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Ukraine – Die Katastrophe nimmt seinen Lauf und niemand stellt die richtigen Fragen

 Die westliche Welt, insbesondere Deutschlands Politiker und Meinungsbildner sind bestürzt, ja fassungslos über Putins Angriff auf die Ukraine. Die gesamte westliche Welt hat in den letzten Monaten wie ein paralysiertes Karnickel symbolisch die unterentwickelten Muskeln spielen lassen, defacto aber nur zugeschaut, was sich da in Russland zusammenbraut.

 


Ein Lippenbekenntnis gemeinsamer Solidaritätserklärungen jagte das andere, ein hilfloser Vermittlungsbesuch in Moskau und Kiew den nächsten. Doch wenn diplomatische Bemühungen von einem Personenkreis verantwortlich initiiert wird, denen jeder staatsmännische Weitblick, jedes strategische Geschick und jedes staatspolitisch relevante Einschätzungsvermögen fehlt, der sollte sich besser nicht exponieren. 

Stattdessen dominierten persönliche Befindlichkeiten und profilneurotische Auftritte, die mit medialer Unterstützung eher der eigenen Unschulds- und Rechtfertigungspflege sowie als Alibi für Arbeitsnachweise dienten, als echten Lösungsansätzen. "Telegenes Window-Dressing" von nach Aufmerksamkeit heischenden Politnullen in seiner Schönsten Form, gespickt mit sinnentleerten Solidargeschwafel, um die eigene Wichtigkeit und Bedeutung ins richtige Licht zu setzen. Immerhin - Annalenas Spezialdisziplin, mit der sie seit ihren Zeugnis-Tunings ausreichend Erfahrungen gesammelt hat. 

Eine Frage taucht in den heutigen Kommentaren Dutzender Journalisten, Politiker oder Kommentatoren nie auf, obwohl sie naheliegender, ja notwendiger wäre, als jede empörte Schuldzuweisung. Was hätte man Putin anbieten können, um ihn möglicherweise von seinem Vorhaben abzubringen? Denn die militärische Bedrohung an den ukrainischen Grenzen bestand nicht erst seit gestern. Putins Forderungen lagen offen auf dem Tisch. Keine seiner Forderungen waren diskutabel. Weder für die Amerikaner und die NATO, noch für Deutschland. Wir hätten als Antwort "Nichts" gehört, denn mehr als Worte lagen nicht im Angebotssortiment des Westens.

Der russische Überfall ist eine Katastrophe. Nicht nur für die Ukraine, auch für Europa. Und wenn man der in den USA durchgeführten Blitzumfrage trauen darf, wonach sich nicht einmal 30 Prozent der US-Bürger für das jetzige Geschehen in Russland und der Ukraine interessieren, erhärtet sich der Verdacht, dass die US-Regierung mitsamt ihrer Administration diesen Krieg provoziert hat, weil sie ihn wollte. Nach Motiven muss da da nicht lange suchen. Insofern ist die Frage dringender als alles andere: Was hätte man Putin bieten können, um den Krieg zu verhindern? Stattdessen schaukelten sich die Parteien mit gegenseitigen Provokationen hoch, die zwangsläufig Reaktionen auslösen, egal in welcher Form.

Dem russischen Potentaten ist die Sicherung durchgebrannt – ganz offensichtlich. Es ist völlig sinnlos, heute eine psychologische Beurteilung über den Despoten abzugeben und was diesen Mann angetrieben hat, nun über die Ukraine herzufallen. Letztendlich geht es jedem Individuum immer nur um eines. Die Bedürfniserfüllung. Je größer die Gefahr der „Nichterfüllung“, desto stärker der Wunsch nach Erfüllung und desto stärker der Antrieb, das Blatt zu den eigenen Gunsten zu wenden. Und solange die geringste Chance besteht, das Ziel mit akzeptablen oder vertretbaren Mitteln zu erreichen, solange greift man auch nicht zum Äußersten, nämlich zur Gewalt.

Auch wenn die westlichen Protagonisten sich jetzt von sämtlichen Medien und Meinungsbildnern mit großem Tamtam die Heiligenscheine übers ach so reine Gewissen stülpen, um jeden Verdacht zu zerstreuen, an der dramatischen Eskalation beteiligt gewesen zu sein oder sie gar mitverschuldet zu haben. Sie sind ausnahmslos die Verursacher, da beißt die Maus keinen Faden ab. Schon deshalb werden eigene Interessen, „Bedürfnisse“, Ziele und Machterwägungen bagatellisiert und damit gerechtfertigt, dem jeweiligen Gegner aber die gleichen Motive als übles Vorhaben in die Schuhe geschoben, zumal die eigenen Ziele ja stets die die legitimen, die menschlicheren, die besseren, die vertretbareren und notwendigeren sind.

Druck erzeugt Gegendruck, das ist nicht nur ein physikalisches Gesetz. Es ist in erster Linie beeinflusst von den Parametern Ursache und Wirkung. Ein Gleichgewicht der Kräfte gibt es nur physikalisch, zum Beispiel, wenn ich ein Kilo Zucker auf der Waage mit einem Gegengewicht von einem Kilo abwiegen will. Nicht aber im Verhalten menschlicher Wesen. Selbst auf dem Hühnerhof gibt es eine Hackordnung. Und wenn ein Gockel auf seinem Misthaufen auf einen Rivalen trifft, dann verliert eben einer von beiden seine Federn.

Das aber begreifen weder so arme Figuren wie Olaf Scholz und noch weniger diese Annalena Baerbock. Schon deshalb sollten sie sich mit dümmlichen Drohgebärden und Vergeltungsmaßnahmen verdammt zurückhalten, besonders wenn die Gefahr besteht, den eigenen 80-Millionen-Stall in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Und Menschen, denen von vorn herein staatsführende Qualifikationen und Fähigkeiten fehlen, dürfen solche Ämter nicht innehaben. Auf keinen Fall.

Doch nun erweist sich in bitterster Form, dass wir heute in Deutschland mit Abstand die schlichtesten Gemüter in wichtigsten Ämtern installiert haben. Das ganze Geschwätz über Sanktionen sind wohlfeile Legitimierungspillen für einen Krieg, an dem nahezu jeder beteiligt ist. Ob durch Hinhalten, Nichtstun, nicht eingehaltenen Zusagen, oder durch einseitige Aufrüstung, Machtdemonstrationen und Säbelrasseln vor der Haustür des anderen. Selbst die Idee, Russland vom internationalen Finanzsystem abzukoppeln, ist naiv.

Putin wird in der Folge in das chinesische Finanzsystem „GRIN“ wechseln, er braucht „SWIFT“ nicht. Wir in Europa sehr wohl und würden mit der Abkopplung der Russen in der eigenen Hemisphäre ein Chaos auslösen. Auch die Erklärungen, man träfe mit der Bestrafungsaktion die russischen Oligarchen. Schlussendlich dient diese Verbalpotenz nur dazu, die eigenen dicken Eier zur Schau zu stellen. Die russischen Superreichen sind schon vor Monaten mit dem ihrem Kapital nach Dubai und in den Oman abgewandert und dort dankbar aufgenommen worden. Die Frage ist immer noch offen: Was hätte man Putin anbieten können? Ich fürchte, jetzt wäre jedes Angebot  zu teuer.

Und die Conclusio? Nicht die Bürger haben es verkackt, weder hier noch dort. Es sind unsere verantwortlichen Politiker und Amtsträger, deren Selbstüberschätzung und Egomanie jeden erträglichen Rahmen sprengen.

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