspartner, zumal er stets mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei all seinen Pognosen vollkommen danebenlag. Dagegen wurde sein Unterhaltungswert als Kölscher Corona-Jeck in der Bevölkerung, vor allem am Rhein, sehr geschätzt, was ihm wohl den Ministerstuhl einbrachte.

Seit Karl zum Minister gekührt wurde, blüht er auf, seine Augen funkeln angesichts seiner tiefen Befriedigung, ja, man könte sagen, dass seine Euphorie bei der Verkündung seiner Paniknachrichten keine Grenzen mehr kennt. Karl kann unübersehbar sein Glück kaum fassen, wenn er in allen Sendern über die vernichtenden Auswirkungen der Omikron-Todesseuche berichten kann und ihm die Medienvertreter sichtlich beeindruckt beipflichten.

Sein Karrieresprung wurde gerade noch rechtzeitig von der Omikron-Mutation gekrönt, die nach Karls Einschätzung mindestens 20 Mal so ansteckend ist, als alles andere, was die Menschheit jemals heimgesucht hat. Damit kann man arbeiten, jedenfalls aus Sicht von Karl. Die Städte werden wie lergefegt sein, wir werden mit Masken unter unseren Weihnachtsbäumen sitzen, Geschenke nur noch mit gültigem Impfnachweis entgegennehmen und nach dem Fest mit 3G plus und Ganzkörperkondomen zu Bett gehen, alleine, versteht sich. 

An die Öffentlichkeit dürfen wir nur noch, um uns am Booster-Stand eine Bratwurst zu holen oder im Supermarkt eine Ladung Klopapier zu besorgen. Wahrscheinlich wird zu Silvester Hausarrest verhängt und wir per Dekret durch Tingelkarl aufgefordert, Fenster und Türen mit Isolierband zu verkleben. Hunde nur noch auf dem Balkon oder in der Abstellkammer das Bein heben, während Kinder den Karl im Fernsehen nur noch an ihren Stühlen fixiert verfolgen dürfen.

Immerhin soll gleich im neuen Jahr die 5. Welle heranrollen, die sogar Omikron um ein Vielfaches an Ansteckungsgefahr übertreffen wird. Wenn sich das so weiterentwickelt wie bisher,  dürfen wir davon ausgehen, dass die Menschen spätestens nach der 10 Welle zu Zombies mutieren. Der Herr sei uns gnädig. Aber was wird dann aus unserem Karl? Etwa Omega? Das Ende? Sein nächster Fernsehauftritt wird das Volk erleuchten. 



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Obermessdiener und Chefopportunist in Mainz ist alles andere, nur nicht lustig.

Der Sitzungspräsident des Mainzer Karnevalsvereins Andreas Schmitt, physiognomisch gesehen einem drall gefütterten Hausschwein näher als einem frommen Betbruder, hat in der Bütt wieder einmal nachhaltig bewiesen, dass die Mainzer Fasnacht so viel mit Humor zu tun hat, wie der dümmliche Kampf der Omas gegen rechts. Nein ..., bei diesem Herrn vergeht einem das Lachen. Da hilft nur noch ein Stoßgebet gen Himmel. "Mainz wie es singt und lacht" ist für ihn und die humorbefreiten Berufskarnevalisten an seiner Seite eine todernste Angelegenheit. Ich wills mal so sagen: Das, was Schmitt als Büttenredner zelebriert, ist weder komisch, oder humoresk, noch witzig oder auch nur anasatzweise amüsant. Noch nicht einmal intelligent.  Mir drängt sich bei dem "närrischen Vortrag" Schmitts inhaltlich wie optisch unwillkürlich die Karikatur der „Reformation und Totenfresser“ von Pamphilus Gengenbach aus dem Jahr 1620 auf. Das Bild zeigt Bischöfe und Mönche, die sich an einer festli...

Politische Schwurbelfachkräfte, Fake-News-Meister und ideologische Leistungsträger

Alter Falter – in diesen Tagen kommt man bei der Berichterstattung politischer Paukenschläge kaum hinterher. Wenn der unschuldige Bürger bei seinem morgendlichen Informationsanliegen versehentlich auf den Kanälen unserer Qualitätsmedien landet, erhält er gegen eine bescheidene Monatsgebühr weit mehr, als er mental jemals verkraften kann. So ging es mir heute Morgen. Kaum hatte ich die Fernbedienung meines TV-Gerätes betätigt, erreichten mich die neuesten Verbal-Pläne unseres Kanzlers. Ja, man kann sagen, Friedrich Merz hatte wieder einmal als intimer Kenner seiner eigenen Gedanken vor einem großen Publikum den großen Auftritt beim „politischen Aschermittwoch“ in Trier. Erlauben Sie mir, liebe Leser, dass ich zu diesem Anlass kurz in die Antike abschweife. Alle kennen ja das berühmte geflügelte Wort der alten Römer, - so um die Zeit von Kaiser Nero -, das sich bei Fritz als verlässliche Verhaltensnorm tief verankert hat und uns regelmäßig zum Staunen bringt. 𝐐𝐮𝐢𝐝𝐪𝐮𝐢𝐝 𝐚𝐠𝐢...

Unsere Annalena mit Völkerrechtshintergrund verschiebt Grönlands Grenzen.

Annalena hat in ihrem glanzvollen Talk-Auftritt bei Maischberger wieder einmal einen ihrer weltpolitischen Rohrkrepierer gelandet. Man könnte auch sagen: Wir und Dänemark sind haarscharf an einer bearbock‘schen Eingemeindung Grönlands vorbei geschreddert. Immerhin, wie die "Diplom-Volksrechtlerin" (WIKIPEDIA) und Präsidentin der UN-Generalversammlung messerscharf und unmissverständlich feststellte, sind Grönländer auch Bürger. Nur wohin sie genau gehören, das ist unserer Vorzeigepolitikerin nicht so ganz geläufig. Politische Landesgrenzen jedenfalls spielen in einem grünenbunten Weltbild keine große Rolle. Was Annalena sagt, ist in Stein gemeißelt. Basta! Die gefährlichsten Potentaten und gewieftesten Staatsführer wie Putin, Xi Ping, Trump, Netanjahu oder Orban können ein Lied von den Begegnungen mit unserer EX-Außenministerin singen. Wenn sie vom Leder zieht, bleibt kein Auge trocken.. Wenn man es genau nimmt, hat hierzulande das Publikum des beliebten Polit-Talks von San...