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Ahrtal – Eine Bombe geht hoch und nichts passiert

Während sich sämtliche Medien und Politiker unseres Landes nur noch mit Putin und der Ukraine, Genderfragen, Klima und Energiebeschaffung beschäftigen, ist die Katastrophe im Ahrtal mit 134 Toten längst kein Thema mehr. Schon gar nicht die Flutopfer, die teilweise alles verloren haben, was ihnen lieb und teuer war.

 


Danach geschah das, was bei katastrophalen Ereignissen in Deutschland immer geschieht und nach scheinbar dramaturgisch festgelegten Standards inszeniert wird. Erst eilen nahezu alle Spitzenpolitiker an den Ort des Geschehens, um ihrer Bestürzung Ausdruck zu verleihen. Eine ideale Gelegenheit, für die jeweiligen Landesväter oder -mütter mit profilneurotischem Engagement, das eigene Image zu pflegen.

Sodann folgen, meist mit herzzerreißenden Fernsehbildern untermauert, medial schön formulierte Zusagen für "schnelle und unbürokratische Hilfen“, sowie die Ankündigung, Verantwortliche zu suchen und zur Rechenschaft zu ziehen. Unter der Maßgabe, dass Beamte, Staatsbedienstete, Behörden oder gar Minister niemals an Fehlern oder gar dramatischen Fehlentscheidungen mitverantwortlich sein können, wurden mit bürokratischer Konsequenz und unter Einsatz aller Ärmelschoner Beamte, Behörden, Staatsbedienstete und in manchen Fällen auch Minister mit der Untersuchung und der Aufklärung des Desasters im Ahrtal betraut.

Schuldzuweisungen und Verdächtigungen wechselten im Tagesrhythmus. Man sprach von Behördenversagen, Kommunikationsfehlern, Irrtümern und Verkettung unglücklicher Umstände, wobei auch die unterbliebenen Vorsorgemaßnahmen nicht zu kurz kamen. Doch dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Während Tausende Freiwillige aus ganz Deutschland herbeieilten, um Menschen zu versorgen, zu trösten zu unterstützen, sie mit vereinten Kräften alles taten, um die Stadt von den Trümmern zu befreien, machten einschlägige Fernsehsender die Schlammmassen und die Trümmerlandschaften zu ihrer Bühne.

Währendessen ermittelten Ämter, Behördenvertreter, Staatsekretäre und Polizeidirektion gegen sich selbst. Das wäre in etwa so, als ließe man Jack the Ripper in London gegen den Prostituiertenmörder ermitteln. Schwamm drüber. Die Hektik angesichts der Ahrteler Leichenberge war nicht zu übersehen. In Ministerien, kommunalen Einrichtungen und Katastrophenleitstellen arbeiteten - wenn man es genau nimmt, Verursacher und Verantwortliche des Dramas mit Hochdruck an der Vertuschung und Vernichtung etwaiger Beweismittel und Indizien und stellten im Anschluss übereinstimmend fest, dass sich der Bürger die Katastrophe selbst zuzuschreiben hat. Hätten sie nicht im Ahrtal ihre Häuser gebaut, wäre auch nichts passiert.

Ein Untersuchungsausschuss ermittelt schon mehr als ein Jahr ohne greifbares Ergebnis, zumal die mit der Aufklärung betrauten Mitarbeiter ganze Arbeit geleistet haben. Amnesie und verloren gegangene Dokumente feierten fröhliche Urständ. Gleichzeitig wurde Personal zur effektiven Abwehr von Anträgen für die Auszahlung der versprochenen Hilfszahlungen eingestellt. Auch hier darf man nach einem Jahr feststellen, dass die meisten Gesuche erfolgreich verhindert oder abschlägig beschieden wurden.

Doch vorgestern platzte die Bombe, die allerdings in Zeiten von Klima-, Pandemie, Geschlechterverwirrung, Krieg in der Ukraine und wichtigen Genderfragen nahezu geräuschlos verhallen wird. Der eingesetzte Untersuchungsausschuss greift die Landesmutter von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (SPD) und ihren Innenminister Roger Lewentz (SPD) frontal an und bringt nun die Landesregierung in Bedrängnis. Grund. Irgendein Polizeidödel hat auf seiner externen Festplatte vergessen, ein paar wichtige Polizeivideos und eine eMail zu löschen, die normalerweise das politische Aus für Malu Dreyer bedeuten würde.

Ausgerechnet zum Jahrestag flattern wie schallende Ohrfeigen an Politik, Bürokratie, Versicherungen und auch Bundeskanzler Olaf Scholz, der sich mitsamt unserem Präsidenten in Trauerkleidung zum Jahrestag im Katastrophengebiet hat blicken lassen, die Inhalte der Polizeifestplatte dem Chefermittler des U-Ausschusses in die Hände. Begründet wurde der Fund mit einem Irrtum und einem Kommunkationsfehler. Sachen gibts...! Nur gut, dass man noch rechtzeitig abreisen konnte.

