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Kapitän Neuer löst Solidaritätskrieg aus

Heute kam es bei der Fußballweltmeisterschaft in Qatar zum ultimativen Eklat, der das Potential einer weltweiten, internationalen Boykottwelle hat. Weil Manuel Neuer, unser Kapitän der Fußballnationalmannschaft, den Einlauf ins Stadion mit der kunterbunten Inklusionsbinde aufgrund von Sanktionsandrohungen der FIFA unterlassen hat, schäumte die deutsche Medienwelt vor tollwütiger Empörung.

Ob TV-Sender oder die schreibende Presse, kein Medienvertreter ließ es sich nehmen, dieses epochale und würdelose „Einknicken“ vor aller Welt als Schmach und Missachtung einer höchst fragwürdigen Bewegung zu bewerten und sie implizit als persönliche, charakterliche Schwäche darzustellen. Wenn man davon absieht, dass Politik prinzipiell nichts im Sport zu suchen hat, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, mit welchen Interessen und Zielen ein gesellschaftspolitisches Super-Fass aufgemacht wird, das sich nun zu einer internationalen Posse ungeahnten Ausmaßes aufgetürmt hat.

Geht es nach den Medien und der Politik, kann man sich inzwischen des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass nicht etwa Nationalmannschaften auf einem Fußballfeld stehen und sich für einen Pokal die Seele aus dem Leib kicken, sondern Schwulen- und Lesbenverbände, die gegen Menschrechtsaktivisten, Frauenrechtler und Toleranzfetischisten antreten. Was sich da gerade anbahnt, ist an Überheblichkeit, Anmaßung und Herrschaftsgebaren seitens unserer Medienvertreter und Politiker kaum zu überbieten.

Bringt man die jetzige Situation auf den Punkt, stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Manuel Neuer sieht sich genötigt, auf dem Spielfeld nicht mit der kunterbunten Binde am Ärmel aufzulaufen, was die deutsche Presse, von wem auch immer angewiesen, auf die Palme bringt. Der DFB wiederum stellt sich den scheinheiligen Pressevertretern und verliest brav einen vorformulierten Text, in dem der Fußballverband Manuel Neuer verteidigt und die FIFA wegen ihrer harten Haltung, ein menschenverachtendes System zu unterstützen, scharf verurteilt.

Qatar hingegen hat die FIFA fest im Würgegriff, und wird sich weder von einem Land, noch von der FIFA vorschreiben lassen, westliche Werte zu akzeptieren oder gar zu übernehmen. Ebensowenig wird die Herrscherfamilie in Doha den Christopher-Street-Day als Demonstration der freien Liebe veranstalten, noch Gay-Bars in der Stadt dulden. Die westliche Anmaßung, sich in innere Angelegenheiten des Landes einzumischen, hat in Deutschland wahrlich Tradition.

Qatar besteht im Gegensatz zu Deutschland darauf, dass Recht, Gesetz und Kultur des Landes respektiert werden. Was daran ist unklar? Ganz gleich, ob die homophobe Kultur Qatars, deren Traditionen und deren drakonisches Rechtssystem aus dem Mittelalter stammen, es steht uns trotzdem nicht zu, die Gastgeber mit Verhaltensweisen und Forderungen zu brüskieren oder den Versuch zu unternehmen, deren Jahrhunderte alten Sitten, Gebräuche und traditionellen Lebensweisen zu unterlaufen.   

Unterstellt, die Weltmeisterschaft fände in Deutschland statt, wie würden wohl deutsche Politiker und Presse reagieren, wenn der qatarische Fußballverband und deren Kicker darauf bestünden, vor dem Einlaufen aufs Fußballfeld der Bayern-Arena eine öffentliche Auspeitschung oder eine traditionelle Steinigung durchführen zu wollen. Denn genau in dieser Kategorie des Affronts befinden wir uns gerade. Und wer da glaubt, die deutsche Posse sei damit zu Ende, der irrt. Es geht noch dicker!

Denn jetzt mischt sich der REWE-Konzern in den ohnehin schon lächerliche Bindenstreit ein. Der deutsche Handelskonzern REWE stellt seinen langjährigen Partnerschaftsvertrag mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) wegen des Verbots der „One Love-Binde“ bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar „ab sofort“ ruhend und verzichtet auf Werberechte. Ja, bist du deppert…! 

