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Der Sturz des Assad-Regimes – der etwas andere Blick

Mehr als 24 Jahre war Baschar al-Assad mit seiner Baath-Partei an der Macht und regierte Syrien mit eiserner Hand und äußerster Brutalität. Der Sturz Assads bahnte sich an, nichtsdestoweniger kam der Sturz des Regimes in den frühen Morgenstunden selbst für den Kreml überraschend, der das System über Jahre geschützt und stabilisiert hat.

Seit Wochen waren islamistische Rebellen mit Unterstützung von Hamas-, Hisbollah-Milizen, Einheiten der terroristischen HTS und IS sowie den jemenitischen Huthi-Rebellen von drei Seiten auf die Hauptstadt Damaskus vorgerückt. Heute Nacht der Paukenschlag. Die Islamisten nahmen Damaskus ein und stürmten den Präsidentenpalast, ohne dass die russische Schutzarmee vor Ort eingriff. 

Der Verdacht liegt nahe, dass Erdogan als Strippenzieher des Aufstandes der Islamisten agiert hat, zumal er das Assad-System politisch bekämpfte und die terroristische Al-Nusra, - ein Ableger der Al Kaida und durchweg türkischer Verbündeter, waffentechnisch unterstützte. Tatsache ist, dass der Sturz hinter den Kulissen mit russischer Billigung eingefädelt wurde und keineswegs, wie die Medien behaupten, der Kreml überrumpelt worden ist. Erdogan und Putin allerdings weisen jede "Beteiligung" entschieden zurück. Dass weder der russische Geheimdienst, noch der türkische Präsident Erdogan nichts vom bevorstehenden Umsturz gewusst oder geahnt haben wollen, ist schlechterdings ein Witz.

Baschar al-Assad, so die offiziellen Nachrichten, befindet sich auf der Flucht. Dem Präsidenten blieb keine andere Wahl. Und auch, was dessen Flucht mit der ganzen Familien angeht, muss diese schon Tage zuvor zumindest organisiert und vorbereitet worden sein. Die Frage muss erlaubt sein: Von wem? War es Erdogan? Hat Putin mitgemischt? Hat man gar mit den Mullahs im Iran gemeinsame Sache gemacht? Viel Raum für Spekulation. Nun haben die Rebellen die Befreiung der Stadt Damaskus proklamiert.

In einer am Sonntagmorgen übertragenen Ansprache verlas ein Mitglied der Gruppe "Einsatzzentrale zur Eroberung von Damaskus" eine Erklärung, in der die "Befreiung der Stadt Damaskus und der Sturz des Tyrannen Baschar al-Assad" verkündet wurde. Demnach sollen "alle zu Unrecht in den Folter-Gefängnissen des Regimes Inhaftierten" in denen Tausende Gefangene teilweise schon seit Jahrzehnten eingekerkert waren, freigelassen werden.

Kämpfer wie Bürger wurden in der Erklärung aufgerufen, das "Eigentum des freien syrischen Staats" zu schützen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, die Türen des Gefängnisses seien für Tausende Häftlinge geöffnet worden, die "während der gesamten Herrschaft des Regimes" vom Sicherheitsapparat gefangen genommen worden seien. Die Soldaten der syrischen Armee sind in Scharen übergelaufen oder haben die Flucht ergriffen.

...und schon werden die Statuen und "Denkmäler"
der verhassten Assad-Familie demontiert und niedergerissen. 

Erst kursierten Nachrichten, man habe das Flugzeug, mit dem Assad und seine Familie geflohen sind, über dem Libanon abgeschossen. Doch mittlerweile melden die russischen Sender, Assad sei in Moskau eingetroffen, für den syrischen Herrscher die einzige Möglichkeit, von Putin Asyl und Gnadenbrot zu erhalten. Doch, wie sagt der Berliner stets griffig, wenn ihm etwas suspekt ist? „Nachtigall, ick hör dir trapsen.“

Der Sturz Assads ist insofern eine überraschende und sensationelle Entwicklung, weil weder die russische Armee in Syrien, noch der russische Geheimdienst vor Ort einen Finger gerührt haben, die vorrückenden Islamisten aufzuhalten, Damaskus zu verteidigen oder gar den Präsidenten und dessen Regierungspalast zu schützen. Offizielle Medien behaupten steif und fest, der Kreml sei von der Entwicklung in Syrien völlig überrascht worden, was mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Kategorie Märchen eingeordnet werden darf.