So berichtet nun der Untersuchungsausschuss, entgegen aller behördlicher und ministerieller Beteuerungen: ZITAT ausdem Protokoll - "Die etliche Meter hohe Sturzflut erreichte Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Angaben der Stadt am 14. Juli 2021 etwa gegen 23.00 Uhr. Es ist daher davon auszugehen, dass es vor 23.00 Uhr keine Todesopfer der Flutkatstrophe in Bad Neuenahr-Ahrweiler gab", hieß es weiter. "Erst Stunden danach rissen die Wassermassen viele Menschen aus dem Leben. Nichtsdestoweniger dauerte es bis in die Morgenstunden, als Ministerium und Behörden reagierten und sich dazu bequemten, Krisenstäbe einzuberufen."

Mehr als die Hälfte der mindestens 134 Todesopfer der Ahrflut sind erst mehrere Stunden nach den ersten Videoaufnahmen eines Polizeihubschraubers gestorben, ohne dass bis dahin der THW benachrichtigt oder behördliche Rettungsmaßnahmen angeordnet worden waren. Im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe des rheinland-pfälzischen Landtags wurden zwei insgesamt 20 Minuten lange Filme eines Helikopters mit Aufnahmen vom 14. Juli 2021 ab 22.15 Uhr an der Ahr "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" vorgeführt. Sie zeigen Szenen von Menschen in höchster Not. 

Zusammengefasst stellt sich nun heraus, dass ein Polizeihubschrauber in der Nacht der Sturzflut mehr als 90 Minuten über dem Ahrtal kreiste, und die verzweifelten Bürger, die mit Rufen und Taschenlampen auf sich aufmerksam machten per Video aufnahm, ohne dass während des „Aufklärungsfluges“ der Katastrophenalarm ausgerufen und weitergegeben wurde. Jene entlarvende Mail und die Videos tauchen nun 14 Monate nach dem Hochwasser überraschend auf. Sie beweisen damit, dass die Protagonisten der rheinland-pfälzischen Landesregierung einschließlich Malu Dreyer der glatten Lügen überführt sind, die 134 Menschen das Leben gekostet haben.

Es ist kaum zu ertragen, dass sich zum Jahrestag jene Elite mit Betroffenheitsmienen, salbungsvollen Worten scheinheiliger Anteilsnahme im Ahrtal zusammenfinden, rotzfrech und infam den Bürgern entgegentreten, um ihnen noch einmal ihr Mitgefühl auszudrücken. Schamgefühl? Unbekannt. Wieder einmal ist der Beweis erbracht: Es genügt nicht, unfähig zu sein. Man muss auch in die Politik gehen, wenn man richtigen Schaden anrichten will.

Wieder einer dieser wundervollen Ablenkungs-Anlässe mit dem Ziel politischer Imagepflege, bei der unsere Medien mit schönen Bildern Pate stehen. Anstatt Konsequenzen zu ziehen und Malu Dreyer mitsamt ihrem Innenminister Roger Lewentz an die frische Luft zu setzen, gibts nach dem Händeschütteln und warmen Worten den Leichenschmaus mit Lachshäppchen und Schampus im trauten Kreise, an dem unsere Bundespräsident wieder "bella figura" machen kann. Einfach zum Kotzen!    

                                            

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Kommentare

  1. Warum wird der Dreyer nicht die Immunität entzogen und vor ein neutrales Gericht gestellt und wegen Mord verurteilte

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  2. Nach einem Fernsehbericht über die Flutkatastrophe war man garnicht in der Lage Menschen mittels Hubschraubern von Hausdächern zu retten ,da keinerlei Hubschrauber mit Seilwinden zur Verfügung standen . Es wäre eigentlich seitens der Bundeswehr kein Problem gewesen im Großraum Mosel ,Rhein und Ahr ein paar derartige Rettungshubschrauber zu stationieren ,zumal es dort immer mal wieder zu Überschwemmungen und anderen entsprechenden Notfällen kommt ,bei denen derartige Helikopter lebensrettend eingesetzt werden könnten.

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  3. In der Justiz geht das so seit 70 Jahren und da wird sogar zusätzlich noch alles für schön erklärt.
    Geschätzt hält sich die Justiz zu jeder Zeit in Deutschland etwa 4000 Menschen zu Unrecht im Gefängnis.

    “Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht “kriminell” nennen kann. …Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke (ich bin im Ruhestand), dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor “meinesgleichen” “.
    Frank Fasel ehemaliger Richter am LG Stuttgart, Süddeutsche Zeitung, 9. April 2008

    Man kann den Leuten ja auch wieder eine Coronamaske verpassen. Wenn diese selbst von kleinsten minimalsten unerheblichen Einschränkungen betroffen sind, dann gehen sie zu tausenden auf die Strasse. Der Rest interessiert die Tausenden nicht wirklich, egal wie schlimm es ist. Hauptsache sie glauben es trifft sie nicht.

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