Was soll diese absonderliche Solidaritätsmaßnahme? Wem soll sie nutzen? Was soll sie bewirken? Will REWE den DFB disziplinieren? Befürchtet der REWE-Konzern etwa, dass aufgrund des beschämdenden Toleranzgeschwurbels Deutschlands Schwule, Lesben, Transgender, Quere und Geschlechtslose in Zukunft bei Aldi einkaufen, wenn sie selbst nicht auch ein Zeichen setzen?

https://orf.at/stories/3294791/

Was, wenn die Qataris mit einem Gegen-Boykott reagieren, und ihrerseits die Lieferung von Datteln, Feigen und Mandeln an deutsche Handelskonzerne einstellen? Reagiert in der Folge BMW und Mercedes und stellt den Verkauf ihrer Luxuskarrossen in Quatar ein? Ich sehe es noch kommen, dann wird unsere Annalena auf der internationalen Bühne erscheinen und hinter dem Rücken von Robert Habeck den weltweiten Ölboykott der arabischen Ölindustrie fordern, sollte die türkische Mannschaft aus Solidarität mit Putin mit einer russischen Armbinde auflaufen. Diese Gemengelage wird unweigerlich zu einem Statement von Olaf Scholz führen. 

Der qatarische Botschafter würde einbestellt und ihm unmissverständlich erklärt, dass die Moscheen in Deutschland ab sofort mit Regenbogenfahnen beflaggt werden müssen, da anderenfalls Budweiser sämtliche Biervorräte aus Qatar schafft. Habeck wird den FIFA-Vorstand für die Bundesrepublik zu unerwünschten Personen erklären, Bundesligaspiele verbieten und von deutschen Bürgern die solidarische Unterstützung verlangen.  

Und weil Senegal aus Protest gegen die FIFA-Verfügung in der Vorrunde gegen Lichtenstein mit bunten Baströckchen antritt, verfügt der Ethikrat des Fußballverbandes, dass die 0 : 3 Niederlage der Senegalesen aus Solidaritätsgründen aberkannt und aus Toleranzgründen San Marino zum vorzeitigen Weltmeister erklärt wird. Qatar wird im erzieherischen Überschwang deutscher Medien vom gesamten Tournier wegen Unbelehrbarkeit und Renitenz, sich deutschen Werten nicht unterworfen zu haben, komplett ausgeschlossen. 

Daraufhin lassen die Qataris  die Klimaanlagen in allen Stadien abschalten und provozieren mit dieser Maßnahme deutsche Straßenkleber und Umweltaktivisten, wegen unmenschlichen Verhaltens, die nun ihrerseits als Gegenreaktion die Kamel-Karawanen in der Wüste blockieren. Im Gegenzug dringen qatarische Polizeieinheiten in die Hotelunterkünfte der Nationalspieler ein und beschlagnahmen sämtliche bunten Armbinden.

Greift dann die katholische Kirche ein? Ruft sie aus Protest ihre 18 katholischen Priester aus dem arabischen Raum in den Schoß des Vatikans zurück? Droht sie mit inquisitorischen Maßnahmen, weil sich die muslimischen Fußballspieler durchweg geweigert hätten, vor Spielbeginn die Beichte abzulegen? Entwickelt sich nun ein weltweiter Boykott-Krieg? Wird Russland, weil es sich in der Frage der Toleranz noch nicht auf die Seite Deutschlands gestellt hat, nicht mehr von Coca Cola beliefert? Fragen über Fragen. Und das alles nur, weil Manuel Neuer die Inklusionsbinde nicht getragen hat.

Nein, das ist keine Weltmeisterschaft, das ist ein Kindergarten auf höchstem Niveau. Doch das war abzusehen. Qatar hat sich bei der FIFA die Weltmeisterschaft gekauft und niemand hat sich ernsthaft gegen den Wahnsinn gestemmt. Nicht Deutschland, nicht Europa und schon gar nicht Asien oder die USA. Jetzt zu jammern, zu schimpfen und zu klagen ist jämmerlich und einfältig. Dem kann man nur noch mit Hohn, Spott und mit bitterem Sarkasmus begegnen.  

                                           

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