Ich wills mal so sagen: Seit Jahren sehnen sich Millionen deutscher Bürger, - nach einer nicht enden wollenden und trostlosen Diaspora politischer Hirnrissigkeit, nach ihrem großen Erlöser -, ach, was sag ich, sie lechzen nach einer heilsbringenden Lichtgestalt, die unser Land wieder in den Garten Eden verwandelt. Doch ich sag‘s hier einmal mit Dante Aligheris Worten: Lasset alle Hoffnung fahren. Das, mit der Erlösung wird nix! Es sei denn, Kai reißt das Steuer im letzten Augenblick noch einmal herum! Ich sage es ganz ehrlich: Auf unserem politischen Boris Becker und Immanuel Kant in Personalunion liegen nun die Hoffnungen Deutschlands.
Denn während die Anhänger der grünen Religionsgemeinschaft ökologisch abbaubare Luftschlösser bauen, die roten Demokratieverteidiger bürgerliche Plünderungspläne schmieden und die schwarzen Brandmaueraktivisten unablässig neue, unrealistische Märchenbücher unters Volk bringen, kämpfen sich die „Alternativen“ Schritt für Schritt durch die schwarzrote Hölle und das politische Dickicht hilfloser Staatslenker.
Doch letzte Woche geschah ein Wunder. Selten genug, in unserem Land. Ich wills kurz machen: Wir haben ihn gefunden. Ihn, den Magier, den Genius und Illusionisten zugleich. Es ist Kai, - regierender Oberbürgermeister und charismatischer Cheflenker unserer kunterbunten Hauptstadt. Ihm gilt nun unsere uneingeschränkte Bewunderung. Denn just zum Zeitpunkt der größten Not, in der mehr als 50.000 Bürger in klirrender Kälte zu erfrieren drohten, weil seine vermeintlichen Freunde im Geiste ein Attentat auf die Stadt verübten, jagte er seine Freundin mit einer scharf gespielten „Rückhand Longline“ über den Tenniscourt, obwohl er zum gleichen Zeitpunkt im Büro des roten Rathauses am Schreibtisch saß und sich überdies eingeschlossen hatte. Hermetisch – wie er vor der Presse betonte.
Ich will hier den Boden der Realität nicht verlassen, wenn ich behaupte, dass an zwei, - etwa 15 Kilometer voneinander entfernten Orten gleichzeitig zu sein, noch nicht als Wunder eingestuft werden darf. Zum überirdischen Mysterium wurde es erst, als Kai Wegner mit einem abgeschalteten Smartphone am Ohr und während eines Schmetterballs der Gegnerin sämtliche Einsatzkräfte zur Rettung Berlins mobilisierte, dabei alle notwendigen Rettungsmaßnahmen koordinierte und beim knallharten „Cross Volley" am Netz Suppenküchen und drei Notstromaggregate organisierte.
Elysische Dimensionen des übermenschlich agierenden Machers aus Berlin erhält Kai‘s multipler Einsatz, wenn man auch weiß, dass er nach seinem Match noch nichts vom vernichtenden Terror-Anschlag auf das Energienetz seiner Stadt gewusst haben konnte. Auch dann noch nicht, als er bereits in der Umkleide seinen regenbogenfarbenen Slip überstreifte und liebevoll glattstrich. Denn Iris Spranger, Innensenatorin Berlins, telefonierte sich stundenlang das Ohr wund, um ihren Chef zu erreichen. Vergeblich. Wollen wir doch die Dinge einmal beim Namen nennen: In welcher Behörde gibt es noch geniale Mitarbeiter, die sowohl das Morse-Alphabet oder die Rauchzeichen der Schwarzfußindianer beherrschen, als auch qua Telepathie die Alarmglocken auf einem Tenniscourt schrillen lassen können?
Wir Bürger konnten Dank der verlässlichen Informationsfülle unserer Öffentlich-Rechtlichen Staatssender nur ahnen, mit welch hellseherischer Intensität und Vorsorge unser aller Kai dennoch proaktiv wurde. Just bei einem stark unterschnittenen "Vorhand Slice" und einem spektakulären Breakpoint nahm er Kontakt zur polizeilichen Einsatzleitung auf, um sich auf dem neuesten Stand zu halten. Währenddessen bibberten die Berliner bei knackigen Minusgraden in den Wohnungen. Flüchtlingsheime wurden evakuiert und Seniorenresidenzen wegen Unterkühlung geräumt.
Wie wir nun wissen, und hier stütze ich mich auf Wegners glaubwürdiges Statement bei ZDF und ARD, steuerte der regierende Filzballartist rund um die Uhr mit einem abgeschalteten Telefon seinen Krisenstab in der Senatskanzlei, während er gleichzeitig im dritten Satz zwei „Big-Points" gegen seine hartnäckig spielende Gegnerin erzielte. Multitasking in Perfektion. Das, liebe Leute, dürfen wir getrost in den Bereich prometheischer Größenordnung verorten. Daher überrascht es auch nicht, wenn im Kanzleramt und in den Reihen aller CDU-Kabinettsmitglieder immer noch atemloses Schweigen herrscht und seine Parteifreunde mit andächtiger Hochachtung - schweigsam selbstredend, Wegners omni-kognitiven und schweißtreibenden Einsatz würdigen.
Kai Wegner, - er wird in die Annalen der Geschichte als politischer Heilsbringer in Tennisschuhen eingehen. Berlin - ach nein..., ganz Deutschland hat solche Männer verdient. Seine Partei, die CDU ist ihm zu großem Dank verpflichtet und wird ihn als "Kai the Champ" auch sicher wieder als Top-Kandidat bei seiner Wiederwahl unterstützen. Spiel, Satz und Sieg!
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