Denn Homs, Aleppo und Hama, drei Großstädte, sind in den vergangenen Wochen in die Hand der Rebellen gefallen. Dass der Iran und der Irak schon seit Jahren mit den „aufständischen Islamisten“ zusammenarbeitet und das Assad-System erheblich unter Druck gesetzt hat, ist auch keine Neuigkeit. Seit letzter Nacht ist die syrische Armee in kompletter Auflösung. Assads Soldaten haben gleich in Bataillonsstärken ihre Uniformen ausgezogen und ihre Kasernen fluchtartig verlassen.  

War der Sturz Assads Kalkül oder von Putin geplant? Klar ist, plötzlich werden bedeutende russische Militärkontingente frei, die im Krieg gegen die Ukraine eine signifikante Verstärkung darstellen. Denn es ist nicht vorstellbar, dass angesichts des Umsturzes das russische Militär in Syrien verbleibt. Moskau dürfte über kurz oder lang seine Truppen aus Syrien zurückziehen, die Putin ohne Zweifel zur Truppenverstärkung an der ukrainischen Front benötigt. Auch deshalb lässt Donald Trump heute verlautbaren, Putin und Selenskyj mögen jetzt schnellstens Friedensverhandlungen anzuberaumen.

Doch welche Auswirkungen hat der Umsturz in Europa, respektive in Deutschland? Derzeit halten sich mehr als eine Million Syrer auf, die vor dem Terrorregime Assads in unser Land geflohen sind. Nicht nur die deutsche Regierung müsste angesichts der neuen Situation in Syrien kollektiv aufatmen. Der Gedanke liegt nahe, dass die entwurzelten und alimentierten Syrer in unserem Land umgehend in ihr „befreites Land“ zurückkehren. Unter der neuen Entwicklung besteht kein Grund mehr, das Leben der „Schutzbedürftigen“ weiterhin mit Milliardensummen in Deutschland zu finanzieren.

In Berlin-Neukölln versammelten sich spontan Tausende Syrer und veranstalteten ein Freudenfest auf den Straßen. Syrien ist befreit - wir können wieder nach Hause in unser Land zurückkehren, skandierten unsere Schutzbefohlenen und schwenken ihre Landesfahnen. Ob sie tatsächlich Ernst machen und unserem Land den Rücken kehren, das sie über Jahre ohne Leistung versorgt hat, daran darf gezweifelt werden. Denn die unterschiedlichen syrischen und kurdischen Milizen und Warlords dürften sich bei der Verteilung von Macht und Pfründen keineswegs einig sein. Ob der neue Machthaber Syriens weniger brutal mit seinen Bürgern verfahren wird, ist die Frage.

Es droht ein neues Szenario, das für Deutschland weit unangenehmer werden könnte, als die Versorgung der geflüchteten Syrer, denen man heute Asyl gewährt. Zehntausende brutale Kämpfer Assads könnten jetzt ihr Heil in Europa, respektive im humanitären Deutschland suchen, um der Rache der "Befreier" und der unterdrückten Bevölkerung zu entgehen. Nein, Deutschland hat keineswegs die Wahl zwischen Pest und Cholera, vielmehr droht nun beides. Pest und Cholera, vor allem dann, wenn die wütenden Bürger ihre Unterdrücker in Syrien jagen und niedermetzeln. 

Denn die Schergen und Schlächter Assads, die sich vor der Blutrache der syrischen "Befreier" in Sicherheit bringen wollen, treffen zwangsläufig in Deutschland auf ihre Landsleute, die vor ihnen geflohen sind. Man vermag sich nicht vorzustellen, was sich dann auf deutschen Straßen abspielen wird. Wir sind gut beraten, die "humanitären Sichtweisen" neu zu justieren. 

                                            

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